REGIONALES: Hagen

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von Detlef Rothe aus Hagen-Wehringhausen


RockRoots

Although this text is written in my mother language I dedicate it to Genesis - their first album "From Genesis to Revelation" was released March 1969. Well, many thanks for fifty years of progressive rock music!





Wir warten nicht, wir starten! [...] Piloten ist nichts verboten." - „So sind sie halt, die Kinder."

+++ Hagens Eltern wußten es: ihre Kleinen werden ,Irgendwie, irgendwo, irgendwann' flügge! (Das ,Fliegerlied' war nicht neu.) +++



Woll, als Titel hätte ich statt eines Fragezeichens einen Notenschlüssel nehmen können, doch leider fehlt er auf meiner Tastatur. Also halte ich mich an ein Album von Nena und hoffe, daß der Sinn verstanden wird. Es soll hier um populäre Musik aus Hagen gehen (,in Westfalen', dem ,Tor zum Sauerland', am Rande vom ,Ruhrrevier' und unweit des Bergischen Landes), wobei der Fokus auf die kleine Revolution zwischen etwa 1970 und 1980 gerichtet ist, in der dieses grün umhügelte und von Arbeit dreckige Hagen beinahe plötzlich im Fokus der einheimischen Musikindustrie stand. Die ,Neue Deutsche Welle' habe ich dort allerdings nicht erlebt. Ab der zweiten Hälfte des Jahres 1979 orientierte ich mich mehr an meinem Studienort Münster/Westfalen und hielt mich zudem in den Sommermonaten 1982 und 1983 in Bayern auf. Wenigstens konnte ich in Landshut am 26. März 1982 eine Vorstellung von ,Levi's Rock-Festival - Neue Musik aus Deutschland' - mit Extrabreit, Interzone, Prima Klima und Spliff - besuchen:
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Mein Ticket zum Landshuter "Rockabend" (Foto: Detlef Rothe)

Wer das Glück hatte, diese Zeit in der Dreiflüssemündungsstadt im Nordwesten des Sauerlandes zu erleben, dem ist es bewußt, daß hierbei Wehringhausen (manche sagten schon damals: Wehrdichhausen) eine besondere Rolle spielte: „An den Imbissbuden gab es Pommes rot/weiß, dazu die sogenannten Pflastersteine, steinharte Frikadellen, mit denen man bei Demos Polizisten bekämpfen konnte, nicht aber seinen Hunger." (Rolf Brendel 2014, S. 45, unten) - Ich fasse das Gelände ein Bißchen weiter und spreche vom ,wilden Westen' Hagens, ziehe also den Raum Haspe ausdrücklich mit ein. Ich selbst bin in dieser Gegend aufgewachsen und kann daher auf persönliche Erinnerungen, welche ich zum Teil in Tagebüchern festgehalten habe, ,zurück greifen'. Musik stand damals allerdings nicht im Mittelpunkt meines Interesses; immerhin habe ich damals fleißig in meinem Freizeitumfeld photographiert. Insofern läßt sich ein gewisser Einblick in die Jugendkulturszene des ,Bermuda-Dreiecks' zwischen Haspe, Eilpe und Boele gewinnen - freilich aus der Sicht eines "Konsumenten", nicht Produzenten. Fotos aus dem Backstage-Bereich gibt es bei mir nicht.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich, daß die Glörtalsperre zwischen Breckerfeld (Ennepe-Ruhr-Kreis) und Hagen-Priorei in der angesprochenen Zeitspanne für musikbegeisterte junge Leute einen besonderen Anziehungspunkt bildete. Besonders die Abendstimmung war hier sehr inspirierend:
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"Putte" und "Jodel" an der abendlichen "Glör" (Foto: Detlef Rothe - 11.06.1979)



DOWNTOWN

Auf Grund eines frühen Songs von Extrabreit dürfte bekannt sein, daß die Hagener City im 1970er Jahrzehnt bei jungen Leuten keinen guten Eindruck vermittelte, und zwar schon zu der Zeit, als ihr Frontmann noch Horst-Werner Wiegand hieß (vgl. Wahnbaeck 2018, S. 202):
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Die ,Alptraumstadt' im Februar 1975: vorne der Saal des ,Jugendheim am Buschey', rechts dahinter die damalige Volkshochschule;
etwas oberhalb der Bildmitte das Stadttheater (Foto: Detlef Rothe)

Über diesem Textabschnitt könnte ich allerdings auch den Titel einer Abbildung (Nr. 32) im Bildband (Witte 1973) aus der in Frage kommenden Zeit (hier: 1973) ergänzen: „Beat im Volkspark". Hier spielte die im 1950er Jahrzehnt zu Unterhaltungszwecken (Freiluftkonzerte und -modenschauen) errichtete überdachte Bühne an der Körnerstraße - unweit von Elektromark / Südwestfälische Industrie- und Handelskammer / Stadtsparkasse - sowohl die Rolle eines Katalysators als auch Magneten für Jugendliche und Junggebliebene. Aber natürlich gab es auch Häuser, in denen Tanzmusik für junges Volk gespielt wurde!

Der Volkspark im Zentrum der Stadt wurde im 1970er Jahrzehnt zunehmend ein Schau- und Spielplatz für die Jugend, was dankenswerterweise durch die für soziale Belange zuständigen Ämter der Stadt gefördert wurde:
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Kinderumzug der ,Aktion Ferienmaus' (bzw. eines Vorläufers) im Volkspark (Foto: Detlef Rothe - 08.06.1979)
- übrigens mit einem Ausflug über die "Elbe" -


Die Konzertmuschel

Da die Villa Funcke an der Karl-Marx-Straße - sie lag gegenüber der Einmündung der Bahnhofstraße und hatte zuletzt militärischen Zwecken gedient - um 1950 abgerissen wurde und nicht - wie aus Kreisen der Bürgerschaft gewünscht - als Ersatz für das gleichfalls zerbombte Viktoria-Café hergerichtet wurde, bedurfte es eines anderen Publikumsmagneten für öffentliche Veranstaltungen in dieser ,Ecke' des Stadtzentrums. Irgendein kluger Kopf beim Hochbauamt der Stadt Hagen kam in der ersten Hälfte des 1950er Jahrzehnts auf die Idee, eine überdachte Bühne gegenüber dem Gebäude der Elektomark errichten zu lassen (die Fertigstellung war wohl im Jahr 1955); dort sollten Volkschöre singen, Modeschauen abgehalten werden und Kurorchester spielen:
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Frühkonzert im Volkspark nach einer Werbebroschüre der Stadt Hagen (Stadt 1962) von 1962 (Photograph unbekannt)
(Da war ich immerhin schon drei Jahre alt.)

