REGIONALES: Annäherung an Wehringhausen
Das Hagener Bahnhofviertel. Berichte und Fotos aus hundert Jahren.
von Detlef Rothe, Hagen in Westfalen
in memoriam Lokbetriebsinspektor a.D. Wilhelm Rothe (1933 - 2006)

(zweimal als Dampflokheizer etwa um 1965 wohl in Hagen-Eckesey und einmal als E-Lokführer am Bahnsteig des Hagener Hauptbahnhofs vermutlich im Sommer 1972)
Anmerkung zum ersten Bild: Wie man unschwer erkennen kann, war mein Vater in der dargestellten Funktion als Lokheizer nicht glücklich. Es war bereits in der Übergangszeit zum Elektrobetrieb, als mein Vater auf einer Dampflok eingewiesen wurde. Längst selbst Lokführer, fühlte er sich als Heizer herabgesetzt. Hinzu kam, daß der Umgang mit dem Vorgesetzten offenbar nicht einfach war. Wenig später führte mein Vater dann E-Loks im Personenfernverkehr (zwischen Aachen und Kassel).
Dieser Artikel, welcher unter anderem auf Fotos des Verfassers aus dem 1970er und 2000er Jahrzehnt basiert, ist nicht (nur) für ,Lokliebhaber' gedacht. „train spotters" seien daher auf die Lokbildsammlung von Siegmar Peter verwiesen; bitte in die dortige Suchmaske „Hagen" eingeben! Außerdem ist im September 2006 das Bilderbuch über die Eisenbahn (hauptsächlich Dampfloks betreffend) in Hagen von Michael Schenk erschienen. Zum Eisenbahnwesen Hagens insgesamt empfehlen sich die Aufsätze der Herren Dr. Horst Semmler und Walter K. B. Holz (siehe Literaturhinweise).
Zur Einstimmung: Nachtfahrt vom Graf-von-Galen-Ring zur Eckeseyer Straße mit Blick zur Einmündung der Straße ,Am Hauptbahnhof' (26.12.2009, 18:16 Uhr - 13 MB) - eine Art ,Vorrücken auf Ebene 2'.
Hauptbahnhof
Der Bahnhof Hagen(-Wehringhausen) liegt im Nordostzipfel Wehringhausens (Richtung Altenhagen) und war bald nach seiner Entstehung von Fabriken eingerahmt. Die ersten Ansichten, wegen des Überblicks meistens von der Philippshöhe aus aufgenommen, wirken allerdings noch recht idyllisch - etwa diese von anno 1860: 
Die Entwicklung der Telegraphie - man beachte die Leitungen und Masten! - scheint dagegen eine Lithographie von etwa 1865 zum Thema machen zu wollen: 
Der Bahnhofsbereich in einem Bild von wohl etwa 1880, auf welchem bereits das als Provisorium geplante und behandelte zweite Bahnhofsgebäude zu erkennen ist: 
Der deutsch-französiche Krieg mit den anschließenden Reperationszahlungen, sowie die administrativen Erleichterungen durch die deutsche Reichsgründung, haben die Industrialisierung und Verstädterung Hagens offenbar sehr begünstigt.
Von der Eckeseyer Brücke (unweit der Altenhagener Brücke) im Norden erschließt sich ein sehr beachtliches, durch Eisenbahn und Stahlproduktion geprägtes Panorama mit Bismarcksäule, Riegerberg-Fernmeldeturm und Eugen-Richter-Denkmal als Orientierungspunkte auf den Höhen:
(Foto des Verfassers von einer Radtour im März 1975)
Das Bahngelände
(anno 1976; zum Vergleich eine Ansicht aus dem 1900er Jahrzehnt:
- dazu eine colorierte Fassung aus dem Jahr 1907:
) ist längst über Wehringhausen hinausgewachsen und hat sich über den ehemaligen Rheinischen Bahnhof Hagens bis nach Eckesey ausgebreitet.
