VERKEHR
Straßenbahnen zwischen Bonn und Berlin im Zweiten Weltkrieg mit Schwerpunkt auf den Raum Wuppertal - Hattingen - Essen
von Detlef Rothe aus Hagen in Westfalen
Dem Schulkameraden und Straßenbahnfan Jörg Rudat gewidmet!
Am 25. April 2010 zeigte mein jüngerer Bruder Christof anläßlich eines gemeinsamen Frühstücks eine Sammlung von 26 kleinformatigen Schwarzweißfotos mit Wellenrand, welche er unlängst erstanden hatte; diese stellen fast ausschließlich Straßenbahnen dar, in einem Fall auch einen Bus mit Anhänger. Wegen des verschiedentlich erkennbaren Schriftzuges „Wuppertaler Bahnen AG" weckten sie sofort mein Interesse. Auf Grund der abgedunkelten Front- und Rückscheinwerfer ließ sich unschwer erkennen, daß es sich um Aufnahmen aus dem Zweiten Weltkrieg handelt, und zwar am ehesten aus seiner Frühzeit um 1940/1942. Mein Bruder ist der Bitte, die Fotos zur Darstellung auf meiner Homepage auszuleihen, umgehend nachgekommen, wofür ich ihn auch an dieser Stelle herzlich danken möchte.
Die Fotos wurden aus einem Fotoalbum (oder mehreren) aus schwarzem Papier, wie es früher üblich war, herausgerissen, so daß weder der Zusammenhang noch ihre Vollständigkeit bekannt ist. Es liegt nahe anzunehmen, daß sie von einem Photographen stammen, welcher sich entweder beruflich bei einer regionalen Straßenbahngesellschaft engagierte oder sich - vielleicht als Jugendlicher - unter anderem für die technischen Besonderheiten des Straßenbahnwesens interessierte. Dies läßt sich aus den Bildern von der Behebung einer Entgleisung am Bahnhof-Hotel in Hattingen (einer Stadt im Ennepe-Ruhr-Kreis Westfalens) sowie aus den Vergleichsfotos von Straßenbahnen in Berlin, Bonn (bzw. Rhein-Sieg-Kreis) und Essen erschließen. Möglicherweise kommt auch ein Bildreporter in Frage, worauf die zum Teil angespannt wirkenden Gesichter der Protagonisten hindeuten könnten (falls sie nicht Kriegsereignisse widerspiegeln). Auffällig ist die Dominanz der Straßenbahn-Linien 8 (Route Recklinghausen - Hattingen-Blankenstein) der BOGESTRA und 19 (Route Hattingen - Ronsdorf) der Wuppertaler Bahnen AG in den im Folgenden gezeigten Bildern, was auf den Aufnahmeort Hattingen am Südrand des Ruhrgebietes zurückzuführen sein dürfte. Der mehrfach im Hintergrund abgebildete Bahnhof Hattingen trägt nur insofern zur Klärung bei, daß sich dort seinerzeit die Endhaltestelle der aus Wuppertal-Elberfeld und Velbert-Langenberg (eventuell auch aus Essen-Steele) kommenden Straßenbahnen befand (vgl. den Plan bei Cappel ²1989, S. 39 - siehe das Literaturverzeichnis am Schluß des Artikels). Das sieht man diesem Verkehrsknotenpunkt (nahe der für den Nah- und Straßenverkehr wichtigen Ruhrbrücke) heute freilich nicht mehr an:

(Bahnhof Hattingen von der neuen Ruhrbrücke aus gesehen - Foto: Detlef Rothe - 16. September 2010)
Immerhin legt die auf einem Foto angegebene Adresse (siehe die Legende zu Bild 2) nahe, daß die Ansichten von einem Hattinger Bürger stammen. Über Hinweise zur Lokalisierung weiterer Aufnahmen würde ich mich sehr freuen!
Bis Mitte September 2010 habe ich einige wenige weiterführende Informationen zu den Bildern erhalten, welche hier weitgehend ergänzt wurden. Mein jüngerer Bruder konnte zudem den Verkäufer der Fotos erneut sprechen und hat dabei noch erfahren, daß diese zusammen einem Glasbilderrahmen entnommen wurden; es handelt sich demnach zwar um eine wohl vollständige, aber leider sekundäre ,Sammlung'.
Nach drei Spritztouren nach Hattingen (am 16. September 2010, 29. März 2011 und 15. Juni 2011), bei denen ich allmählich in das historische Zentrum der Stadt ,vordrang', war mir klar, daß ich mit dem Arbeitstitel ,Wuppertaler Straßenbahn anno 1940' ziemlich falsch lag. Stimmte die Jahreszahl mindestens im Wesentlichen (die Innenstadt von Hattingen wurde im Zweiten Weltkrieg zu etwa zwei Dritteln vernichtet), so stellte sich der Bezug zu Wuppertal als eher irreführend heraus, denn die Bilder stammen weitgehend von der Bahnhofstraße in Hattingen und ihrer unmittelbaren Nachbarschaft (wobei Fotos aus der fachwerkgeprägten Altstadt leider - fast? - vollständig fehlen). Die BOGESTRA dominiert auch heute noch augenscheinlich die Nahverkehrsszenerie vor Ort, während Wuppertals Fahrzeuge eher für die Anbindung der Gegend westlich der landschaftlich sehenswerten ,Oberelfringhauser Schweiz' (dort führt die heutige Buslinie 634 über die Landstraße L 924 hindurch) in das südwestlich anschließende Rheinland stehen.
Zum Hintergrund der Bilderserie: Am 1. Januar 1940 fusionierten die wesentlichen Straßen- und Kleinbahnen des Wuppertaler Raumes zur Wuppertaler Bahnen AG. Diese neue Gesellschaft auf Aktien (und Achsen...) stand von ihrer Größe her seinerzeit an siebenter Stelle der Straßenbahnverkehrsbetriebe im Deutschen Reich. Außer Berlin und Hamburg (den beiden größten Gesellschaften) und Dresden (welches an sechster Stelle rangierte) lagen diese Betriebe im Rheinisch-Westfälischen Industriegebiet (Düsseldorf, Bochum-Gelsenkirchen und Recklinghausen).
In diesem Zusammenhang darf daran erinnert werden, daß als erste Schnellbahn Europas anno 1898 zwischen Düsseldorf und Krefeld die Rheinische Bahn eröffnet wurde. Teile dieser Regionalstraßenbahn gehören heutzutage zur Stadtbahn Rhein-Ruhr (Website jochen-schoenfisch.de). Im Januar 1924 wurde die Konzession für den Bau einer elektrischen Städtebahn erteilt, welche - kreuzungsfrei und teilweise im Tunnel - Dortmund und Köln mit einer Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h verbinden sollte, doch 1927 scheiterte das Unternehmen während der Planungsphase an finanziellen Bedenken und Einsprüchen der Reichsbahn und der Binnenschifffahrt (siehe ebenda). Dieses Scheitern nutzte die Reichsbahn zur Einführung des Ruhrschnellverkehrs, aus dem das heutige S-Bahn-Netz entstand. In Auftrag gegebene Straßenbahnen wurden in bestehende Tram-Netze übernommen, welche freilich über unterschiedliche Spur-Breiten verfügten. In der Folge gabe es im 1930er Jahrzehnt Bestrebungen zum Verschmelzen der kleineren Gesellschaften zu größeren kommunalen und regionalen Einheiten. Schon am 1. Oktober 1932 wurden einige Linien der Hattinger Kreisbahn, welche nach Eingemeindungen auf dem Gebiet der Stadt Bochum lagen, mittels eines Schiedsspruches an die BOGESTRA übertragen, und am 15. September 1933 wurde der restliche Straßenbahnbetrieb der Hattinger Kreisbahn von der BOGESTRA übernommen (Quelle: http://wapedia.mobi/de/Bochum-Gelsenkirchener_Stra%C3%9Fenbahnen?t=2.).
Zwecks besserer Übersicht und zur Erleichterung der Identifizierung der Fahrzeuge durch Dritte wird hier eine Liste der abgebildeten Fahrzeuge vorangestellt:
| Wagen |
Bild |
Linie |
| |
| 25 |
7 |
19 |
| |
| 53 |
17 |
? |
| |
| 55? |
3 |
8 |
| |
| 58 |
18 |
? |
| |
| 68 |
4 |
8 |
| |
| 84 |
5 |
8 |
| |
| 95 |
10 |
19 |
| |
| 103? |
11 |
19 |
| |
| 105? |
9 |
19 |
| |
| 150? |
12 |
19 |
| |
| 153 |
19 |
15? |
| |
| 156 |
8 |
19 |
| |
| 157 |
1 |
19? |
| |
| 194 |
6 |
8 |
| |
| 519 |
24 |
1 |
| |
| 607? |
21 |
- |
| |
| 634 |
20 |
- |
| |
| 895 |
13-16 |
19 |
Die Bilder 22 (Bus), 23 (Essener Freiheit), 25 (Berlin) und 26 (Bonn) blieben unberücksichtigt. Eine Unterscheidung der Straßenbahngesellschaften habe ich vorsichtshalber unterlassen.
Ich lasse hier die Fotos folgen, und zwar ergänzt mit ihrer umseitigen Beschriftung, wobei die kursive Darstellung Bleistiftschreibschrift bedeutet (sofern nicht anders vermerkt), nicht kursiver Text in Anführungszeichen dagegen Stempelungen wiedergibt.