Nun, wie es so kommt: auch die Konzertmuschel wurde zunehmend von den "geburtenreichen Jahrgängen" okkupiert:
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,Rock in die Ferien' (Foto: Detlef Rothe - 20.06.1979)
(Da zählte ich schon neunzehn Jahre.)

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Konzerte im Volkspark - Schnee von gestern? (Foto: Detlef Rothe - 31.01.2019)

Weiter in Richtung Markt kam noch eine Milchbar hinzu mit dem angesichts der damaligen städtischen Wüste sinnigen Namen ,Oase':
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Die spätere ,Öse' nach einer Werbebroschüre der Stadt Hagen von 1962 (Photograph unbekannt)


Ischelandhalle

Da die stark beschädigte Stadthalle auf der Springe abgerissen worden war (weil bei einer Tombola nicht genügend Geld für eine Wiederherstellung beisammen kam), fehlte in der Innenstadt ein größerer Saal für "Mega-Events". Ersatzweise wurde die eigentlich nur für Sportveranstaltungen vorgesehene Ischelandhalle unweit des Theodor-Heuss-Gymnasiums am Höing genutzt; geradezu "legendär" sind die sogenannten Sockenbälle: große Fêten mit Live-Musik, wobei das "Fußvolk" Turnschuhe oder dicke Socken tragen mußte, damit das Parkett keinen Schaden nahm. Ein im 1970er und teilweise noch im 1980er Jahrzehnt sehr beliebtes Ereignis (gewöhnlich im Zweiten Deutschen Fernsehen) war die ,Hitparade' von und mit "Dieter Thomas Heck" Carl-Dieter Heckscher (*29.12.1937 - †23.08.2018), in der vor allem Schlagerstars auftraten und um die Gunst des Publikums wetteiferten. Ein solches Event fand in der besagten Halle im Oktober 1978 statt, und dabei konnte ich als Stagehand (Bühnenarbeiter; siehe Wikipedia-Artikel) - und insbesondere als Side-Crew-Mitglied - teilnehmen und so Einblicke in den Backstage-Bereich und den allgemeinen Umgang mit Größen des öffentlichen Rundfunks gewinnen:
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Verfasser (links) neben "Dieter Thomas Heck" (mitte) (22.10.1978 - Photograph unbekannt)

In der Westfalenpost (N.N. 1978 a) hieß es dazu: „Zwölf Schüler sorgten übrigens mit dafür, daß das ganze Spektakel über die Bühne gehen konnte. Sie waren von 12 Uhr mittags [,High Noon', gell? D.R.] bis Mitternacht [Geisterstunde! D.R.] mit dem Auf- und Abbau beschäftigt. Während der Show fungierten sie als Platzzuweiser. Ihr Lohn: 15 DM." - Hätte ich den Sklavenlohn vier Jahre verwahrt, würde er nicht einmal für den Eintritt zum "Viererband"-Festival (siehe oben) gereicht haben!

Was meine Aufgabe bei der neckisch-Heckischen Veranstaltung im "Ische" war? Nun, im Wesentlichen ging es darum, die Autogrammjäger und Groupies von den Stars fernzuhalten. Bei einem ,ein-Bett-im-Kornfeld'-Typen hatte ich reichlich zu tun, die Damen auf Abstand zu halten. Manche von ihnen erweckten den Eindruck, als wären sie geradewegs von zu Hause durchgebrannt und hätten nichts Eiligeres zu tun, als mit ihrem Idol auf's nächste Schlachtfeld zu ziehen. In der Westfalenpost (N.N. 1978 a) hieß es dazu für die Zeit während der Show: „Gleichzeitig mit Jürgen Drews stürmten die ,Teenies' zur Bühne und begleiteten jeden seiner Songs mit emphatischen Zurufen." - Ich habe damals bloß gedacht: ,Ach, Detlef, werde Popstar - mach' Dein Glück!' - In Hagen war ich immerhin schon, und bis zum ,WM Musikverlag' von Ulrich Wiehagen und Hartwig Masuch war es nicht weit:
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Simulationsbild von Google Maps mit dem orangen Elternhaus ganz links und dem markierten Lokal des Verlags rechts (Stand: 2011/2017)

Das Büro war in der Pelmkestraße 61 (a), und ist dort durch abgebildete Dokumente bei Wahnbaeck 2018 (S. 130 oben) für den Zeitraum Dezember 1978 bis September 1979 belegt:
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Inzwischen (Stand: Januar 2019) wurde dieser frühere Lebensmittelladen für den Nahbereich durch zwei Garagen ersetzt (Foto: Detlef Rothe - 15. Februar 2009).

Da der Musikverlag rasch wuchs, wurde er zunächst in die Berliner Straße 2 - 8 (spätestens im Februar 1981) und schließlich nach Berlin selbst verlegt.

Ach ja - und was die Autogrammjäger anging, so schrieb die Westfälische Rundschau (N.N. 1978 b) dazu: „Der [Show]abend endete mit einem großen Finale, bei der die Bühne dicht umdrängt war. Die zugunsten der Deutschen Krebshilfe verkauften Autogramme fanden reißenden Absatz."

Es wurde in der Tat ein unvergeßlicher Abend, aber das mit dem Popstar überlegte ich mir dann doch anders. Damals glaubte ich noch, als Frühgeschichtler groß 'rauskommen zu können!

