ARCHÄOLOGIE

Der Diskus (sogenannte ,Himmelsscheibe') vom Mittelberg unweit Nebra (Querfurt, Saalekreis, Sachsen-Anhalt, Bundesrepublik Deutschland)

von Detlef Rothe aus Hagen in Westfalen (Author: Detlef Rothe)



Auf ihr, Sonne - Mond - Sterne, ihr alle,
Die ihr euch in den Himmeln bewegt.
Ich bitte euch, hört mich: in eure Mitte
Ist ein neues Leben eingetreten.
"
(anonym; Totengebet der Omaha, ein schon früh berittener Stamm von Prärie-Indianern in den USA; vgl. Hanns Reich, Die Welt von oben, München 1966, S. 5; zu nordindianischen Kulten allgemein siehe indianer-web.de; Interesse verdient hier auch die Sternensymbolik der Skidi-Indianer)

Allah ist das Licht der Himmel und der Erde. Sein Licht ist vergleichbar einer Nische, in der eine Leuchte ist. Die Leuchte ist in einem Glas. Das Glas ist, als wäre es ein funkelnder Stern. Es wird angezündet von einem gesegneten Baum, einem Ölbaum, weder östlich noch westlich, dessen Öl fast schon leuchtet, auch ohne daß das Feuer es berührt hätte. Licht über Licht. Allah führt zu seinem Licht, wen er will, und Allah führt den Menschen die Gleichnisse an. Und Allah weiß über alle Dinge Bescheid."
(anonym; Koran, 24. Sure (über das Licht [nur]), Vers 35 (Lichtvers [arabisch آية النور āyat an-nūr])) - vgl. den Wikipedia-Artikel






Einführung

Warum verließest du doch das Licht der Sonne, du Armer,
Und kamst hierher, die Toten zu schauen und den Ort des Entsetzens?
"
(Homer, Odyssee, 11. Gesang, Verse 93 f. - vgl. Verse 474 - 476)

Im Sommer 1999 fiel auf dem Mittelberg bei Nebra (Gemarkung Ziegelroda, Stadt Querfurt, Saalekreis, Bundesland Sachsen-Anhalt) ein archäologischer Befund (Meller 2004 b, S. 94, Sp. 1, Abb. o. Nr.) Raubgräbern zum Opfer (Meller 2004 a, S. 22, Sp. 1 f.), welcher in Europa seinesgleichen sucht. In exponierter Lage wurde während der Frühbronzezeit ein Depot von Bronzegegenständen (Meller 2004 b, S. 95, Taf. o. Nr.; vgl. Meller 2004, S. 7, Taf. o. Nr.) angelegt, welche nicht nur auf Grund des zum Teil angebrachten Golddekors und ihres Materialwertes, sondern auch - oder gerade - wegen ihrer Gestaltung besondere Aufmerksamkeit verdienen - dies gilt vor allem für den Diskus und die beiden Kurzschwerter des Ensembles. Schon zur Vergrabungszeit - grob geschätzt: um 1600 v. Chr. (Maraszek 2004, S. 17, Sp. 1; Meller 2004 a, S. 23, Sp. 2) - waren den Verbergern die Bedeutung der Gegenstände bewußt, so daß sie - soweit noch zu erschließen - hinter bzw. unter einer Steinpackung niedergelegt wurden:
Die Ausgrabungen zeigten, dass es sich bei dem Fund von Nebra um einen Hortfund - und nicht etwa um ein Grab - handelte, der knapp unter der Oberfläche von Steinen geschützt geopfert worden war." (Meller 2004 b, S. 94, Sp. 2)
Die Fundumstände (Meller 2004 a, S. 22 f.) lesen sich spannend wie ein Krimi; das Aufsehen, welches in Medien und Öffentlichkeit über diesen Fund nach Bekanntwerden im Jahre 2002 (Maraszek 2004, S. 16, Sp. 1) erregt wurde, gleicht in vielem dem Fund der Gletschermumie aus dem Similauner Alpen (Region Südtirol, Italien) einige Jahre zuvor. Unter solchen Vorbedingungen ist eine wissenschaftliche Auswertung zweifellos erschwert - oft (auch dies zeigt bereits der ,Ötzi') kommen wichtige Ergebnisse erst nach Jahren zustande.

Die Datierung wird durch das Aufkommen der Bronze (in Mitteleuropa etwa um 2200 v. Chr.) und durch den Zeitpunkt der Niederlegung (um 1600 v. Chr.) begrenzt. Da das verwendete Kupfer mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Mitterberg bei Bischofshofen (Bundesland Salzburg, Republik Österreich) stammt, gilt als sicher, daß es sich um ein europäisches Produkt handelt; dafür spricht auch, daß das ursprünglich verwendete Gold wegen seines hohen Silbergehaltes wahrscheinlich aus Transsilvanien (Siebenbürgen) stammt (Pernicka 2004, S. 36 f.).



Beschreibung

„[...] die Scheibe,
welche größer und dicker und noch viel schwerer an Wucht war,
Als womit die Phäaken sich untereinander ergötzten.
Diese schwang er im Wirbel und warf mit der nervigen Rechten;
Und hin sauste der Stein.
[...]"
(Homer, Odyssee, 8. Gesang, Verse 186 - 190)

Die Bronzescheibe hat eine nahezu runde Form mit einem Durchmesser von 31 bis 32 cm. Ihr Querschnitt ist spitzoval mit einer Stärke von 1,7 - 1,8 mm am Rand und 4,5 mm im Zentrum; ihr Gewicht beträgt 2,3 kg. Auffällig ist die Tatsache, daß die Scheibe eine Rück- und eine Schauseite hat. Auf Letzterer sind mehrere Goldblattelemente eintauschiert, wobei sich auf Grund von Wiederentfernungen und Ersetzungen Hinweise auf ein zeitlich zu differenzierendes Aussehen ergeben. Diesbezüglich kann auf die Darstellungen bei Meller 2004 a (S. 28 f.; vgl. S. 40 f.) verwiesen werden, wobei die Abfolge der Phasen hinsichtlich der Randstreifen bzw. -bögen (die sogenannten ,Horizonte' oder ,Horizontbögen') noch nicht gesichert ist.

Durch die unsachgemäße Ausgrabung seitens der Raubgräber wurde die Himmelsscheibe teilweise beschädigt. In den Rand unweit eines bereits antik entfernten Randbogens wurde eine Kerbe geschlagen, wodurch sich eines der als einfache Sterne gedeuteten, etwa 1 cm großen Goldplättchen ablöste. Aus dem als Sonne oder Vollmond interpretierten großen Goldrund wurde bei der Raubgrabung ein Teil des Goldes herausgerissen, welcher nur noch stark deformiert geborgen werden konnte, und ein anderer Bereich randlich beschädigt. Die Fehlstelle ist mittlerweile unter Zuhilfenahme eines dem Original ähnlichen Goldstückes restauriert worden 20041205_NebraKreisscheibe .



Funktion

Er leuchtete unter den Fünfkämpfern hervor,
wie der hellstrahlende Mond in der Mittmonatsnacht
das Licht der Sterne verblassen läßt.
So glänzend zeigte er im unendlich weiten
Rund den Hellenen seine wundervolle Gestalt,
als er den radförmigen Diskus warf,
und entfachte den Jubel der Menge, als er
hoch in den Himmel den Sproß des dunkelblättrigen
Holunders der Hand entsandte
[...].

