REGIONALES: Hagen


Wildes Wehringhausen. Über das westlich an die City anschließende Stadtviertel von Hagen in Westfalen


von Detlef Rothe aus Hagen-Wehringhausen








VORBEMERKUNGEN

Lange habe ich auf dieses Werk gewartet - jetzt (Ende November 2010) liegt es vor mir, und ich bin schier begeistert, da es ein ähnliches Konzept verfolgt wie diese Website:

EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/JuergenZarnke_Wehringhausen_Bilder_und_Dokumente_201011xx
Jürgen Zarnke, WEHRINGHAUSEN. BILDER und DOKUMENTE [so auf dem Deckblatt], Hagen 2010 (November), herausgegeben im Selbstverlag.

Ein ganz, ganz herzliches Dankeschön für dieses wundervolle Bilderalbum! Der Preis von 33 Euro ist angesichts der hohen Druckqualität fraglos gerechtfertigt. Ich habe den knapp 200 Seiten umfassenden ,Softcover'-Band im Stadtteilladen Wehringhausen (Lange Straße 22) erstehen können; er ist aber auch in örtlichen Buchhandlungen erhältlich. Das Werk orientiert sich an den Straßenzügen und behandelt vorwiegend die Gründerjahre - wie so viele Werke dieser Art. Die siedlungsbildende vorindustrielle Zeit bleibt dagegen nahezu unbehandelt; es ist in erster Linie ein Augenschmaus!

Daß mich das Werk so begeistert, hat vor allem autobiographische Gründe, denn ich bin im Wehringhauser Bachtal aufgewachsen. Von 1959/1960 bis 1972 wohnte ich in der Eugen-Richter-Straße 5. Vom April 1966 bis Juli 1969 besuchte ich zudem die Hindenburg-Volksschule (4 Grundschuljahre) in der Siemensstraße:

EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Siemensstrasse/20060419_1812_IMAG0057_HA-Wehringhausen_Hindenburg-Volksschule_vom_Zeitgeist_betroffen
(Eingangsbereich der Hindenburg-Volksschule anno 2006, Foto: Detlef Rothe)

Aus dem Tagebuch B, S. 8 f., 10 u. 11, Einträge vom 6.2.1976: „Mein erstes und zweites Schuljahr | waren sogenannte Kurzschuljahre. Der Schulbeginn wurde von Ostern auf den Sommer verlegt, wo er (noch) heute beginnt." - „Meine Mitschüler wechselten zum Teil sehr stark. In der vierten Klasse waren vielleicht noch die Hälfte von den Schülern [und Schülerinnen] meiner 1. Klasse. Viele blieben sitzen, manche zogen um."

Von 1972 bis 1979 lebte ich an der anderen Hofseite in der Dömbergstraße 36, um dann zwecks Studiums nach Münster umzuziehen. Aus dem Tagebuch B, S 20, Eintrag vom 9.2.1976: „Als die Häuser (Pelmkestr. 18 a, Dömbergstr. 36) fertig waren, zogen wir [= Familie Rothe] um, [und zwar] in das Haus Dömbergstr. 36. [...] Wir lernten neue Kinder kennen, doch in den neuen Häusern wohnten nicht viele."

Seit September 2004 lebe ich wieder im Westen Hagens, und zwar in der Tückinger Höhe 6 b auf dem Kuhlerkamp, welcher zu Wehringhausen gehört.


AUFSÄTZE

Das eingangs behandelte Buch von Jürgen Zarnke hat gegenüber meiner Perspektive den Vorteil, daß Wehringhausen darin von einem ,Nichteinheimischen' gesehen wird. Der Autor ging als ,Bürger' von Haspe seinerzeit eher den umgekehrten Weg durch Kückelhausen als ich, wie schon seine einleitenden Sätze vermitteln. Diese zeigen außerdem, daß der Verfasser einer anderen Generation angehört, denn von den ,Dorfjugendkämpfen' angeblich um Mädchen, welche offenbar am Rehsieper Weg (Sportplatz-Gegend) stattfanden, habe ich im 1970er Jahrzehnt nichts mitbekommen.

Warum ich sonst Wehringhausen als ,wild' charakterisiere? Nun, neben den berüchtigten ,Banden' (heutzutage wohl mehr Jugendbanden), welche schon um 1800 die Behörden beschäftigten, kreisen meine Gedanken hier hauptsächlich um das ,Abschlachten' gewisser Baustrukturen und die wiederholte Verbreiterung von Trassen - hier vorwiegend an der Wehringhauser Straße -, und zwar vom Pelka-Haus an der Einmündung der Rehstraße bis hin zur Schwenke (also schon in der Innenstadt). Der Stadt Hagen ist es immer wieder gelungen, notwendige Infrastrukturmaßnahmen auf die lange Bank zu schieben und dann Hals-über-Kopf kurzfristig Fehlentscheidungen zu treffen, weil man sich über die Bedeutung des fließenden Verkehrs für Mensch, Umwelt und Wirtschaft nicht ausreichend oder doch zumindest nicht rechtzeitig im Klaren war. Daß dies nicht immer so sein muß, zeigt das Zitat in der Einleitung meiner Verkehr-Seite. Auch die Verlegung der Wehringhauser Straße (damals noch ,Cölner Straße' genannt) anläßlich des Baus von Eisenbahnbrücken zeigte schon im 19. Jahrhundert, daß sich das Abweichen von gewohnten Pfaden auszahlen kann!

Am 23. April wandelte auf alten Pfaden, als ich mehrere Videos an der Weidestraße, Villa Post und Bahnunterführung der Wehringhauser Straße (Bundesstraße 7) aufnahm. Den Zusammenschnitt können Sie als ,YouTube'-Video sehen:
Angesichts der Baumaßnahmen zur ,Hinterfahrung' des Hagener Hauptbahnhofes hielt ich es für Wert, den status quo in bewegten Bildern festzuhalten Erroeten.gif.

Hier finden Sie - unter dem Motto Annäherung an Wehringhausen. Fotos aus hundert Jahren - weitere eigene Beiträge zum Thema ,Wehringhausen' (entstanden anno 2005 - im Hauptteil finden Sie weitere Literatur- und Link-Hinweise):

Bachstraße
Buscheystraße
Lange Straße
Minervastraße
Pelmkestraße
Wehringhauser Straße

Waldlust - Fotos aus dem Bachtal von Hagen-Wehringhausen (2005).

Cooler Kuhlerkamp. Foto-Galerie einer Wohnsiedlung in Hagen-Wehringhausen (04.01.2006)

Neues Altes aus Hagen-Wehringhausen (7. Februar 2009).

Heimat Wehringhausen (26. Oktober 2009).

Zur Geschichte Wehringhausens. Anmerkungen (20. Februar 2010).

200 Jahre Buscheyfriedhof (18. April 2010).


Abschließend ein in der Karwoche 2011 aufgenommenes Mono-Video (2D-Movie) einer Krankenwagenfahrt vom Buschey zu meinem Elternhaus in der Dömbergstraße (50 MB), welches die Buscheystraße vom Bergischen Ring bis zur Bachstraße und diese von dort bis zur Dömbergstraße enthält.




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20120424 20:10