In diesem Zusammenhang vielleicht nicht uninteressant: Die Band Extrabreit weigerte sich später, in der ,Hitparade' aufzutreten, weil ihre Mitglieder befürchteten, einen Teil der Fans zu verlieren; die Gruppe Nena hatte da keine Bedenken. Gabriele Kerner war nach dem mäßigen Erfolg von The Stripes bereit, sich im Rahmen der Neuen Deutschen Welle (NDW) kommerzialisieren zu lassen; so trug sie etwa als gelernte Goldschmiedin knalligen Plastikschmuck an Stelle von Gold oder Silber und zeigte statt Armreifen farbige Pulswärmer (um nur dieses Beispiel zu nennen). Beiden Formationen hat ihr gegensätzliches Verhalten nicht erkennbar geschadet.



JUGENDOASEN

Hierzu zähle ich Diskotheken, Jugendzentren und Gaststätten mit zeitgemäßer Live- und Konservenmusik.


DISKOTHEKEN

Eine Schlüsselgeschichte für das Verständnis der Entwicklung spielen - neben kirchlichen und städtischen Jugendzentren - die Diskotheken in Hagen; die Anwerbung "Nenas" - der Überlieferung nach (siehe etwa Brendel 2014, S. 24, unten) im Madison - als Frontfrau bei The Stripes sei nur als Beispiel erwähnt. Hier bilde ich zwecks Überblick einen Auszug aus dem Branchenteil des Adreßbuches von Hagen, Ausgabe 1976 (S. 22, Sp. 2, Nr. 99) ab:
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Achtung: Das Las Vegas (Madison) wird hier vom Adreßbuchverlag schlicht unterschlagen!

Hier könnte man gleich einen gewissen Eindruck über die Verhältnisse in Hagen zur Mitte des 1970er Jahrzehnts gewinnen. Es gab damals in Hagener Stadtzentrum (von Vororten wie Eppenhausen sehe ich hier ab - zum Allround siehe Günnemann 2014, S. 214 f.) tatsächlich nur zwei nennenswerte Diskotheken, und zwar das Madison in City-Nähe an der Straße ,Elbersufer' und das Pink's Place in der Hindenburgstraße, also im Bahnhofviertel. Insgesamt blieb das ,Vergnügungsviertel' dieser Industriestadt sehr bescheiden und wurde allenfalls durch Nachtclubs wie das Remember (später Flamingo-Bar; Bergstraße 123) ergänzt.


Joia (Hindenburgstraße 39 a)

Im Jahr 1980 bestand in der Hindenburgstraße - neben dem Pink's Place bzw. Hype (Haus-Nr. 19) - eine zweite Discothek, nämlich das Joia. Dieses habe ich nicht kennengelernt, und über den Zeitraum des Bestehens und sonstige Einzelheiten dieser Einrichtung vermag ich nichts Näheres zu berichten. Es soll immerhin ein "Außen-Café" bestanden haben. Eine Anzeige ist bei Wahnbaeck 2018 abgebildet.

Das exact in der Hindenburgstraße 39a kann als Nachfolger des Joia gelten:
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Die Betreiber des exact bezeichnen den "Laden" als ,Club' (Foto: Detlef Rothe - 31.01.2019)


Madison (Elbersufer 4 a)



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Elbersufer bei Gebäude Nummer 4 - kein Platz mehr (nur zum Parken hinter'm Haus) für´s Madison - im Hintergrund die Marktbrücke (Foto: Detlef Rothe - 16.02.2019)

Das Madison hieß um 1975 noch Las Vegas, am Ende des 1970er Jahrzehnts dann Madison (siehe die undatierte Anzeige, welche bei Wahnbaeck 2018, S. 321, rechts oben, wiedergegeben ist); nach Wahnbaeck 2018 wurde das Madison im 1980er Jahrzehnt in Hype unbenannt (Anzeige unter derjenigen vom "Number One" Madison). Gabriele "Nena" Kerner gibt in ihren Memoiren an, sie habe nach dem Auszug aus dem Elternhaus (Pelmkestraße 79) in ihrer „Lieblingsdisco [...] an den Wochenenden gekellnert und genug verdient, um alleine klarzukommen." (Nena & Thesenfitz 2005, S. 135, unten) - Ich bin ihr dort nicht bewußt begegnet. "Nena" wird solche Jobs erst nach Beendigung ihrer Goldschmiedelehre (wohl im Spätjahr 1979) angetreten haben, als ich in Hagen kaum noch anzutreffen war. Ihr damaliger Freund Rolf teilt für den „Winter 1979[/1980]" mit (Brendel 2014, S. 45, mitte): „Nena arbeitete ein paar Tage in der Woche als Kellnerin (sie nannte sich selbstironisch Barschlampe) im Beverly, einem Nachtclub in Hagen"; das trifft die Sache vielleicht am ehesten, was gelegentlichen Wechseln des Gastronomiebetriebs nicht ausschließt. Einen Nachtclub habe ich als BAFöG-Student nie besucht, so daß ich da nicht mitreden kann.


Pink's Place (Hindenburgstraße 19)

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Das Haus Hindenburgstraße 19 in heutigen Zeiten (Foto: Detlef Rothe - 31.01.2019)

Das Pink's Place hieß um 1968 noch ,Pferdestall', etwas später dann Picadilly und endete schließlich 1981 als Neue Heimat (soweit ich das überblicke). Im Werbeteil ,Gastliches Hagen' des Adreßbuches von Hagen, Ausgabe 1976 (S. 17), befindet sich eine ganzseitige Anzeige, welche ich hier mangels sonstiger Unterlagen wiedergebe:
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Das Foto aus der Anzeige aus dem Jahr 1976:
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GASTSTÄTTEN

Für die Kommunikation der jungen Erwachsenen waren damals Musikkneipen (meist ,Pinten' genannt) wichtig, welche sich allerdings mehr auf die Vororte verteilten, wie das ,Auberge' (Wehringhausen; Eugen-Richter-Straße), ,Bei Rainer am Wilhelmsplatz' (Wehringhausen; später nebenan als ,Sumpfblüte' weitergeführt), ,Chez Nous' (am Remberg), ,Enge Weste' (Stadtzentrum; Goldbergstraße), ,Im Fäßchen' (Wehringhausen; Lange Straße), ,Krönchen' (Stadtzentrum; Körnerstraße), ,Kronenburg' (Stadtzentrum; Berliner Platz), ,Simpl' (Wehringhausen; Wehringhauser Straße) etc. (was mir gerade so einfällt).