Bild 1: „10 97" - Wuppertaler Bahnen AG - Wagen 157 - Linie nach Ronsdorf - 3 Dienstpersonen (Format: 54 x 54 mm)
Der vierachsige Fernlinien-Triebwagen 157 ist bei Cappel ²1989 in einer Aufnahme vom Mai 1949 auf dem Betriebshof Velbert abgebildet, und zwar als Fahrzeug der Linie 9 der Wuppertaler Bahnen AG nach (Essen-)Werden (S. 161, Abb. o. Nr.).
Man Vergleiche hierzu das Farbbild vom Innenraum des Triebwagens 117 aus der Meterspur-Bildserie von Graham Feakins (London) von 1969/1970!
_Tram-Fuehrerstand_wohl_um_1940.jpg)
Bild 2: „774" und (mit Füllfederhalter oder eher Tuschestift - sehr fein geschrieben!) „D. Pott Victor-L.-Str. 49 Hattingen/R" - Wuppertaler Bahnen AG - Bahnhof Hattingen - Straßenbahn-Führerstand (Format: 54 x 54 mm)
Das Foto vom Führerstand wurde unmittelbar neben dem Hattinger Bahnhof gemacht, wie aus Bild 8 ersichtlich ist (siehe das Tor unterhalb der Bahnhofsuhr).
Bedauerlicherweise ist die Zugehörigkeit der im Folgenden dargestellten Fahrzeuge einer Straßenbahnlinie 8 zu einer bestimmten Gesellschaft wegen Unleserlichkeit der Seitenaufschrift nicht sicher geklärt; am ehesten läßt sich die BOGESTRA herauslesen (Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn AG - viertgrößte Tramgesellschaft ín Deutschland anno 1940). Ende des Jahres 1950 - also nach dem Zweiten Weltkrieg - fuhr die Linie 8 der BOGESTRA von Recklinghausen bis nach Hattingen-Blankenstein und war mit 31,4 km Länge die längste durchgehende Verbindung innerhalb des Ruhrgebietes; bereits vor der bis Blankenstein reichenden Verlängerung im Juni 1914 maß die Strecke 27,9 km! Zunächst betrieb die Hattinger Kreisbahn die Verlängerungsstrecke (Hattingen - Blankenstein) als Linie I. Ab 1933 wurde die Strecke dann von der verlängerten Linie 8 der BOGESTRA befahren (zeitweise lebte die alte Hattinger Linie I in Form einer Linie 28 zwischen Hattingen und Blankenstein wieder auf). Bis 1937 wurden alle
Strecken und Fahrzeuge der Hattinger Kreisbahn von der BOGESTRA übernommen. Die Blankensteiner Strecke wurde von der Linie 8 bis zum Sommer 1969 befahren. - Die Linie 18 der BOGESTRA endete übrigens - gleichfalls von Recklinghausen aus kommend - bereits nach 25,6 km in (Bochum-)Dahlhausen. Mit geringfügigen Änderungen wurde dieser Betrieb (Linien 8, 18 und zeitweise 28) der BOGESTRA bis zur Eröffnung des ersten Bochumer Stadtbahntunnels am 26. Mai 1979 durchgeführt (Quelle: Auf Draht, 6. Jg. - Heft 7, S. 4)
Nebenbei bemerkt: Die Wuppertaler Linie 8 führte vom Bahnhof in (Wuppertal-)Barmen über (Wuppertal-)Langerfeld und Schwelm nach (Ennepetal-)Milspe und hatte eine Streckenlänge von etwa 12,5 Kilometern; sie gehörte von 1930 bis 1939 zur Barmen-Schwelm-Milsper Bahn AG, einem Gemeinschaftsbetrieb der Städte Wuppertal und Schwelm, und zur Barmer Straßenbahn AG, einem Eigenbetrieb der Stadt Wuppertal. Dieser Gemeinschaftsbetrieb wurde damals von der Barmer Straßenbahn AG geführt.

