REGIONALES: Hagen

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von Detlef Rothe aus Hagen-Wehringhausen



RockRoots


Although this text is written in my mother language I dedicate it to Genesis - their first album "From Genesis to Revelation" was released on March 7th, 1969. Well, many thanks for fifty years of progressive rock music! (Genesis-Biographie des Fanclubs; Wikipedia-Artikel)


Hinweis: Die Abkürzungen BL, TK und UT stehen für meine persönlichen Bücherlisten, Taschenkalender und ,Unitimer' (ausgewertet: 1977 bis 1980).



PRELUDE: THE END OF ROARING SIXTIES (1961 - 1970)

Let me whisper in your ear...
(The Rolling Stones, Angie)

Your whisper tells a secret
Your laughter brings me joy
And a wonder of feeling I'm Nature's own little boy

(Supertramp, Even In The Quietest Moments)




Just Another Year: 1968


Die Vorkriegs- und die Nachkriegsgeneration, die sich bislang nur über Haarlänge und Kleidung stritt, treibt immer weiter auseinander. Jugendliche bekommen für die Altvorderen etwas Bedrohliches [...]. [...]| Großer Humbug natürlich [...] - und das Rockgeschäft geht seinen ganz alltäglichen Gang mit wunderbaren Pop-Songs. [...] Und auch Folk ist vertreten: ,Mrs. Robinson' von Simon And Garfunkel. / Letzterer Song gehört zum Soundtrack des Films ,The Graduate' [...], der das markige Verhältnis der Jugend mit ihren Erzeugern mit einem wachen Auge einfängt. Noch eine andere Filmmelodie geistert durch die Musikszene: die klagende Mundharmonika aus Sergio Lones ,Spiel mir das Lied vom Tod' läßt einsame Schauer durch das Rückenmark rieseln."
Deicke & Rausch 1991, S. 68 f.

02.02.1968 (nach anderer Quelle - Deicke & Rausch 1991, S. 200 - am 22.02.1968): Die Band Genesis veröffentlicht beim Decca-Label ihre Debüt-Single ,The Silent Sun' (Wikipedia-Artikel - Stand: 15.03.2019). Das 2:15-Minuten-Stück wurde im Dezember 1967 produziert und erscheint noch in Mono (gemäß der Neuveröffentlichungsangaben auf dem Cover von ,Rock Roots').

20.04.1968: Die Band Deep Purple gibt in Kastrup (Dänemark) ihr Live-Debüt (Deicke & Rausch 1991, S. 230).

21.06.1968: Deep Purple veröffentlicht mit ,Hush' ihre Debüt-Single (Deicke & Rausch 1991, S. 259).

Sommer 1968: Der britischen Rockband Jethro Tull gelingt auf dem Sunbury Jazzfestival der Durchbruch. Sie wurde 1967 gegründet und wird durch den markanten Gesang und Einsatz einer Querflöte Ian Andersons berühmt.

?.09.1968: Die Band Genesis nimmt in den Regent Studios zu London in nur eineinhalb Tagen ihr erstes Album auf (Wikipedia-Artikel - Stand: 15.03.2019).

?.10.1968: Das erste (Studioalbum ,This Was' von Jethro Tull erscheint, nachdem es vom 13. Juni bis 23. August 1968 im Sound Techniques Studio, Chelsea (London) aufgenommen worden war. Es wird Platz 10 in den britischen Charts und Platz 62 in den Billboard 200 erreichen. (Zum 50. Jubiläum im Jahr 2018 wird eine 50th Anniversary Edition erscheinen, welche sich auch in den deutschen Albumcharts platzieren kann.)



Time For Rocket Men: 1969


Die Ordnungshüter drücken bei Woodstock die Augen zu, auch wenn die Drogengesetze [...] verschärft wurden. [...] Die Mondlandungen - zwei in diesem Jahr - entschädigen Amerika für den Ärger, den es in erdnäheren Gefilden hat." - „Der Vietnam-Krieg war bisher nur ein Desaster für die USA. [...] Bis Jahresende ziehen 60000 amerikanische Soldaten nach Hause - gerade ein Zehntel der gesamten Legion. [...] ,Teach Your Children' - aber antiautoritär: [...] Die Öffentlichkeit [in Westdeutschland (D.R.)] schreit auf und ruft Vater Staat auf den Plan. [...] Jetzt wird reformiert, soweit die Mehrheit trägt." - „Dennoch: Auch unter [dem Bundeskanzler (D.R.)] Brandt bleibt die Jugend aufsässig. [...] Der rote Punkt, der an der Windschutzscheibe des Privatwagens gepappt wird, um zu signalisieren, daß Anhalter mitgenommen werden, breitet sich aus." - Und auch das gab's: „Tote bei Rock-Festivals und Konzerten. Aufwind für die Rock-Gegner [...]."
Deicke & Rausch 1991, S. 89 - 90 - 91 - 92.


Eine der wenigen kommerziell erfolgreichen Single-Veröffentlichungen von Jethro Tull ist das 1969 erschienene ,Living in the Past'; das Stück ist durchgängig im 5/4-Takt komponiert und erhält dadurch einen besonderen Charakter. Im selben Jahr tourt die Band mehrmals in den USA und wird so auch dort bekannt.


Anfang 1969: „Anfang 1969 änderte sich die Szenerie [...]. Die Haare wurden länger, die Klamotten bunter, die Musik lauter und progressiver [...]. [...] Die klassischen ,Jugendtanzabende' am Wochenende waren urplötzlich passé [...]." ("Lupo" Gerd Otto Kühn-Scholz in Kühn-Scholz 2018, S. 31)

?.01.1969: Die Hagener Rockband The Crew (ein Vorläufer von Grobschnitt) gewinnt beim Deutschen Beatfestival in Recklinghausen das Recht zur Aufnahme einer Single; im Menga-Studio in Gelsenkirchen entsteht darauf hin etwas später als Debut-Single die Eigenkomposition ,He's Around Here' (Kühn-Scholz 2018, S. 32, mittig).


07.03.1969: Das Debüt-Album (,From Genesis to Revelation') von Genesis wird veröffentlicht; es verschwindet aber zunächst als angeblich religiöses Werk mit nur etwa 600 verkauften Exemplaren weitgehend in den Schubladen der Plattenläden (Genesis-Biographie des Fanclubs; Wikipedia-Artikel).

14.03.1969: Die Band The Beatles bekommen für ,Yellow Submarine' ihre vierzehnte Goldene Schallplatte überreicht (Deicke & Rausch 1991, S. 210).

21.03.1969: John Winston Lennon und Yoko Ono Cox beginnen im Amsterdamer Hotel ,Hilton' ihren "Bed-Peace-Feldzug" (Deicke & Rausch 1991, S. 214).

03.05.1969: In Madison (Wisconsin, USA) wird durch zwei Hundertschaften Polizei mittels Versprühen von Tränengas ein Rock-Konzert beendet (Deicke & Rausch 1991, S. 237) - Mad-is(o)n't it?

05.07.1969: Die Band The Rolling Stones gibt im Londoner Hyde Park vor einer halben Million Gästen ein Freikonzert (Deicke & Rausch 1991, S. 265).

21.07.1969: Neil Alden Armstrong stattet gegen 4 Uhr morgens MEZ dem einzigen natürlichen Erdtrabanten als erster Mensch einen Besuch ab (Deicke & Rausch 1991, S. 272). Statt eines Begrüßungsliedes liefert er ein kurzes Statement. Mangels Blumen werden Steine gesammelt. Die Eroberung des Weltraums haben sich wohl viele Erdlinge - zumal die vom ,Raumschiff Enterprise' (Beginn der bis in die Gegenwart reichenden Jungfernfahrt im US-Farbfernsehen: 08.09.1966) und von der Bavaria-Kultserie ,Raumpatrouille Orion' (Erstausstrahlungen: 17.09.1966 - 10.12.1966 - Erstwiederholung im Nachmittagsfernsehen: 1968) verwöhnten Wesen - ganz anders vorgestellt.