Der Ausschnitt einer Luftaufnahme (wohl das Resultat einer Zeppelin-Luftfahrt) vom Jahr 1926 zeigt das Bahnhofsviertel von einer Stelle jenseits der Altenhagener Brücke (rechts unten die Eckeseyerbrücke, der sogenannte "Schipka-Paß"): 
Von der Eckeseyer geht es über die Altenhagener Brücke
(Foto des Geländes am Nordende der heutigen Straße "Am Hauptbahnhof" aus dem Jahr 1928) zum Hagener Hauptbahnhof. Dort liegt der Berliner Platz vor der Eisenbahnstation: 
Zum Vergleich für dieses Farbfoto des nachkriegserweiterten Bahnhofsvorplatzes vom Februar 1975 folgen die Ansicht einer Postkarte aus dem 1910er Jahrzehnt:
und Aufnahmen vom Jahr 1928 - die Weltwirtschaftskrise zeichnete sich damals bereits ab -
.
Ein Blick vom Bahnhofseingang
(gleichfalls 1928) in Richtung Schwenke:
(anno 2004 - hier ist die Nachkriegserweiterung des Postgebäudes zu berücksichtigen!)
Zur Schwenke erfahren wir einiges in älteren Führern der Stadt, welche für Reisende herausgegeben wurden, zum Beispiel von Gustav Stellhorn. In seiner im Frühjahr 1898 erschienenen Ausgabe wird ein durch Wehringhausen führender Stadtrundgang beschrieben, der folgendermaßen endet (S. 27 f.):
"
Treten wir den Rückweg an, so gelangen wir da, wo die Wehringhauserstrasse nach r. schwenkt, an die Fabrik von Bechem & Post (Centralheizungen und Wasserstaub-Feuerung). Derselben gegenüber befindet sich im Park die Villa des verstorbenen Herrn Post. Geradeaus erblicken wir schon die Schlote der nahegelegenen grossen Fabriken von Eicken & Co. und Funcke & Elbers (Krimm.). Jenseits der Bahnunterführung fällt uns an der Neuen Friedrichstrasse [die heutige Södingstraße] ein | komischer Bau, Wunderbau genannt, auf. Derselbe ist von gefangenen Franzosen 1870/71 aufgeführt. Die kurz vor der Volmethalbahn gelegene Kur-Badeanstalt von Fr. Osthoff sei hier auch empfohlen".
In der 4. Auflage vom Sommer 1907 heißt es ergänzend (S. 55):
"
Jenseits der Bahnüberführung, die bei der bedeutenden Erweiterung der Einfahrtsgeleise eine grosse Verlängerung erfährt, sind und werden noch verschiedene Häuser niedergelegt, um für die Einfahrt zum Bahnhof den nötigen Raum zu gewinnen. Auch das von Franzosen 1870-71 aufgeführte, in weiten Kreisen unter dem Namen "Wunderbau" bekannte Gebäude ist dem Abbruch zum Opfer gefallen."
Der Bereich der Schwenke, wo einst die Volmetalbahn - vom Hauptbahnhof kommend - am Buschey in die Richtung zum Bahnhof Oberhagen einschwenkte, war schon um 1900 wegen des Verkehrsaufkommens starken Veränderungen unterworfen. Ähnliches gilt für das Gelände an der Altenhagener und Eckeseyer Brücke, wo nicht nur ein alter Adelshof verschwand.
Besonders interessant sind wohl die Angaben zu den Bahnhöfen selbst. Dazu mögen hier einige Beispiele folgen:
Aus den Stellhorn-Führer vom März 1898, als das heutige Gebäude des Hauptbahnhofs noch nicht, sondern nur ein Provisorium bestand, sei wie folgt zitiert (S. 5 f.):
"Hauptbahnhof Kölnerstr. (Vorsteher Heyer [Ausgabe 1907: "Vorsteher I. Kl. Rechnungsrat Heier" (S. 10)].)