Bild 3: „0 1" - BOGESTRA(?) - Wagen 55? (zweite Ziffer fraglich) - Linie 8 (Format: 54 x 53 mm)
An der Seite wurde unter den Fenstern anscheinend eine großformatige Reklame überstrichen, falls es sich bei den Streifen nicht bloß um Wischspuren auf verdreckter Fläche handelt.
Man beachte die nahe beieinander stehenden Oberleitungsmasten unmittelbar rechts von der Straßenbahn!
Die im Hintergrund abgebildete Industriefassade findet sich links auf einer Ansicht aus der Zeit um 1920 (Postkarte vom Jahr 1921) wieder, und zwar im Gelände zwischen City und Ruhrbrücke:
(Detail der Ansicht mit Ruhrbrücke rechts). Es handelt sich um ein Gebäude der Birschel-Mühle an der Ruhr östlich der Ruhrbrücke, welches bis zum Zweiten Weltkrieg über eine recht auffällige Beleuchtung verfügte (anscheinend weiße runde Glaskörper). Die Tram hatte offenbar gerade die Ruhrbrücke verlassen und befand sich unweit des Hattinger Bahnhofs und der Bahnhofstraße.
Die Zielangabe auf dem Frontschild zwischen den beiden Linien-Laternen ist noch nicht identifiziert:
Sie könnte ,Bahnhofstraße' oder eher ,Blankenstein' lauten. Sollte es sich bei dem ersten Buchstaben um ein H handeln, hieße der Text (nach Vergleich mit Bild 5 und anderen) allerdings ,Hattingen Bf.' und würde auf das unmittelbar bevorstehende Ziel hinweisen, nämlich den Hattinger Bahnhof! (Die Tram biegt gleich nach rechts dahin ab.)
Als Kontrast zu der Schwarzweißaufnahme ist das Stereofoto einer modernen Tram auf der neuen Ruhrbrücke gedacht:
Im Hintergrund sehen Sie die Birschel-Mühle, welche heutzutage als Seniorenwohnsitz fungiert (Foto: Detlef Rothe - 29. März 2011).
Ebenfalls in Hattingen - allerdings an einer noch zu bestimmenden Stelle - entstand folgendes Foto:

Bild 4: „0 1" - BOGESTRA(?) - Wagen 68 - Linie 8 (Format: 53 x 53 mm)
Zum Gelände (Straße) vergleiche Bild 9!

Bild 5: „0 1" - BOGESTRA(?) - Wagen 84 - Linie 8 (Format: 53 x 53 mm)

Bild 6: „11 88" - BOGESTRA(?) - Wagen 194 - Linie 8 - Einsatzwagen (Format: 52 x 54 mm)
Daß es sich bei dem abgebildeten Triebwagen nicht um ein Fahrzeug der Wuppertaler Bahnen AG handelt, zeigt ein Vergleichsbild von der Linie 5 (Dönberg - Solingen Mühlenplatz) vom 4. September 1958 unter dem angegebenen Link.
Neben den Linien 8 und 18 der BOGESTRA (von Recklinghausen aus) bestand in Hattingen ab 1907 eine Verbindung mit der Bergischen
Kleinbahn AG, welche ab 1940 zur Wuppertaler Bahnen AG gehörten. Etwa im Verlauf der heutigen Omnibuslinie 647 der Wuppertaler Stadtwerke AG führte diese Verbindung von Hattingen aus über Nierenhof, Neviges und Langenberg nach Elberfeld. Die Überlandstrecke von Hattingen nach Wuppertal wurde bis 1953 betrieben (Quelle: Auf Draht, 6. Jg. - Heft 7, S. 5).
Bei der ersten meiner drei spontan unternommenen Exkursionen konnte ich im September 2010 in Hattingen das Gelände am Bahnhof näher erkunden; dabei stellte sich allerdings heraus, daß sich die Bahnhofstraße in den vergangenen sieben Jahrzehnten stark verändert hat; die Standorte des Photographen sind daher teilweise nur noch schwer zu ermitteln. Da war ,natürlich' erst einmal ein Video fällig, aufgenommen am Anfang der erneuerten Ruhrbrücke (16.09.2010, 17:11 Uhr - 20 MB). Die Martin-Luther-Straße durchkreuzt heute auf breiter Front die Bahnhofstraße, wobei sie auf der Westseite von einer seperaten Straßenbahndoppeltrasse der BOGESTRA begleitet wird. Auf Höhe der Bahnhofstraße befindet sich eine Haltestelle, daneben eine für Fußgänger - wegen der langen Wartezeiten - nervtötende Ampelanlage:

Zwischen Ruhrbrücke und Bahnhofstraße ist das Gelände so stark ,modernisiert', daß eine eventuell hier zu erfolgende Lokalisierung einzelner Aufnahmen nur noch mit Hilfe zwischenzeitlicher Medien geschehen könnte:
(Fotos: Detlef Rothe - 16.09.2010, 16:41 und 16:42 Uhr
Die Straßenbahnlinie 19 (Streckenlänge etwa 32 Kilometer) der Wuppertaler Bahnen AG wurde seinerzeit als „Fernlinie" bezeichnet und führte von Ronsdorf über Elberfeld, Neviges und Langenberg bis nach Hattingen. Sie war aus der Gesellschaft Bergische Kleinbahnen AG hervorgegangen. Auf einigen Aufnahmen ist der Hattinger Bahnhof im Hintergrund abgebildet.

