ARCHÄOLOGIE

Speläologisches: hauptsächlich Be- und Erfahrungen als Schüler und Student

von Detlef Rothe aus Hagen in Westfalen

Meine ersten Besuche von Höhlen betreffen die westfälische Dechenhöhle (circa 1970) bei Iserlohn, die Heimkehle am Südharz (desgleichen), die slowenische ,Adelsberger Grotte' (1972) bei Postojna und die Volmehanghöhle an der Stadthalle zu Hagen (1975). Zunehmend konzentierte sich mein Interesse auf die geschichtliche Bedeutung der Höhlen im Bergischen Land und Sauerland (rechtsrheinisches Schiefergebirge), was 1983 in einem Vortag und Aufsatz mündete. Das Thema sollte in meiner Dissertation abschließend behandelt werden, wozu es aber bekanntlich nicht kommen konnte.



ADELSBERGER "GROTTE"


Postojna (deutsch: Adelsberg) gehört zu den schon früh - nämlich im 19. Jahrhundert - aus touristischen Gründen aufgesuchten Orten im ehemaligen Jugoslawien. Die nach dem Ort benannte Höhle Postojnska Jama (deutsch Adelsberger Grotte, wobei ,Grotte' für ,Tropfsteinhöhle' steht) ist seit langem berühmt, und ihr Besuch gehörte lange Zeit zum Pflichtprogramm der von Wien an die Adria reisenden Honorationen und Abenteurer. Kaum ein Adria-(K)Urlauber aus Mitteleuropa verzichtete seither auf einen Besuch dieses Ortes, welcher über eine Bahnlinie gut erreichbar ist. Die Höhle selbst ist mit einer Bahn zu befahren!

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Höhlen- und Bahnhofseingang der Adelberger Grotte um 1962 (Dahlhaus-Sammlung)

Ich selbst habe die Höhle im Hochsommer 1972 - im wahrsten Sinne des Wortes - befahren, als ich dreizehn Jahre alt wurde (man vergleiche dazu meinen Artikel über Autofahrten durch Slowenien). Die Eindrücke waren so nachhaltig, daß ich mich in Hagen neben archäologischen Interessen auch der Speläologie zuwandte. Meine Erinnerungen an die Grotte sind allerdings mittlerweile sehr begrenzt. Vor dem Höhleneingang war - Hauptsaison! - viel Betrieb, so daß eine längere Wartezeit auf die Bahn erforderlich wurde; dies erinnerte mich immerhin an unternommene Geisterbahnfahrten auf Jahrmärkten. Der Höhlenbesuch war phantastisch, obwohl man in der Flut an Leuten fast zu ersticken drohte. Es gab verschiedenste Gruppen mit Führern, welche sich an einer bestimmten Stelle ,knubbelten' und auf zahlreich versammelte Nationen schließen ließen. Vor oder nach dem Grottenbesuch habe ich mit meinen Eltern und Brüdern im ,Höhlenbahnhofsrestaurant' gut ,jugoslawisch' gegessen. Die obligatorische Begegnung mit dem Grottenolm will ich nur erwähnen. Die Führung war gut und machte gleichfalls Appetit auf mehr. Irgendwie bekam ich noch mit, daß hier sehr aktive ,Höhlenforscher' agierten.


Im Folgenden finden Sie eher zufällig erstellte Auszüge aus meinen Tagebüchern:



VOLMEHANGHÖHLE


Aus dem Tagebuch A, S. 50 f., Eintrag vom 11. September 1975 (geschrieben im Alter von 16 Jahren):
Am Sonnabend, den 16.8., ging ich nachmittags zur Volmehanghöhle, wo ich Heinz traf. Ich lernte dort Jochen Hasenpflug und Herrn [Siegfried] Gams kennen. Jochen zeigte mir einen Teil der Höhle[,] und ich fand Gefallen am Durchforschen derselben. Das [= Daß] ich dabei ziemlich schmutzig, lehmbeschmiert wurde, störte mich wenig.
Am Montag, den 18. August, kaufte ich mir gleich eine starke Taschenlampe und nahm sie gleich mit bei der Exkursion zum Lethmather Burgberg, die der Arbeitskreis für Vor- und Frühgeschichte
[des Hagener Heimatbundes e.V.] an jenem Tag unternahm. Jochen und Heinz waren dabei, und so untersuchten wir u. a. die Reste der Grürmannshöhle.
Am nächsten Tag, Dienstag, den 19. August, nahm ich am Ausflug zur Kluterthöhle teil, zu der Herr Gams die Hagener Jugend eingeladen hatte. Es kamen, wenn ich mich nicht irre, ca. 50 zum Teil ziemlich kleine Kinder
[,] und ich hatte mit den anderen älteren Jungen einiges zu tun, um sie von Vogelsang über den Berg zur Kluterthöhle zu schaffen. Es hat uns allen aber Spaß|gemacht[,] und es wurde ein schöner Tag. Ich beschloß, am folgenden Dienstag einen zweiten Ausflug mit demselben Ziel, nämlich Klutert- und Bismarckhöhle, mitzumachen.
Am Vormittag des nächsten Tages, Mittwoch, den 20.8., besuchte ich mit Heinz, Jochen und zwei Mädchen, die auch am Vortage dabeigewesen waren, die Volmehanghöhle - ich zum 2. Mal.
"


Aus dem Tagebuch D 18.2.77 - 1.3.77, S. 11 f., Eintrag vom 27. Februar 1977 (geschrieben im Alter von 17 Jahren):
„[...] zur Volmehanghöhle bin ich gestern nachmittag[s] gefahren. Ich war erstaunt, wie weit die Arbeiten dort fortgeschritten waren,|seit ich das letzte Mal dort war (am . .76). Das Tor zum Tunnel wurde gerade gestrichen: Es zeigt das Wappen der Stadt Hagen, den Namenszug und ein weiteres Wappen, welches das Kennzeichen unserer Arbeitsgruppe (Höhlenkunde) tragen soll: Karbitlampe, Hammer und Schlegel (verkehrt als beim [= gegenüber dem] Bergbau). Daneben zieren Fledermäuse das eiserne Torgitter. Der Tunnel hat einen Kiesweg und elektrische Arbeitsbeleuchtung [bekommen]. Zur Zeit wird in ihm eine Rampe zum zweiten Höhlenzugang gebaut. Ein ,Biwak' (zukünftiges Labor) ist bereits eingerichtet. In dem Tunnel sollen später einmal Bergbaugeräte und Maschinen ausgestellt werden. Im September beginnt der Bau der Hagener Stadthalle 50 m weiter und 17 m höher. Es gibt viel zu tun. Packen wir's an!"


An der Rampe - am hinteren Ende des Tunnels (welcher mich übrigens etwas an die zerstörte Neanderhöhle im Neandertal erinnert) - habe ich mitgebaut, während Siegfried Gams (Leiter des Arbeitskreises für Höhlenkunde des Hagener Heimatbundes) den Zement am unmittelbar davor plazierten Betonmischer anrührte.

Aus dem Tagebuch E 3.4.77 - 5.5.77, Eintrag vom 15. April 1977 (geschrieben im Alter von 17 Jahren):
Von den Arbeiten in der Volmehanghöhle habe ich mich wieder zurückgezogen, nachdem ich am Bau einer Rampe (Zugang) vom Tunnel zum Nebeneingang der eigentlichen Höhle maßgeblich beteiligt war."