15.08.1969: Bei Bethel nahe New York beginnt die ,Woodstock Music Art Fair' mit knapp einer halben Million Besuchern. Das gigantische Happening droht allerdings wegen Wetter im Schlamm zu versinken. (Deicke & Rausch 1991, S. 284).



Wheels In Revolution: 1970


So mancher Musiker [...] bastelt an Rock-Symphonien und orchestralen Fingerübungen [...]. Ist Rock endlich eine Kunstform geworden? / Jetzt können die Langhaarigen, Bärtigen, T-Shirt-Tragenden endlich mit gutem Grund naserümpfend auf die [...] herunterschauen, die sich an den Chartspitzen tummeln. Platter Pop für kleine Platten. LPs machen das neue Geschäft. [...] Zu solchen Platten gehört eine ,Anlage' - Tjuna, Ämpliefeier [sic! D.R.], Plattenspieler und Boxen - [...] und vor allem Stereo das Ganze." - „Man führt ein hektisches, mageres Kifferleben in der Stadt oder setzt sich in die Landschaft ab: Landkommunen [...]. [...] / Mit der neuen Naturverbundenheit und mit einem langsam erwachenden Umweltbewußtsein beginnt auch die Rockmusik für einige Jugendliche suspekt zu werden. Statt E-Gitarren aus Verstärkertürmen hört man wieder [...] Volkslieder oder kurz: Folk - am besten selbstgemacht oder zumindest aus dem Fach der absolut unkommerziellen Künstler." (Deicke & Rausch 1991, S. 93 + 96).

21.02.1970: Die Langspielplatte (LP) ,Bridge Over Troubled Water' von Paul Simon & Art Garfunkel geht in die US-Charts, bleibt dort 130 Wochen und gehört somit zu den bestverkauften Alben aller Zeiten. (Deicke & Rausch 1991, S. 200).

01.04.1970: Der Film ,Woodstock' wird in Hollywood uraufgeführt. (Deicke & Rausch 1991, S. 219).

06/07.1970: Genesis nimmt für das Label Charisma Records ihr zweites Album ,Trespass' auf; es erscheint am 23.10.1970; trotz einiger guter Kritiken hatte auch dieses Album kommerziell kaum Erfolg. (Wikipedia-Artikel).

09.06.1970: Bob Dylan wird von der University of Princeton zum Doctor honoris causa (Ehrendoktor) ernannt. (Deicke & Rausch 1991, S. 259).

27.10.1970: Das Album ,Jesus Christ Superstar' wird in New York der Öffentlichkeit präsentiert. (Deicke & Rausch 1991, S. 318).

12.11.1970: Die Band The Doors gibt in New Orleans (USA) ihr letztes Konzert mit Jim Morrison als Leadsänger. (Deicke & Rausch 1991, S. 327).




1971 ETC.: IT'S YOUR TURN NOW

Hey, did you know that I'm
Always going back in time?

(Wings, Backwards Traveller)






Wir warten nicht, wir starten! [...] Piloten ist nichts verboten." - „So sind sie halt, die Kinder."

+++ Hagens Eltern wußten es: ihre Kleinen werden ,Irgendwie, irgendwo, irgendwann' flügge! (Das ,Fliegerlied' war nicht neu.) +++


Remember when you were young, you shone like the sun. Shine on you crazy diamond.
Now there's a look in your eyes, like black holes in the sky. Shine on you crazy diamond.

(Pink Floyd, Shine On You Crazy Diamond)

Woll, als Titel hätte ich statt eines Fragezeichens einen Notenschlüssel nehmen können, doch leider fehlt er auf meiner Tastatur. Also halte ich mich an das zweite Album von Nena und hoffe, daß der Sinn verstanden wird. Es soll hier hauptsächlich um populäre Musik aus Hagen gehen (,in Westfalen', dem ,Tor zum Sauerland', am Rande vom ,Ruhrrevier' und unweit des Bergischen Landes), wobei der Fokus auf die kleine Revolution zwischen etwa 1970 und 1980 gerichtet ist, in der dieses grün umhügelte und von Arbeit dreckige Hagen beinahe plötzlich im Fokus der einheimischen Musikindustrie stand. Die ,Neue Deutsche Welle' (NDW) habe ich dort allerdings nicht erlebt. Ab der zweiten Hälfte des Jahres 1979 orientierte ich mich mehr an meinem Studienort Münster/Westfalen und hielt mich zudem in den Sommermonaten 1982 und 1983 in Bayern auf. Wenigstens konnte ich in Landshut (Niederbayern) im März 1982 eine Vorstellung von ,Levi's Rock-Festival - Neue Musik aus Deutschland' - mit Extrabreit, Interzone, Prima Klima und Spliff - besuchen:
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Mein Ticket zum Landshuter "Rockabend" (Foto: Detlef Rothe)

Zu dieser Festival-Tour gibt es ausführliche (voneinander abhängige) Berichte von Kay Oliver Schlasse ("Kurt Grosskurt"/"Kai Havaii"/Kay O. Schlasse: Die EXTRABREIT-Story; Havaii 2017, S. 165 - 172; Schlasse 2018, S. 247 - 254). Ich empfehle sie ausdrücklich, denn sie erleichtern das Kennenlernen der Stimmung und "Szenerie" der Jahre um 1980 erheblich!

Daneben geht es mir in diesem Multimedia-Aufsatz auch um die Unterhaltung junger Leute im Zentrum Hagens um 1980, denn nicht alle (wenn auch viele und diese vielseitig!) haben Musik gemacht. Hier habe ich die Freizeitstätten im Visier, wo den jungen "Konsumenten" Noten um die Ohren "gehauen" wurden.

Wer sich dabei mit der aktiven Seite der Musikszene im 1970er und 1980er Jahrzehnt in Hagen beschäftigt, wird kaum an Hartmut Krause (heute beim Westdeutschen Rundfunk tätig) vorbeikommen. Anläßlich der Ausstellung ,Hagen - Popstar - Glück' hielt er Rückschau (Krause 2018), und ich will hier bloß etwas Appetit auf seine kenntnisreichen Ausführungen machen. Er beschrieb das Hagen der 1970er Jahre als eine „Stadt mit Musikern und Bands, die ihr Tun mehr oder weniger Ernst nahmen und deshalb auch mehr oder weniger Erfolg hatten" (Krause 2018, S. 116, oben): „Über allem thronten jedoch die Männer von Grobschnitt, die es irgendwie geschafft hatten, den zu jener Zeit sehr beliebten Bühnenperformances der englischen Art-Rock-Giganten eine deftig-versponnene, westfälische Alternative entgegenzusetzen." (ebenda)

Dazu der frühere Tourmanager und Musiker der Band Gerd Otto "Lupo" Kühn-Scholz in einem powermetal.de-Interview vom 11.10.2015: „Als die Breiten [= Extrabreit] sich 1978 gründeten, wurden wir mit GROBSCHNITT gerade im WDR-Fernsehen zur weltweit besten Rockpalast-Liveband des Jahres gekürt. 1980 erschien dann ihr erstes Album, und wir brachten fast zeitgleich mit "Volle Molle" unser bereits achtes Album auf den Markt. Für Hagener Verhältnisse galten wir mit diesen Erfolgen als eine Band wie von einem anderen Stern, unerreicht und schon zu Lebzeiten legendär. Wir spielten in den dicken Hallen und blieben trotzdem die netten Jungs von nebenan. Wir waren aber auch Ansporn für andere Bands, es uns gleichzutun. Anfang der 80er gab es in Hagen mit dem Aufkommen der NDW geradezu eine Bandschwemme und verlieh der Stadt den Namen "Little Liverpool"." (abgerufen am 8.4.2019)