Bild 7: „5 2" - Wuppertaler Bahnen AG - Bahnhof Hattingen - Wagen 25 - Linie 19 nach Nierenhof (Format: 54 x 53 mm)
Man vergleiche hierzu zwei Aufnahmen des Triebwagens 25 (Baujahr 1902) - wiederum mit den beiden Maximum-Minimum-Drehgestellen - zu Nierenhof bei Herbert Cappel (²1989, S. 71)!
Zur Aufnahme ein Vergleichsfoto vom 16. September 2010 (Montage): 
Verhältnismäßig leicht ist die Lokalisierung einzelner Aufnahmen unmittelbar am Hattinger Bahnhof, denn es handelt sich hierbei doch um ein sehr auffälliges Gebäude. Schwieriger wird es in der unmittelbaren Umgebung, da verschiedene Gebäude entfernt und die Freiflächen umgestaltet wurden.
_Bahnhof_Tram_Wuppertal_Wagen156_Linie19_Langenberg_nach_Ronsdorf_wohl_anno_1940_mit_Scheinwerfer-Verdunkelung.jpg)
Bild 8: „40" - Wuppertaler Bahnen AG - Bahnhof Hattingen - Wagen 156 - Linie 19: Langenberg - Neviges - Wuppertal-Elberfeld - Ronsdorf (Format: 54 x 54 mm)
Ein Vergleichsfoto vom 16. September 2010: 
Der Triebwagen 156 entstammt - ebenso wie Tw 153 auf Bild 19, Tw 157 (dessen Innenraum in Bild 1 dargestellt ist) und Tw 160 von Bild 12 (falls es sich nicht um Tw 150 handelt) - einer Serie von zehn Fahrzeugen (Nr. 151 - 160), welche im Jahr 1925 von der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG (MAN) gebaut und mit einer elektrischen Ausrüstung der Siemens-Schuckert AG versehen wurden. Ursprünglich sollte mit dieser Serie ein Schnellbahnverkehr zwischen (Wuppertal-)Elberfeld und Essen eingerichtet werden, doch wurde das Vorhaben storniert und die Wagen im allgemeinen Fernlinienverkehr eingesetzt.
Eine auf das Jahr 1948 datierte Aufnahme des Triebwagens (Tw) 156 an der Endhaltestelle Ronsdorfer Straße der Linie 9 bildete Herbert Cappel ab (²1989, S. 155, Abb. oben). Am 4. September 1958 war der Tw 156 als Linie 25 auf der Jägerhofstraße von Dönberg kommend in Fahrtrichtung Sudberg im Einsatz, wie ein Foto auf der Linie-25-Seite zeigt (vgl. das Farbfoto von etwa 1965 ebenda auf der Seite zur Meterspur. Ein anderes Exemplar der Serie - nämlich Tw 159 - gelangte im Jahr 1973 auf das im selben Jahr per Pachtvertrag von der Bergischen Museumsbahnen e.V. eingerichtete Straßenbahngelände an der Kohlfurth in Wuppertal-Cronenberg (ehemalige Linie 5) - siehe Artikel bei de.wikipedia.org.
Umgebaut - unter anderem mit einem neuen Stromabnehmer versehen - war der Triebwagen 156 im 1950er Jahrzehnt noch als Linie 15 zwischen Remscheid und Wuppertal-Elberfeld unterwegs, wie der Band Foto-Schätze aus dem WSW-Archiv durch eine Abbildung der Augustastraße im Abschnitt Es war einmal in Elberfeld... zeigt.

Bild 9: „11 88" - Wuppertaler Bahnen AG - Wagen 105 (fraglich - eventuell 85?) - Linie 19: Langenberg - Neviges - Wuppertal-Elberfeld - Ronsdorf (Format: 51 x 53 mm)
Zum Gelände (Straße) vergleiche Bild 4! Oliver Schütte aus Velbert war so freundlich, bei www.geocaching,com ein historisches Relikt im Rahmen eines Caches zu verorten (mit diesem Bild als ,Aufhänger'), was - wie die Kommentare zeigen - auf lebhaftes Interesse stieß (vgl. den Nachtrag vom 1.11.2010!).
Nach dem Krieg fuhr der Triebwagen (Tw) 105 mit Beiwagen als Straßenbahn-Linie 33 zwischen Ravensberger Straße und Grenze Jagdhaus, wie ein Foto im angegebenen Link vom 8. Juli 1957 zeigt. Weitere Bilder - aus einer Meterspur-Serie von Graham Feakins (London) von 1969/1970 - zeigen die Tram mit und ohne Beiwagen auf den Linien 5 und 25 an verschiedenen Stellen im Stadtteil Elberfeld. Als die Meterspur in Wuppertal anno 1970 eingestellt wurde, kam der Tw 105 nach Essen, wo er bei der Essener Verkehrs AG (EVAG) restauriert wurde. Eine Zeitlang fuhr er als Museumsfahrzeug der EVAG und kam schließlich zur Museumsbahn zwischen Kohlfurth und Cronenberg - also nach Wuppertal zurück (Quelle: Meterspur).
Bei meinem Besuch des Bergischen Straßenbahnfestes im Mai 2010 konnte ich den Triebwagen 105 der Wuppertaler Bahnen AG bei Wuppertal-Cronenberg nach seiner Restaurierung in Augenschein nehmen:

Der im folgenden Bild abgelichtete Motorwagen 95 wird anscheinend abgeschleppt. Man beachte auch die schlechte Wegstrecke! Offenbar ist der Straßenzustand durch Frost und der Schmutz durch Schneereste bedingt. (Dem Verfasser ist die Identifizierung des Aufnahmestandortes auch am 15. Juni 2011 noch nicht gelungen, wäre daher für einen Hinweis durch Ortskundige dankbar!)