Die weitere Entwicklung habe ich wegen meiner Aktivitäten bezüglich des Missionsortes Dortmund-Syburg und wegen notwendiger Konzentration auf die Schule nur noch nebenbei verfolgt. Ich bin daher froh, daß hierzu Richard Althaus - aktives Mitglied des Hagener Heimatbundes und Verfasser heimatkundlicher Werke - darüber bereits 1977 einen Bericht veröffentlichte, aus dem ich hier zitieren möchte:

Die V o l m e h a n g h ö h l e [...] ist [...] seit vielen Jahren bekannt, aber so recht gekümmert hat man sich früher nicht darum. Einmal wohl, weil man in der nahen Dechenhöhle ein Musterbeispiel für den Anschauungsunterricht hatte, zum anderen wohl, weil ihre Begehung eine ziemlich unbequeme Sache darstellte. Was wiederum nicht ausschloß, daß von den früheren Steinbruchbetrieben der vordere Teil der Höhle zur Aufbewahrung von Sprengstoff ausgebaut [worden] war, dadurch auch heute noch einigermaßen begehbar. Aber der größte Teil der Höhle blieb [...] weitgehend unerforscht. [...] Zu einer systematischen Untersuchung kam es erst, als durch den Bau der neuen B 54 die Höhle, zumindest aber der Eingang und der vordere Teil, unmittelbar bedroht war. Dann [= Deshalb] griffen Mitglieder des Hagener Heimatbundes ein und begannen damit, die Höhle zunächst soweit wir möglich aufzuräumen, in etwa begehbar zu machen, aber sie vor allem zu vermessen und zu versuchen, durch vorhandene Spalten weiter in den Berg zu dringen.|Es waren und sind vor allem Prof. Dr. H. Kersberg, Siegfried Gams und N. Jorek, die sich die nicht leichte Aufgabe stellten, die Höhle nun nach wissenschaftlichen Grundsätzen zu erforschen. Siegfried Gams verstand es darüber hinaus, eine Schar von interessierten Jugendlichen zusammenzuholen, die als Jugendgruppe des Hagener Heimatbundes [...] an der Aufbereitung der Höhle mitarbeitet.
Durch die Initiative des Hagener Heimatbundes angeregt, wurde auch die Stadt
[verwaltung von] Hagen aktiv und stellte Fachkräfte zur Beratung und Mittel zur Beschaffung wichtiger Materialien zur Verfügung. So werden nun nicht nur neue Gänge und Spalten, Fossilien und Tropfsteingruppen entdeckt und erforscht, sondern auch bereits erschlossene Teile der Höhle ausgebaut, abgesichert und begehbar gemacht. Wenn man bedenkt, daß die Erforschung neuer Höhlenteile hier unter schwierigsten Bedingungen vor sich geht, ist die ehrenamtliche Arbeit der Gruppe [...] garnicht hoch genug einzuschätzen. Nur mit ausgefeilter Klettertechnik [...] läßt sich die Arbeit erfolgversprechend durchführen. Und gute Erfolge sind bereits erzielt worden, obwohl man erst 1971 anfing, ernsthaft und systematisch zu arbeiten.
Während der vordere Teil der Höhle verhältnismäßig geräumige Gewölbe, breite Gänge und hallenartige Hohlräume aufweist, wird es im hinteren Teil immer enger, niedriger und schwieriger. Die Höhle verläuft ungefähr in Nord-Süd-Richtung, die Hauptstrecke in etwa 150 m Länge. Seitlich führen Gänge in verschiedener Ausdehnung nach Westen und Osten. Insgesamt sind jedenfalls weit über 1000 m vermessen
[,] und immer noch melden die Höhlenforscher neu entdeckte Gänge und Spalten, so daß inzwischen mehrere hundert Meter wieder auf ihre Verabeitung warten. [...] Wenn auch nicht in der Vielzahl und Pracht anderer Höhlen, sind doch auch hier Tropfsteingebilde in beachtlicher Zahl und Größe vorhanden. Es gibt sowohl Wände, die ganz von Tropfstein bedeckt sind, als auch [...] Stalagmiten und Stalgtiten [= Stalaktiten (D.R.)] (hängende und stehende Tropfsteine), die bis zu 2 m lang sind.
Den Spuren nach zu urteilen, ist in alter Zeit die Volme durch die Höhle geflossen, da Flußlehm und Schotter darauf hindeuten.
[...] Gedacht ist [...] an eine Auswertung aller Erkenntnisse durch Studenten, Schüler und Heimatforscher. Zu diesem Zweck wird auch das Vorgelände der Höhle in die Planung einbezogen. So wird ein guter Zugangsweg geschaffen[,] und das Städtische Bauamt hat ein eisernes Tor anbringen lassen, um Zerstörungen vorzubeugen. Dann kann der ganze Kalkhang mit seiner besonderen Flora in den Naturkundeunterricht einbezogen werden. Weiter verläuft parallel zur Höhle ein ausgemauerter Stollen [= Tunnel] der ehemaligen Steinbruchbetriebe, der ebenfalls genutzt werden kann. In ihm sollen Bergwerksgeräte und -maschinen aus alter Zeit aufgestellt werden, die bereits von entsprechenden Firmen zugesichert sind. Weiter ist an eine reichhaltige Mineralien- und Fossiliensammlung gedacht, die, in Schaukästen und Vitrinen untergebracht, wertvolles Anschauungsmaterial für Schulen und interessierte Bürger abgibt." (Althaus 1977, S. 127 f.)