Nach Hartmut Krause (Krause 2018, S. 116, oben) war „von einer brodelnden Hagener Szene Mitte der [19]70er noch nichts zu spüren". Freilich - Hagen ist nicht gleich Hagen: „Die Bands waren oft noch einzelnen Stadtteilen zuzuordnen. Aus Haspe kam die Prog-Rock-Band Albatros", und diese konnte „ihre erste Platte Garden Of Eden in Eigenregie ohne geldgebende Produzenten veröffentlichen" (Krause 2018, S. 116, oben). Die progressiven Rock spielende Band wurde im Februar 1974 in Hagen gegründet und bestand bis mindestens 1979 (Bass: Achim Hubricht - Congas: Jürgen Polzin - Drums: Thomas Büscher -Guitar: Peter Breitbarth - Keyboards: Harald Hubricht - Piano: Christian Köppen - Vocals: Hansi Köppen):

(Alternativlink)
Auch in anderen Stadtteilen traten ,Plattenproduzenten' hervor: „In Dahl hatte sich die Formation Aragon gebildet, die sich vorher Genitiv nannten [= nannte]. Sie [= Ihre Musiker] spielten gitarrenlastigen, progressiven Rock mit deutschen Texten. Mit Blauer Montag/Disc-oh-Fieber konnten sie auch eine Single vorweisen. In Vorhalle war Pilgrimage beheimatet. Die Band des späteren Musiktreff-Chefs Reinhold Pomaska spielte melodischen, nicht zu harten Rock [...]." (Krause 2018, S. 116, mittig)

Wer das Glück hatte, als junger oder jung gebliebener Mensch das 1970er Jahrzehnt auch nur zeitweise in der verkehrsbegünstigten Dreiflüssemündungsstadt im Nordwesten des Sauerlandes zu erleben, dem wurde bald bewußt, daß hierbei Wehringhausen (manche sagten schon damals: Wehrdichhausen) eine besondere Rolle spielte. Rolf Brendel meinte anno 2014: „An den Imbissbuden gab es Pommes rot/weiß, dazu die sogenannten Pflastersteine, steinharte Frikadellen, mit denen man bei Demos Polizisten bekämpfen konnte, nicht aber seinen Hunger." - „Ohne dieses Viertel schmeckte Hagen wie alkoholfreies Bier." (Brendel 2014, S. 45, unten, u. S. 46, oben) - Hartmut Krause wies auf die aufblühende Musikszene dieses Stadtteils und besonders auf „die erste Wehringhauser Szene-Band Bruno Bond und die Alternativ-Casanovas um Thomas Hermann" (*18.4.1951 - †31.03.2014 - im Adreßbuch 1976 leider nicht verzeichnet) hin, „die ihre Musik Turnschuh-Rock nannte, textlich von Ton, Steine, Scherben und musikalisch von Dire Straits beeinflusst war" (Krause 2018, S. 118, unten).

Ich fasse das musikbewegte Terrain an der Ennepe ein Bißchen weiter und spreche vom ,wilden Westen' Hagens, ziehe also den Raum Haspe ausdrücklich mit ein. Ich selbst bin in dieser Gegend aufgewachsen und kann daher auf persönliche Erinnerungen, welche ich zum Teil in Tagebüchern festgehalten habe, ,zurück greifen'. Einschränkend muß ich allerdings darauf hinweisen, daß damals Musik nicht im Mittelpunkt meines Interesses stand, denn ich war in der Tönekunst ziemlich unbegabt und äußerte mich schon damals vorwiegend in Bildern und Texten; immerhin war ich viel unterwegs und photographierte fleißig in meinem Freizeitumfeld. Insofern läßt sich auch so ein gewisser Einblick in die Jugendkulturszene des (erweiterten) ,Bermuda-Dreiecks' zwischen Haspe, Helfe und Priorei gewinnen - freilich aus der Sicht eines "Konsumenten", nicht Produzenten. Fotos aus dem Backstage-Bereich gibt es bei mir nicht!

Wenn ich schon - wenn auch indirekt - in Hagen unterwegs bin, so möchte ich nicht unerwähnt lassen, daß die Glörtalsperre zwischen Breckerfeld (Ennepe-Ruhr-Kreis) und Hagen-Priorei im 1970er Jahrzehnt für naturbewußte und musikbegeisterte junge Leute einen besonderen Anziehungspunkt bildete. Besonders die Abendstimmung war hier für musisch begabte Wesen ausgesprochen inspirierend:
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"Putte" (links) und "Jodel" (daneben) an der abendlichen "Glör" (Foto: Detlef Rothe - 11.06.1979)

Inga Humpe berichtete für die Zeit um 1970 (bei Wahnbaeck 2018, S. 336, unten): „Meine erste wichtige Begegnung in Hagen war mit Axel Kölpin, später Gitarrist bei Marakesh Express und Liga Agil [...]. Die Glörtalsperre [...] war mein persönliches Woodstock. Dort haben wir Beatles-Lieder zur Gitarre gesungen. Das war der erste Schritt in eine Teenager-Individualität. Diese Talsperre war ein Feld, was von niemanden besetzt war. [...] Man konnte sich ausdrücken, wie man wollte."



DOWNTOWN


We're just two lost souls swimming in a fish bowl, year after year,
Running over the same old ground. What have we found? The same old fears.

(Pink Floyd, Wish You Were Here)

Leaving the suburbs
we go now leaving all the ground.

(The Stripes, Leaving The Suburbs)

Komm - komm nach Hagen
werde Popstar - mach Dein Glück!

(Marianne Rosenbär & Extrabreit, Komm nach Hagen, 1982)



Auf Grund eines frühen Songs von Extrabreit dürfte bekannt sein, daß die Hagener City im 1970er Jahrzehnt bei jungen Leuten keinen guten Eindruck vermittelte, und zwar schon zu der Zeit, als ihr Frontmann noch Horst-Werner Wiegand hieß (vgl. Wahnbaeck 2018, S. 202):
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Die ,Alptraumstadt' im Februar 1975: vorne der Saal des Jugendheim am Buschey, rechts dahinter die damalige Volkshochschule;
etwas oberhalb der Bildmitte das Stadttheater (Foto: Detlef Rothe)

Die Dreiheit der Hochhäuser von Arbeitsamt, Sparkasse und Stadtverwaltung (Radiopassiv, Grün & Grau, 1982) machte zu Beginn des 1980er Jahrzehnts (1981 - 1990) die Angelegenheit nicht sympathischer.

Über diesem Textabschnitt könnte ich allerdings auch den Titel einer Abbildung im Bildband ,HAGEN' von Heinrich Witte (Witte 1973, Abb. Nr. 32) aus der in Frage kommenden Zeit ergänzen: „Beat im Volkspark". Das Thema ,Beat' kontrastierte um 1970 ganz hübsch gegenüber den Modenschauen, aber aus Beat wurde dann schnell und tragfähig Rock! Hier spielte die im 1950er Jahrzehnt zu Unterhaltungszwecken (Freiluftkonzerte und -modenschauen) errichtete überdachte Bühne an der Körnerstraße - unweit von Elektromark / Südwestfälische Industrie- und Handelskammer / Stadtsparkasse - sowohl die Rolle eines Katalysators als auch Magneten für Jugendliche und Junggebliebene. Aber natürlich gab es auch Häuser, in denen Tanzmusik für junges Volk gespielt wurde!

Der Volkspark im Zentrum der Stadt entwickelte sich - ähnlich (aber natürlich bescheidener) wie der Olympiapark in München - im 1970er Jahrzehnt zunehmend in einen Schau- und Spielplatz für die Jugend, was dankenswerterweise durch die für soziale Belange zuständigen Ämter der Stadt gefördert wurde:
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Umzug beim ,Kinderfest' im Volkspark (Foto: Detlef Rothe - 08.06.1979)
(Ich hab' nachgezählt: für 99 Luftballons hat's nicht gereicht.)