Bei Rainer am Wilhelmsplatz

Die Bierpreise waren hier sehr "zivil", und diese gastliche Einrichtung daher besonders bei Künstlern und Studenten beliebt. Extrabreit hat ihr einmal ein eigenen Song gewidmet, welcher dort auf Kassette oft abgespielt wurde. Das gute Stück gilt leider als verschollen!

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Die heutige Ecke Kottmann-/Bismarckstraße am Wilhelmsplatz (Foto: Detlef Rothe - 31.01.2019)


Enge Weste (Hochstraße 87)

Ersatzpausenraum für Fichte- und andere Schüler (bei einer solchen Gelegenheit entstanden meine Fotos), aber am Abend war hier erst recht ,der Teufel los'!

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Die Theke der Engen Weste (Foto: Detlef Rothe - 19.06.1979)

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Der Wirt (Bernd) der "Weste" (Foto: Detlef Rothe - 19.06.1979)


Im Fäßchen (Lange Straße 51)

Dieses Lokal war eher ruhig und daher als Veranstaltungsort des Hagener Folkclubs prädestiniert. Da der Veranstaltungsraum recht beschränkt war und die Zahl der Interessierten zunahm, fanden die Liederabende vermehrt in anderen Lokalitäten statt.

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Die Lange Straße in Wehringhausen von der Einmündung der Roonstraße aus westwärts gesehen; ganz links das "Fäßchen" (Foto: Detlef Rothe - 27.02.1975)

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Im Fäßchen heutzutage (Foto: Detlef Rothe - 31.01.2019)

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Folkclub-Abend im "Fäßchen" (Foto: Detlef Rothe - 24.05.1979)

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Siggi Papke moderiert beim Clubabend (Foto: Detlef Rothe - 03.04.1980)


Kronenburg

Dieses Lokal lag am Berliner Platz dem Hauptbahnhof direkt gegenüber. Bekannt wurde es mir erst um 1980, als es hier auch Live-Konzerte gab. Nach Angaben des Taxifahrers Rainer Schürmann im September 2018 (in der Lokalpresse) hat "Nena" hier gekellnert - anscheinend nach dem Ende ihrer Lehre als Goldschmiedin, als sie mit dem Drummer Rolf Brendel 1980/81 in der Lange Straße lebte; die Einkünfte als Frontfrau bei The Stripes dürften zum Lebensunterhalt in der Tat nicht ausgereicht haben. Mir ist "Nena" allerdings beim Personal nicht aufgefallen, und sie selbst erwähnt nur, in ihrer „Lieblingsdisco " gejobbt zu haben (Nena & Thesenfitz 2005, S. 135, unten).

Oase (Körnerstraße 33)

Die Milchbar im Volkspark hieß bei ihrer Eröffnung ,Milchstube' (so die Neon-Beschriftung über der Eingangstür - siehe die Abbildungen bei Stadt 1962 und Köhler 2014, S. 207, mitte), und es wurden dort anfangs nur Milchprodukte verkauft. In der zweiten Hälfte des 1970er Jahrzehnts hieß sie dann ,Oase', und es waren dort auch andere Getränke erhältlich. Nicht nur die Außengastronomie war beliebt, sondern auch die gemütliche Enge im Innern, wo Pärchen gemeinsame Schulfreistunden recht kuschelig verbringen konnten. Das Lokal wurde daher von seinen jungen Kunden schlicht "Öse" genannt.
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Die Oase im Volkspark wurde erweitert und - dem zuwiderlaufend - in ,Öse' umbenannt (Foto: Detlef Rothe - 31.01.2019)


Simpl (Wehringhauser Straße 72)

Das Simpl war - nicht weit vom Bodelschwinghplatz in Wehringhausen - im Erdgeschoß des heutzutage verfallenen Fachwerkhauses Wehringhauser Straße 72:
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Das Simpl im 2010er Jahrzehnt (Foto: Detlef Rothe - 2. September 2016)

Dieses Lokal war seinerzeit nicht nur wegen seiner heißen Käsebrötchen beliebt - Musik läßt sich freilich nicht sehen:
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An der Theke (Foto: Detlef Rothe - 4. November 1978)

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Guten Appetit! (4. November 1978 - Foto des Verfassers)

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Stimmung in der Clique (Fotos: Detlef Rothe - Mai 1979)

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(Anzeige aus der Schülerzeitung Die Lupe vom Mai 1979, dem Monat meiner "allgemeinen Hochschulreife")


Sumpfblüte

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Der Wilhelmsplatz mit der früheren ,Sumpfblüte' links im Hintergrund (Foto: Detlef Rothe - 31.01.2019)


JUGENDZENTREN

Für die Jugendlichen unter achtzehn Jahren wichtig waren die irreführend als ,Jugendheime' bezeichneten Jugendzentren der Stadt.


Jugendheim am Buschey (Konkordiastraße 23-25)

Im ,Jugendheim am Buschey' (Konkordiastraße 23-25 - heutzutage Kultopia) spielten Bands mit eigenen und gecoverten Songs; der Saal war relativ geräumig, aber dennoch mitunter brechend voll; Stadtzentrum halt:
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Das heutige Kultopia: rechts der Mehrzwecksaal (Fotos: Detlef Rothe - 9. und 16. Februar 2019)



Jugendheim Haspe (Am Gosekolk 2)

Herausragend für musikinteressierte junge und junggebliebene Leute für ganz Hagen war das ,Jugendheim Haspe' im Hasper Stadtpark am Gosekolk mit zwar kleinen Räumlichkeiten, aber fast durchgehend richtungsweisender Musik (um 1978):
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Haupteingang des Jugendzentrums im Hasper Stadtpark (Foto: unbekannt - undatiert)

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Kindergarten Am Gosekolk - das ehemalige Jugendzentrum Haspe (Foto: Detlef Rothe - 10. Januar 2019 - Montage)

Es gab eine Art ,Musikkeller' mit Lichtorgeln, Spiegelkugeln und ähnlichen Farbspielereien (in der Art von Lavalampwn), in dem man gut abhängen konnte - nicht selten im süßlichen Duft von irgendwelchen Haschzigarettchen. Auch hier gab es gelegentlich Live-Musik. "Nena" erinnert sich an insgesamt 28 Leute bei ihrem ersten Auftritt (in der dritten Band des Abends - ihre Formation The Stripes - im Rahmen eines kleinen ,Festivals' - vgl. Brendel 2014, S.28/30).