Bild 10: „" - Wuppertaler Bahnen AG - Wagen 95 - Linie 19 nach Neviges (Format: 53 x 52 mm)
Der Triebwagen 95 wurde im Jahr 1920 von MAN gebaut und mit einer elektrischen Ausrüstung von SSW versehen; er fuhr ursprünglich für die Bergische Kleinbahn AG (Cappel ²1989, S. 188).
Zur Lokalität (Reschop?) vergleiche man den Hintergrund des Straßenbahn-Farbfotos der BOGESTRA-Linie 308 in dem Mitteilungsblatt der Verkehrshistorischen Arbeitsgemeinschaft BOGESTRA e. V. Auf Draht, 6. Jahrgang, Heft 7, Seite 6 (Download-Link)!
_Bahnhof_Tram_Wuppertal_Wagen(1_oder_andere_Ziffer)03_Linie19_Langenberg_nach_Ronsdorf_mit_Scheinwerfer-Verdunkelung_um_1940.jpg)
Bild 11: „R18" - Wuppertaler Bahnen AG - Bahnhof Hattingen - Wagen 103 (erste Ziffer fraglich!) - Linie 19: Hattingen - Langenberg - Neviges - Wuppertal-Elberfeld - Ronsdorf (Format: 79 x 78 mm)
Der Triebwagen (Tw) 103 der Wuppertaler Bahnen AG war nach dem Krieg auf der Linie 3 (Viehhof Arrenberg - Grenze - Jagdhaus) mit Beiwagen unterwegs, wie ein Foto vom 9. Juli 1957 von der Haltestelle Briller Schloß unter dem angegebenen Link zeigt.
Tw 103 gehört der selben Serie wie der Tw 105 an, welcher sich heute bei der Museumsstraßenbahn (BMB) in Wuppertal-Cronenberg befindet. Es handelt sich um im Jahr 1927 von Talbot & Co. hergestellte Holzaufbauwagen mit elektrischer Ausrüstung von SSW, welche ursprünglich von der Bergischen Kleinbahnen AG Elberfeld für den Überlandverkehr in das Ruhrgebiet vorgesehen waren, zum Teil aber gen Westen in Richtung Solingen und gen Süden nach (Wuppertal-)Ronsdorf verkehrten.
Von den drei abgebildeten Herren hat zumindest der mittlere den Zweiten Weltkrieg und die unmittelbare Nachkriegszeit überlebt, denn er ist bei Cappel ²1989 (S. 161) auf einer Aufnahme vom Mai 1949 in der Mitte von sieben uniformierten Dienstpersonen (Wuppertaler Bahnen und Stadtwerke) vor dem Hintergrund des vierachsigen Triebwagens 157 im Betriebshof Velbert abgebildet.
Ein Vergleichsfoto vom 16. September 2010: 
)_Bahnhof_Tram_Wuppertal_Wagen150_oder_160_Linie19_Langenberg_nach_Ronsdorf_mit_Scheinwerfer-Verdunkelung_um_1940.jpg)
Bild 12: „99 W" (oder: 11 66 bzw. M 66) - Wuppertaler Bahnen AG - Bahnhof Hattingen - Wagen 150 (160?) - Linie 19: Hattingen - Langenberg - Neviges - Wuppertal-Elberfeld - Ronsdorf (Format: 77 x 77 mm)
Vergleichsfoto vom 16. September 2010: 
Falls es sich um Triebwagen 160 handelt, so finden sich Vergleichsfotos von 1957 und 1958 auf der Seite Linie 15 (Wuppertal-Elberfeld - Remscheid).
Zu den folgenden Bildern schrieb freundlicherweise Wolfgang R. Reimann aus Lennep am 25. Mai 2010, wofür ich ihm auch an dieser Stelle herzlich danken möchte:
„Gleich mehrere Bilder mit dem entgleisten Beiwagen entstanden an der Abzweigweiche zum Bahnhof Hattingen [...]"
Damit bestätigt sich einmal mehr die Bedeutung des Bahnhofviertels von Hattingen als ,Tatort' des Photographen.
_wohl_um_1940.jpg)
Bild 13: „2 71" - Wuppertaler Bahnen AG - Bahnhof-Hotel in Hattingen - Wagen 895 - Linie 19: Hattingen - Langenberg - Neviges - Wuppertal-Elberfeld - Ronsdorf (Format: 53 x 53 mm)
Die Gaslaterne vor der Häuserfront hat die Zeiten leider nicht überdauert!
Ein Vergleichsfoto vom 16. September 2010: 

Bild 14: „2 71" Wuppertaler Bahnen AG - Bahnhof-Hotel in Hattingen - Wagen 895 - Linie 19: Hattingen - Langenberg - Neviges - Wuppertal-Elberfeld - Ronsdorf (Format: 53 x 54 mm)
Das BAHNHOF-HOTEL hieß anno 2010 Casablanca, mochte Afrika auch weit weg sein: 
Näher liegt da eine Vorkriegsaufnahme (Postkartenansicht um 1935): 

Bild 15: „7 33" - Wuppertaler Bahnen AG - Bahnhof-Hotel in Hattingen - Linie 19: Hattingen - Langenberg - Neviges - Wuppertal-Elberfeld - Ronsdorf; der Beiwagen wird aufgebockt (Format: 53 x 53 mm)

Bild 16: „5 2" - Wuppertaler Bahnen AG - Bahnhof-Hotel in Hattingen - Linie 19: Hattingen - Langenberg - Neviges - Wuppertal-Elberfeld - Ronsdorf; der Beiwagen ist aufgebockt (Format: 53 x 53 mm)
Wieder eine Vergleichsaufnahme vom 16. September 2010: 
Näher in das Stadtzentrum von Hattingen rücken wir mit folgendem Foto:

Bild 17: „7 33" - Wuppertaler Bahnen AG - Hotel Westfälischer Hof in Hattingen - Wagen 53 (Format: 53 x 53 mm)
Der recht breit anmutende Triebwagen deutet seine Herkunft von der Bergischen Kleinbahn AG durch die Zielschild-Einsteckhalterung an der Frontseite und die runde Linien-Laterne an; an der Seite des Wagens ist unten schwach die Wuppertaler Bahnen AG angegeben (wohl überstrichen).
Das Schild auf der Frontscheibe ist leider nicht lesbar.
Das Bild 17 wurde - wie der Verfasser erst spät erkannte - unweit des Postamtes aufgenommen; links erkennt man das Hotel Westfälischer Hof, wie er sich auch nach dem Krieg (etwa auf Postkarten aus der Zeit um 1960) präsentierte:
- Das Postamt ist weiter links auf der anderen Straßenseite zu finden:
(Foto auf einer Postkarte - um das Jahr 1900)
Die Identifizierung des Standortes führte zu meiner dritten Spritztour im Juni 2011, bei welcher ich neben dem Westfälischen Hof an der Bahnhofstraße das geschlossene und offenbar zum Verkauf stehende Central-KINO vorfand, während das rechts im Bild stehende Gebäude anscheinend wegen Kriegsschäden verändert wiederaufgebaut wurde (mit Schnitzelstube):
(je ein 2D- und 3D-Foto des Verfassers vom 15.06.2011)
Ein Stereo-Video (17 MB) dokumentiert die aktuellere Szenerie in moderner Form (LED-Monitor mit Polarisationstechnik empfohlen, z. B. LG D41P oder LG D42P).

Bild 18: „" - Wuppertaler Bahnen AG - Bahnhof Hattingen - Wagen 58 (Format: 53 x 52 mm)
Zum Standort vergleiche Bild 20!
Die folgende Aufnahme zeigt hinter dem Motorwagen 153 der Wuppertaler Bahnen AG einen Beiwagen der Linie 15, welche auf einer gut 7 Kilometer langen Strecke Arrenberg über Elberfeld mit Uellendahl verband.
_D738_Essen_Wagen753_(oder_153)_Linie15_mit_Scheinwerfer-Verdunkelung_um_1940.jpg)
Bild 19: „Küllenberg D738 Essen" (rot) - Wuppertaler Bahnen AG - Bahnhof Hattingen - Linie 19 (Hattingen - Langenberg - Neviges - Wuppertal-Elberfeld - Ronsdorf) - Wagen 153 (vgl. Cappel ²1989, S. 33: Motorwagen der Linie 9 nach Ronsdorf 1940/1945) und Beiwagen der Linie 15 (Format: 53 x 37 mm)
Die Lokalisierung am Hattinger Bahnhof basiert auf einem Vergleich der Aufnahmen, vor allem mit Bild 8 (Mast!). Der Fabrikschornstein ist anscheinend identisch mit dem auf Bild 3 dargestellten Exemplar.
Der Triebwagen 153 fuhr nach dem Krieg ohne Beiwagen als ,Kurzläufer' der Linie 5 (Dönberg - Solingen Mühlenplatz) nur bis Cronenberg, wie ein Foto vom 04. September 1958 unter dem angegebenen Link zeigt.