Die Konzertmuschel

Da die Villa Funcke an der Karl-Marx-Straße - sie lag gegenüber der Einmündung der Bahnhofstraße und hatte zuletzt militärischen Zwecken gedient - um 1950 abgerissen wurde und nicht - wie aus Kreisen der Bürgerschaft gewünscht - als Ersatz für das gleichfalls zerbombte Viktoria-Café hergerichtet wurde, bedurfte es eines anderen Publikumsmagneten für öffentliche Veranstaltungen in dieser ,Ecke' des Stadtzentrums. Irgendein kluger Kopf beim Hochbauamt der Stadt Hagen kam in der ersten Hälfte des 1950er Jahrzehnts auf die Idee, eine überdachte Bühne gegenüber dem Gebäude der Elektomark errichten zu lassen (die Fertigstellung war wohl im Jahr 1955 - das heißt: zehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs); dort sollten Volkschöre singen, Modeschauen abgehalten werden und Kurorchester spielen:




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Frühkonzert im Volkspark nach einer Werbebroschüre der Stadt Hagen (Stadt 1962) von 1962 (Photograph unbekannt).
Damals war ich drei Jahre alt.



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Cover einer Schallplatte von Bruce Low (Foto: Detlef Rothe)


Da wurde ich schon 5!

Nun - sie kamen, sahen und siegten: die Konzertmuschel wurde - wie der gesamte "Volks"park - zunehmend von den "geburtenreichen Jahrgängen" okkupiert:
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Ausschnitt aus dem undatierten Foto „Beat im Volkspark" von J. Nieswand, Solingen (Witte 1973, Taf. 32)
Wie die Kleinen gewachsen sind, gell?

Legendär ist der Auftritt von Hagens bald bekanntester Rockband am 26. September 1971 im Volkspark - damals noch als Kapelle Elias Grobschnitt (Wahnbaeck 2018, S. 83, Abb. oben rechts und Tourplan unten rechts, sowie Kühn-Scholz 2018, S. 34, Abb. links unten). Dazu ihr Gitarrist und Bandmanager "Lupo" (Kühn-Scholz 2018, S. 34): „Da kam uns das Open-Air in der Konzertmuschel im Volkspark gerade recht und lockte nicht nur die Massen, sondern auch gleich mal die Hagener Polizei an, weil sich einige Anwohner durch die laute Musik gestört fühlten."

Die Anwohner - von denen es da gewiß nicht viele gab - hatten sich zu gewöhnen (Ohrstöpsel gab's schon damals):
EU/D/NRW/HA/Hagen/Volkspark/Konzertmuschel/19790620_X-37_FA454_EU_D_NW_HA-City_Volkspark_Konzertmuschel_MitRockInDieFerien_1200x0803
,Rock in die Ferien' (Foto: Detlef Rothe - 20.06.1979).
(Mit neunzehn Jahren hatte ich da meine Schullaufbahn bereits beendet.)

EU/D/NRW/HA/Hagen/Volkspark/Konzertmuschel/20190131w0958_DSC_1136_EU_D_NW_HA-City_Volkspark_Konzertmuschel_GERICHTET_1200x0887
Konzerte im Volkspark - Schnee von gestern? (Foto: Detlef Rothe - 31.01.2019)


Ischelandhalle

Da die stark beschädigte Stadthalle auf der Springe wie alles andere Mögliche und Unmögliche abgerissen worden war (angeblich weil bei einer Tombola nicht genügend Geld für eine Wiederherstellung beisammen kam), fehlte in der Innenstadt ein größerer Saal für "Mega-Events". Ersatzweise wurde die eigentlich nur für Sportveranstaltungen vorgesehene Ischelandhalle unweit des Theodor-Heuss-Gymnasiums am Höing genutzt. Diese wurde am 15.01.1966 als ,Sporthalle Ischeland' eingeweiht (Stadt 1967, 3. Taf. nach S. 14). Als Veranstaltung sehr beliebt waren hier die sogenannten Sockenbälle: große Fêten mit Live-Musik, wobei das "Fußvolk" Turnschuhe oder dicke Socken tragen mußte, damit das Parkett keinen Schaden nahm. Ich verweise hier auf Hartmut Krause (Krause 2018, S. 116, unten): „[...] der Traum einer jeden Hagener Band war es, einmal beim legendären Sockenball in der Ische (Ischelandsporthalle) vor fast 2000 Turnschuh- und Skisockenträgern aufzuspielen." - Ob der Begriff ,Turnschuhrock' in der "Ische" geprägt wurde (vgl. das Plakat bei Krause 2018, S. 118, links oben), muß ich leider offen lassen.

Last not least: auch mancher Fernseh- und Schlagerstar ließ sich in der "Ische" blicken, und ich erinnere mich etwa an "die goldene Stimme aus Prag" Karel Gott (da bin ich unsicher - eventuell gastierte er im Stadttheater, aber jedenfalls gab er in den Baracken der Sparkasse unterhalb des Kegelzentrums Autogramme). Bei solchen Veranstaltungen habe ich gelegentlich teilweise bezahlte Hilfeleistungen erbracht.

Ein im 1970er und teilweise noch im 1980er Jahrzehnt sehr beliebtes Ereignis, welches gewöhnlich in Berlin für das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) produziert wurde, war die ,Hitparade' von und mit "Dieter Thomas Heck" Carl-Dieter Heckscher (*29.12.1937 - †23.08.2018), in welcher bekannte Popstars auftraten und um die Gunst des Publikums wetteiferten. Ein solches Event fand in der besagten Halle im Oktober 1978 statt, und dabei konnte ich als Stagehand bzw. Side-Crew-Mitglied - teilnehmen und so Einblicke in den Backstage-Bereich und den Umgang mit Größen des Schlager- und Showgeschäfts gewinnen:
D/NRW/HA/Ischeland/19781022_ab_FA0401_EU_D_NW_HA-Ischeland_Ischelandhalle_DetlefRothe_mit_DieterThomasHeck_0910x0900
Verfasser (links) neben "Dieter Thomas Heck" (mitte) (22.10.1978 - Photograph unbekannt)

In der Westfalenpost (N.N. 1978 a) hieß es dazu: „Zwölf Schüler sorgten übrigens mit dafür, daß das ganze Spektakel über die Bühne gehen konnte. Sie waren von 12 Uhr mittags [,High Noon'! D.R.] bis Mitternacht [Geisterstunde! D.R.] mit dem Auf- und Abbau beschäftigt. Während der Show fungierten sie als Platzzuweiser. Ihr Lohn: 15 DM." - In meinem damaligen Einnahmen-Ausgaben-Verzeichnis (E/A 1978/79) heißt es allerdings zum 22.10.1978: „20 DM für Bühnen- und Ordnerarbeit [erhalten]" - gleichwohl: der Sklavenlohn hätte gerade 'mal für den Eintritt zum "Viererband"-Festival in Landshut (siehe oben) gereicht. Um so wertvoller waren für mich die bei den diversen Tätigkeiten in der "Ische" gewonnenen Erfahrungen!

Was war nun meine Aufgabe damals bei der neckisch-Heckischen Parade? Nun, im Wesentlichen ging es darum, die Autogrammjäger, Teenies und "Tweenies" von den Stars fernzuhalten. Bei einem ,ein-Bett-im-Kornfeld'-Typen hatte ich reichlich zu tun, die jungen Damen auf Abstand zu halten. Manche von ihnen erweckten den Eindruck, als wären sie geradewegs von zu Hause durchgebrannt und hätten nichts Eiligeres zu tun, als mit ihrem Idol auf's nächste Schlachtfeld zu ziehen. In der Westfalenpost (N.N. 1978 a) hieß es zu diesem Thema für die Zeit während der Show: „Gleichzeitig mit Jürgen Drews stürmten die ,Teenies' zur Bühne und begleiteten jeden seiner Songs mit emphatischen Zurufen." - Eine ähnliche Atmosphäre ist - allerdings unter Bezugnahme auf die Levis-Tour 1982 - bei Havaii 2017 (auf den Seiten 167 u. 171 f.) dargestellt, wo Kay Schlasse unter anderem von „Groupies" und „minderjährigen Mädchen" spricht und dabei auf den Einfluß einschlägiger Jugendmagazine eingeht (die ,Bravo' habe ich übrigens selbst jahrelang gelesen und verteilt); kaum ein Satz trifft wohl so ins Schwarze wie (S. 172, oben): „Auch bis zu Hunters entlegener Ranch [bei Sprockhövel (D.R)] kämpften sich auswärtige Fans vor." - Kurzum: Ich habe damals bloß noch gedacht: ,Ach, Detlef, werde Popstar - mach' Dein Glück!' - In Hagen war ich ja schon, und bis zum ,WM Musikverlag' von Ulrich Wilhelm Wiehagen (Rückblick von Stefan Klein - Stand: 24.3.2019) und Hartwig Masuch (zu ihm siehe unter ,LINKS' - ,Personen') wäre ich selbst kriechend hingekommen, hätte mich also bei Bedarf selbst (freilich in eine andere Richtung!) "vorgekämpft" (zumindest ab Dezember 1978):
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Pelmkestrasse/GoogleMapsBild_EU_D_NW_HA-Wehringhausen_Pelmkestrasse061_Ladenlokal_mit_Umgebung_1200x0529
Simulationsbild von Google Maps mit dem orangefarbenen Elternhaus ganz links und dem markierten Lokal des Verlags rechts (Stand: 2011/2017)