Ob der mit dem Hortinhalt von Nebra Ausgestattete - ein wohl ebenso Auserwählter wie der Hortinhalt selbst - einst ein geachteter Pentathlet war wie jener von Bakchylides im 5. Jh. v. Chr. besungene (Zitat nach Ebert et al. 1980, S. 59 f.), wird sich wohl nicht mehr klären lassen. Mit einem Gewicht von 2,3 kg liegt die ,Himmelsscheibe' zwar im Rahmen antiker Disken, deren Gewicht zwischen 1,3 und 4,7 kg schwankte (Rudolph 1978, S. 137, Sp. 2; vgl. die Abb. eines antiken Diskuswerfers - antike Kopie des sogenannten ,Diskobol des Myron' aus der Mitte des 5. Jhs. v. Chr. - ebenda auf Taf. 30, 3. Abb. in der 1. Reihe; Ausschnitt: Diskobol), doch spricht die Ähnlichkeit mit einem antiken Diskus freilich nicht gleich für eine entsprechende Verwendung - auch wenn der Gedanke einer durch die Luft fliegenden Himmelsscheibe gewiß nicht ohne Schneid wäre. Schon die Gefährdung der Goldauflagen auf der Bronzescheibe durch die Wucht eines Aufpralls lassen eine sportliche Verwendung in Form von Würfen als unwahrscheinlich erscheinen. Immerhin könnte es sich bei der sogenannten ,Himmelsscheibe' um die - nicht zum tatsächlichen Gebrauch gedachte - prunkvolle Nachbildung eines Sportgerätes handeln, doch ist dies angesichts der Singularität und Exklusivität des Objektes sicherlich nicht weniger fraglich. Um diesbezüglich Erkenntnisse zu erzielen, böte sich eventuell der Vergleich mit ähnlichen, möglichst zeitnahen Objekten unter Voraussetzung einer grundlegenden Beschreibung an. Funde bronzezeitlicher Wurfscheiben sind derzeit nicht bekannt, und selbst der Beginn der kultischen Spiele zu Olympia liegt im Dunkeln. Bezüglich der ersten Neugründung - angeblich im 1. Viertel des 8. Jahrhunderts v. Chr. - wird von antiken Autoren (z. B. Pausanias V 20,1; Phlegon 1,4; Plutarch, Lykurg 1,2) ein bronzener sogenannter ,Diskus des Iphitos' erwähnt, welcher offenbar noch im 2. Jahrhundert n. Chr. im Hera-Tempel zu Olympia verwahrt wurde und eine kreisförmig verlaufende Inschrift über den verkündeten Gottesfrieden enthielt (Ebert et al. 1980, S. 14, Sp. 2). Selbst wenn es sich tatsächlich um ein Dokument aus der älteren Eisenzeit gehandelt hat, steht es weitgehend einzigartig dar (durch die Inschrift erinnert er übrigens an den bekannten tönernen ,Diskus von Phaistos', der viel älter ist und eine noch nicht entzifferte Inschrift enthält).

Mangels eines Zapfens oder einer sonstigen Fixiermöglichkeit im Zentrum der Unterseite der Scheibe kommt wohl auch eine Verwendung als Dioptra oder als eine andere Visiervorrichtung kaum in Betracht. Denkbar wäre vielleicht noch die Nutzung als Astrolabium (einem Vorläufer des Sextanten) zur Überprüfung bestimmter Winkel zwischen einzelnen Himmelkörpern und dem Horizont Astrolabium.



Sonne, Mond und Sterne - zur Deutung der Goldauflagen

Die Sonne hob sich von Süden, die Gefährtin des Mondes,
mit der rechten Hand über die Himmelskimme,
nicht wußte die Sonne, wo sie daheim war,
nicht wußten die Sterne, wo sie ihre Stätte hatten,
nicht wußte der Mond, welche Macht er hatte.

Da gingen die Götter alle auf ihre Gerichtsstühle,
die hochheiligen Götter, und sorgten dafür:
sie benamten die Nacht und die Phasen des Mondes,
den Morgen benannten sie und den Mittag,
den Vormittag und den Abend, um die Jahre zu zählen.
"
(Edda, Völospa, Strophen 5 - 6; zitiert nach Dehnke 1974, S. 49)

Nach der Interpretation von Harald Meller und Wolfhard Schlosser stellen die kleinen rundlichen Goldplättchen einfache Sterne dar, wobei eine Gruppe von sieben Plättchen 20041205_NebraSiebengestirn vermutlich den Sternhaufen der Plejaden - welcher zum Sternbild Stier gehört - repräsentiert. Die anderen 25 ,Sterne' sind astronomisch nicht zuzuordnen und werden als reine Verzierung gewertet. Ihre Verteilung ist dergestalt, daß der Betrachter leicht den Eindruck gewinnt, bei der ursprünglichen Bearbeitung der ,Himmelsscheibe' sei alles vermieden worden, was auch nur im Geringsten an ein weiteres Sternbild erinnern mag. Um so deutlicher hebt sich daher von diesem sternenbildfreien Sternenhimmel das Siebengestirn ab. Seine Lage auf dem Diskus liegt ziemlich genau zwischen dessen Zentrum und Außenrand; das Siebengestirn wirkt also harmonisch platziert. W. Schlosser meinte dazu:
Aus astronomischer Sicht waren die Plejaden das zentrale Objekt auf der Himmelsscheibe. Eine astronomische Berechnung [...] ergibt, dass die Plejaden nur in Untergangsstellung am Westhimmel sichtbar und damit kalendarisch nutzbar waren. [...] Die Ost- oder Aufgangstellung der Plejaden fiel damals in die Zeit der hellen Nächte um die Sommersonnenwende [...] - die Plejaden konnte man also bei ihrem Aufgang kaum erkennen. Ihre Weststellung dagegen war für kalendarische Zwecke ideal. Innerhalb von zwei bis drei Tagen wurden die Plejaden in der Dämmerungshelligkeit unsichtbar. Diese Situation trat - nach heutigem Kalender - um den 10. März und 17. Oktober ein." (Schlosser 2004, S. 46, Sp. 2)
Schwieriger zu deuten als die kleinen Goldplättchen sind jeweils Kreisscheibe und Sichel 20041205_NebraSichel, denn für erstere kommt eine Interpretation als Sonne sowie als Vollmond in Frage, während für letztere ein abnehmender Mond, ein zunehmender Mond, eine partielle Mondfinsternis oder gar eine partielle Sonnenfinsternis Sonnenfinsternis denkbar sind (Schlosser 2004, S. 46, Sp. 2). Bei so differenzierten Deutungsmöglichkeiten empfiehlt sich die naheliegende, unmittelbar einsichtige Interpretation der beiden Objekte: Sonne und Halbmond. Dies setzt freilich voraus, daß nicht speziell der Nachthimmel zur Darstellung gebracht werden sollte, sondern der Himmel allgemein.

Es empfiehlt sich nicht, von einer festen Orientierung des Dargestellten in der Art eines Himmelsatlanten auszugehen, sondern eher von einer Ansammlung von Himmelserscheinungen, wobei diese durchaus von unterschiedlicher Substanz sein können. Selbst wenn eine bestimmte Orientierung der Himmelsdarstellung ursprünglich tatsächlich gewollt gewesen wäre, so sind für den Verlauf der wohl längerfristig anzunehmenden Nutzungszeit ,Umpolungen' nicht auszuschließen (das heißt: Austauschen von Ost und West bzw. Nord und Süd). Für die Ursprungsdarstellung könnte man die Plejaden im Westen stehen sehen, im Norden - am Abend! - von einem Neu- und im Süden - am Morgen! - von einem Vollmond begleitet (Hinweis auf die Mondkonstellation beim Untergang der Plejaden im März und Oktober, siehe dazu Schlosser 2004, S. 47). Es könnte sein, daß die ursprüngliche Darstellung nicht eine astronomische Himmelsrepräsentation ist, sondern bloß eine ideologische Ansammlung von Himmelskörpern ohne näheren Orts- und Zeitbezug (wobei hinsichtlich der Goldsichel sogar eine bloß allgemeine Deutung als Halbmond - nicht speziell als ab- oder zunehmender Mond - denkbar wäre). Es fragt sich allerdings, ob eine dergestalt einfach gehaltene Interpretation dem großen Aufwand, welcher bei der Produktion der teilvergoldeten Bronzescheibe betrieben wurde, hinreichend gerecht wird.