Jugendinformationszentrum im Volkspark (Hohenzollernstraße 8)

Weniger geräumig, aber gleichwohl gerne als Veranstaltungsort genutzt (noch zentraler gelegen!) war das sogenannte ,Info' - das (Jugend-)Informationszentrum im Volkspark schräg gegenüber der sogenannten ,Öse' (der Milchbar Oase). Auch hier spielten Bands. Heute befindet sich in dem Pavillon die ,Beratungsstelle Hagen' der Verbraucherzentrale NRW e.V.:
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Das "Info" heutzutage (Foto: Detlef Rothe - 31.01.2019)

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Ausblick vom "Info" zur "Öse" (Foto: Detlef Rothe - 04.11.1978)

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Auftritt von Hans Keller im "Info" (Foto: Detlef Rothe - 03.02.1979)


Nicht unerwähnt bleiben dürfen hier die kirchlichen Einrichtungen, etwa das ,Haus der Begegnung' (Hochstraße 83 b) gegenüber der ,Engen Weste' in der Goldbergstraße (nahe ihrer Einmündung in die Hochstraße):
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Folkclub-Liederabend von ,Liederjan' im Haus der Begegnung (Foto: Detlef Rothe - 07.06.1979)


PROBERÄUME

Ein schwieriges Kapitel betrifft das Thema ,Übungsräume', in welchen die Hagener Bands für ihre Auftritte proben konnten. Hier mußten teilweise lange Anfahrtswege, und zwar bis Sprockhövel (Ennepe-Ruhr-Kreis) oder Selkinghausen (gemäß Ulrich Wiehagen - siehe Wahnbaeck 2018 und vgl. Brendel 2014, S. 45, oben) - sein damaliger Wohnsitz; Lage: hinter Priorei unweit der Stadtgrenze zu Lüdenscheid), in Kauf genommen werden. Rolf (Brendel 2014, S. 45, unten): „Nach dem ersten Winter [1979/80] hatten wir genug. Es [= „Das Gestüt in Selkinghausen" (ebenda)] lag zu weit weg vom Rest der Welt." - "Nena" zog mit ihrem Freund von dort nach Wehringhausen, doch behielten The Stripes den "Lüdenscheider" Übungsraum offenbar zunächst bei und teilten sich ihn - angeblich im Sommer 1980 - mit Extrabreit (Wahnbaeck 2018, S. 213, unten).

Einen Proberaum stellte zudem die Rockranch - ein Musikstudio im Vorort Vorhalle - zur Verfügung; dazu der Drummer Rolf von The Stripes: „Unsere ersten Demosongs nahmen wir in der Rockranch auf, in der es auch ein kleines Tonstudio gab. Dabei erhielten wir Unterstützung von Frank Becking, dem Gitarristen der Hagener Kultband The Ramblers. Mit den Demos in der Tasche marschierten wir zu Uli. [= Ulrich Wiehagen]" (Brendel 2014, S. 30, unten) - Außerdem gab es Übungsräume in der Sedanstraße (zwischen Eckesey und Bahnhofviertel); vor dem Abriß (nach 1974) der Brauerei Bettermann, welche noch näher beim Hagener Stadtzentrum lag (in ,Unterberg' bzw. am Remberg; vgl. meine Spaziergänge), konnte auch dort geprobt werden:
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Das Bettermanngelände an der Einmündung der Rathausstraße in den Märkischen Ring (Foto: Detlef Rothe - 16.02.2019)

Glücklicherweise stellten vereinzelt Schulen vorübergehend Räumlichkeiten zur Verfügung: die Käthe-Kollwitz-Schule (heute ein Berufskolleg) am Kratzkopf für Styx und das Theodor-Heuss-Gymnasium am Ischeland für Grobschnitt. Das blieben aber Ausnahmen, und es betraf vorwiegend bloß die erste Hälfte des 1970er Jahrzehnts, als die technischen Anlagen - zumindest anfangs - noch recht bescheiden daherkamen.



BANDS


Extrabreit

Extrabreit ist verhältnismäßig spät - etwa 1978 - entstanden, und zwar als eine Gründung von Stefan "Kleinkrieg" Klein aus Hagen-Emst; dieser spielte vorher schon die Guitarre in der Formation Fantastic Motorcraft Power Music, welche anno 1974 in der Volkspark-Konzertmuschel auftrat (siehe Foto bei Wahnbaeck 2018, S. 206, oben rechts). Die neue Band wurde erst bekannt, nachdem der Graphiker Kay-Oliver Schlasse im Herbst 1979 seinen ersten Auftritt als Sänger hatte (auf einem Stadtteilfest in Wehringhausen); dieser erhielt damals den Künstlernamen "Kai Havaii" (,die Sirene aus Übersee'). Im Jahr 1980 wurde die erste Langspielplatte (,Ihre größten Erfolge') veröffentlcht, welcher weitere Großerfolge folgten. Songs wie ,Polizisten', ,Hurra, Hurra, die Schule brennt' oder ,Der Präsident ist tot' erreichten Kultstatus. Im Jahr 1982 erhielten ,die Breiten' zwei goldene Schallplatten überreicht - am Erfolg zweifelte da - wie angesichts der provokanten Texte die Kritiker - wohl niemand mehr!