Hagen hat als Eisenbahn-Knotenpunkt namentlich auf dem Hauptbahnhof bedeutenden Personenverkehr. Von demselben fahren Züge nach folgenden Richtungen:
1. Hagen - Düsseldorf (HB.) üb. Milspe - Elberf. Bahnst. 2
2. " - Düsseldorf über Mettmann " 3
3. " - Köln (HB.) " 2
4. " - Dortmund (B.-M.) " 2
5. " - Dortmund (Rh.) " 3
6. " - Witten - Oberhausen " 3 u. 2
7. " - Steele " 3 u. 2
8. " - Unna - Soest " 2 u. 5
9. " - Unna - Hamm " 2 u. 5
10. " - Arnsberg - Kassel " 4
11. " - Altena - Siegen " 4
12. " - Brügge - (Lüdenscheid) - Dieringhausen " 6 u. 2
13. " - Vörde " 2
Zur Bewältigung des starken Verkehrs dienen | 7 Fahrkartenausgabestellen, 6 in der Halle des Haupt-Bahnhofs und 1, für den Durchgangsverkehr, auf dem Bahnsteig 2." (S 5 f.)
In einer Anmerkung (S. 5) wird zu den genannten Bahnsteigen ergänzt: "Angabe des Bahnsteigs, von welchem die Züge in der Regel abfahren. Zur grösseren Sicherheit achte man jedoch auf die in den Unterführungen angebrachten Schilder, die zu den richtigen Bahnsteigen führen."
Demnach bestanden im Frühjahr 1898 am Hauptbahnhof bereits mehrere Bahnhofsunterführungen. Heutzutage sollte man übrigens zudem auf die (damals noch fehlenden) Lautsprecheransagen achten, um ein versehentliches Einsteigen in den falschen Zug (wegen irreführender Tafeln) zu vermeiden, wie es dem Verfasser noch anno 2008 auf einer Urlaubsreise in Köln passierte - immerhin ist er noch rechtzeitig ausgestiegen :-)
Die Kölner Straße war übrigens ein alter, über die Altenhagener Brücke führender Fernweg und hat den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit in Teilstücken als Straße "Am Hauptbahnhof" und "Fabrikhofstraße" überlebt; im Westen setzt sie sich unter dem Namen "Wehringhauser Straße" als Bundesstraße 7 in Richtung Haspe fort, wo ihr alter Name noch gebräuchlich ist.
Zunehmenden Verkehr reflektieren die Angaben zu den Fahrkartenschaltern in der späteren Ausgabe des Führers vom Juli 1907 (S. 11):
"Zur Bewältigung des starken Verkehrs dienen 9 Fahrkartenausgabestellen, 7 in der Halle des Hauptbahnhofs und zwei für den Durchgangsverkehr auf dem Bahnsteig 2. Drei weitere Fahrkartenschalter dienen als Hülfsschalter. Sonntagsfahrkarten werden an den drei Schaltern auf der westlichen Seitenhalle des Bahnhofs verausgabt."
Die Bahnsteige wurden wie zuvor genutzt, nur die Fahrtrichtungen weiter gefaßt (Basel, Berlin, Hamburg usw.)
Zu den Bahnhöfen in Hagen heißt es in der Ausgabe von 1898 weiter (S. 6): "Den Gesamtgeldverkehr leitet die Stationskasse auf dem Hauptbahnhof.
Das Bahnhofsgebäude ist ein einfacher, provisorischer Bau. Derselbe ist nach der Bahnseite ringsum von Hallen umgeben; ausserdem sind die Bahnsteige 1, 2, 3 und 4 mit Hallen versehen. Ein zweiter Personenbahnhof mit Güterabfertigung befindet sich in Oberhagen (Hochstr.); den früheren Eckeseyer Personenbahnhof hat man der Nähe des Hauptbahnhofs wegen eingehen lassen, und wird derselbe nur noch für den Güterverkehr benutzt.
Die Haupt-Güterabfertigung befindet sich in Altenhagen (Vorsteher Peters); ausserdem besitzt Hagen noch eine Eilgutabfertigung am Hauptbahnhof. (Vorsteher Hoffmann.)"