Zur Deutung des Vollkreisscheibe

Obwohl die Mächte aller Zeiten Erfinder und Entdecker auf das Gebiet des unmittelbar Nützlichen zu lenken suchten,
wird der forschende Geist von dem unbezwingbaren Verlangen getrieben,
ins Unbekannte vorzudringen,
unbetretene Gebiete der Erde und des Wissens zu erreichen,
den Geheimnissen der Existenz näherzukommen.
"
(Oto Bihalji-Merin, Einleitung, in: Hanns Reich, Die Welt von oben, München 1966, S. 5 - 10, hier S. 5, Abs. 3)

Wie erwähnt konkurrieren hinsichtlich der Vollkreisscheibe zwei Interpretationen, nämlich diejenige als Sonne mit derjenigen als Vollmond. Für die letztgenannte Deutung spricht, daß der Kreismittelpunkt sich in einem solchen Abstand zwischen Diskusrand und -zentrum befindet, welcher dem Mondhöchststand (67 Grad Höhe) auf dem geographischen Breitengrad von Nebra entspricht, der sogenannten ,Kulminationshöhe des nördlichen Mondextrems' - vorausgesetzt, man sieht die Himmelsscheibe als eine Darstellung des Firnaments an (mit dem 90 Grad hohen Zenit im Zentrum der Diskusfläche). Weiterhin wird von Befürwortern der Vollmond-These auf die sogenannte ,Mondtäuschung' hingewiesen, welche - schon in der Antike als psychologischer Moment bekannt - den Halbmond größer erscheinen lasse als den Vollmond. Hierzu meint allerdings Herr Dipl.-Psych. Stephan Mayer aus Passau (in einer eMail vom 3. Januar 2009, für welche ich ihm herzlich danke): „Das ist falsch: Bei der sogenannten 'Mondtäuschung' erscheint nicht der Halbmond grösser als der Vollmond, sondern der Mond in Horizontnähe (egal ob Voll- oder Halbmond) wird größer wahrgenommen, als der Mond in Zenitnähe, siehe: http://www.psy-mayer.de/links/Mond/mond.htm
Außerdem übernehmen Sie Ihrer Beschreibung 'Zur Deutung des Vollkreisscheibe' meine Gedanken zum Mondhöchststand ('Kulminationshöhe des nördlichen Mondextrems') aus http://www.psy-mayer.de/links/Mond/Mond-2/Nebra-Himmelsscheibe/nebra-himmelsscheibe.htm
".
Sowohl der Kreis des so ergänzten Außenumrisses der Sichel als auch der Rand des goldenen Vollkreises umfassen den Diskus-Mittelpunkt minimal, wobei allerdings der Sichelkreis im Durchmesser wesentlich größer ist als der Vollkreis. Insofern erscheint die Sichel als Halbmond tatsächlich größer als der Vollkreis. Dabei wäre aber zu berücksichtigen, daß die Wahl anderer Kreisgrößen wohl ein deutlicheres Ungleichgewicht zwischen den Massen von Sichel und Kreisscheibe bewirkt hätte; die optische Bevorzugung einer der beiden Objekte würde eine Disharmonie in der Gesamtdarstellung zur Folge haben und unästhetisch erscheinen. Die Größe der beiden Objekte kann daher nur wenig Einfluß auf ihre Himmelskörper-Deutung nehmen. Dies gilt übrigens auch in Beziehung auf den 145-Grad-Bogen, welcher zwar schmaler als die Sichel ist, aber durch die randliche ,Fiederung' und die Linienführung in seinem Innern hervorgehoben erscheint, und sein zum Kreis ergänzter Durchmesser nimmt den ganzen Radius der Himmelsscheibe ein. Der Rand des ergänzten Kreises umfaßt dabei wie Sichelaußenkreis und Vollkreisscheibe randlich ein wenig das Zentrum der Himmelscheibe und erzeugt - gemeinsam mit den anderen Kreisen und dabei gewissermaßen versteckt - eine gelungene Harmonie zwischen den drei Goldfiguren!

Nicht auszuschließen ist ein Bedeutungswandel der Vollkreisscheibe während der Nutzungszeit der Himmelsscheibe - vom Mond zur Sonne oder umgekehrt; Wolfhard Schlosser wies allerdings auf einen Bezug der Mondstellungen zu den Plejaden-Untergängen hin, welche einer Deutung der Kreisscheibe als Vollmond begünstige:
Weiterhin ist der März-Termin dadurch gekennzeichnet, dass der junge Mond - wenngleich nicht in jedem Jahr - in Plejadennähe am westlichen Abendhimmel sichtbar werden kann. Entsprechend wird der Oktobertermin durch einen (ungefähren) Vollmond bei den Plejaden definiert." (Schlosser 2004, S. 46, Sp. 2)
So geistreich diese Schlüsse auch wirken - als so überzeugend, daß sie eine entsprechende Darstellung auf dem Diskus als Neumond und Vollmond nahelegen würden, erscheinen sie angesichts des Fehlen eines näheren Bezugs (zum Beispiel im Rahmen einer Kalenderfunktion) freilich nicht. Eine Kombination von Sonne, Mond und Siebengestirn hinterläßt einen weit natürlicher wirkenden Eindruck.

Möglicherweise haben die einfachen Sterne (Goldplättchen) doch eine größere Bedeutung, als die lockere Streuung erwarten läßt; immerhin sind zweimal Aneinanderreihungen von vier Sternen zu erkennen 20041203_NebraErstePhase, welche jeweils parallel zu einem anderen, allerdings erst später entstandenen Symbol stehen (auf der Übersichtszeichnung 20041203_NebraHauptzeichnung mit aus kleinen Kreisen bestehenden Linien markiert: die eine Gruppe verläuft parallel zum 145-Grad-Bogen, die andere parallel zu dem schon in prähistorischer Zeit wieder entfernten Randbogen).



Zur Deutung der Randbögen

Wie der 145-Grad-Bogen gehören auch die beiden Randbögen nicht zur ursprünglichen Gestaltung der ,Himmelsscheibe'. Angesichts des Umstandes, daß nur ein Randbogen - nämlich der hinter der Sichel liegende - erhalten ist 20041205_NebraRandbogen2 und der andere bereits vor der Deponierung des Gegenstandes entfernt wurde 20041205_NebraRandbogen1, läßt sich nicht unmittelbar ersehen, ob beide Randbögen gleichzeitig bestanden haben oder der hinter dem Sichel verbleibende Goldrand den gegenüberliegenden Bogen ersetzte. Für Letzteres könnten die Ausfransungen im Bereich der Randlöcher an dem sich nahe der Vollkreisauflage erstreckenden Diskusrand sprechen, welche auf eine alte Beschädigung der Scheibe hindeuten. Vielleicht war hier eine haltbare Tauschierung der Goldauflage nach einem Defekt nicht mehr gewährleistet - immerhin ist der Abstand des erhaltenen Bogens zum eigentlichen Scheibenrand deutlich größer -, und der Randbogen wurde ohne Änderung seiner Verwendbarkeit um 180 Grad versetzt und dabei wohl mit etwas mehr Abstand vom Rand aufgebracht. Vorerst bleibt dies Spekulation, welche sich darin begründet, daß zwei Randbögen zur Bestimmung der Sonnenwenden nicht unbedingt erforderlich sind. Ob die mutmaßliche Versetzung in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der Herstellung der 39 Randlöcher zu sehen wäre, muß gleichfalls dahingestellt bleiben. Der Zweck der Löcher ist ebenfalls noch ungeklärt; vermutlich dienten die Durchbohrungen zur Befestigung der Himmelsscheibe auf einer Unterlage in der letzten Phase ihrer Nutzungszeit, was auf eine veränderte Funktion des Gesamtkunstwerks deuten könnte.