Playlist zu Live-Auftritten von Extrabreit:



Grobschnitt

Grobschnitt hieß ursprünglich The Crew und entwickelte sich rasch zu einer sehr bekannten Gruppe. Der erste Proberaum war in der Reichbahnstraße 7 in Hagen-Vorhalle. Im Jahr 1972 erschien die erste Langspielplatte (,Grobschnitt'), 1974 bereits die zweite (,Ballermann'). Die Gruppe gehörte bald zu den Gefragtesten in Deutschland. Am 8. Dezember 1978 trat die Band im Rahmen der WDR-Rockpalast-Konzerte in der Dortmunder Westfalenhalle auf, wurde zur beliebtesten Rockpalast-Gruppe des Jahres 1978 gekürt und so auch gegenüber internationalen Akteuren bevorzugt! Wie bei Extrabreit folgten noch viele erfolgreiche Jahre, weil ,die Schnitten' (wie die Fans ihre Idole nannten) sowohl eigenständige Ziele verfolgten als auch aufkommende Zeitströmungen sinnvoll verarbeiteten.

YouTube-Playlist zum uDiscover-Portrait zu Grobschnitt:



Styx

In der Band Styx waren bereits um 1973 Leute sehr aktiv, welche später für andere bekannte Gruppen arbeiteten - mitunter in anderer Funktion:Wolfgang "Hunter" Jäger war der Bassist, und Frank Becking spielte die Guitarre. Wolfgang wechselte im Jahr 1974 zu Grobschnitt, später zu The Stripes und landete dann bei Extrabreit. Auch Frank wurde ein gefragter Musiker; er war ab 1977 bei The Ramblers aktiv und wirkte dann bei Plattenaufnahmen als Produzent, wobei er bei Bedarf aushalf und auch auf diese Weise sein Können zur Geltung brachte.


The Ramblers

The Ramblers - gegründet anno 1976 - orientierten sich stark an den Rolling Stones. Sänger war hier Hartwig Masuch, welcher später zusammen mit seinem Freund Ulrich "Ulli" Wiehagen in Hagen den ,WM-Musikverlag' gründete. Frank Becking spielte hier - neben Carlo Karges - die Guitarre. Letzterer wechselte später zur Nena-Band, nachdem er mit Ulla Meinecke unterwegs gewesen war. Er spielte auch als Texter eine Rolle - das Lied ,99 Luftballons' stammt von ihm. Carlo war zunächst bei Novalis aktiv gewesen, wo er das Lied ,Wer Schmetterlinge lachen hört' dichtete. Er lebte vor allem in Berlin. The Ramblers veröffentlichten die Langspielplatte ,Kids are back to Rock'n'Roll'. Bis 1980 folgten zwei weitere ,Alben', doch blieb die Gruppe im Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad deutlich hinter Grobschnitt zurück und löste sich daher Anfang des 1980er Jahrzehnts auf, als neue Musikrichtungen (New Wave, Punk und Neue Deutsche Welle) in den Vordergrund traten.


The Stripes

The Stripes (von den Fans auch ,die Streifen' genannt) ist die Gründung eines Roadies von The Ramblers namens Rainer Kitzmann (Hinweis: seine damalige Adresse Plessenstraße 14 - siehe Wahnbaeck 2018, S. 151, links unten - existiert auf Grund von Abrißarbeiten für die Bahnhofshinterfahrung nicht mehr). Die Gruppenmitglieder wohnten wenigstens teilweise im Winter 1979/1980 auf einem Gestüt in Selkinghausen (östlich Priorei), wo auch der Proberaum war. Die Formation spielte von 1979 bis 1981 mit wechselnden Bassisten und wurde im Frühjahr 1982 aufgelöst, als die Frontfrau "Nena" und der Schlagzeuger Rolf Brendel (welche mittlerweile zusammen in der Lange Straße in Wehringhausen wohnten) nach Berlin übersiedelten. Es war immerhin die erste Gruppe, bei welcher Gabriele Susanne Kerner als "Nena" auftrat und im Fernsehen erlebt werden konnte:
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Lederjackengruppe: die wahren "phantastische Fünf" (zu sehen sind hier nur drei, und diese sind bestimmt nicht breit) wollen Ecstasy (Montage: Detlef Rothe nach Video-Mitschnitt aus der Plattenküche - 1979)

Nach dem Ende der Band - wegen des (trotz beeindruckender Performance!) nur mäßigen Erfolgs (einzige LP: ,The Stripes') - gründete "Nena" in Berlin mit Hilfe von Mitgliedern der Band Spliff (für welche sie die Fan-Post bearbeitete) eine eigene Formation: Nena. Mit dem Schlagzeuger Rolf Brendel suchte sie Carlo Karges auf, welcher Mitglied der neuen Band wurde. Das war der Start zu einer sehr bemerkenswerten Erfolgsserie, welche hier allerdings nicht weiter verfolgt werden soll, da "Nena" aus verschiedenen Gründen zu Hagen beruflich Abstand hielt (allerdings anderen Musikern zur Seite stand).

Eigene YouTube-Playlist zu The Stripes:




CHRONOLOGISCHES


1973

Auf dem Gut Jellinghausen bei Ennepetal (Ennepe-Ruhr-Kreis) wird eine Wohngemeinschaft gegründet, um alternative Landwirtschaft und Lebensweise zu pflegen (Wahnbaeck 2018, S. 112).


1975

Als mögliche Einnahmequelle entsteht auf dem Gut Jellinghausen die Coverband Roaring Sixties; aus ihr geht später Green hervor, welche eigene Kompositionen darbietet (Wahnbaeck 2018, S. 113). Green wird von Hartwig Masuch gemanaged; dieser fungierte bei Roaring Sixties als Sänger, bevor er im Jahr 1976 The Ramblers gründete und dort Frontmann wurde (Wahnbaeck 2018, S. 114).

Aus der schon einige Jahre bestehenden Gruppe Styx wird Mandrake mit Sitz in Lüdenscheid (Wahnbaeck 2018, S. 82, unten). Der Proberaum befindet sich auf dem Gelände der stillgelegten Brauerei Bettermann in Hagen (Wahnbaeck 2018, S. 83, rechts).


1976

1976: Die Formation The Ramblers wird gegründet - mit den The Rolling Stones als Vorbild.