Über die Höhle hat Prof. Dr. H. Kersberg (6. August 1928 – 11. Januar 2012) im selben Jahr eine Monographie verfaßt, welche einen Übersichtsplan enthält und in der auch die Kalkindustriebetriebe berücksichtigt sind (Kersberg 1977). Die Arbeiten an der Volmehanghöhle wurden spätestens nach Einweihung der neuen Stadthalle (im Jahr 1981) eingestellt und zur Begründung die abenteuerliche Behauptung aufgestellt, die Höhle sei (nach 'zig Sprengungen in den Steinbrüchen) zumindest teilweise einsturzgefährdet.

Zur Rolle des "Stollens" berichtete H. Kersberg in der Monographie (S. 31)
Das Gewölbe des Stolleneingangsbereichs ist auf etwa 20 m [...] durch Ziegelmauerwerk ausgekleidet. An seinem Ende führt rechts eine neu angelegte Steinstufentreppe zu einem (im Zuge des Ausbaus wieder ausgeräumten) Hohlraum über dem Ziegelgewölbe [gemeint ist der für Besprechungen genutzte sogenannte ,Turm' (D.R.)]; von dort aus zweigt der Verbindungsgang zur Naturhöhle ab. Auf der linken Wand am Ende der Gewölbeauskleidung (gegenüber dem Treppenaufgang) fällt eine 80 cm mächtige Kalkspatbank steil ein. Decke und Wände des Stollens sind im folgenden stellenweise durch weißliche Calcitkristalle, häufig jedoch durch eine schwarze Verkrustung überdeckt. (Der Tunnel wurde jahrzehntelang durch eine kleine Dampflok befahren, die die Wagen mit gebrochenem Gestein von dem Steinbruch bzw. von einer am Ende des Hauptstollens befindlichen Brechanlage zu den Verladeeinrichtungen und Verarbeitungsbetrieben transportierte; der Seitenstollen führte zu einem Kalkbrennofen). Etwa 55 m vom Eingang entfernt weitet sich der Stollen infolge des einmündenden Seitenstollens zu einem Raum (,Informationszentrum') aus, nach weiteren 15-20 m sind wir [...] angelangt [...] vor dem Bau- und Trümmerschutt aus der Stadt Hagen, mit dem der Steinbruch nach 1958 verfüllt wurde. (An dieser Stelle, etwa 80 m vom Eingang entfernt, würde eine senkrecht nach oben führende Verbindung zur Stadthalle technisch möglich sein)." - Als Kostprobe mag dies hier genügen, denn als Folge zunehmender Verblödung ist das alles natürlich "Schnee von gestern". - Wie schaut's heute aus? Ich hab' nachgeschaut:


Einen weiteren Kommentar erspare ich mir.



