REGIONALES: Hagen

Rund um die Altenhagener Brücke. Filme und Fotos aus über hundert Jahren.

von Detlef Rothe aus Hagen-Wehringhausen (Author: Detlef Rothe)



Zur Einstimmung: Nachtfahrt vom Graf-von-Galen-Ring zur Eckeseyer Straße mit Blick zur Einmündung der Straße ,Am Hauptbahnhof' (26.12.2009, 18:16 Uhr - 13 MB) - eine Art ,Vorrücken auf Ebene 2'- hier als YouTube-Version:


Etwas älter (und qualitativ schlechter) ist ein Ausschnitt einer Urlaubsrückfahrt durch das Bahnhofsviertel:


Die Bahnanlagen am Hauptbahnhof sind seit langem über Wehringhausen hinausgewachsen und haben sich bis nach Eckesey ausgebreitet, wie der Ausschnitt einer Luftaufnahme (wohl das Resultat einer Zeppelin-Luftfahrt) vom Jahr 1926 zeigt - sie sehen das Bahnhofsviertel von einer Stelle jenseits der Altenhagener Brücke (rechts unten die Eckeseyerbrücke, der sogenannte ,Schipka-Paß'):
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Mehr Infos zu Quelle und Dokumentation bietet Hagens Stadtarchiv!


Der frühere ,Schipka-Paß' (ein Vorläufer der heutigen Eckeseyer Brücke) kurz nach der Fertigstellung im Jahr 1911:
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(Ansichtskarte von 1911)

Aufnahme von etwa 1935 (mit Dampf einer durchfahrenden Lok):


Später ging da nichts mehr:




Die nach dem Krieg erneuerte Eckeseyerbrücke mit den Pfeilern des Vorgängers:


Ein Luftbild mit dem Güterbahnhof zeigt vorne rechts neben dem "Schipka-Paß" den Standort des alten Adelshofes Altenhagen, von dem keine Photographien bekannt sind. Er verschwand im Zuge des Ausbaus der Eisenbahnstrecken (immerhin gibt es im Landesmuseum zu Münster zeichnerische Darstellungen davon):



Je ein Foto von 1954 und 1956 mit Blick von der Ecke Kaiserstraße/Altenhagener Straße zum ,Schipka-Paß' (das ist ein Scherzname der Brücke):



Auch Not- und Nachkriegsbrücke hielten nicht lange vor - mit Zunahme des Individualkraftverkehrs wurde eine ,zweite Ebene' erforderlich:



Aus der Distanz betrachtet: Ein Blick entlang der Volme und Kaiserstraße zur Altenhagener Brücke, deren nordwestliche Seite durch ein großes Wohn- und Geschäftshaus bebaut ist:


Dazu ein Blick in die Gegenrichtung - von Westen - über die Altenhagener Brücke zur Kaiserstraße um das Jahr 1910:
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(undatierte Ansichtskarte)

Im wonnigen Wirtschaftswunder (1950er Jahre) gab es auf der Kaiserstraße noch solides Kopfsteinpflaster und mäßiges Verkehrsaufkommen:


Die Kaiserstraße (heute Teil des Märkischen Rings) genügte um 1960 nicht mehr den Ansprüchen des Straßenverkehrs; sie bekam eine ,zweite Ebene', welche die Kreuzung zur Eckeseyer Straße hin überbrückte (eine Verlängerung der Eckeseyer Brücke sozusagen), dazu eine Auffahrt von der Graf-von-Galen-Straße (heute: Graf-von-Galen-Ring):


Die Auffahrt zum Märkischen Ring nahe dem Hochhaus der Bundesagentur für Arbeitsamt vom Gelände an der Funckebrücke gesehen (Neumarktstraße):
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Im 1950er Jahrzehnt ein Blick zur Einmündung der Straße ,Am Hauptbahnhof' (mittig) in die Körnerstraße (vorne) und zur Altenhagener Brücke (am rechten Bildrand):


Aus etwas anderer Perspektive:


Desgleichen im Nachfolgejahrzehnt:


Um das Jahr 1900 war die Altenhagener Brücke noch recht schmal - ein Blick bis in die Altenhagener Straße hinein:
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(undatierte Ansichtskarte)

Während der großen Umbauphase im Bahnhofsumfeld vor Beginn des Ersten Weltkriegs wurde die Straßenbrücke über den Fluß deutlich verbreitert:


Im Jahr 1913 fertigte die bis 1917 in Hagen tätige Stadtbildhauerin Milly Steger eine Skulptur, welche zur Ausschmückung der Altenhagener Brücke dienen sollte, aber den Auftraggebern so mißfiel, daß sie dort keine Aufstellung fand. Seit 2004 steht sie am Ende der Bahnhofstraße im Volkspark (an der Stelle des nach dem Krieg verhinderten Kaffeehauses Viktoria (vormals Villa Funcke und Bezirkskommando) mit Blick gen Hauptbahnhof:
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(Fotos: Detlef Rothe - 15. Juli 2016. Die Erläuterungstafel befindet sich am Skulpturensockel.)