Herbst 1976: Die sechszehnjährige Gabriele Susanne Kerner ("Nena") beginnt nach dem Abbruch ihrer nervigen Oberschulzeit (auf dem Christian-Rohlfs-Gymnasium in Hagen-Haspe) eine dreijährige Lehre als Goldschmiedin in Schwelm (Adresse: ,Neumarkt 8`). Während dieser Zeit lernt sie den Hobby-Musiker Stefan Klein (später "Stefan Kleinkrieg" bei Extrabreit) kennen, welcher mit dem selben Zug nach Schwelm zu fahren pflegt; er arbeitet nahebei in dem Kaufhaus ,Kaufhof' (dieses wurde vor etwa zwei Jahrzehnten geschlossen) als Dekorateur (siehe Wahnbaeck 2018, S. 213, unten).


1977

?.11.1977: Nach einem Auftritt in Düsseldorf findet die Band The Ramblers zunehmend Interesse bei Medien und Publikum.

?.11.1977: Gabriele Susanne Kerner wird von Rainer Kitzmann - welcher sie seit Tagen aufmerksam beobachtete - im Madison gefragt, ob sie Sängerin bei der Hagener New-Wave-Band The Stripes werden wolle; angeblich sagte sie sofort zu (Quellen: Nena & Thesenfitz 2005, S. 13, Brendel 2014, S. 24/27).


1978

22.10.1978: Hitparade mit "Dieter Thomas Heck" (Carl-Dieter Heckscher) in der Ischelandhalle (heute: "Enervie-Arena"); er selbst gab Songs von Hans Albers zum Besten (ob das ,Fliegerlied' dabei war, weiß ich nicht mehr); außerdem traten auf: Bernhard Brink (,Alles braucht seine Zeit'), Gebrüder Hoffmann und Hoffmann (,Himbeereis zum Frühstück', ,Rose of Cimarron'), Jürgen Drews (,Ein Bett im Kornfeld', ,Wir zieh'n heut' Abend auf's Dach'), Roland Kaiser (,Sieben Fässer Wein', ,Zieh' Dich nicht aus, Amore mio'), Roy Black (,Eine Rose schenk' ich Dir', ,Ganz in Weiß'), Siw Inger (,Hey, nur nicht drängeln, junger Mann', ,Värmeland, du schönes Land') und Tony Holiday (,Tanze Samba mit mir'). (Quellen: N.N. 1978 a + b)

08.12.1978 Im Rahmen der WDR-Rockpalast-Konzerte in der Dortmunder Westfalenhalle erreichen The Ramblers den 9. und Grobschnitt den 1. Platz unter den beliebtesten Rockpalast-Gruppen des Jahres 1978.


1979

26.05.1979: Bei der Schulentlassungsfeier für die Abiturienten des Fichte-Gymnasiums spielte die Gruppe Lightning (eine Schülercombo) ein ,Rock'n Roll Medley' (gemäß Programm-Übersicht).

20.06.1979: Im Zentrum der Ereignisse des Jahres 1979 stand für mich - der ich ja in der zweiten Hälfte schon vorwiegend in Münster lebte - das Freiluftfestival ,Mit Rock in die Ferien' - das erste seiner Art in Hagen. Auf dem zugehörigen Plakat (in Farbe abgebildet bei Wahnbaeck 2018) wird als erste Gruppe Extrabreit genannt, was insofern interessant ist, als der Zeichner des Plakats - Kay-Oliver Schlasse - erst anläßlich des Stadtteilfests in Wehringhausen im Herbst singendes Mitglied dieser "Truppe" werden sollte. Im Progamm stand die Band nur an neunter Stelle:
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Plakat zu ,Rock in die Ferien' anno 1979 - Ort: Konzertmuschel im Volkspark (Zeichner: Kay-O. Schlasse)

29.09.1979: Erster Auftritt von Kay Schlasse ("Kai Havaii") als Frontmann von Extrabreit beim Wehringhausener Stadtteilfest auf dem Wilhelmsplatz; auf dem von ihm entworfenen Plakat (Abb. bei Wahnbaeck 2018, S. 173) schrieb er: „SCHNALLT EUCH SCHON MAL AN!".

Gegen Ende des Jahres 1979 beendet "Nena" ihre Goldschmiedelehre in Schwelm und konzentriert sich auf eine Tätigkeit als Frontfrau bei The Stripes (ein Versuch als Drummerin bei der Mädchenband Die Mausis schlug fehl); es erscheint die erste Single von The Stripes: ,Strangers'. (Nach Wikipedia (Stand: 13.02.2019) ist allerdings „Ecstasy (1979, CBS)" als erste Single erschienen, ,Strangers' erst 1980 als zweite. Die genannte Quelle: discogs.com)


1980

?.4.1980-?.7.1980: Aufnahme der Langspielplatte ,The Stripes' im Studio Hiltpoltstein; anschließend Aufnahme and Mix in den Hotline Studios zu Frankfurt am Main.

03.06.1980: Auftritt von The Stripes mit dem Song ,Ecstasy' in der ,Plattenküche' des Westdeutschen Rundfunks (ohne Ankündigung auch hier) (Brendel 2014, S. 38, oben). Auf Grund des in Die Sendung eingebauten Klamauks kommen Band und Ballett nicht angemessen zur Geltung.

?.06.1980: Zweites Freiluftfestival ,Mit Rock in die Ferien'; dieses Ereignis fand auf dem Goldberg im Hagener Stadtwald statt) - wieder eine Premiere!


1981

16.02.1981: The Stripes präsentieren in der von Ilja Richter moderierten ZDF-Sendung ,Disco' den Titel Tell Me Your Name. Nach Rolf Brendel wurde des Sendung am 14.02.1981 aufgenommen (Brendel 2014, S. 38, mitte

1982

Anfang des Jahres 1982 löst sich die Band The Stripes auf; deren Frontfrau "Nena" und der Drummer Rolf Brendel ziehen gemeinsam nach Berlin. "Nena" beginnt im Büro des Photographen Jim Rakete zu arbeiten und kümmert sich um die Fanpost von Spliff. Deren Mitglieder Reinhold Heil und Manne Praeker werden die Produzenter der neugegründeten Band Nena.

