(Ältere Beiträge sind nicht mehr verfügbar)
Verfasst am: 20030103 0955 Fr Titel: Alte Hüte
Als kleine Erinnerung an die gute alte 'Alweg-Bahn' empfehle ich den interessierten Leser einen Blick in den Artikel 'Einschienenbahn wird Wirklichkeit' in der Mai-1957-Ausgabe von 'hobby - Das Magazin der Technik' (S. 13 ff). Hier ein Zitat aus dem Inhaltsverzeichnis (S. 2) - auch im Hinblick auf den Metrorapid 'nicht ganz uneben':
'ENDLICH ein neues Gesicht im Verkehr! Die schon seit Jahren angekündigte und auf einer Versuchsstrecke bei Köln erprobte Einschienenbahn soll jetzt gebaut werden.' - Vergleiche übrigens das Titelblatt zur Oktober-1953-Ausgabe: 'ANTON ZISCHKA: Einschienen-Expreß Berlin - Shanghai' (DAS WÄRE DOCH WAS???)
Verfasst am: 20030216 2219 So Titel: Viel Glück
Vielen Dank für den Hinweis! Gerne möchte ich Mißverständnisse vermeiden. Beim 'Glück auf' schwebte mir der 'Metrorapid' als eine Art neuer ruhrländischer O-Bahn vor Augen und sowie die Frage, was Bergleute wohl dazu meinen, etwa 'Es geht aufwärts' (statt: ... unter Tage, also abwärts). Im Übrigen (Neudeutsch: im übrigen) gilt für die Luftfahrt: 'runter kommen 'se immer (im Bergbau ist es Glück, wenn man wieder hoch ans Tageslicht kommt - da wär'n wir wieder am Ende des Tunnels - 'tschuldigung - ich quatsche zuviel...). Das Glück liegt sozusagen in der Luft - nutzen wir es! Hoffen wir, daß es aufwärts geht mit CargoLifter und daß das Luftschiff heil wieder 'runterkommt...
Alles klar?!
Verfasst am: 20030317 1002 Mo Titel: Rummelplatz
@Beate K.
Ich glaube, daß wir im Hinblick auf CargoLifter der gleichen Meinung sind. Manchmal platzt mir einfach der Kragen, wenn ich sehe, wie Leute in verantwortlichen Positionen (wozu ich den IV zähle) Deutschland, insbesondere dessen östlichen Teil, zu einer Art ländlichen Rummelplatz (Kohls Morgenthau-Vision 'blühender' Landschaften steht da wohl Pate) gestalten wollen (ich denke da unter anderem auch an den Verzicht einer Transrapidstrecke von Hamburg über Berlin nach Osten - 'Transasiaexpreß' könnte das heißen)! Der Eindruck, daß Politik in Bierzelten gemacht wird, drängt sich mir da förmlich auf. Und ohne 'Amerika' scheint heute überhaupt nichts mehr zu gehen. Da ist der Bau einer Achterbahn - ich würde sie 'Minirapid' nennen - in der Werfthalle schon naheliegend, schließlich will man dem Volk ja doch etwas Dolles bieten, denn es wird ja als Stimmvieh gebraucht ('Panem et circenses' hieß das bei den ollen Römern) und die Kosten müssen ohne Staatshilfe - die öffentliche Hand hält ihr Instrument ja auf und hat nichts mehr zu geben - gedeckt werden. Über die Zukunft - auch die in Brand - sollen wir uns nicht sorgen, denn die Sorge haben uns doch längst die Amis abgenommen...
'Tschuldigung, aber was hier abläuft, ist schier UNGLAUBLICH!
Verfasst am: 20030318 1039 Di Titel: Von Machern und Traumtänzern
@Beate
Ein Hallo und zugleich mein Dank für Dein Nicht-Schweigen im Vergleich zu den vielen CL-Aktionären (ZiB ausgenommen), welche hier schließlich über ein prima Forum verfügen und sich meiner Meinung nach mehr äußern MÜSSTEN.
Von Aktionärsseite weiß ich, daß manch einer seine Wunden leckt und abwartet, weil er auch bei anderen Engagements herbe Verluste hat hinnehmen müssen. Diese Leute werden unter Umständen wieder Aktien kaufen (welche auch immer), wenn die Kurse das Niveau von Anfang 2002 erreicht haben. Zur Zeit sind sie einfach nicht flüssig. Außerdem regt sich nach den vielen Bilanzfälschungen und -beschönigungen der letzten Monate niemand mehr über diesbezügliche Vorwürfe auf. Man gewöhnt sich halt daran.