Wolfhard Schlosser ( Schlosser 2004, S. 45, Text zur Taf. o. Nr.) entdeckte, daß die Randbögen - hält man die Himmelsscheibe horizontal - den Bereich am Horizont kennzeichnete, in dem die Sonne während eines Jahres auf- bzw. untergeht - vorausgesetzt, daß man sie auf einer geographischen Breite gebraucht, welche ungefähr derjenigen des Fundortes entspricht. Die beiden Enden geben die Orte der Sonnenwenden am Horizont an. Dabei bezeichnet jeweils das eine Ende den 21. Juni, das andere den 21. Dezember. Beide Randbögen, welche jeweils einen Winkel zwischen 82 und 83 Grad abdecken, sind im Prinzip austauschbar. Falls die 252 m hoch gelegene Kuppe des Mittelberges in der Frühbronzezeit unbewaldet gewesen war oder über einen Beobachtungsstand verfügte, ließ sich die Sommersonnenwende damals von dort beobachten: am 21. Juni ging die Sonne genau hinter dem Brocken (dem höchsten Berg im Harz) unter! Ob der Diskus als Instrument zur Bestimmung der Sonnenwenden tatsächlich genutzt wurde, oder ob er das Wissen über die genannten Bestimmungsmöglichkeiten lediglich veranschaulichen sollte, ist zu Zeit noch ungewiß. Übrigens ergibt sich auch für den 1. Mai ein dominanter Berg als Sonnenuntergangsmarke - derzeit allerdings nur auf Grund der geographischen Lage des rund 80 km entfernten Mittelberges, also nicht ausdrücklich wegen bestimmter Markierungen der ,Himmelsscheibe':
Ebenfalls astronomisch auffällig ist der Kyffhäuser mit dem Kulpenberg, hinter dem die Sonne um den ersten Mai unterging. In dieser Zeit wurden vermutlich bereits in der Vorzeit Frühlingsfeiern veranstaltet [...]." (Schlosser 2004, S. 45, Text zur Taf. o. Nr.)



Zur Deutung des 145-Grad-Bogens

An einem regnerischen Tag hatte ich auch Gelegenheit, in einer Waldlichtung einen dreifachen Regenbogen zu bestaunen."
(Eigener Tagebucheintrag vom 1. Januar 1976 (Band B, S. 8 f.) zu einem Kuraufenthalt in Freudenstadt anno 1965)

Der von zwei Längsrillen durchzogene 145-Grad-Bogen 20041205_Nebra145GradBogen, wurde wie die Randbögen bzw. -leisten - erst nachträglich auf der ,Himmelsscheibe' angebracht, und zwar so, daß - im Gegensatz zu den Randbögen - kein Sternenplättchen verlegt werden brauchte. Der 145-Grad-Bogen wird derzeit leider gerne als ,Barke' gedeutet. Solche Boote sind beispielsweise aus der Zeit der ägyptischen Pyramiden bekannt. Stellvertretend für andere seien hier nur die 38 Modellboote aus dem Grab von Tutanchamun erwähnt (Beispiel: BarkeTutanchamun). Ein 43 m langes und 8 m breites Schiff wurde an der Pyramide des Pharaos Cheops - etwa aus der Mitte des 3. vorchristlichen Jahrtausends - ausgegraben, und man stellt sich gerne vor, daß die Seele des Pharaos auf dieser Barke reist, so wie es früher dem Sonnengott Re nachgesagt wurde. Ob in Mitteleuropa ähnliche Mythen während der Kupferzeit und frühen Bronzezeit kursierten, ist jedoch fraglich. Bedauerlicherweise hat die ,Sonnenbarke'-Deutung dazu geführt, daß der Diskus von Nebra vielfach kopfüber dargestellt wird - das heißt: die Deutung des 145-Grad-Bogens als Regenbogen wird - aus welchen Gründen auch immer - nicht akzeptiert.

Erweist sich die Deutung der Vollkreisscheibe als zweiter Mond als recht unglücklich, so gilt dasselbe für den 145-Grad-Bogen als zweite Sonne, nämlich als ,Sonnenbarke'. Folglich wurden für den 145-Grad-Bogen alternative Interpretationen gesucht, zum Beispiel als Repräsentation der Milchstraße. Diese Deutungen gehen gewöhnlich von dem Postulat aus, daß die ,Himmelsscheibe' ausschließlich einen Nachthimmel zur Darstellung bringt. Lehnt man diese Beschränkung ab - schließlich wäre sie mit der Sonnendarstellung unvereinbar! -, so eröffnen sich hinsichtlich der Interpretation der Darstellungen auf dem Diskus weitere himmelskundliche Aspekte.

Alle Deutungen gehen - nicht zuletzt wegen der Verwendung von Gold als Material für die einzelnen Objekte - von einer gewissen Leuchtkraft der symbolisierten Himmelserscheinungen aus. Durch die Andeutung von Fiederungen bei der Vollkreisscheibe (hier nur ansatzweise) und dem 145-Grad-Bogen wird dieser Eindruck des Strahlens noch vertieft. Wenn man in der Natur nach Himmelsbögen sucht, so wird man etwa beim Nordlicht in der Nacht (oder in der Dämmerung) und beim Regenbogen am Tage fündig. Die Nordlichtbögen sind sehr wechselhaft, unbeständig und eher für nördlichere Breiten typisch, dürften also für eine Darstellung auf der Himmelsscheibe weniger in Frage kommen. Die annähernd parallel verlaufenden Längsrillen auf dem 145-Grad-Bogen erinnern dagegen an die deutlich begrenzten Spektralfarben des Regenbogens Spektralfarben, und die Randfiederungen könnten eventuell sogar die Regentropfen andeuten, welche das Himmelsphänomen mit Hilfe der Sonnenstrahlung verursachen. Wir hätten es demnach mit einer Tageserscheinung zu tun! Meines Wissens hat noch niemand die Interpretation des 145-Grad-Bogens als Regenbogen ins Spiel gebracht, obwohl die Deutung des dargestellten Bogens als Boot oder Schiff eigentlich schon wegen seiner Form - und vor allem wegen des Fehlens von Steven oder sonstiger Aufbauten - als (mit Verlaub!) reichlich unsinnig erscheinen müßte.



Die ,Himmelsscheibe' als frühbronzezeitliches Pantheon

Zu den Göttern rechnen sie bloß diejenigen, welche sie sehen können und deren Hilfe ihnen deutlich fühlbar ist: Sonne, Feuer und Mond;
die übrigen kennen sie nicht einmal vom Hörensagen.
"
(Caesar, Bellum Gallicum, 6. Buch, Abs. 21)

Betrachtet man die Regenbogen-These für den 145-Grad-Bogen eingehender und beleuchtet die Rolle des Regenbogens in der antiken Mythologie näher, verschwindet augenblicklich die Nüchternheit der Gesamtdarstellung, denn mit einem Schlage sieht man sich einem Zauber historischer Fabel- und Mythenwesen gegenüber, welche auf späteren astronomischen Darstellungen den Himmel bevölkern. So nüchtern ist der ,Himmel' von Nebra in seiner endgültigen Gestalt 20041203_NebraLetztePhase anscheinend doch nicht dargestellt! Verstecken sich göttliche Wesen vielleicht bloß hinter einfachen goldstrahlenden Objekten, welche ihre Attribute (Sinnbilder) darstellen? Was mag Iris (Göttin des Regenbogens) mit Selene (Mondgöttin) und Helios (Sonnengott) am Himmel zu tun haben? Spiegelt sich im Randstreifen der ,Himmelsscheibe' vielleicht ein Attribut der Eos wider - der Göttin der Morgenröte? Geschwister (Eos, Selene und Helios) auf der Himmelsscheibe symbolhaft glücklich vereint? Besuch von den Plejaden (Pleias) inbegriffen? Wirft diese Bildversammlung womöglich Licht auf die Entstehung antiker Gottheiten und ihrer Kennzeichen? Da erhalten selbst jene abschätzigen Worte, welche Julius Caesar in seinem Kommentar zum Gallischen Krieg über die Religion der Germanen äußerte, einen neuen Klang: „Deorum numero eos solos ducunt, quos cernunt et quorum aperte opibus iuvantur, Solem [Sol = Helios] et Vulcanum [Vulcanus = Hephaistos] et Lunam [Luna = Selene]; reliquos ne fama quidem acceperunt" (Caesar, Bellum Gallicum, 6. Buch, Abs. 21 - Übersetzung siehe oben!). Sicherlich übertreibt hier Caesar bei seiner Beschränkung des germanischen Pantheons auf drei Gottheiten - im Prinzip freilich wird er das Richtige getroffen haben! Die höheren Wesen mußten sichtbar oder sonstwie wahrnehmbar sein, um von den Einheimischen anerkannt zu werden.