Bild 20: „0 1" - Wuppertaler Bahnen AG - Bahnhof Hattingen - Wagen 634 - Dienstwagen mit Arbeitsbühne (Format: 53 x 54 mm)
Ein Vergleichsfoto vom 16. September 2010:
(Bahnhofsvorplatz mit Blick zur Ruhrbrückenauffahrt)
_D7(__)_Essen_Bahnhof_E-Lok_Wagen_607_letzte_Ziffer_fraglich_mit_Scheinwerfer-Verdunkelung_um_1940.jpg)
Bild 21: „Kü[llenberg] D7[...] Esse[n]" (rot) - Wuppertaler Bahnen AG - Bahnhof Hattingen - Wagen 607(?) - E-Lok (Format: 55 x 54 mm)
Die E-Lok 607 wurde im Jahr 1928 bei Talbot in Aachen gebaut und mit einer elektrischen Ausrüstung von SSW versehen; ihre Ausmusterung erfolgte im Jahr 1959 (Cappel ²1989, S. 208).
Vergleichsfoto vom 16. September 2010: 
Bei YouTube ist unter folgendem Link ein von tram-aktuell.info eingestelltes Video von der Tätigkeit eines ähnlichen Fahrzeugs (Nr. 905) bei Abschlepparbeiten anläßlich eines Straßenbahnunglücks in Dortmund anno 1988 oder 1989 (widersprüchliche Angaben) zu sehen (Stand: 1.11.2010).
_Linienbus_mit_Durchgang-Anhaenger_wohl_anno_1940.jpg)
Bild 22: „11 84" und (über Kreuz) „11 88" - Wuppertaler Bahnen AG(?) - Linienbus mit Beiwagen (Format: 52 x 54 mm)
Da ich das im Hintergrund dargestellte Gebäude - eine Schule? - (und damit der Aufnahmeort) noch nicht identifiziert habe, bleibt mir unklar, ob auch diese Aufnahme aus Hattingen stammt, wo zu Beginn des Zweiten Weltkriegs nur eine Nahverkehrsbuslinie existierte.
Ein ähnliches Gespann wie das abgebildete, allerdings etwas hübscher mit auffälligem Schutzblech vorne und Chromstreifen an den Fensterunterkanten der sonst dunkel gehaltenen Karosserie, wurde nach dem Kriege vor dem Hagener Hauptbahnhof wahrgenommen, siehe das Foto in dem hervorragenden Erinnerungsbuch von Dirk Göbel und Jörg Rudat BITTE EINSTEIGEN, S. 33, Abb. oben, hier Ausschnitt links (bei der Bahnpolizeidienststelle): .gif)
Nicht eben schön waren solche bereiften Personenbeförderungswagen vor der Nachkriegswunderzeit, als diese Art Fahrzeuge - ,Omnibusse' genannt - zunehmend die Straßenbahnen verdrängen sollten!
_Essen_Hauptbahnhof_Trambahnhof_mit_Tram-Scheinwerfer-Verdunkelungen_und_Wehrmacht-Ausstellung-Schriftzug_wohl_anno_1940.jpg)
Bild 23: „59 1" - Essener Verkehrs-AG - Straßenbahnhaltestelle Essener Freiheit vor dem Essener Hauptbahnhof und Handelshof - rechts Hinweis auf eine Wehrmacht-Ausstellung (Format: 95 x 56 mm):
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Am 6. Oktober 1940 wurde in Essen die Ausstellung Heimat und Technik eröffnet. Das könnte dem Text in dem weißen Mittelfeld entsprechen - leider ist dieser jedoch nicht lesbar, so daß ein Zusammenhang hier nur vermutet werden kann. Zum Bild vgl. Frenz u. Reimann 2008, S. 7 r. o. (Gegenrichtung bei Schnee zwischen Handelshof und Hauptpost aufgenommen) u. S. 22 l. o. (Aufnahme vom 21. Juli 1963)!
Zum Vergleich der geographischen Situation eine mit Hilfe von Google Earth erstellte Ansicht mit dem Handelshof im Hintergrund.