CL hat insofern schlechte 'Karten', weil die AG in einer Boom-Phase gegründet wurde, wo gute Erwartungen trotz Schuldenberge etc. den Mainstream bildeten. Wie viele Menschen fielen denn nicht auf die blöde Werbung eines Manfred Krug für die T-Aktie herein? Immerhin ist die Deutsche Telekom groß genug, um Ron Sommers Suppe nach und nach auszulöffeln. Es wäre vielleicht günstig gewesen, wenn sich unser lieber Staat an CL beteiligt hätte, so wie wir es von Bahn, Post, Mercedes und Telefon her kennen. Dann wäre es vielleicht ungefähr so gelaufen wie beim guten alten Zeppelin (bevor die Nazis das Ruder übernahmen und nicht nur das des Zeppelins zerstörten). Großluftschiffe sind teuer und sind ein Prestigeprojekt mit gewissen Risiken (Sturmgefahren), aber ich bin (und viele waren es zumindest) davon überzeugt: ES LOHNT SICH!
Heute, wo die Amis das Ruder übernehmen wollen (nicht nur im Irak) und dabei vor nichts zurückschrecken - z. B. nicht vor dem Abriß der grundsätzlich notwendigen Werfthalle -, muß man leider mit dem Schlimmsten rechnen und hoffen, daß es nicht eintritt.
Welche Rolle diesbezüglich der IV spielt - immerhin stellt er zur Zeit die Hauptfigur in unserer Tragödie dar - vermag ich trotz seiner diversen Verlautbarungen nicht sagen. Ob es rechtliche Möglichkeiten gibt, Schlimmeres zu verhüten, werden Juristen (unter unseren Aktionären?) besser beurteilen können. Immerhin sollten IVs unter der Kontrolle der Institution stehen, welche sie einsetzt. Die Gefahr, daß solche Leute mehr an ihr Einkommen als an ihre Verantwortung denken, ist nicht von der Hand zu weisen. Schuld zu behaupten ist einfacher als eine solche zu belegen. Herr von G. als ehemaliger Firmenchef wird davon ein Lied singen können.
Was immer auch mit CL geschehen wird, eines läßt sich nicht leugnen: es muß ein STARKER POLITISCHER WILLE vorhanden sein, um ein derartiges Projekt durchzusetzen. Beim Eurotunnel und beim Airbus hat es ja noch geklappt, beim Transrapid ist es schon fraglich, beim CargoLifter leider bereits unwahrscheinlich. Fehlt eine solche Kraft, besteht die Gefahr, daß mit Rechtstreitereien viel Wertvolles kaputtgemacht wird (denn es locken ja Entschädigungen an Stelle von Investitionsgewinnen). Kritische Phasen gab und gibt es da gerade wieder im Hinblick auf Amerika (Fresenius Medical Care und jetzt Bayer fallen mir da ein). Neueste Mache der Firmenbeeinträchtigungen: Herabstufungen hinsichtlich der Kreditwürdigkeit (aktuell bei der Gelben Post und bei ThyssenKrupp). Möglicherweise haben die Amis aber noch andere 'Folterinstrumente' zur Hand. So lange sich das internationale Klima nicht bessert, wird sich unsere Wirtschaft kaum wirklich erholen und selbst solche Projekte, welche ich angesichts der Emergíng Markets für besonders lohnend halte (TransAsiaExpreß - hier wird die ausreichende Belastbarkeit des Magnetsystems für Lastentransporte in Frage gestellt - und CargoLifter), im Keim erstickt.
Kaputtmacher haben derzeit Zulauf, weil sie in Krisensituationen als Macher auftreten. Wir erinnern uns an A. Hitler und sind da vorsichtiger - die Amis sind da eher unbefleckt (die Tommys wegen Bomberharris schon weniger). Die einzige Chance, dem Druck der Amis zu entgehen, sehe ich in einer Stärkung der Achse Frankreich - Deutschland - Polen - Rußland - China. Diese Stärkung meine ich nicht nur in politischer, sondern auch in logistischer Hinsicht. Transrapid und CargoLifter sind da wegen Ihrer Leistungsmöglichkeiten hervorragende Mittel. Ich erinnere hier noch einmal an die Interkontinentalreisen der Zeppeline und weise nachdrücklich darauf hin, daß der CL nicht nur als Lastesel gut ist.