Das Büro war in der Pelmkestraße 61 (a), und ist dort durch Zeitdokumente für Dezember 1978 bis September 1980 (Wahnbaeck 2018, S. 130, Abb. oben, u. S. 151, Abb. oben rechts; vgl. zum September 1979 ebenda, S. 130, Anzeige links oben) belegt:
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Inzwischen (Stand: Januar 2019) wurde dieser frühere Lebensmittelladen für den Nahbereich durch zwei Garagen ersetzt (Foto: Detlef Rothe - 15. Februar 2009).

Da der Musikverlag rasch wuchs, wurde er in die Berliner Straße 2 - 8 (spätestens im Februar 1981) verlegt und bestand dort bis zum Frühjahr 1984 (Wahnbaeck 2018, S. 133 f.).

Ach ja - und was die Autogrammjäger anging, so schrieb die Westfälische Rundschau (N.N. 1978 b) dazu: „Der [Show]abend endete mit einem großen Finale, bei der die Bühne dicht umdrängt war. Die zugunsten der Deutschen Krebshilfe verkauften Autogramme fanden reißenden Absatz."

Hierzu noch ein Auszug aus meinen Tagebuchaufzeichnungen (hier: Einzelblatt-Ordner)zu „Sonntag, den 22.10.78":
Ich [...] war um 13 Uhr in der Ischelandhalle, wo ich nachmittags mit einem Dutzend Mitschülern eine Bühne aufbaute (für eine ,Hitparade [...]). Abends war ich dann Ordner und bekam einen 30-DM-Sitzplatz. Als Jürgen Drews kam, gab es allerhand zu tun, um die Teenies in Grenzen zu halten. In der Pause holte ich mir Autogramme und sprach mit einigen Künstlern [= Kunstschaffenden (D.R.)]. Gegen 23 Uhr war die Show, die gegen 19.30 Uhr begonnen hatte, zuende, und ich mußte helfen, die Bühne wieder abzubauen. Es war sehr interessant zu sehen, wie man dabei vorgehen mußte.
Am Montag, den 23.10.78, konnte ich mein Rhowdytum
[sic (D.R.)] um 1 Uhr beenden.[...] Ich würde gerne noch einige Eindrücke über die [= von der] Hitparade notieren [...]. Ob es nun Jürgen Drews war [...] oder die Mädchen, die ihn anhimmelten - Überraschung war mir gewiß. Ob ich mich mit Dieter Thomas Heck oder Siw Inger unterhielt - beide faszinierten mich; Heck hauptsächlich wegen seiner Redegewandheit und seines sicheren Auftrittes, seiner Kleidung und seiner leicht zynischen Gesichtszüge; Inger wegen ihres Aussehens und ihrer Stimme. Natürlich fand Drews wegen seiner Ausstrahlung mein Hauptinteresse. Kaum eines der Mädchen, die vor der Bühne knieten und saßen, dürfte ich je gesehen haben [und verhielt mich daher unnachsichtig]. Und doch hatte ich mit den anderen jungen Ordnern bei einigen von ihnen Mühe, sie in der Pause von den Garderobenräumen fernzuhalten. Dennoch fand ich in dieser Zeit Gelegenheit, Autogramme zu kassieren und mir die Stars genauer anzusehen. Viele Mädchen beneideten mich um meinen Job. Übrigens empfand ich die Zwanglosigkeit gegenüber den [...] Stars erfrischend.
Nach der Pause war die Show für mich seltsamerweise gelaufen. Die Stars, die ich erleben wollte, kannte ich
[nun]. Jürgen Drews hatte keine Autogramme mehr bei sich; nur Roy Black sorgte noch für ein wenig Begeisterung, als er mit Rock 'n' Roll loslegte. Am meisten hatte mir nach [dem Auftritt von] Drews allerdings Heck selbst mit seinen Hans-Albers-Liedern gefallen. Nach der Show wurde ich mit dem Bühnenabbau nicht müde. Gegen 1 Uhr war die Halle wieder leer." (notiert am 24.10.1978, ca. 15:00 - 15:15 Uhr)

In diesem Zusammenhang vielleicht nicht uninteressant: Die Band Extrabreit weigerte sich in den kommenden Jahren, in "Hecks" ,Hitparade' aufzutreten, weil ihre Mitglieder befürchteten, einen Teil der Fans zu verlieren; die Popgruppe Nena (mit nur teilweise aus Hagen stammenden Mitgliedern) hatte da keine Bedenken. Gabriele Kerner war nach dem mäßigen Erfolg von The Stripes bereit, sich stärker kommerzialisieren zu lassen; so trug die Supernova am deutschen Pophimmel als gelernte Goldschmiedin knalligen Plastikschmuck an Stelle von Gold oder Silber und zeigte statt Armreifen farbige Pulswärmer, einen - allerdings nicht in der ,Hitparade'! - knallroten Minirock usw.; immerhin hat sich hier - im Hinblick auf Musik und Outfit - eine gewisse Qualität gegenüber "Lautheit" und Lautexte durchgesetzt.

YouTube-Filmausschnitt aus der ,Hitparade' mit dem Verlesen der Absage von Extrabreit:


YouTube-Filmausschnitt aus der ,Hitparade' mit ,Nur geträumt' von Nena:


Beiden Formationen hat ihr gegensätzliches Verhalten gegenüber dem ZDF jedenfalls nicht erkennbar geschadet.

Besonders gerne erinnere ich mich an eine Show von Otto Waalkes (welcher sich vor Beginn der Veranstaltung als die Ruhe selbst in die Zuschauertribüne setzte und so ganz zu dem Sturm kontrastierte, welcher dann auf der Bühne tobte!).

Aus meinen Tagebuchaufzeichnungen (hier: Einzelblatt-Ordner) zu Sonntag, den 12. November 1978: „Um 15 Uhr war ich in der Ischelandhalle, wo ich wieder als Helfer tätig war. Diesmal konnte ich Ottos Show genießen. Gegen 24 Uhr ging ich zu Bett." - Dies war mein letztes Engagement dieser Art.

Das mit dem Popstar-Werden überlegte ich mir dann doch anders. Zunächst einmal hatte ich mich auf die Abiturprüfungen im Frühling 1979 vorzubereiten. Mit neunzehn Jahren glaubte ich noch, als Frühgeschichtler groß 'rauskommen zu können! Mein erstes "Buch" (zur Frühgeschichte Dortmund-Syburgs) war in Arbeit, welches dann im August mehr so in einer Art billiger Broschüre im rechts angehauchten Mannus-Verlag mit heute sehr überholtem Inhalt erschien.