HANERTHÖHLE II


Angeregt durch den damaligen Leiter des Arbeitskreises Vor- und Frühgeschichte im Hagener Heimatbund, Herrn Johann Janßen (ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger), unternahm ich während des Baus des Autobahnzubringers Hagen-Süd (über die Volmetalbrücke in Richtung Delstern) eine kleine Untersuchung am Eingang der frisch aufgegrabenen Hanerthöhle II, welche ich - wie die Heimatfreunde - damals ,Höhle am Volmeabstieg' nannte. Dazu verfaßte ich einen Artikel für die damalige Stadtteilbuchreihe ,Hagen einst und jetzt', welcher zwar gesetzt, aber nicht gedruckt wurde. Johann Janßen steuerte ein Schwarzweißfoto, Dieter W. Zygowski einen Höhlenplan bei. Später geriet die Angelegenheit in Vergessenheit, zumal die an Siegfried Gams übergebenen Tierknochenfunde anscheinend im ,Biwak' (einem Raum im Stollensystem an der Volmehanghöhle) jugendlichen Vandalismus zum Opfer fielen. Nennenswerte Funde fielen nicht an.

Aus dem Tagebuch C 1976/II - 1977/I (S. 35) zum 18. Dezember 1976 (Text vom selben Tag):
Nachmittags habe ich darin Zerstreuung gesucht, daß ich mit Heinz [..] zur Hanerthöhle II (Höhle am Volmeabstieg) fuhr - er mit der Mofa, ich mit dem Fahrrad." - Es war bloß eine Besichtigung.



FINKINGHÖHLE


Aus dem Tagebuch A, S.63 f., Eintrag vom 20. Oktober 1975:
Heute, am 20. Oktober, habe [...] ich [...] nachmittags mit Heinz L[..] eine Radtour nach Dahl gemacht. Wir sind gegen|halb 2 [= 13:30 Uhr] losgefahren und waren gegen 14 Uhr zwischen Ambrock und Dahl. Wir bogen nach links von der Hauptstraße ab und folgten der Volmeuferstraße in Richtung ,Finking'. An der Stelle, wo ein Bach in die Volme einbog, bestiegen wir rechts zwischen Tälchen und Volmetal den Berggrat und folgten ihm einige Dekameter. Anschließend balancierten wir am Hang entlang[,] bis wir zu einer kleinen Höhle, eher einem Felsloch[,] kamen. Wir krochen hinein und sahen zahlreiche ca. 3 cm große Spinnen ([berechnet] mit Beinen natürlich!) und einige Schmetterlinge. Es handelt sich hierbei um ein[en] Felsspalt im Rotliegenden(?), also keine Kalk- und deshalb auch keine Tropfsteinhöhle; er führte vielleicht 5 Meter in den Berg hinein. An seinem Ende konnte man sogar stehen, er war dort 1 m breit. Heinz vermutet, daß es die Finkinghöhle sei. Ich finde sie aber zu klein, als daß sie in Sagen erwähnt sein könnte. Anschließend sind wir zurück zu unseren Fahrrädern geklettert und haben unsere Fahrt fortgesetzt.
EU/D/NRW/HA/Dahl/19751020_D_NRW_HA_Dahl_Finkinghoehle_Skizze_TagebuchA_S64_von_DetlefRothe
Ich habe die Höhle kurz aus meiner Erinnerung gezeichnet. Der Eingang ist ca. 50 x 70 cm groß.
"