Ob die Concorde unter heutigen Bedingungen entwickelt würde? Viel zu teuer - igitigitt! Aber sie fliegt doch...
Auch wenn mein Kragen unter dem dicken Hals knirscht - ich liebe es, die derzeitige Situation (wo sogar Leute wie Merkel und Stoiber Oberwasser gewinnen) zu beobachten und zu vergleichen, sonst wäre ich längst verzweifelt.
Verfasst am:
20030401 1002 Di Titel: Alma Mater
@WorstOnTop
O heil(ig)er Paternoster! Auch ich glaube, daß es durchaus realistisch - und nicht nur idealistisch - ist, in absehbarer Zukunft wieder Großluftschiffe (welcher Art auch immer) fliegen zu sehen. Andernfalls würde man ausschließen, daß es in unserer Welt außer in der Informationstechnologie noch richtungsweisende technische Fortschritte gäbe (zumindest was eine deutsche Beteiligung anginge); schon die Transrapid-Frage, welches ich als eine Art 'Parallel-Produkt' unter anderen Vorzeichen - wegen der Beteiligung der Großindustrie - sehe, zeigt die Hemmschuhe unserer Zeit in aller Deutlichkeit. Mir stellen sich folglich die Fragen, wer die Entwicklungen demnächst voranbringt, wo sie stattfinden und welchen Anteil CL daran hat. Letzteres ist für mich die entscheidende Frage (nicht nur im Hinblick auf den Aktienkurs ).
Leider sind wir durch die Wirtschaftskrise in den USA und das Kriegsgeschehen im Nahen Osten so abgelenkt, daß wir (einschließlich IV?) uns den Blick in die Zukunft allzuleicht vernebeln lassen.
Verfasst am: 20030417
1247 Do Titel: Himmelhoch jauchzen - zu Tode betrübt
Es fasziniert mich immer wieder, wenn ich sehe, wie manche innovativen Projekte in Deutschland zunächst (vor allen in der Presse) hoch gelobt (ich denke da u. a. noch an die gute alte Alweg-Bahn - heute Transrapid) und danach gründlichst zerredet werden (Riesenluftschiff = Riesensauerei), bis dann möglichst der letzte noch glaubt, daß das Ganze nur Unsinn sei. Hat denn noch niemand die Schädlichkeit des Heliums bei Awendung in großen Mengen entdeckt? Oder die Gefährlichkeit des langsamen Schwebens in großen Höhen bei schaukelndem Wind?
Der Vergleich mit der Eisenbahn hat mich gerührt, denn er ist allzu wahr. Wobei neben der seinerzeit schwindelerregenden Fahrgeschwindigkeit natürlich auch der teuflische Feuerdampf seine (hier realisitischere) Kritik fand.
Merke: Wo immer ein Anfang gemacht wird, gibt es gewöhnlich erhebliche Verluste (ich denke hier weniger an die Raumfahrt als vielmehr an die Unterseeboote).
Auch ich frage mich heute, ob man bei zukünftigen Versuchungen nicht den Staat, in dem diese Entwicklungen stattfinden, stärker in die Pflicht nehmen muß. In der Vergangenheit (jaja) hat auch das eigentlich immer geklappt...
Daß die CL AG nach Kanada auswandern sollte, glaube ich schon alleine wegen der Halle in Brand nicht. Vielleicht kann aber jemand unter den Lesern dort etwas mehr Propaganda in der Sache machen. Vielleicht rührt sich dort ja was. Als Alternative schlage ich China vor. Daß die Chinesen als altes Kulturvolk (o himmlischer Frieden - ich habe Mao und Konsorten nicht vergessen - man verzeihe mir auch meine Pauschalierungen) eher in die Zukunft schauen, hat ihr Antesten des Transrapids bereits gezeigt.
Ohne internationale Kontakte geht heute leider nur noch wenig, daher:
_________________
Ich möchte den IV mit dem CL (oder ohne ihn) fliegen sehen!
Verfasst am: 20030818 1722 Mo Titel: Kopf hängen lassen?
@YYY.:
Ich glaube nicht, daß wir den Kopf hängen lassen sollten.
Wir leben in einer schwierigen Zeit, in welcher Errungenschaften wie Concorde, Weltraumflüge, Schwebebahnen und die richtigen Luftschiffe weitgehend zum Erliegen gekommen sind.