DISKOTHEKEN


Look around and choose your own ground
For long you live and high you fly
And smiles you'll give and tears you'll cry
And all you touch and all you breathe
Is all your life will ever be

(Pink Floyd, Breathe; Text von Roger Waters)



Eine Schlüsselgeschichte für das Verständnis der populärmusischen Entwicklung spielen - neben kirchlichen und städtischen Jugendzentren - die Diskotheken in Hagen; die Anwerbung "Nenas" - der Überlieferung nach (siehe etwa Brendel 2014, S. 24, unten) im Madison - als Frontfrau bei The Stripes sei nur als Beispiel erwähnt. Hier bilde ich zwecks Überblick einen Auszug aus dem Branchenteil im Adreßbuch 1976 ab (S. 22, Sp. 2, Nr. 99):
EU/D/NW/HA/Adressbuch_Hagen_1976_Branchenteil_S22_Sp2_Nr99_Diskotheken_0800x0648
Achtung: Das Las Vegas (Madison) wird hier vom Adreßbuchverlag schlicht unterschlagen!

Hier könnte man gleich einen gewissen Eindruck über die Verhältnisse in Hagen zur Mitte des 1970er Jahrzehnts gewinnen. Es gab damals in Hagener Stadtzentrum (von Vororten wie Eppenhausen sehe ich hier ab - zum Allround siehe Günnemann 2014, S. 214 f.) tatsächlich nur zwei nennenswerte Diskotheken, und zwar das Las Vegas (Madison) in City-Nähe an der Straße ,Elbersufer' und das Piccadilly (Pink's Place) in der Hindenburgstraße, also im Bahnhofviertel. War in der einen "Disco" viel los, blieb die andere recht leer. So konnte man im Madison mitunter ausgefallene Tanzfiguren hinlegen ("Nena" macht das in ihren frühen Fernsehauftritten glücklicherweise sehr anschaulich!), wenn im "Pinks" keine Maus mehr 'reinpaßte. Insgesamt blieb das ,Vergnügungsviertel' dieser "Industriestadt im Grünen" (so schon die Vorkriegswerbung auf Poststempeln) eher bescheiden und wurde allenfalls durch Nachtclubs wie das Remember ergänzt; unter der Adresse ,Bergstraße 123' firmierte anno 1976 - gemäß Adreßbuch 1976 die „Maxim-Bar (Kabarett)" (Branchenverzeichnis, S. 31, Nr. 16: „Barbetriebe"), das „Remember" - ein Nachtclub mit Striptease-Präsentation - (Anzeigenteil „Gastliches Hagen" ganzseitig auf S. 22) und der „Blue Moon" (Anzeigenteil, S. 31, Sp. 1, Nr. 162: „Restaurants u. Gastwirtschaften"); später war der Komplex als Flamingo-Bar bekannt. Außerdem gab es anno 1976 irgendwo am Volkspark noch ein Strip-Lokal Tiffany mit Film-Darbietungen (Anzeigenteil „Gastliches Hagen", S. 23).

Das 1976 erwähnte Manhatten bestand 1979 noch und wurde von mir dreimal in Tagebuchaufzeichnungen (1978/1979) erwähnt; es lag aber abseits meiner Wege.


Beverly (Adresse derzeit unbekannt)

Längere Zeit habe ich darüber gerätselt, was es mit dem Beverly auf sich hat; dieser Nachtbetrieb wird von Rolf Bendel wiederholt erwähnt (Brendel 2014). Erst eine Durchsicht meiner Tagebuchaufzeichnungen ergab, daß ich diese Einrichtung einmal im Jahr 1979 zwar aufgesucht, mich dort aber nur kurze Zeit aufgehalten habe; Erinnerungen daran gibt es meinerseits nicht mehr.

Der damalige Freund von Gabriele "Nena" Kerner - Rolf Brendel - teilt für den „Winter 1979[/1980]" mit: „Nena arbeitete ein paar Tage in der Woche als Kellnerin (sie nannte sich selbstironisch Barschlampe) im Beverly, einem Nachtclub in Hagen" (Brendel 2014, S. 45, mittig) und bringt damit die Wohnzeit in Selkinghausen in Verbindung; wenn der Drummer meint, daß die beiden es in diesem Teil des gebirgigen Sauerlandes nur einen Winter (angeblich Winter 1979) lang aushielten (die Darstellung bei Brendel 2014 ist sehr anschaulich und nachvollziehbar!), so kommt dafür eher der Winter 1980/81 in Betracht, der zumindest in Norddeutschland sehr schneereich gewesen ist. Merkwürdig scheint mir zudem, daß er das „Beverly" unterschiedlich definiert: 1. als „die Diskothek Beverly (S. 23, oben) und 2. als „Beverly, einem Nachtclub in Hagen" (S. 45, oben), wobei er ergänzt: „Nach Feierabend fuhr ich ins [sic (D.R.)] Beverly, trank an der Bar noch ein Bier und wartete, bis die ,Barschlampe' ihr Geld bekam [...]." (Brendel 2014, S. 45, mittig).

"Nena" selbst gibt in ihren Memoiren bloß an, sie habe in ihrer „Lieblingsdisco [...] an den Wochenenden gekellnert und genug verdient, um alleine klarzukommen." (Nena & Thesenfitz 2005, S. 135, unten) - "Nena" wird solche Jobs wohl erst nach abrupter Beendigung ihrer Goldschmiedelehre (offenbar im Spätjahr 1979) angetreten haben. Der Job "Nenas" als Kellnerin schließt freilich einen gelegentlichen Wechsel des Gastronomiebetriebs oder überhaupt der Tätigkeit nicht aus. Hartwig Masuch (im Dezember 1978 wohnhaft gewesen in Hagens Altenhagener Straße, siehe Wahnbaeck 2018, S. 130, Vertrag rechts oben) meinte (laut einem Artikel der Süddeutschen Zeitung - Stand: 16.3.2019) im Hinblick auf die Zeit, als er selbst wie Rolf Brendel noch Taxi fuhr (was in Hagen um 1980 viele Musiker taten), Aufträge aus der Zentrale von "Nena" persönlich übermittelt bekommen zu haben. Zwar gibt es dafür derzeit keinen Beleg, doch ist bekannt, daß "Nena" 1982 in Berlin einen ersten Job als Telefonistin bei ihrem neuen Manager "Jim Rakete" fand; dieser sagte dazu, "Nena" hatte „diese unglaubliche Stimme, mit der sie sogar aus einem schnöden Telefonat Gold machen konnte" (zitiert nach Brendel 2014, S. 67, unten).


Joia (Hindenburgstraße 39 a)

In den Jahren um 1980 bestand in der Hindenburgstraße - neben dem Pink's Place bzw. Hype (Haus-Nr. 19) - eine zweite Diskothek, nämlich das Joia: „jója / THE NEW FLY / LIVE GIGS / AußenCafé / DISCOTHEK / FILM / RockCafé" (Wahnbaeck 2018, S. 324, Anzeige links unten). Auch dieses Lokal habe ich nach meinen - leider lückenhaften - Aufzeichnungen nur einmal aufgesucht (im Jahr 1979). Über den Zeitraum des Bestehens und sonstige Einzelheiten dieser Einrichtung vermag ich nichts Näheres zu berichten.

Das exact in der Hindenburgstraße 39a kann als Nachfolger des Joia gelten:
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Die Betreiber des exact bezeichnen den "Laden" als ,Club' (Foto: Detlef Rothe - 31.01.2019)


Madison (Elbersufer 4 a)



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It's all over now: Der Parkplatz an der Einmündung der Rathausstraße in den Märkischen Ring,
auf dem einst (unter anderem) die Diskothek residierte (Fotos: Detlef Rothe - 24.04.2010 - Montage)

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Das Madison/Hype im Ausschnitt eines Fotos vom Bettermann-Gelände von Udo Ernst Block aus dem Jahr 1994 (Block 1995, S. 289)

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Das Las Vegas am Heyda-Werk eingezeichnet auf einem Perspektiv-Stadtplan
etwa aus dem Jahr 1975 - hier rechts oben (Schwarzweißfoto: Detlef Rothe - 25.02.2019)

Die Diskothek war eigentlich einstöckig, doch befnd sich zusätzlich in einem rechteckigen Aufbau (über dem Eingang an der Straße Elbersufer) ein kleines Studio.