Bei der kultischen Interpretation der ,Himmelsscheibe' rückt auf Grund der antiken Zeugnisse der religiöse Aspekt in den Vordergrund, doch sollte die andere Seite des Kultes - Astrologie bzw. Magie - in den Überlegungen nicht vernachlässigt werden; dies betonte für die mitteleuropäische Region zur Zeitenwende bereits Friedrich Schlette:
Die Stellung der Sterne und besonders die Phasen des Mondes beeinflußten sehr die Entscheidung, ob eine Schlacht begonnen oder lieber verschoben werden sollte." (Schlette 1972, S. 180, Abs. 3)
Schlette verwies dabei auf eine Stelle in Caesars autobiographischer Darstellung des Gallischen Krieges, auf die noch eingegangen wird.

Liegt nun zwischen den Germanen und den Trägern der Aunjetitz-Kultur auch eine Spanne von nicht weniger als anderthalb Jahrtausenden, so erlauben römische Darstellungen ihrer Glaubenswelt angesichts der deutlich archaischen Elemente durchaus Rückschlüsse auf eine fernere Vergangenheit mit kulturell etwa gleichhohem Niveau. In Schlettes gelungener Zusammenfassung des germanischen Kultes heißt es weiter:
Beim germanischen Götterkult fielen dem Römer besonders zwei Merkmale auf: Es gab keine Götterfiguren und keine Tempel. Für die Bewohner einer Stadt wie Rom, das überreich an Tempeln und Götterstatuen war, mußte dies tatsächlich bemerkenswert sein. Die Götter saßen nach der Vorstellung der Germanen nicht in einer Art Götterhimmel, von wo sie die Welt regierten, sondern waren vielmehr noch in starkem Maße mit der Natur, den Bäumen und Tieren, dem Gewitter und den Wolken, der Sonne und den Gestirnen, verbunden." (Schlette 1972, S. 186, Abs. 4)


Plejaden

„[...] Und die Sonne, die unermüdliche,
und den vollen Mond
Und auf ihm die Sterne alle, mit denen
der Himmel umkränzt ist:
Die Pleiaden
[...]"
(Homer, Ilias, 18. Gesang, Verse 484 - 486: Schilderung, womit der Feuer- und Schmiedegott Hephaistos den Schild des Achilles schmückt)

Die Plejaden markierten - jeweils am Westhimmel - die Termine zweier wichtiger Ereignisse des bäuerlichen Jahres, und zwar die Aussaat im März und das Erntedankfest im Oktober. Damit stellt die Himmelsscheibe in ihrer ursprünglichen Fassung allerdings bloß eine Erinnerungshilfe dar, keine Bestimmungshilfe. W. Schlosser hebt immerhin die Bedeutung gerade dieser Daten für die frühen Ackerbauern hervor:
Es steht außer Zweifel, dass für den bronzezeitlichen Bauern und seine geistigen Führer diese Eckdaten von besonderer Bedeutung waren, da ihr Leben vom Gedeihen der Pflanzen und Tiere abhing." (Schlosser 2004, S. 47, Sp. 1)
Ob die Himmelsscheibe diesbezüglich vielleicht doch mehr als bloß eine Erinnerungsfunktion übernahm, läßt sich ebensowenig sagen, wie über die mit dem Siebengestirn in der frühen Bronzezeit verknüpften Mythen.


Eos

Eos entstieg im Safrangewand des Okeanos Fluten,
Um den Göttern das Licht und den sterblichen Menschen zu bringen
[...]."
(Homer, Ilias, 19. Gesang, Verse 1 f.)

Wie Homer hier offensichtlich betonte, stellte die Göttin der Morgenröte das Morgenlicht nicht selbst dar, sondern sie vermittelte es bloß. Die Morgenröte ist gewissermaßen das unübersehbare Attribut der Gottheit. Insofern beinhaltet die ,Himmelsscheibe von Nebra' auch keine Darstellung dieser Göttin, möglicherweise aber ihr Attribut. Am ehesten läßt sich dafür ein ehemals östlich orientierter Randstreifen - also einer der beiden sogenannten ,Horizontalbögen' - dafür in Anspruch nehmen. Sollte es zutreffen, daß Eos auf dem Diskus verkörpert wurde, so bereitet allerdings die Tatsache, daß es im Laufe der Nutzungszeit der Scheibe zwei ,Horizontalbögen' gab, einiges Kopfzerbrechen. Entweder wechselte die Orientierung der Scheibe, oder es gab neben der Morgen- noch eine Repräsentation der Abendröte als eigenständiger Gottheit, sofern man einen Bezug nicht gänzlich ausschließen möchte. Sollte die Interpretation wenigstens eines Randstreifens als Sinnbild der Morgenröte-Gottheit zutreffen, so würde deutlich, daß diesem Wesen gegen Ende der Frühbronzezeit so viel Bedeutung beigemessen wurde, daß ihr Attribut auf dem Diskus nicht fehlen durfte.


Iris

Ein Teil der Sueben verehrt auch die Isis [sic!]; worin der fremde Kult bei ihnen seinen Grund und Ursprung hat, ist nicht sicher ausgemacht, wenn man davon absieht, daß das Wahrzeichen selbst, das ähnlich wie eine Liburne geformt ist, den Beweis liefert, daß der Kult über See eingeführt worden ist." („Pars Sueborum et Isidi sacrificat; unde causa et origo peregrino sacro, parum comperi, nisi quod signum ipsum in modum liburnae figuratum docet advectam religionem.")
(Tacitus, Germania, Abs. 9)

Friedrich Schlette meinte diesbezüglich mit Recht, es sei „schwer, hier die analoge germanische Göttin zu finden" (Schlette 1972, S. 183, Abs. 2).Wenn man aber einmal unterstellt, daß Tacitus oder seine Informationsquelle einem Mißverständnis unterlag, indem statt der ägyptischen Isis die griechische Iris gemeint war, so wird das Bild schon klarer. Allerdings zeigt sich bei der von Tacitus überlieferten Nachricht bei dieser Neuinterpretation das selbe Problem wie bei der hier eigentlich besprochenen Himmelsscheibe: das göttliche Symbol kann ebenso als Regenbogen wie als Ruderboot (in diesem Fall als das wendige Piratenschiff der Adria-Küste) aufgefaßt werden. Keineswegs sollten wir jedoch annehmen, daß die Sueben den Kult mit dem Signum „in modum liburnae" über das Meer - gar vom Mittelmeer (Adria) aus - kennengelernt haben. Eine weibliche Gottheit mit schlankem, südländischem Bootstyp (welchem der spätere Kaiser Augustus letztlich den Sieg bei Aktium 31 v. Chr. zu verdanken hat) als Attribut wurde jedenfalls meines Wissens im suebischen Siedlungsraum noch nicht entdeckt, ebensowenig eine Isis, deren Attribute bekanntlich Ähre, Kuhhorn und Mondsichel sind. Im hellenistischen Ägypten wurde die Isis übrigens mit der griechischen Mondgöttin Selene gleichgestellt, so daß mit jener von Tacitus erwähnten Isis vielleicht eine germanische Mondgöttin angesprochen war.