Interessant ist auch Stellhorns "Gang durch die Stadt". Dieser beginnt folgendermaßen (S. 23):
"Ein jeder, der von auswärts nach Hagen kommt, gewinnt gleich im ersten Augenblick den Eindruck, dass der Gewerbefleiss hier ein ausserordentlicher ist.
Vom Bahnhof im Norden [eigentlich: Westnordwest], von welchem H. wegen der in der Nähe gelegenen Fabriken keinen angenehmen Eindruck macht, führt uns in südlicher [besser: östlicher] Richtung von der Kölnerstrasse aus die mit Linden eingefasste Bahnhofstrasse dem Mittelpunkt der Stadt zu. Nach 5 Minuten gelangen wir an den Neumarkt, woselbst sich das Kriegerdenkmal der Stadt befindet."
Für einen Stadtrundgang in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg enpfiehlt sich allerdings ein anderer Aufsatz des Verfassers: Historischer Stadtrundgang anno 1910 durch Hagen in Westfalen.
Um 1900 wandelte sich die Bebauung am heutigen Berliner Platz zügig, denn es entstand nicht nur ein neues Empfangsgebäude, sondern das Hotel Lünenschloss an der Kölner Straße (Hausnummer 12 anno 1898) verschwand zu Gunsten des Hauptpostgebäudes, welches bereits den Standort der heutigen Post am Bahnhof abdeckte. (Die im 1960er Jahrzehnt erbaute und später aufgegebene Hauptpost-Anlage deckte dann das gesamte Gelände des Q-Park-Hauses mit ab und besaß zudem einen eigenen Verladebahnhof an der Ennepe. Beide Bereiche waren mit einer balkenförmigen Brücke verbunden, welche den Gleisbereich westlich der Hallen dominierte.)
Im Juli 1907 wußte Stellhorns Stadtführer zu den Neubauten folgendes zu berichten (S. 12):
"Da der Hauptbahnhof für den gewaltigen Verkehr nicht mehr genügt, ist nun endlich der schon lange geplante Umbau in Angriff genommen. Zunächst werden für Ein- und Ausfahrt die Anzahl der Geleise in Wehringhausen und Altenhagen-Eckesey bedeutend vermehrt. Die den Verkehr zwischen Wehringhausen und der Stadt Hagen hemmende Bahnstrecke Brügge-Lüdenscheid wird demnächst durch den Goldbergtunnel führen, der kurz hinter dem Hagener Schlachthof beginnt und am Oberhagener Bahnhof wieder auf die jetzige Strecke mündet.
Der Umbau des Bahnhofsgebäudes, welches einige Meter weiter östlich [besser: nördlich] und mehr nach vorn zu liegen kommt, wird schon im Laufe dieses Sommers in Angriff genommen. Zwischen dem Bahnhofsgebäude und der benachbarten neuen Post, die nach ihrer Vollendung der Stadt Hagen ein grossstädtisches Gepräge geben, wird sich ein grösserer Platz zur Auffahrt befinden."
Aus heutiger Sicht war selbst dieser Droschkenplatz klein, doch begann sich der Autoverkehr ja damals gerade erst zu entwickeln!
Zur Zeit der Entstehung des heutigen (immerhin mehrfach renovierten) Hauptbahnhofs im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts heißt es in einem Auszug aus dem unten genannten Stadtführer vom Jahre 1910:
"Nach einer Besichtigung des neuen Bahnhofs-Empfangsgebäudes

und seiner inneren Einrichtung beginnen wir unseren Rundgang am Bahnhofsausgang, um die Hauptsehenswürdigkeiten Hagens auf dem kürzesten Wege zu betrachten. Dem Hauptbahnhof gegenüber befindet sich das neue Hauptpostgebäude, mit der Front zur Kölner Straße, in welchem auch das Königl. Postzollamt untergebracht ist.

Erbaut wurde dasselbe in den Jahren 1907/09 nach Plänen des Architekten Kirchner von Postbaurat Buddenberg-Dortmund.