Aus einem Artikel der Funke-Medien (Stand: 23.02.2019): „Eine der angesagtesten Discos war das ,Madison' in der Hagener Innenstadt, das Gebäude ist längst abgerissen. [Rolf] Möller organisiert heutzutage ,Madison Revival Partys' [...]: ,Jeder zwängt sich noch einmal in die enge Hose von damals. Viele verbinden mit dieser Zeit etwas Spezielles: die erste Liebe, die Musik, das Lebensgefühl.' / ,Neben der Musikszene trafen sich im Madison die Punker, die Rocker, die ersten Raver, die Bhagwan-Jünger, die Popper, die Disco-Leute - Dutzende Szene-Typen in einem kleinen Club.'"

Rolf Brendel schrieb zum Madison: „Mit siebzehn [Jahren, also etwa 1974 (D.R.)] stand ich mit offenem Mund im Pinks Place, das später Madison heißen sollte, an der Bar [...]." (Brendel 2014, S. 19, mittig). Hier kann eigentlich nur das Las Vegas gemeint sein, denn das Piccadilly/Pink's Place hatte eine Pinte, keine Bar.

Das Madison wurde im Hagener Adreßbuch 1968 (Straßenverzeichnis, S. 74, Sp. 1) als „Las Vegas Tanzbar" verzeichnet, und zwar im Besitz von „Heyden, Dieter v. d., u. Miteigent.[ümern]". Auch um 1975 hieß es noch Las Vegas, wobei es im Verzeichnis des Adreßbuches von 1976 (Adreßbuch 1976) unter den Diskotheken - siehe oben - merkwürdigerweise fehlt; im Branchenteil desselben (S. 31, Sp. 3, unter Nr. 162 = Gaststätten) ist es als „Las Vegas Dancing Elbersufer 4 a" vertreten, und im Straßenverzeichnis erfährt man (S. 94, Sp. 3), daß die Besitzer noch „Dieter von der Heyden, K-E-Osthaus[straße]-27" und „Miteigent.[ümer]" waren, und findet weitere nützliche Einzelheiten: „Introligator Ahron Barkeeper", „Jans Onno Gesch[äfts]Führ[er]". Unter der Adresse des Nachbarhauses mit der Nr. 4 ist überdies ein „Wilmes Detlef Diskjockey" verzeichnet (ebenda).

Im September 1978 hieß die Diskothek nach den Angaben von Heike Wahnbaeck (Wahnbaeck 2018, S. 178, mittig; vgl. ebenda S. 321, Abb. oben rechts, u. S. 324, oben) Number One. Unter dieser Bezeichnnung war mir die Lokalität nicht geläufig. Sollte das stimmen, so wurde Gabriele Susanne Kerner von Rainer Kitzmann nicht im Madison "entdeckt", sondern im Las Vegas oder Number One - oder erst viel später als im November 1977 (der Monat ist bei Nena & Thesenfitz 2005 angegeben). Auch die Kennenlern-Version Kerner/Kitzmann bei H. Wahnbaeck (Wahnbaeck 2018, S. 131, mittig/unten), bei der "Ulli" Wiehagen in's Spiel gebracht wird, erscheint mir übrigens in der geschilderten Form unglaubwürdig (vgl. ebenda, S. 141, mittig). Man könnte die diversen kursierenden Versionen ja 'mal in einer Art Synopse gegenüberstellen - dies wäre sicher mindestens so spannend wie die Geschichte vom Anruf der Plattenfirma nach dem Auftritt der Nena-Band im ,Musikladen' im August 1982 (viele "Erzähler" - einzige Quelle: Rolf Brendel)!

Spätestens um die Jahreswende 1978/1979 hieß die Disco Madison entsprechend meinem Einnahmen-Ausgaben-Verzeichnis E/A 1978/79 zum 13.01.1979: „6 DM Eintritt Madison". Frühestens im Februar 1981 wurde das Madison schließlich in Hype umbenannt (Anzeige bei Wahnbaeck 2018, S. 321, unter derjenigen vom Number One bzw. Madison).

Über das Madison und Hype aus der Sicht eines Gastes der Jahre um 1980 informiert Stefan "Kleinkrieg" Klein in seinen "Kurzgeschichten und Räuberpistolen" (Kleinkrieg 2018, S. 31 ff.) in der "Pistole" ,Nürseltrinken im Madison' ausführlich, und ich empfehle den unterhaltsamen Text ausdrücklich zur Lektüre!

Aus meinen Tagebuchaufzeichnungen (Einzelblatt-Ordner, zum 1. und 2. November 1980, Tatort Münster-Mecklenbeck; die Radtour ist unter Regionales behandelt):
Am Samstag, den 1.11.[19]80 [...]. [... Ich erwägte] - angesichts des herrlichen Wetters - mit dem Fahrrad nach Hagen zu fahren (über 100 km). [...] Ich wollte wieder einen Abend in Hagen verbringen [...], um neue Lebenskraft zu schöpfen. [...] Die Überraschung meiner Eltern und von Christof war sehr groß [...]. Ich kostete meinen Sieg aus[] und war trotz schmerzender Knochen glücklich. [...] Bis 21 Uhr hielt ich mich bei meinen Eltern auf, dann fuhr ich von Pinte zu Pinte, um zu sehen, wen ich alles treffen würde. Das Ergebnis war mager. / Ich schaute zunächst ins ,Auberge', dann folgten ,Kronenburg', ,Krönchen', ,[Enge] Weste', ,Chez Nous' und das neue ,Atelier'. Ich dachte, das ,Simpl' hätte [= wäre] bereits geschlossen. Das war sicherlich ein Fehler, wie ich später im ,Madison' erfuhr, wohin es mich schließlich gegen 23 Uhr verschlug. Dort hielt ich es bis Sonntagmorgen um 3.30 Uhr aus, indem ich meinen müden und schmerzenden Knochen das Tanzen lehrte und mich ganz gut amüsierte, weil ich meine Knochen nur solange nicht spürte, wie ich in Bewegung blieb. Irgendwie bekam ich auch mit, daß ich eine gewisse Faszination ausstrahlte; so konnte es passieren, daß ich einfach so von einem Mädchen angequatscht wurde, oder daß ich mich fast die ganze Zeit [über] beobachtet fühlte. Ich wußte, daß ich nicht so blendend aussah, wie sich manche Typen einbilden [...]. Natürlich war ich [...] fertig [...], so daß ich mit keinem der lockenden Mädchen anbändelte." (aufgeschrieben am 3.11.1980)

Aus meinen Tagebuchaufzeichnungen (Einzelblatt-Ordner, zum 31. Januar und 1. Februar 1981): „Da der Fernseher eine wenig interessante Mattscheibe produzierte, ging ich zu Klaus [...]. [...] nach einigem Hin und Her beschlossen wir, ins ,Madison' zu gehen. Es war noch nicht 21.30 Uhr und im ,Madison' folglich noch nicht viel los. Mit der Zeit wurde es dort aber immer wärmer. Ich habe an jenem Abend bzw. in dieser Nacht viel Freude gehabt und mit Klaus zusammen wohl manche Lästerung hervorgebracht, deren Witz nur wir beide verstanden. Hinzu kam - an etwas Ähnliches kann ich mich nicht entsinnen -, daß mein Bruderherz und ich zwei Biere ausgegeben bekamen - der Henker weiß warum! -, und zwar einmal von einem alten Herrn, dem meine Schüchternheit wohl ebenso gefiel wie meine schwungvollen Tanzbeine und dem ebensowenig wie mir entging, wie sehnsüchtig mich so manches Mädchen anvisierte, das mich nicht zu überzeugen vermochte; das andere Mal fand ich in einem alten Bekannten aus der ,frühen' Schulzeit einen ausgelassenen Spender. Es war unser ,Schluckspecht', mit dem ich einst morgens gegen 4 Uhr durch die Wälder von Waldmannshausen zog, um Raubvögeln nachzustellen. Er macht inzwischen auf Gärtner, womit der Fall dann aufgeklärt sei. / Als der Laden morgens um 3.30 Uhr dicht machte, war ich nicht mehr ganz so munter wie vielleicht noch zwei Stunden zuvor. Immerhin war ich der letzte [Gast], der noch tanzte. Übrigens traf ich noch einen anderen Bekannten [sic (D.R.)], jenes Mädchen, das mich einst ,Lotion' nannte, das aber recht kurz angebunden war - wenn überhaupt. Immerhin schaffte ich es noch - dazu ohne Murren - alleine nach Hause zu kommen [...]." (aufgeschrieben am 1.2.1981, 12:05-12:40 Uhr)