An Hand der 145-Grad-Bogen-Darstellung auf der Scheibe aus der Gegend von Nebra eine frühbronzezeitliche Regenbogen-Gottheit in Mitteleuropa zu postulieren, ist sicherlich gewagt. Für Iris spricht, daß sie in ihrer Funktion als Götterbotin der griechischen Mythologie schon früh von dem männlichen Gegenstück namens Hermes verdrängt wurde. Das deutet auf ein hohes Alter und ein irgendwann nicht mehr zeitgemäßes Erscheinungsbild der Gottheit. Eine eindeutige Darstellung des Regenbogens als göttliches Attribut ist allerdings nicht greifbar, so daß man vielleicht weitere Attribute dieser Gottheit erwarten darf.


Selene

Als Caesar danach fragte, warum [der Sueben-,Fürst'] Ariovist der Entscheidungsschlacht bisher ausweiche, erfuhr er, daß nach germanischem Brauch die Familienmütter mit Losstäbchen und Sprüchen kundtäten, ob es günstig sei, die Schlacht zu beginnen, oder nicht; und sie hätten geweissagt, es sei göttliche Bestimmung, daß die Germanen nicht siegten, wenn sie vor Neumond die Schlacht schlügen." / „ Cum ex captivis quaereret Caesar, quam ob rem Ariovistus proelio non decertaret, hanc reciebat causam, quod apud germanos ea consuetudo esset, ut matres familiae eorum sortibus et vaticinationibus declararent, utrum proelium committi ex usu esset necne; eas ita dicere: non esse fas germanos superare, si ante novam lunam proelio contendissent."
(Caesar, Bellum Gallicum, 1. Buch, Abs. 50)

Wir wissen nicht, wie die Orakelsprüche lauteten, welche Ariovist davon abhielten, sich gleich ins Schlachtengetümmel zu stürzen. Der Hinweis auf den Neumond deutet aber an, daß darin bzw. dabei eine Mond-Gottheit von Bedeutung gewesen sein könnte. Schlachtrösser, also Hengste, waren eines ihrer Attribute, und ihr zu Ehren wurden offenbar bei den Germanen Pferde aufeinandergehetzt, wie die Skizze eines schwedischen Bildsteines in der Abhandlung von Friedrich Schlette veranschaulicht, auf der beide Rosse eine Mondsichel als Sinnbild tragen: HaeggebyHengstkampf (Schlette 1972, S. 215, Abb. o. Nr.). Fr. Schlette zufolge könnte eine ähnliche Szene in der bronzezeitlichen Grabkammer zu Kivik (Schweden) Kivik, welche etwa aus der Zeit um 1300 v. Chr stammt, dargestellt sein (Schlette 1972, S. 215, Abs. 2; vgl. jetzt Meller 2004, S. 82, Abb. o. Nr.). Damit ist wieder die Frage früher bronzezeitlicher Wettkämpfe zu Kultzwecken angesprochen, auf die wir noch keine klaren Antworten zu finden vermögen.

Kehren wir zurück in die frühe Bronzezeit, so liegen offenbar auch hier Sinnbilder einer Mondgottheit vor, und zwar in Form der sogenannten ,Lunulae'. Diese Goldbleche - eventuell ein Pferdeschmuck - wurden hauptsächlich in Irland geborgen, worauf zuletzt Regine Maraszek wieder aufmerksam machte:
Irland ist das Hauptverbreitungsgebiet der so genannten Lunulae (,kleine Monde') - goldenen, annährend sichelförmigen Blechschmucks. Die oft nahezu papierdünnen Stücke gehören vielleicht zum Hals- oder Kopfschmuck von Menschen oder Statuen und wurden wohl nur zu besonderen Anlässen getragen. Einzeln oder als Bestandteil größerer Horte niedergelegt, sind sie von Irland bis nach Dänemark, Norddeutschland, Hessen, Südwestengland und in die Bretagne verbreitet." (Maraszek 2004 a, S. 172, Sp. 2)


In diesem Zusammenhang ist an den sogenannten ,Kultwagen von Trundholm' (etwa um 1400 v. Chr. auf Seeland in Dänemark unter die Erde gebracht) zu erinnern (siehe dazu zuletzt Kaul 2004), bei dem das Zugpferd offenbar einen ähnlichen Halsschmuck trägt: PferdehalsschmckTrundholm (Kaul 2004, S. 56, Abb. o. Nr.). Dazu ist noch zu ergänzen, daß die häufig wiederholte und neuerdings wiederbelebte Mär vom ,Sonnenwagen' schon vor drei Jahrzehnten ins rechte Licht gerückt wurde, und zwar mit dem Ergebnis, daß die gezogene Scheibe eher den Vollmond als die Sonne darstellt (Dehnke 1974). Auch hier zeigt sich, daß eine kreisförmige Goldscheibe für sich alleine noch keine Entscheidung zwischen Sonne und Mond ermöglicht.
Da der genaue Verwendungszweck der ,Lunulae' noch nicht feststeht (eine Nutzung als Amulett wäre denkbar), erübrigen sich weitere Spekulationen über eine Zugehörigkeit dieser Bleche zum Mondkult; hier genügt ein Hinweis auf das kostbare Material und das Verbreitungsbild, welches eventuell Rückschlüsse auf die Herkunft des zugehörigen Gedankengutes erlaubt.


Helios

Wenn du [...] die weidenden Rinder und feilsten Schafe da findest,
Heilig dem Sonnengotte, der alles siehet und höret.
"
(Homer, Odyssee, 11. Gesang, Verse 106 - 109)
+ + +
"[...] da erreichten wir bald des Gottes herrliche Insel,
Wo die Herden des hoch hinwandelnden Helios weiden:
Viele treffliche Schafe und viel breitstirniges Hornvieh.

(ebenda, 12. Gesang, Verse 261 - 263)

Es ist schon auffällig, daß wir es bis jetzt mit in der Antike eher als weiblich verstandenen Gottheiten zu tun haben, hinsichtlich der Sonne nun aber offenbar mit einem männlichen Wesen zu tun bekommen. Daß dies nicht zutreffen muß, ergibt sich wieder aus dem Kult der Germanen, in dem die Sonne weiblich erscheint, und zwar in Gestalt der Göttin Freya. Friedrich Schlette umschrieb sie wie folgt:
Als Göttin der sinnlichen Liebe wurde sie angerufen, wenn das Mädchen die Liebe eines Jünglings gewinnen wollte. Ihre Schönheit betonte sie durch kostbaren Schmuck. In der goldenen Abendsonne [sic!] glänzte noch einmal der herrliche Brustschmuck, bis dieser ihr dann für die Nacht von Loki geraubt wurde. Am Morgen eroberte ihr Heimdall, der Sohn Odins, den Schmuck wieder zurück. Zur Winterszeit, besonders dort, wo die Sonne unter dem Horizont bleibt, glaubte man, daß Freya [den Winter über] von Riesen entführt wäre." (Schlette 1972, S. 183, Abs. 3)
Hier zeigen sich Anklänge an die griechische Göttin der Liebe Aphrodite, doch überwiegt eindeutig die Affinität zur Sonne, zumal bezüglich des Wechsels zwischen Tag und Nacht. Während wir hier - im germanischen Milieu - weibliche Aspekte einer Sonnen-Gottheit im Vordergrund sehen, bleibt die Situation für die Bronzezeit unsicher. Aphrodite (die Venus) scheint auf der Himmelsscheibe nicht vertreten zu sein, obgleich sie den Menschen am Himmel schon früh aufgefallen sein muß, wie Heinz Mielke meinte:
Schon für die Himmelsbeobachter des Altertums war der hellstrahlende Abend- und Morgenstern nach Sonne und Mond vielfach das wichtigste, weil auffälligste Gestirn. Es gab sogar Kalender, in deren Zeitrechnungssystem die Erscheinungen der Venus eine maßgebliche Rolle spielten. Immerhin kann sich die Venus bis zu 47° östlich oder westlich von der Sonne entfernen, so daß auch in unseren Breiten äußerst attraktive Abend- und Morgenkonstellationen entstehen." (Mielke 1975, S. 79)
Auch Rudolf Kippenhahn betont den Aufenthalt der Venus „immer in der Nähe der Sonne":
Wenn sie sich auch nicht so an sie hängt wie Merkur [= Hermes], so bleibt sie doch stets in ihrer Nähe, geht einmal vor der Sonne auf und erscheint uns als Morgenstern, dann wieder bleibt sie hinter ihr zurück, geht nach ihr unter und beherrscht als Abendstern den Himmel, bis sie unter dem Westhorizont verschwindet." (Kippenhahn 1990, S. 21)
Vielleicht ist es aber gerade dieses Wechselspiel, welches einer Fixierung dieses Planeten - wie auch die von Hermes - auf der ,Himmelsscheibe' als unangebracht erscheinen ließ.