21.08.1982: Die Ausstrahlung ihres Auftritts im ,Musikladen' (Radio Bremen) bringt der neuen Band Nena den Durchbruch - über 38000 verkuafte Singles Nur geträumt allein am darauf folgenden Montag bedeutet zugleich für die Plattenfirma ,CBS' einen neuen Verkaufsrekord.


1983

04.02.1983: Start des Musikfilms und zugleich Roadmovies ,Gib Gas, ich will Spaß', in dem neben "Nena" der NDW-Star "Markus" (Markus Mörl) und - in einer kleinen Nebenrolle - die Band Extrabreit auftreten.



BACK TO THE ROOTS

Abschließend noch eine kleine Empfehlung: als Bildergalerie habe ich zwei Wanderungen vom Januar 2019 auf den Spuren von Extrabreit, Grobschnitt, Nena, The Ramblers und den WM Musikverlag (von U. Wiehagen und H. Masuch) bei Facebook veröffentlicht:
06.01.2019 Homegrown-Tour + 19.01.2019 Homegrown II

Ergänzend dazu ein kleiner Film vom 9. Februar 2019:




LINKS

Eigene YouTube-"Playlist" zur Neuen Deutschen Welle in Hagen (einschließlich ,Vorspann' und ,Reaktionen'):



NDW

Film Neue Deutsche Welle - Revolte, Spass und Da-Da-Da 1980 - 1985:



Hagener Kneipenszene

Warum die fetten Jahre im Hagener Nachtleben vorbei sind (undatiert - abgerufen am 9.2.2019)


Extrabreit

Kay-Oliver Schlasse ("Kurt Grosskurt"): Die Extrabreit-Story (genauer als die Memoiren!)


Nena

»Mir fehlt manchmal die Wildheit der Achtzigerjahre« (Interview mit Jakob Schrenk - 27.04.2018)


"Special guest": Interzone

Nicht wie "Nena" (Nina Hagen sowieso nicht) aus (Unbe-)Hagen, aber vielleicht sind's ja die Hintermänner?




LITERATUR


Stadt 1962: Stadt Hagen - Verkehrs- und Presseamt (Hg.): HAGEN, o.O. 1962 (ohne ISBN-Nr.)

Witte 1973: Heinrich Witte: HAGEN, Frankfurt am Main (ISBN 3 8035 0461 9)

N.N. 1978 a: N.N. [gezeichnet mit ,ens']: Hitparaden-Heck: ,Euch müßte man in Berlin haben'. 55jähriger Hohenlimburger avancierte zum ,Star'. In: Westfalenpost, Nr. 247, Lokalteil ,Hagener Zeitung', Ausgabe vom 24.10.1978, S. HG 2

N.N. 1978 b: N.N. [gezeichnet mit ,A. S.']: Fast 1300 begeisterte Musikjünger sahen Hitparade in der Halle: Bei viel Show, Gesang und Musik: Beifall für ,Schnellschuß' Heck, in: Westfälische Rundschau, Nr. 247, Lokalteil ,Zeitung für Hagen', Ausgabe vom 24.10.1978, S. o. A.

Nena & Thesenfitz 2005: Nena (= Gabriele Susanne Kerner) und Claudia Thesenfitz: Willst Du mit mir gehn, 1. Aufl., Bergisch Gladbach 2005 [veröffentlicht am 17. Oktober 2005] (ISBN 3-7857-2135-8)

Zarnke 2010: Jürgen Zarnke: WEHRINGHAUSEN. BILDER und DOKUMENTE [so auf dem Deckblatt], Hagen 2010 (November), herausgegeben im Selbstverlag

Brendel 2014: Rolf Brendel: NENA. Geschichte einer Band, 1. Aufl., Berlin 2014 (ISBN 978-3-351-05015-3)

Günnemann 2014: Ulrich Günnemann: Eppenhauser Brunnen und Friedrichslust - ,Als Großvater und Großmutter sich vergnügten. In: Hagener Heimatbund e.V. (Hg-), HagenBuch 2015. Impulse zur Stadt-, Heimat- und Kunstgeschichte, Hagen 2014 (November), S. 211 - 218. (ISBN 978-3-942184-41-0)

Köhler 2014: Hubert Köhler: Amaretto, Stracciatella, Espresso und Mocca-Milch - Eisdielen und Milchbars in Hagen. In: Hagener Heimatbund e.V. (Hg-), HagenBuch 2015. Impulse zur Stadt-, Heimat- und Kunstgeschichte, Hagen 2014 (November), S. 193 - 210. (ISBN 978-3-942184-41-0)

Havaii 2017: Kai Havaii (= Kay-Oliver Schlasse): HART WIE MARMELADE. Erinnerungen eines Wahnsinnigen, Lizenzausgabe der Originalausgabe von 2007, Essen 2017 (ISBN 978-3-8375-1865-8)

Wahnbaeck 2018: Heike Wahnbaeck (Hg.): Komm nach Hagen, werde Popstar, mach Dein Glück! ... sich trau'n, mal außer der Reihe die Zukunft zu bau'n. Ausstellung im Osthaus Museum Hagen 31. August bis 23. September 2018, Essen 2018 (ohne ISBN-Nr.)



DANKSAGUNG

Den engagierten Mitarbeitern des Stadtarchivs Hagen danke ich für die Bereitstellung seltener Fotos bei Facebook, welche für meine eigene Arbeit förderlich sind!

Dann bin ich speziell dem Schöpferkreis der Ausstellung Hagen - Popstar - Glück im Karl-Ernst-Osthaus-Museum (Sommer/Herbst 2018) mit seinem umfangreichen Katalog für seine herausragende Arbeit sehr dankbar.

Darüber hinaus danke ich Gabriele Susanne Kerner, Kay-Oliver Schlasse und Rolf Brendel für ihre in Buchform gefaßten Rückblicke!

Nicht eigens erwähnen, aber aufrichtig danken, möchte ich den Musikanten, Filmleuten und Internet-Autoren für Ihre informativen und unterhaltsamen Werke, welche zum Thema begleitend oder ergänzend wirken.


Hinweis: Für die Aktualität, Richtigkeit und Funktionalität der angegebenen Links erfolgt keine Gewähr!




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