Zwischen Post und Bahnhof mündet die lindenbeschattete Bahnhofstraße in die Kölner Straße."
Straßenbahn
Was in Hagen die Eisenbahn für den Fernverkehr war, das gilt bezüglich des Nahverkehrs für die Straßenbahn - man beachte dazu nur das obige Foto von dem Verkehraufkommen an der Altenhagener Brücke anno 1928! Dazu heißt es in dem von Gustav Stellhorn im Frühjahr 1898 herausgegebenen Stadtführer (S. 6 f.):
"
Strassenbahn.
Direktor Fuhrmann. (Bureau Nordstr. 16.)
Für den Verkehr in der Stadt, nach Eilpe und [nach] Eckesey ist zur Zeit nur Pferdebahnbetrieb, dagegen auf der Strecke Wehringhausen (Schwenke) - Haspe nur elektr. Betrieb eingerichtet.
Dem Vernehmen nach wird zum 1. Mai vollständig elektr. Betrieb eingeführt und zwar derartig, dass | in der Stadt Accumulatoren, dagegen ausserhalb überirdische Leitung zur Anwendung kommt. Auch soll das Strassenbahnnetz noch bedeutend erweitert werden.
Fahrpreise.
Bahnhof - Eilpe (Pferdebahn).
Bahnhof - Markt 10 Pfg. Markt - Eilpe 10 Pfg. Kampstrasse - Oberhagen 10 Pfg. Bahnhof - Eilpe 15 Pfg. Eilpe - Kückelhausen 20 Pfg.
Kückelhausen - Bahnhof - Markt.
Kückelhausen - Bahnhof 1[unleserlich; wohl 5] Pfg. Bahnhof - Markt 10 Pfg. Kückelhausen - Markt 15 Pfg. Kückelhausen - Eilpe 20 Pfg.
Bahnhof Hagen - Eckesey..
Bahnhof - Grünthalerweg 10 Pfg. Grünthalerweg - Bogen 10 Pfg. Bogen - Geitebrücke 15. Pfg.
Hagen - Haspe (elektr. Bahn) 20 Pfg.
Abfahrt von der Schwenke.
"
Offenbar bereitete damals (im Frühjahr 1898) die Überquerung der Eisenbahntrasse der Volmebahn noch Probleme, so daß die Straßenbahn an der Schwenke und nicht - wie zu erwarten gewesen wäre - am Bahnhof endete.
Im Jahr 1907, als der "Direktor Fuhrmann" sein "Bureau" bereits in der "Wehringhauserstr. 98" eingerichtet hatte, war man gemäß Stellhorns Führer mit der Nahverkehrsentwicklung sehr zufrieden (beides S. 13):
"Der Verkehr hat sich durch Einführung der 10 Pfennig-Knipskarten bedeutend gehoben. Die Bahn ging im letzten Jahre in städt. Besitz über.
Durch die Oberleitung hat sich der Betrieb verbessert und wurden im letzten Jahre über 5 Millionen Fahrgäste befördert."
Auf die Wiedergabe der verschiedenen Strecken und Preise wird hier verzichtet. Hier seien nur die "Knipskarten auf den Linien Bahnhof-Eilpe, Markt-Delstern, Bahnhof-Eppenhausen, Eckesey-Herdecke, Kückelhausen 10 Pfg pro Fahrt. Bahnhof-Haspe 15 Pfg. pro Fahrt." zitiert, wonach es auch halbe 10-Pfg.-Fahrkarten zum Abknipsen gegeben haben müßte (eher natürlich 15-Pfennig-Karten!). Ein weiteres Zitat (auch S. 15) gemahnt an die heutige Flugverkehrspraxis:
"Handgepäck über 5 Kilo 10 Pfg. pro Stück. (Mitnahme nur soweit gestattet, wie Platz auf dem Vorderperron vorhanden.)"
Nur Fliegen war (und ist) schöner, die Motoren sind hier aber noch schwach!