Der Eindruck, daß im Zusammenhang mit dem Diskus von Nebra offenbar weibliche Gottheiten deutlich dominieren, läßt sich insoweit konkretisieren, indem weibliche Gottheiten offenbar als ,lichte' Luftwesen, männliche dagegen als ,dunkle' - gewissermaßen finstere - Erdwesen erscheinen (Räuber und Riesen, wie oben angedeutet). Friedrich Schlette zufolge vertritt Loki übrigens den Hephaistos der griechischen Mythologie:
Er hütet das Herdfeuer, das er einst der Göttin Freya gestohlen und zu den Menschen gebracht hat. Sein Wirken erfolgt oft unter der Erde, wo er auch Schwerter schmiedet." (Schlette 1972, S. 185, Abs. 5)
Damit haben wir in Loki offenbar diejenige Gottheit des Feuers zu sehen, welche Caesar bezüglich der Germanen erwähnte. Wir werden nicht erwarten können, diesen Gott auf dem Diskus von Nebra repräsentiert zu sehen - vielmehr darf man sich vorstellen, daß er vielleicht bei den einfachen Menschen als der Hersteller (Schmied!) der ,Himmelsscheibe' gegolten hat, und so wäre es auch nur logisch, daß das Objekt am Ende seiner Nutzungszeit wieder einen Weg in die Erde fand.

Der Feuer- und Schmiedegott stand übrigens nicht nur in der germanischen, sondern auch in der altgriechischen Mythologie in einem sonderbaren Verhältnis zur Sonnengottheit; so soll er für diese einen goldenen Becher gefertigt haben, mit dessen Hilfe sie nachts über das finstere Weltmeer zum Ort des Sonnenaufgangs fahren konnte (Mielke 1975, S. 26). Ob mitteleuropäische Goldbecher-Funde mit dieser Geschichte in einen Zusammenhang gebracht werden können, müßte noch untersucht werden.



Soziales

Du mußt herrschen und gewinnen,
Oder dienen und verlieren."
Johann Wolfgang von Goethe, Kophtisches Gedicht. Ein Andres.

Bei den diversen Interpretationsversuchen der einzelnen Phasen der ,Himmelsscheibe' sind in jedem Fall die Produzenten zu berücksichtigen. Die Tatsache, daß aus gewöhnlich anmutendem Gestein ein Material mit ganz anderen Eigenschaften hergestellt werden kann, wird von Nichtfachleuten lange Zeit als Zauberei verstanden worden sein. Versieht man solch ein Material überdies mit magischem Gold in Form von Himmelszeichen, wirkt der Zauber schon sehr perfekt. Gelingt mit diesen Objekten dann auch noch die Bestimmung bzw. Vorhersage wichtiger Ereignisse, muß wohl mehr als Zauberei im Spiele sein, da wirken offenbar Gottheiten unmittelbar, und die Metallurgen erweisen sich als wahre Beschwörer! Die Gold- und Kupferschmiede sowie Bronzegießer der Frühzeit werden wohl als zauberkundig gegolten haben; schon wegen ihres Wandergewerbes - vielleicht erst recht wegen ihres Aussehens und ihres Umgangs mit dem Feuer (es sei hier nochmals an den antiken Hephaistos-Mythos erinnert) mögen sie als besondere Gestalten gegolten haben. Die Himmelsscheibe vom Mittelberg bei Nebra war ganz sicher ein ganz ausgezeichnetes und wahrlich zauberhaftes Produkt - damals wie noch heute!
Es ist sehr wahrscheinlich, daß fahrende Händler [wenn nicht die Erzeuger selbst! D.R.] die Geheimnisse der Bronze in die Aunjetitz-Kultur einführten, und bestimmt verschafften sie ihr einen ganz neuen Markt für Metallwaren und ein Repertoire von Waffen, Werkzeugen und Schmuckstücken, die sie kopieren konnten. Bronzene Nadeln, Ringe | und Ornamente aus der Aunjetitz-Kultur haben den gleichen Stil wie die entsprechenden Gegenstände aus Sumer, Troja und Zypern." (Knauth 1977, S. 55 f.)

Möglicherweise steht die ,Himmelsscheibe' für die Anfänge der später nicht mehr wegzudenken gewesenen Astrologie, wobei Heinz Mielke auf den gesellschaftlichen Aspekt aufmerksam machte:
Diese ,Geheimwissenschaft' durfte und konnte stets allein von den priesterlichen Dienern der Götter ausgeübt werden und gipfelte in der Behauptung, aus dem Wissen um den Lauf der Gestirne das Schicksal von Menschen, Völkern und Staaten vorhersagen zu können. Gegenüber den unwissenden Massen bildete dieser in der Praxis geschickt gehandhabte [auf der „Kenntnis der regelmäßigen Wiederkehr gewisser natürlicher Erscheinungen am Himmel" beruhende (ebenda)], aber wissenschaftlich natürlich völlig unhaltbare Anspruch ein wirksames Machtinstrument der Priester." (Mielke 1975, S. 28 f.)



Fazit

So unmittelbar einleuchtend (,Sonne, Mond und Sterne') die goldene Gesamtdarstellung auf der Schauseite der Bronzescheibe von Nebra in ihrer Ursprungsfassung auch wirkt - spätestens nach den erfolgten Veränderungen wird das Bild unübersichtlich und die Deutung uneinheitlich. Am ehesten läßt sich - mangels astronomischer Details - glaubhaft machen, daß die ,Himmelsscheibe von Nebra' vorwiegend astrologischen Zwecken diente, also die Himmelssymbolik gegenüber der Himmelsmechanik im Vordergrund stand, was eine Verwendung der Scheibe für Kalenderzwecke aber nicht ausschließt. Sicherlich darf man Rudolf Dehnke zustimmen, als er wenigstens für die ,Spätgermanen' hervorhob:
Sonne, Mond und Sterne waren ihnen nicht Gottheiten, sondern Werkzeuge der Götter, mit denen diese die Welt ordnend in Gang hielten." (Dehnke 1974, S. 49)
Falls die ,Himmelsscheibe' als Medium für Wahrsagungen verwendet wurde, so könnte sie eventuell als Unterlage für Gegenstände wie Runenstäbe oder Knochenplättchen (wie z. B. die an Dominosteine erinnernden, wohl absichtlich zerbrochenen Exemplare aus dem spätbronzezeitlichen Amphorengrab von Gevelinghausen, Gem. Olsberg in Westfalen; siehe Sigrid Lukanow, Fundchronik Hochsauerlandkreis 1948 - 1980, o.O. 1988, S. 47, Abb. 34) gedient haben. Dafür könnte die auf Grund der Randstreifen mögliche Unterteilung in Viertel sprechen, welche jeweils von einem Symbol wie Sichel, 145-Grad-Bogen, Vollkreis und Siebengestirn dominiert werden.