Bis weit in das 1950er Jahrzehnt hinein war die Altenhagener Brücke trotz ihrer seitlichen Besetzung mit Gebäuden als Flußüberquerung noch gut wahrzunehmen:


Anno 1957 änderte sich auch das:


An der Einmündung der Kaiserstraße befand sich unmittelbar am Brückenbauwerk auch danach ein Verkehrsbeobachtungsposten (eine sogenannte ,Verkehrskanzel') - diesen Aussichtspunkt habe ich (Jahrgang 1959) noch gekannt:


Von der Eckeseyer Straße und Altenhagener Brücke aus geht es jetzt über die Straße ,Am Hauptbahnhof' zum Hagener Hauptbahnhof:

Blick vor 1960 auf den Bereich an der Altenhagener Brücke, rechts oben ist der Bunker Körnerstraße zu sehen. Digitale Kopie vom originalen Negativ.

Posted by Hagen - Geschichte, Archäologie und Geologie on Samstag, 27. Juni 2015


Die Einmündung der Graf-von-Galen-Straße (heute ,-Ring') in die Körnerstraße im 1950er Jahrzehnt:


Von der Altenhagener Brücke aus bietet sich im ersten Jahrzehnt den 20. Jahrhundert - also vor dem Bau des heutigen Hauptbahnhofs - ein interessanter Blick auf die Bebauung entlang der Westseite der heutgen Straße ,Am Hauptbahnhof' (vormals ,Kölner Straße', ,Ebertstraße', ,Adolf-Hitler-Straße') mit der Einmündung der Werdestraße (hinter der Straßenbahn):
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(undatierte Ansichtskarte)

Von der Einmündung der Kaiserstraße in die Straßentrasse Am Hauptbahnhof (heutiger Name!) - Altenhagener Straße aus dem Jahr 1925 ein Foto der (als solche recht unscheinbaren!) Altenhagener Brücke zum Hauptbahnhof:

Die Straßenbahnen befinden sich im Trassenverlauf der heutigen Straße Am Hauptbahnhof.


Desgleichen in der Nachkriegszeit.

Postkartenidylle anno 1907: Blick von der Einmündung der Körnerstraße in die Kölner Straße (heute: ,Am Hauptbahnhof') über die Altenhagener Brücke zur Einmündung der Kaiserstra0e (heute: ,Märkischer Ring') in die Altenhagener Straße:


Dem Hauptbahnhof etwas näher gerückt ein Blick zurück - an der Einmündung der Körnerstraße in die Straße Am Hauptbahnhof (damals Ebertstraße genannt) um 1928:
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(Foto aus der Hagen-Monographie von 1928)

Eine weitere Ansicht an Hand einer im September 1941 beschriebenen Postkarte, und zwar von der Einmündung der Göringstraße aus - der Rest davon nennt sich heute Hugo-Preuß-Straße -, möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:
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Ein neuerer Blick durch die Straße Am Hauptbahnhof (Rest der vormaligen Adolf-Hitler-Straße) zur Altenhagener Brücke:
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(eigenes Foto vom November 2005)



Fazit


Hagens über Jahrhunderte gesehen bedeutendste Straße (die "Kölner Straße" im Ennepe-Tal) führte bis in die Nachkriegszeit hinein über die seit Beginn des 20. Jahrhunderts ausgebaute Altenhagener Brücke zur Altenhagener Straße. Ein wichtiger Ableger - die Eckeseyer Straße gen Norden - führte seit dem Ausbau der Eisenbahnverbindungen im 19. Jahrhundert über den sogenannten Schipka-Paß (heutige Bezeichnung: Eckeseyer Brücke). Angesichts einer starken Zunahme des motorisierten Individualverkehrs während des "Wirtschaftswunders" wurden die Stadtplaner mit Problemen konfrontiert, welche zum Bau einer "Zweiten Ebene" führte; über diese wird die Bundesstraße 54 von Eckesey zur Hagener Heide (und umgekehrt) "gelotst". Die aus dem Verkehrsaufkommen der Bundesstraße 7 resultierenden Probleme führten zum Bau der Bahnhofshinterfahrung.