Hotels
Auf Grund der verkehrsgeographisch günstigen Lage konzentrierten sich die Hotels der Stadt Hagen gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Bahnhofsnähe, und zwar (gemäß dem Stadtführer vom Frühjahr 1898, S. 11 f. u. a.) auf die Bahnhofstraße (Nr. 19: Germania, Inh. Ad. Knabenbauer / Nr. 44a: Zum Römer, Inh. Ed. Hemmer / Nr. 54: Rüssmann / Nr: 55: Viktoria, Inh. [Eduard] Stratmann
(Billard-Salon anno 1912) / Nr. 56: Deutsches Haus / ohne Nr.: Gasthof Kaiser Friedrich, Inh. Wilh. Müller) und Kölner Straße ("Kölnerstr.": Nr. 12: Lünenschloss / Nr. 19: Zum deutschen Kaiser, Inh. Pfanne / Nr. 21: Union, Inh. G. Drewes / Nr. 37: Berliner-Hof, Inh. Ullrich). Daneben wurden nur noch das Hotel Glitz in der Elberfelderstraße 1
(Raum des Weinrestaurants im Hotel nach einer Ansichtskarte vom Januar 1914) und das Hotel Tigges (Inh. Frz. Krecker) in der Körnerstraße 12 genannt.
In Stellhorns "Gang durch die Stadt" vom Sommer 1907 heißt es zur Bahnhofsgegend (S. 48):
"Von der Kölnerstrasse aus, an der wir dem Bahnhof gegenüber mehrere moderne Hotels erblicken, führt uns in südl. [besser: östlicher] Richtung die mit Linden eingefasste Bahnhofstr. dem Mittelpunkte der Stadt zu. An ihr befinden sich im unteren Teile das Hotel Viktoria, Hotel Lünenschloss, Hotel "Zum Römer" u. a., die mit ihren neuzeitlichen Einrichtungen, den Fremden angenehmen Aufenthalt bieten."
Links
Bahnhofstraße in einer Diplomarbeit (Wettbewerbsbeitrag)
Lokbildsammlung von Siegmar Peter
Literatur
Gustav Stellhorn (Hg.), Führer durch Hagen, Altenhagen und Eckesey. Mit dem neuesten Plan, Hagen i. W. 1898 (Vorwort vom März 1898).
Gustav Stellhorn (Hg.), Führer durch * Hagen * und Umgegend. Mit dem neuesten Plan, Hagen i. W. 1907 (4. Auflage; Vorwort vom Juli 1907).
Westfälische Verlagsanstalt Decker & Co. (Bearb. u. Hg.), Offizieller Führer durch Hagen i. W. und Umgegend, Hagen in Westfalen o. J. (erschienen Dezember 1910 / März 1911).
Erwin Stein (Hg.), Monographien deutscher Städte. Darstellung deutscher Städte und ihrer Arbeit in Wirtschaft, Finanzwesen, Hygiene, Sozialpolitik und Technik,Band XXVI: Hagen (Westf.), Berlin-Friedenau 1928.
Oberpostdirektion Dortmund (Hg.), Postamt / Postbahnhof / Hagen, Dortmund o.J. (S. 3: "Grußwort" vom "November 1970").
Horst Semmler, Hagen und seine Eisenbahn, in: v. d. Linnepe Verlagsgesellschaft (Hg.), Hagener Heimatkalender 1972. Beiträge zu Kultur und Literatur, Geschichte und Entwicklung von Hagen und Umgebung (= Jg. 13), Hagen 1971, S. 97 - 106.
Willy Timm, Hagen in alten Ansichten aus der Bildersammlung des Stadtarchivs Hagen, Zaltbommel (Niederlande) 1979 (4. Aufl. 1991). (ISBN 10-288-5604-1).
Hagener Heimatbund e.V. (Hg.), Eine Stadt und ihre Bürger - Hagen [Vorblatt-Titel: Hagen - eine Stadt und ihre Bürger] (Hagen einst und jetzt, Sonderreihe "Die Hagener Stadtbezirke", Band VIII), Hagen 1981. [Bedauerlicherweise fand hier das Verkehrswesen der Stadt (vgl. S. 55: Stadt der Brücken) kaum Berücksichtigung!]