Bild 24: „11 63" - Essener Verkehrs-AG - Wagen 519 (510?) - Essen-Rüttenscheid, Rüttenscheider Straße (alias Hermann-Göring-Straße), Straßenbahnhaltestelle zwischen Flora- und Wittekindstraße - Linie 1 nach Bredeney (Format: 55 x 53 mm)
Im Hintergrund dieses Bildes läßt sich eine Kriegsruine ausmachen!
Gemäß freundlichen Hinweisen meiner Großcousine G. Schön in Essen (vom 4. Januar 2012), welche auf Erkundigungen einer 84jährigen Dame beruhen (beiden danke ich auch an dieser Stelle herzlich!), wurde das Bild in der Rüttenscheider Straße aufgenommen, welche seinerzeit Hermann-Göring-Straße hieß. Der Straßenabschnitt liegt offenbar zwischen Florastraße und Wittekindstraße (Grugaplatz); die Route wird heute von der U-Bahn benutzt, und zwar von den Linien (1)01, (1)07 und (1)27. Einzelne Häusergiebel lassen sich wohl noch identifizieren, während sonst Lücken im Altbaubestand die Szene beherrschen (was angesichts des Krieges und der zurückliegenden Zeitspanne nicht verwundert).
Zum Vergleich der geographischen Situation eine mit Hilfe von Google Earth erstellte Schrägansicht der Rüttenscheider Straße im betreffenden Abschnitt mit der Essener City im Hintergrund.
Den sehr ähnlichen Triebwagen 507 zeigt - allerdings ohne Beiwagen - ein anläßlich der Ausstellung ,Schiene und Straße' anno 1951 in der Kettwiger Straße am Essener Hauptbahnhof aufgenommenes Foto (Straßenbahnsonderlinie zur Gruga - bei Frenz & Reimann 2008 S. 10, Abb. r. u.):
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Etwas schlichter gehalten ist der erst 1948/49 von der Essener Straßenbahn beschaffte Triebwagen 888, welcher als
Museumswagen der Essener Verkehrs-AG (EVAG) erhalten blieb. Der Wagenkasten war beim Bau neu, während das Fahrgestell von einem noch gut erhaltenen und im
Krieg beschädigten Wagen stammte (Quelle mit Farbfotos: Mitteilungsblatt der Verkehrshistorischen Arbeitsgemeinschaft BOGESTRA e. V. Auf Draht, 7. Jahrgang, Heft 2, Seite 8 (Download-Link).
_Tram_Linie76_vermutlich_in_Essen_mit_Scheinwerfer-Verdunkelung_um_1940.jpg)
Bild 25: „Bu 66" (Format: 56 x 53 mm)
Hierzu schrieb mir freundlicherweise Wolfgang R. Reimann aus Lennep am 25. Mai 2010 per eMail:
„[..] eine Aufnahme ist nun eindeutig meine Heimatstadt Berlin: die Linie 74 als Verbundzug. Beschriftet ist das Bild bei Ihnen mit Bu 66 Tram Linie 76 vermutlich in Essen [...]"
Eine Aufnahme von außerhalb des rheinisch-westfälischen Raumes habe ich nun wirklich nicht erwartet!
Ein vergleichbares Fahrzeug - Triebwagen 3802 - wurde restauriert und ist auf Seite 26 im Mitteilungsblatt der Verkehrshistorischen Arbeitsgemeinschaft BOGESTRA e. V. Auf Draht, 7. Jahrgang, Heft 2 - Juni 2002 (Download-Link) - und bei ohbodo.de abgebildet (Stand: 11.10.2010).
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Bild 26: „Stens Linden D689 Dahlhausen" (rot) und „42" - Elektrische Bahnen der Kreise Bonn-Stadt, Bonn-Land und des Siegkreises (SSB) - Wagen 16 - Linie H von Bad Honnef nach Bonn (Format: 54 x 52 mm)
Diese Aufnahme zeigt einen Drei-Wagen-Zug - 2 Triebwagen und 1 Beiwagen -, bei dem offenbar 1 Triebwagen abgekoppelt werden soll (im Hintergrund ist anscheinend das Siebengebirge angedeutet). Auffällig bei diesem letzten Bild ist die Verwendung von Beton für Oberleitungsmasten, welche zu diesem Zeitpunkt auf einen Mangel an Stahl hindeuten könnte, obgleich sie zunehmend üblich wurde.
Auf der - hier umgedreht abgebildeten - Zieltafel läßt sich leider nur sehr undeutlich das Gegenrichtungsziel Bad Honnef herauslesen, so daß es sich offenbar um die Siebengebirgsbahn handelt (der Link verweist auf die entsprechende Seite von brueckenhofmuseum.de - in der virtuellen Abteilung des Museums finden Sie übrigens ein Foto des Triebwagens 23 mit einem Beiwagen in voller Fahrt aus dem Jahr 1953).
In etwas anderer Bemalung finden Sie bei bahnalltag.de den Triebwagen 14 mit Beiwagen 101 im November 1957 an der Sterntorbrücke in Bonn.
Als Fazit läßt sich - mangels eines bei unwillkürlicher Betrachtung stärker zu erwartenden Individualverkehrs auf den Aufnahmen - schlußfolgern, daß die gute alte Straßenbahn beim innerstädtischen und zwischenörtlichen Personentransport zu Beginn des Zweiten Weltkrieges zwischen Wupper und Ruhr (und darüber hinaus) eine heute schon fast nicht mehr denkbar wichtige Rolle spielte, wobei dabei die politisch veranlaßte Einziehung von Privatautos für Kriegszwecke berücksichtigt werden sollte. Die zum Teil schon modern anmutenden Trams übernahmen einerseits auf Fernlinien bereits stadtbahnähnliche Aufgaben, standen aber andererseits offensichtlich unter Kriegseinfluß, wie das Verdunkeln der Scheinwerfer, die offensichtlich unzureichende Instandhaltung und der für damalige Verhältnisse starke Frauenanteil bei dem Schaffnerpersonal verdeutlicht. Mögliche Anflüge von Nostalgie beim Betrachten der mitunter sehr friedlich anmutenden Bilder dürfen über den tatsächlichen Wert der Dokumente als Zeugnisse für den Kriegseinsatz nicht hinwegtäuschen!
Nachtrag vom 1.11.2010: Ich bin dem freundlichen Hinweis von Oliver Schütte aus Velbert (vgl. zu Bild 9) gestern einmal nachgegangen und habe mich über die Entdeckung sehr gefreut. Herzlichen Dank dafür! Für alle Surfer, welche den Weg zur Bushaltestelle Am Lindgen nicht gehen können oder über kein Navigationsgerät verfügen, möchte ich hier ein schnappschußartiges Video (9 MB) und eine Bilderfolge bereitstellen. Der im ersten Foto sichtbare Omnibus der Wuppertaler Stadtwerke AG gehört übrigens zur oben erwähnten Linie 647 in Nachfolge der Tram-Linie Hattingen - Nierenhof - Elberfeld:
Die Straßenbahn fuhr zweigleisig mitten auf der Nevigeser Straße, wie etwa ein Foto der Linie 33 (Ravensberger Straße - Grenze Jagdhaus) vom 8. Juli 1957 zeigt.