IDEOLOGISCHES


Ein eigenes Kapitel zum Thema ,Speläologie' könnten künstliche Höhlen bilden, welche gewöhnlich als Grotten bezeichnet werden. Ich zähle hierzu allerdings nicht nur Nachbildungen von Tropfsteinhöhlen (aus kunsthandwerklichem und künstlerischem Interesse), sondern auch die mit Erdhügeln überdeckten sogenannten Großsteingräber (auch die etwas südlicher in Mitteleuropa anzutreffenden Galeriegräber), die sogenannten ,Erdställe' (bayerische und österreichische ,Zwergenkeller') und auch - um eine andere existenzielle Erfahrungsebene anzusprechen - die Bunkeranlagen des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Man könnte noch Bergbaustollen anführen, doch steht hier ein eher wirtschaftliches Phänomen im Vordergrund. Hinsichtlich der Ur- und Frühgeschichte des Menschen sollten diese ,Vorstöße in den Untergrund' aber wegen der damals normal gewesenen Mehrdeutigkeit von Objekten ,im Hinterkopf' behalten werden!
Während und nach meiner ,Bayernzeit' (1982/83) haben mich die sogenannten ,Erdställe' (in festem Lößlehm) fasziniert, stellen sie für uns heute wegen ihrer vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten doch ein interessantes ,Rätsel' dar. Dazu empfehle ich ein Video von spiegel.de vom Sommer 2011:
Archäologie: Irrgärten der Unterwelt
Beiläufig erwähnen möchte ich, daß ich bei Künzing bzw. Girching (Landkreis Deggendorf) einen unten trichterförmig erweiterten Schacht in einem Erdwerk (anscheinend der eisenzeitlichen Hallstattkultur) dokumentieren konnte, welcher auf Grund seiner Dimension bereits an die Erdställe erinnert, wohl aber als Getreidesilo gedient haben wird.



Ein Hinweis zum Hintergrundmotiv: Die Hünenpforte (hier als ,Tapete' der Seite verwendet) bei Hagen-Holthausen steht nicht einzig dar, sondern hat etwa in Baden-Württemberg zwischen Reichenbach und Egesheim ein vergleichbares ,Naturdenkmal'; siehe dazu den Artikel der Schwäbischen Zeitung, erschienen am 20. Januar 2014 (mit Dank an Andreas Gut für das Facebook-Posting!).



LINKS


Höhlen

Nordrhein-Westfalen


Meine Aufsätze zur Höhlen-Archäologie finden Sie als 4. Thema: Speläologie auf der Seite Archäologie

Fotos zu Naturdenkmälern (in) der Stadt Hagen bei Facebook


Landesverband für Höhlen- und Karstforschung Nordrhein-Westfalen e.V.

Speläologische Vereinigung Nordrhein-Westfalen (SVNW)

Speläo-Gruppe-Sauerland e.V. (SGS)

Arbeitskreis Kluterthöhle e.V. (AKKH)

HöhlenWestfalen@amazon.de



Blätterhöhle zu Hagen in Westfalen


Mit dem Thema ,Blätterhöhle' habe ich mich wegen Aufgabe meiner Dissertation nicht mehr näher befaßt. Allerdings war auf Grund von Einzelfunden bearbeiteter neolithischer Steinartefakte schon klar, daß es in der Zeit, in welcher das Neolithikum überwog (also in der sogenannten ,Jungsteinzeit') an den Flüssen mit Menschen zu rechnen war, denen etwa Steinschliff nichts bedeutete. Erst die wissenschaftliche Auswertung von Blätterhöhle-Funden hat dann das Fortleben von Mesolitikum in der ,Jungsteinzeit' sozusagen bewiesen und größeren Bevölkerungskreisen bekannt gemacht. Es ist auch wieder mehr ins Bewußtsein gerückt, daß Steingeräte inmitten Europas bis in die historische Zeit hinein genutzt wurden (nicht nur als Flintensteine!). Dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe verdanken wir einen Rückblick auf 10 Jahre Blätterhöhle-Forschung:


Erforschung der 'Blätterhöhle'
Offizieller Link im Porträt der Stadt Hagen zu dieser prähistorischen Kultstätte.