Auch die Tatsache, daß demnächst wichtige Bestandteile der CL AG (wie z. B. das Rechenzentrum) verhökert werden, entmutigt mich nicht, denn eine Beseitigung schafft stets Raum für Neues und Besseres.
Ich sehe (als Archäologe) die derzeitige Phase als kurze Übergangszeit an, in welcher eine Neubesinnung auf das Machbare nötig ist und neue Kontakte geknüpft werden müssen.
Gerade erst las ich in der Online-Ausgabe [der Wirtschaftswoche], daß die Mehrheit (59%!) der Deutschen den Transrapid in einem europäischen Verbundnetz verwirklicht sehen will:
http://www.wiwo.de/pswiwo/fn/ww2/sfn/buildww/cn/cn_artikel/cn/bm_morecontent/id/125/id/31733/fm/0/fl/0/bt/2/SH/0/depot/0/index.html
Die Politik spielt da aber nicht mit, und daher heißt es auch hier vor allem: Geduld haben und im Takt gemeinschaftlich auf die Pauke hauen...
Ähnlich sieht es beim Cargolifter aus: die Politik will den Transporter nicht, und der IV schon garnicht. Derzeit werden die Überreste des Projektes weitgehend beseitigt, und die Werfthalle wird erst in Jahren wieder zu ihrem eigentlichen Zweck zur Verfügung stehen. Bis dahin müssen wir das Schlimmste (Beschädigung der Halle und anderer wichtiger Infrastruktur-Elemente) zu verhindern suchen und weiter mutig für die Sache werben.
Ich könnte mir vorstellen, daß bei genügend Publizität auch unabhängig vom Politik-Klüngel sich Investoren finden werden, welche sich von Hindenburg- und Brandenburg-Katastrophe nicht abschrecken lassen. Das Leben sucht sich immer seinen Weg.
Irgendwann werden wir Deutschen so gesundgeschrumpft sein, daß auch wir uns wieder auf den Weg machen werden. Davon bin ich aus kulturgeschichtlichen Gründen durchaus überzeugt.
Also: Nicht verzagen, sondern verzeihen und nach vorne schauen! (Rückblicke dürfen gleichwohl zur Besinnung nicht fehlen.)
Verfasst am: 20030818 1936 Mo Titel: Kopf nicht hängen lassen
ZZZ hat folgendes geschrieben:
:
Ich frage mich in der Tat, ob wir in Deutschland nicht an der Schwelle zum Abgrund stehen...
'...an der Schwelle zum AbSTERBEN' würde ich sagen (ich bin nicht nur - nichtexaminierter - Atertumspfleger, sondern auch examinierter Altenpfleger). Das Problem liegt mehr darin, daß mit der Masse der Deutschen in gewisser Weise auch deren Intelligenz abnimmt, und die Politik trägt dem bloß Rechnung. Eine gewisse Auffrischung könnte da nicht schaden.
Bei aller Sorge um die Nation übersehe ich natürlich das internationale Debakel nicht, welches sich mit Cargolifter und Transrapid etwas vermeiden ließ[e]. Hatten wir früher unseren nationalen Terrorismus (wie andere Länder auch), so stehen wir hier bereits vor einem globalen Problem.
Solange man das Übel nicht an der Wurzel packt, wird man es nicht ausrotten können. Solange die Expansion von 'Weltfirmen' mehr gilt als die Völkerverständigung, werden auch wir in Deutschland zu leiden haben.
Wer glaubt, daß es mit Deutschland zuende geht, kann ja auswandern. Bei aller Gastfreundschaft in anderen Ländern werden wir doch vielfach nicht umhinkönnen, zu bemerken, wie gut es uns in Deutschland in wirtschaftlicher Hinsicht noch immer geht. Der Bestandsschutz ist auch etwas, was uns lähmt. Wir brauchen mehr Austausch, vor allem mit dem eurasischen Raum.
Im Hinblick auf die wahren Werte halte ich Cargolifter und Transrapid (im Vergleich zu Containerhäfen und Großflugplätzen) für wichtig. Nicht allein Boeing, EADS und Toyota sollten die Technik beherrschen, denn sie schaffen zwar Prestigegüter, aber keine allgemeine Wertschöpfung und Wertschätzung.
5. Dimension
Arbeitswelt
Archäologie
Biographie
Finanzen
Gesundheit
Impressum
Medien
Neuigkeiten
Partner
Regionales
Reisen
Senioren
Verkehr
Witze
20110410 22:11