Anno 1987 wurde der Straßenbahnbetrieb in Wuppertal nach 113 Jahren eingestellt. Während die ersten verkauften Fahrzeuge bereits in Graz (Österreich) ihren Dienst versahen, verabschiedete sich Wuppertal am 30. Mai 1987 von seiner Straßenbahn (Straßenbahnen in Wuppertal). Der letzte Betriebstag des meterspurigen Tram-Netzes in Wuppertal war bereits am 1. August 1970.
LINKS
Allgemeines
Öffentlicher Verkehr (Busse, Bahnen, Züge) weltweit
Busse und Bahnen - Museumsbahnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz
tram-info.de - Die Straßenbahn-Website
tramtracks.de dokumentiert die Relikte stillgelegter Tram-Strecken an Rhein, Ruhr und Wupper
Bestandslisten über Busse und Straßenbahnen aus Nordrhein-Westfalen
Bahnen im Rheinland
tram-aktuell.info - Straßenbahnen hauptsächlich im Ruhrgebiet
Stadtbahn Rhein-Ruhr auf der Homepage von Jochen Schönfisch
Rheinland
Bergische Museumsbahnen e.V. - Straßenbahnmuseum Kohlfurth (BMB)
Homepage der Bergischen Museumsbahnen Wuppertal
Bergisches Straßenbahnmuseum (BSM) bei de.wikipedia.org
Museumsseite bei webmuseen.de
Bergisches Straßenbahnfest in Wuppertal zu Pfingsten 2010 (2. Juni 2010 - eigener Beitrag).
Seite Bergische Museumsbahn Wuppertal
Bahnhofvorplatz und Handelshof Essen
Denkmalpfad Essen
Elektrische Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises oHG (SSB)
SSB bei drehscheibe-foren.de (mit vielen alten Fotos!)
SSB bei wapedia.mobi
Bonner Bahnen bei myway.de
,Die Elektrischen Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises SSB' auf der Website der Eisenbahn- und Modellbahnfreunde Siebengebirge e.V. (EMFS)
Die Siebengebirgsbahn bei de.wikipedia.org
Essener Verkehrs-AG (EVAG)
Verkehrshistorische Arbeitsgemeinschaft EVAG e.V.
Wuppertaler Bahnen
Homepage von Peter Bosbach über die Schwebebahn und den Nahverkehr in Wuppertal
Die Website bahnen-wuppertal.de über den Bahn- und Nahverkehr in Wuppertal
Seite Straßenbahnen in Wuppertal. Hier finden Sie unter anderem Bilder einzelner Linien im 1950er Jahrzehnt:
Linie 1
Linie 2 (Klinikum Barmen - Hottenstein)
Linie 3 (Viehhof Arrenberg - Grenze - Jagdhaus)
Linie 4 (Wichlinghauser Markt - Toelleturm)
Linie 5 (Dönberg - Solingen Mühlenplatz)
Linie 6 (Hatzfeld - Lenneper Straße)
Linie 8 (Ennepetal-Milspe - Wuppertal Wilkhausstraße)
Linie 10 (Toelleturm - Remscheid Clarenbach)
Linie 11 (Weiherstraße - Gabelpunkt)
Linie 14 (Opernhaus - Toelleturm)
Linie 15 (Wuppertal-Elberfeld - Remscheid)
Linie 18 (Sonnborn - Schwelm)
Linie 21 (Wieden - Wuppertal-Elberfeld Morianstr.)
Linie 23 (Uellendahl - Ronsdorf)
Linie 25 (Dönberg - Sudberg)
Linie 33 (Ravensberger Straße - Grenze Jagdhaus)
Barmer Bergbahn (*1894 - †1959)
Westfalen
Stadt Hattingen (Ruhr)
offizielle Seite der Stadt Hattingen.
Herziges Hattingen - Resümee dreier Spritztouren 2010/2011 - eine sentimentale Rückschau angesichts der neuen Ruhrbrücke (1. Juli 2011).
Bahnhof Hattingen (Ruhr)
Der Bahnhof Hattingen in der Themenroute 15 - Bahnen im Revier - von www.route-industriekultur.de.
Der Bahnhof bei der wikipedia.org
Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG (BOGESTRA)
BOGESTRA-Homepage mit Literatur-Download-Link
BOGESTRA bei wapedia.mobi
BOGESTRA bei der wikipedia.org
BOGESTRA im trampicturebook.de
Tabelle zur Geschichte der BOGESTRA bei vhag-bogestra.de
Geschichte der BOGESTRA als Lexikon-Beitrag bei uni-protokolle.de
Hattinger Kreisbahn AG
Hattinger Kreisbahn beiwapedia.mobi
MEDIEN
DVDs
Wuppertal
Wuppertaler Straßenbahnen: Tramverkehr auf Meterspur.
[Dieser Film begleitet die Meterspurlinien 3/33, 5, 15, 25 und 30 auf ihrem zum Teil abenteuerlichen Weg von Elberfeld auf die Südhöhen. Darüberhinaus dokumentiert die DVD die Bauarbeiten am Döppersberg im Jahre 1959. Die Aufnahmen werden ergänzt und abgerundet durch historisches Film- und Fotomaterial von Heinz Johann sowie Bildern der Wuppertaler Stadtwerke. Bezugsquelle: www.mlhf.de]
Literatur
Ruhrgebiet allgemein
Hellmut Hartmann, Straßenbahnen im Ruhrgebiet. Das Netz, das 20 Städte verbindet, Düsseldorf,
1. Aufl. 1975 - ISBN 3-87094-312-2
Andreas Halwer, Torsten Haunert, Torsten Rack u. Jürgen Wischnewski, Eröffnung der Ruhrbrücke in Hattingen - Die Mülheimer Straßenbahn - Aktuelles aus dem Betriebsgebiet und der Umgebung - Reiseberichte, in: Verkehrshistorische Arbeitsgemeinschaft BOGESTRA e. V. (Hg.), Auf Draht, 7. Jahrgang, Heft 2, Bochum 2002 (Juni), S. 1 - 32. (Download-Link)
Eckehard Frenz u. Wolfgang Reimann, Tram-Tour Ruhr. Straßenbahnen im Ruhrgebiet der Nachkriegsjahre, Freiburg 2008 - ISBN 978-3-88255-849-4
BOGESTRA (Bochum und Gelsenkirchen)
Ludwig Schönefeld, Unterwegs zwischen Emscher und Ruhr. Geschichte des Wagenparks der Bochum-Gelsenkirchener Strassenbahnen AG, Wuppertal 1989 - ISBN 3-925298-07-X
Andreas Halwer, Torsten Haunert, Torsten Rack u. Bernd Recklies, 100 Jahre Straßenbahn von Weitmar nach Linden, Dahlhausen und Hattingen, in: Verkehrshistorische Arbeitsgemeinschaft BOGESTRA e. V. (Hg.), Mitteilungsblatt, 6. Jahrgang, Heft 7, Bochum 2001 (August), S. 1 - 16. (Download-Link)
Wuppertal
Herbert Cappel, Unter dem Fahrdraht, 2. Aufl., Wuppertal 1989 (Oktober) [Hg.: Wuppertaler Stadtwerke AG]
Bernhard Terjung, Straßenbahnen in Wuppertal, Nordhorn, 1. Aufl. 1997 - ISBN 3-927587-74-5
Wuppertaler Stadtwerke AG (Hg.), Foto-Schätze aus dem WSW-Archiv ausgesucht von Michael Malicke, o.O. o.J. [vor 2005]
Michael Malicke, Erinnerungen an die Wuppertaler Bergbahn und Straßenbahn. Bitte einsteigen! Gudensberg-Gleichen, 1. Aufl. 2008 - ISBN 978-3-8313-1944-2
Herbert Günther, Die Wuppertaler Straßenbahn (aus der Reihe: Auf Schienen unterwegs) Erfurt 2005 - ISBN 3-89702-783-6
Axel Ladleif u. Wolfgang R. Reimann (Redaktion und Gestaltung), Lebendige Museumsstücke. Die Fahrzeuge der Bergischen Museumsbahnen e.V., Wuppertal 2007
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20120123 10:24