Album der Stadt Hagen zur ,Blätterhöhle' bei Facebook


Hier wäre auch eine eher kindgerecht-spannend gestaltete Homepage der Stadt Hagen zu einer Ausstellung 2010/11 in Hagen-Eilpe zu erwähnen (für Religionsgeschichtler weniger geeignet - so nach dem eingesehenen Stand von 2011):
,Das Geheimnis der Blätterhöhle'

Natürlich haben sich keine Westfalen in vorchristlicher Zeit an der ,Blätterhöhle' aufgehalten (dort sollen nach Meinung diesbezüglich ungebildeter Medienvertreter ,die ältesten Westfalen' gefunden worden sein - was immerhin die Freunde des historischen Hasper Ulks freuen wird), denn Angehörige dieses altsächsichen Teilstammes kamen erst im 7./8. Jahrhundert in das heutige Nordrhein-Westfalen bzw. in die ,Landschaft' Westfalen-Lippe!

Von mir zur Einführung empfohlen:
Blätterhöhle in Westfalen: Abstieg ins Totenreich der Steinzeit - SPIEGEL ONLINE - Wissenschaft - 01.08.2012



Kückelhausener Kluterthöhle in Hagen-Kückelhausen (Klutert)






Oegersteiner Höhle in Hagen-Hohenlimburg (Oeger Höhlenruine)





Personen

Prof Dr. Herbert Rino Kersberg


Nachruf von Martin Schlüpmann



LITERATUR


Nordhoff 1890: Josef Bernhard Nordhoff: Das Westfalenland und die urgeschichtliche Anthropologie (Römerspuren, Erd- und Steindenkmäler, Kleinwerke, Höhlen und ethnographische Altertümer), Münster 1890 [Nachdruck von 2007. (ISBN 0-543-71862-X (Paperback) bzw. -1 (Hardcover)).]

Lotze 1961: Franz Lotze (Schriftleiter): Karst und Höhlen in Westfalen und im Bergischen Land (Hagener Beiträge zur Geschichte und Landeskunde, hg. v. d. Stadt Hagen, Heft 3 = Jahreshefte für Karst- und Höhlenkunde, hg. v. Verband der Deutschen Höhlen- und Karstforscher, 2. Jahrgang), Hagen und Münschen 1961.

Althaus 1977: Richard Althaus: Emst, Bissingheim und Hapley. Höhlen im Kalkberg. In: Richard Althaus unter Mitarbeit von H. Käsberg, Herta Hesse-Frielinghaus, Anton Schücking und Anna-Christa Funk: EPPENHAUSEN. Emst - Bissingheim - Haßley. Landschaft - Geschichte - Menschen (Band II der Schriftenreihe Hagen einst und jetzt, Sonderreihe Die Hagener Stadtbezirke), Hagen 1977, S. 127 - 128. (ohne ISBN-Nr.)

Kersberg 1977: Herbert Rino Kersberg: Die Volmehanghöhle in Hagen. Mit Beiträgen zur naturlandschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung des Kalk- und Dolomitgesteins im Hagener Raum (Hagener Beiträge zur Geschichte und Landeskunde, hg. v. d. Stadt Hagen, Heft 8), Hagen 1977. (ohne ISBN-Nr.)

Zygowski 1988: Dieter W Zygowski: Bibliographie zur Karst- und Höhlenkunde in Westfalen (unter Einschluß des Bergischen Landes) (Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde, hg. v. Westfälischen Museum für Naturkunde - Landschaftsverband Westfalen-Lippe, 50. Jg. - 1988 - Beiheft), Münster 1988. (ISBN 3-924590-17-6)

Terhalle 1994: Christiane Terhalle, Geschichte der Höhlenforschung im Sauerland ab 1945. Schriftliche Hausarbeit im Rahmen der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt Primarstufe, Münster, den 12. Juni 1994 (Beihefte zur Zeitschrift Antiberg, Nr. 2)


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