Walter K. B. Holz, Hagen und die deutsche Eisenbahngeschichte. Die verkehrsgeschichtliche Abteilung des künftigen Stadthistorischen Heimatmuseums / Eine Konzeption, in: v. d. Linnepe Verlagsgesellschaft (Hg.), Heimatbuch Hagen + Mark. Hagener Heimatkalender 1983 (= Jg. 24), Hagen 1982, S. 52 - 59.
Hagener Straßenbahn AG (Hg.), Hagener Straßenbahn AG 1884 - 1984, Hagen 1984.
Richard Althaus, Hagen in alten Bildern. 2. Auflage, Hagen 1988 (ISBN 3-921297-93-1) [enthält unter anderem die älteren Abbildungen des Bahnhofviertels aus der Philippshöhe-Perspektive]
Werner Gerber, Gerhard Hinnenthal u. Peter Koeppen, 100 Jahre Lutherkirche. Festschrift zur Erinnerung an die Einweihung der Lutherkirche in Hagen am 21. März 1889, Hagen 1989 (Pfingsten).
Werner Gerber, "Feste Burg" der "Bekennenden Kirche". Das Jahrhundertjubiläum der Lutherkirche (1889 - 1989). Erinnerungen aus Vätertagen, in: v. d. Linnepe Verlagsgesellschaft (Hg.), Heimatbuch Hagen + Mark. Hagener Heimatkalender 1990 (= Jg. 31), Hagen 1989, S. 109 - 114.
Ilse Oberegge (Fotos: Johann Janssen), Unzerstörtes Hagen. Volme-, Bad-, Körnerstraße - Altenhagener Brücke, in: v. d. Linnepe Verlagsgesellschaft (Hg.), Heimatbuch Hagen + Mark. Hagener Heimatkalender 1990 (= Jg. 31), Hagen 1989, S. 45 - 53.
Rolf Löttgers u. Wolfgang R. Reimann, Rund um Hagen, Wuppertal 1989 [Das bildreich ausgestattete Buch behandelt die Straßen- und Vorortbahnen im Raum Hagen bis zur Einstellung des Tram-Verkehrs. Hier verwendetes Kürzel "L+R1989", gefolgt von einem Bindestrich und der Abbildungsnummer.]
Helga Paar, Unser Kuhlerkamp und seine Nachbarn Philippshöhe und Tücking. Erinnerungen, Hagen 1989.
Ilse Oberegge, Unzerstörtes Hagen. An der Körnerstraße, alten Kölner und Elberfelder Straße, in: v. d. Linnepe Verlagsgesellschaft (Hg.), Heimatbuch Hagen + Mark. Hagener Heimatkalender 1992 (= Jg. 33), Hagen 1991, S. 60 - 67.
Gerd E. Sollbach (Hg.), Hagen - Kriegsjahre und Nachkriegszeit 1939 - 1948 (Hagener Stadtgeschichte{n}, hg. v. d. Museen für Stadt- und Heimatgeschichte u. d. Stadtarchiv Hagen, Bd. 4), Hagen 1994. (ISBN 3-930217-06-6)
Tycho Oberste-Berghaus u. Claus Thielmann, Ist der Zug hinterm Bahnhof abgefahren? Verpaßte Chance der Hagener Stadtentwicklung, in: Dierk Hobein (Hg.), Das Hagener Jahrbuch 3/1998. Aktuelles aus Kultur und Geschichte, Natur und Umwelt, Wirtschaft und Politik, Sport und Freizeit, Hagen 1997, S. 72 - 77.
Hagener Heimatbund e.V. (Hg.), DIE REIHE Archivbilder. HAGEN, Erfurt 2002 (September). (ISBN 3-89702-477-2)
Michael Schenk, DIE REIHE AUF SCHIENEN UNTERWEGS. DIE EISENBAHN IN HAGEN, Erfurt 2006 (September). (ISBN 3-86680-003-7)
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20100429 12:02