Interesse verdienen auch die Bemerkungen von Rudolf Kippenhahn, wonach schon die Menschen der Vorzeit angesichts des Himmels gespürt hätten, „daß es etwas Mächtiges war, das sich da vor ihren Augen abspielte":
Mythen entstanden, die das Kommen und Gehen der Gestirne in poetische Form brachten. Vor viertausend Jahren haben die Chinesen versucht, die Natur als Wechselspiel zwischen Yang, dem Himmelsstoff, und dem Erdstoff Yin zu deuten. So steht es in einem alten chinesischen Wahrsagebuch. Man hoffte, aus den Sternen etwas über die eigene Zukunft zu lernen. Denn es schien, als wären die Sterne so etwas wie Gottheiten oder geheimnisvolle Symbole, keinesfalls aber Gegenstände der realen Welt." (Kippenhahn 1990, S. 14)

Es bedarf sicherlich noch eingehendere Untersuchungen, um mit Hilfe der Bronzescheibe von Nebra in der Vorstellungswelt der frühen Mitteleuropäer mehr Klarheit zu gewinnen Weltgestaltung. Die ersten Forschungsansätze waren bereits sehr vielversprechend!


Dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, dem Landesmuseum für Vorgeschichte, sowie den Sponsoren und Partnern (siehe Meller 2004, S. 4 - 6) gilt für die rasche Aufarbeitung und Präsentation des Fundes mein tiefer, herzlicher Dank!



Literatur

Schlette 1972: Friedrich Schlette, Germanen zwischen Thorsberg und Ravenna, Leipzig - Jena - Berlin 1972 (1. Aufl.).

Dehnke 1974: Rudolf Dehnke, Der Kultwagen von Trundholm im Brennpunkt religionsgeschichtlicher Deutung, in: Mannus-Verlag (Hg.), Festschrift für Bolko Frhr. von Richthofen (Mannus-Bibliothek, hg. v. Dieter Korell, Neue Folge, Band 3), Bonn 1974 (September), S. 33 - 50.

Mielke 1975: Heinz Mielke, Sonnengott und Sternenfeuer, Berlin 1975.

Knauth 1977: Percy Knauth, Die Frühzeit des Menschen. Die Entdeckung des Metalls (Titel der Originalausgabe: The Metalsmiths), Reinbek bei Hamburg 1977 (September).

Irmscher 1978: Johannes Irmscher (Hg.), Lexikon der Antike, Leipzig 1978 (3. Aufl.).

Rudolph 1978: Werner Rudolph, Diskuswerfen, in: Irmscher 1978, S. 137, Sp. 1 - 2.

Ebert et al. 1980: Joachim Ebert unter Mitarbeit von Maria Blumentritt, Erhard Hirsch u. a., Olympia von den Anfängen bis zu Coubertin, Leipzig 1980.

Ekrutt 1981: Joachim W. Ekrutt, Die Sonne. Die Erforschung des kosmischen Feuers, Hamburg 1981 (1. Aufl.). Ein Teil der Abbildungen stammt aus diesem Werk!

Kippenhahn 1990: Rudolf Kippenhahn, Unheimliche Welten: Planeten, Monde und Kometen, Stuttgart 1990 (September) (ISBN 3-421-02747-1).

Kaul 2004: Mythen und Riten. Der Sonnenwagen von Trundholm, in: Meller 2004, S. 54 - 67.

Maraszek 2004: Regine Maraszek, Der geschmiedete Himmel - Die weite Welt im Herzen Europas vor 3600 Jahren, in: Meller 2004, S. 16 - 19.

Maraszek 2004 a: Regine Maraszek, Die weite Welt. Die Einkehr der westlichen Welt: Prunkbeil und Goldkragen, in: Meller 2004, S. 172 - 175.

Meller 2004: Harald Meller (Hg.), Der geschmiedete Himmel. Die weite Welt im Herzen Europas vor 3600 Jahren, Stuttgart 2004 DerGeschmiedeteHimmel (ISBN 3-8062-1907-9). Bessere Foto-Abbildungen der ,Himmelsscheibe' finden Sie in diesem Werk!

Meller 2004 a: Harald Meller, Der geschmiedete Himmel. Die Himmelsscheibe von Nebra, in: Meller 2004, S. 22 - 31.

Meller 2004 b: Harald Meller, Handel mit den Göttern. Der Körper des Königs, in: Meller 2004, S. 94 - 97.

Pernicka 2004: Ernst Pernicka, Der geschmiedete Himmel. Die naturwissenschaftlichen Untersuchungen der Himmelsscheibe, in: Meller 2004, S. 24 - 37.

Schlosser 2004: Wolfhard Schlosser, Der geschmiedete Himmel. Die Himmelsscheibe von Nebra - astronomische Untersuchungen, in: Meller 2004, S. 44 - 47.


Nachtrag:

Ernst Pernicka, Christian-Heinrich Wunderlich, Alfred Reichenberger, Harald Meller u. Gregor Borg, Zur Echtheit der Himmelsscheibe von Nebra - eine kurze Zusammenfassung der durchgeführten Untersuchungen, in: Römisch-Germanisches Zentralmuseum (Hg.), Archäologisches Korrespondenzblatt, Jahrgang 38, Heft 3/2008, Mainz 2008, S. 331 - 352.



Links

Vorbemerkung: Die Reihenfolge der folgenden Links stellt keine Bewertung dar, sondern ergab sich weitgehend aus einer Abfrage bei Google.com.


Wo man die Welt gerne auf den Kopf stellt: Webseite über eine gewisse "Arche" (Ob sich Noah im Grab umdreht?)

Schwarzmarkt. Als die Polizei vor 15 Jahren die Himmelsscheibe rettete – Quelle: http://www.mz-web.de/25780758 ©2017 (22.02.2017)

Interaktive Einführung in die Fundgeschichte und Deutung der Himmelsscheibe von Nebra von planet-wissen.de

www.archaeologie-online.de/links/158/612/613/index.php

de.wikipedia.org/wiki/Himmelsscheibe_von_Nebra

www.archlsa.de/sterne/

www.archlsa.de/himmel/start.htm

www.astronomie.de/bibliothek/artikel/geschichte/nebra/

www.astrolink.de/p012/p01211/p0121104001.htm

www.archaeoastronomie.info/archaeoastro/html/hsvn.html

www.psy-mayer.de/links/Mond/Mond-2/ Nebra-Himmelsscheibe/nebra-himmelsscheibe.htm

www.webuni.de/?mod=topic&id=1999&pid=63977

www.himmelsscheibe-online.de/main_deutsch.html

home.t-online.de/home/Kloster.Memleben/sternenscheibe.html

www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/1232924.html

www.himmelsscheibe-von-nebra.com/1024x768/startgr.htm

www.zeit.de/2004/43/A-Nebra-Scheibe

www.glacis.org/html/nebra.html

Selbsterfahrung: Meine Reise mit traditionellem Kupferschmiedegespann durch Irland anno 1979!

Letzte Meldung (1. Oktober 2013: Die sogenannte ,Himmelsscheibe von Nebra' erhielt den Status UNESCO-Weltdokumentenerbe! Siehe dazu den Artikel des Mitteldeutschen Rundfunks vom 30. September 2013!


Hinweis: Für die Aktualität, Funktionalität und Korrektheit der angegebenen Links erfolgt keine Gewähr!



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23.02.2017 14:12