Literatur

Gustav Stellhorn (Hg.), Führer durch Hagen, Altenhagen und Eckesey. Mit dem neuesten Plan, Hagen i. W. 1898 (Vorwort vom März 1898).

Gustav Stellhorn (Hg.), Führer durch * Hagen * und Umgegend. Mit dem neuesten Plan, Hagen i. W. 1907 (4. Auflage; Vorwort vom Juli 1907).

OffiziellerFuehrerHagen1911.png Westfälische Verlagsanstalt Decker & Co. (Bearb. u. Hg.), Offizieller Führer durch Hagen i. W. und Umgegend, Hagen in Westfalen o. J. (erschienen Dezember 1910 / März 1911).

Erwin Stein (Hg.), Monographien deutscher Städte. Darstellung deutscher Städte und ihrer Arbeit in Wirtschaft, Finanzwesen, Hygiene, Sozialpolitik und Technik,Band XXVI: Hagen (Westf.), Berlin-Friedenau 1928.

Walter K. B. Holz, Ein Jahrtausend Raum Hagen (Hagen einst und jetzt, hg. v. d. Stadt Hagen, Bd. 1, 5. Lieferung), Hagen 1947.

Willy Timm, Hagen in alten Ansichten aus der Bildersammlung des Stadtarchivs Hagen, Zaltbommel (Niederlande) 1979 (4. Aufl. 1991). (ISBN 10-288-5604-1).

Hagener Heimatbund e.V. (Hg.), Eine Stadt und ihre Bürger - Hagen [Vorblatt-Titel: Hagen - eine Stadt und ihre Bürger] (Hagen einst und jetzt, Sonderreihe "Die Hagener Stadtbezirke", Band VIII), Hagen 1981. [Bedauerlicherweise fand hier das Verkehrswesen der Stadt (vgl. S. 55: Stadt der Brücken) kaum Berücksichtigung!]

Ilse Oberegge (Fotos: Johann Janssen), Unzerstörtes Hagen. Volme-, Bad-, Körnerstraße - Altenhagener Brücke, in: v. d. Linnepe Verlagsgesellschaft (Hg.), Heimatbuch Hagen + Mark. Hagener Heimatkalender 1990 (= Jg. 31), Hagen 1989, S. 45 - 53.

EU/D/NRW/HA/RolfLoettgers+WolfgangReimann_Rund_um_Hagen_1989 Rolf Löttgers u. Wolfgang R. Reimann, Rund um Hagen, Wuppertal 1989 [Das bildreich ausgestattete Buch behandelt die Straßen- und Vorortbahnen im Raum Hagen bis zur Einstellung des Tram-Verkehrs. Hier verwendetes Kürzel "L+R1989", gefolgt von einem Bindestrich und der Abbildungsnummer.]

Ilse Oberegge, Unzerstörtes Hagen. An der Körnerstraße, alten Kölner und Elberfelder Straße, in: v. d. Linnepe Verlagsgesellschaft (Hg.), Heimatbuch Hagen + Mark. Hagener Heimatkalender 1992 (= Jg. 33), Hagen 1991, S. 60 - 67.

Sollbach_Hagen_1939-1948.jpg Gerd E. Sollbach (Hg.), Hagen - Kriegsjahre und Nachkriegszeit 1939 - 1948 (Hagener Stadtgeschichte{n}, hg. v. d. Museen für Stadt- und Heimatgeschichte u. d. Stadtarchiv Hagen, Bd. 4), Hagen 1994. (ISBN 3-930217-06-6)

Hagen_Reihe_Archivbilder.jpg Hagener Heimatbund e.V. (Hg.), DIE REIHE Archivbilder. HAGEN, Erfurt 2002 (September). (ISBN 3-89702-477-2)

EisenbahnHagen_von_Schenk.jpg Michael Schenk, DIE REIHE AUF SCHIENEN UNTERWEGS. DIE EISENBAHN IN HAGEN, Erfurt 2006 (September). (ISBN 3-86680-003-7)



DANKSAGUNG


DEN ENGAGIERTEN MITARBEITERN DES STADTARCHIVS HAGEN DANKE ICH FÜR DIE BEREITSTELLUNG SELTENER FOTOS BEI FACEBOOK, WELCHE AUCH MEINE ARBEIT IN VIELEM FÖRDERN!

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