Pink's Place (Hindenburgstraße 19)

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Das Haus Hindenburgstraße 19 in heutigen Zeiten (Foto: Detlef Rothe - 31.01.2019)

Das Pink's Place hieß anno 1968 noch Pferdestall (Adreßbuch 1968, Straßenverzeichnis, S. 128, Sp. 2: „Gaststätte ,Pferdestall'"), etwas später dann Piccadilly (belegt für den 4.12.1970 - siehe Kühn-Scholz 2018, S. 35, Plakat links oben), und zwar bis mindestens 1973 (Wahnbaeck 2018, S. 324, oben). Der Schlagszeuger Rolf Brendel spricht in seiner Nena-Bandgeschichte vom „Pferdestall [...], einem Live-Club, in dem sich die Hagener Musikszene traf" (Brendel 2014, S. 16). Von spätestens 1976 bis mindestens 1979 wurde der Betrieb dann Pink's Place genannt (vgl. Adreßbuch 1976, Namenverzeichnis, S. 261, Sp. 2: „Pinks place Discothek Hindenburg-19") und endete schließlich 1981 als Neue Heimat (soweit ich das überblicke). Die der Disco angeschlossene Kneipe wird im Adreßbuch 1976Künstler-Pinte" genannt (Branchenverzeichnis, S. 31, Sp. 1, unter Nr. 162 = Gaststätten).

In einer Anzeige der Hagener Schülerzeitung ,Die Lupe' wurde im Mai 1979 auf das fünfjährige Bestehen von Pink's Place hingewiesen (Ausgabe 65 vom Mai 1979, S. 29, Anzeige); demnach bestand diese Disco seit dem 22. Mai 1974:
EU/D/NW/HA/Hagen/Hindenburgstrasse/197905xx_SW-Anzeige_EU_D_NW_HA-City_Hindenburgstrasse019_PinksPlace_(DieLupe_65_S29)_0800x0559

Christa "Mausi" Dürholt berichtete zum Jahr 1973 (bei Wahnbaeck 2018, S. 324, oben): „Für die Diskothek Piccadilly [...] suchte der damalige Besitzer Günther [sic! (D.R.)] Krismansky einen Keeper mit Jazz-Kenntnissen - mein Detlef war wie dafür geboren. Zwei Jahre arbeiteten wir dort hinter der Theke." - Heike Wahnbaeck ergänzte: „Bald suchte Günther Krismansky Ersatz für seinen aussteigenden Kompagnon Eckhard Gebers. [...] Auch Detlef wurde gefragt. Und mit der finanziellen Unterstützung durch Mausis Vater stiegen er und Mausi ins Geschäft ein. Zusammen mit einer dritten Teilhaberin, die Pink hieß, worauf das Piccadilly bald in Pink's Place umbenannt wurde. Öffnungszeiten samstags und mittwochs. [...] Es dauerte nicht lange, bis Mausi und Detlef von den Anteilen am Pink's Place leben konnten: ,Ich mußte nicht mehr an der Theke arbeiten', so Mausi. Dann starb Detlef; es war das Jahr 1979, und Mausi wurde mit 25 Jahren Witwe. Sie verließ Hagen noch im selben Jahr, folgte Inga Humpe nach Berlin. [...] Mit den Eindrücken aus der Berliner Szene startete Mausi noch einmal durch, verwandelte Pink's Place in die Neue Heimat." - „Volker Makuske [...] wurde der erste D[isc]J[ockey] der Neuen Heimat. [...] Sie bekamen den neuen Laden in Schwung, [= ;] The Stripes, Wirtschaftswunder und die Neonbabies traten auf. [...] Der Schub der Neuen Heimat hielt [aber] nicht lange an. Nach dreieinhalb Monaten war Schluss." (Wahnbaeck 2018, S. 325, oben, u. S. 327, mittig/unten)

Inga Humpe berichtete (bei Wahnbaeck 2018, S. 336/338): „Als ich etwa 16/17 Jahre alt war [d. h.: um 1972/73 (D.R.)], ging man samstags um 17 Uhr in die Pinte der Disco Pic[c]adilly [...]. Da gab es einen kleinen Fernseher || hinterm Tresen, und man sah sich gemeinschaftlich den Beat-Club an. Jochen Eierdanz hinter der Theke, das war ein lustiger Typ [...]."

Der Gitarrist und Bandmanager "Lupo" Gerd Otto Kühn-Scholz der Band Grobschnitt erinnerte sich anno 2018: „An den konzertfreien Wochenenden oder nach Auftritten im Ruhrgebiet zog es uns fast immer noch zum ,Absacken' in Hagens 70er Jahre Kultschuppen Piccadilly in der Hindenburgstraße. Alle, die etwas mit Musik am Hut hatten, waren hier am Wochenende anzutreffen: Inga Humpe, Hartwig Masuch, Sweet Poison, Nena, King Ginger und natürlich auch viele Grobschnitt-Fans, die sich freuten, mit uns ein wenig zu quatschen. Wir sind die einzige Band, die zweimal im Piccadilly aufgetreten ist, was eine absolute Ausnahme darstellt, denn jede Gruppe wurde dort aus Prinzip nur ,einmal' engagiert." (Kühn-Scholz 2018, S. 60, oben)

Im Adreßbuch von 1976 (Adreßbuch 1976, Werbeteil ,Gastliches Hagen', S. 17) befindet sich eine ganzseitige, ungewöhnlich ausführliche Anzeige:
EU/D/NW/HA/Hagen/Hindenburgstrasse/Adressbuch_Hagen_1976_Branchenteil_S17_Pink'sPlace_0689x0900

Das Foto aus der Anzeige aus dem Jahr 1976:
EU/D/NW/HA/Hagen/Hindenburgstrasse/Adressbuch_Hagen_1976_Branchenteil_S17_Pink'sPlace_DETAIL_Anzeigenfoto_0850x0900
Der Mann hinter der Pintentheke hieß von 1973 bis 1975 Detlef Dürholt (†1979) und war der Ehemann von "Mausi".
(Wahnbaeck 2018, S. 324, mittig; vgl. Michael Koch in der Westfalenpost Hagen vom 18.9.2018)

Gemäß Straßenverzeichnis (Adreßbuch 1976, Straßenverzeichnis, S. 167, Sp. 4) war 1976 der Hauseigentümer die „Schilling Wilh[elm] KG" - die Hausverwaltung von Wilhelm Schilling befand sich (siehe Adreßbuch 1976, Straßenverzeichnis, S. 93, Sp. 1) im Hause von ,Radio Schilling' in der Elberfelder Straße 46.


Siebenhüner (Elberfelder Straße 64)

Nach Absolvierung eines Tanzkurses suchte ich wiederholt die ,Disco' der betreffenden Einrichtung namens Siebenhüner auf, so etwa am Samstag, den 21. Januar 1978, im Alter von achtzehn Jahren. Diese Tanzschule wurde im Jahr 1961 von dem Ehepaar Ulla und Helmut Siebenhüner in der Bahnhofstraße gegründet, und seit 1971 befindet sie sich im sogenannten ,Capitol Center' in die Elberfelder Straße 64 am Theaterplatz. Möglicherweise war der Zugang zur Disco "zu meiner Zeit" auf gegenwärtige und vormalige Kursteilnehmer beschränkt.



GASTSTÄTTEN



Für die Kommunikation der jungen Erwachsenen waren im 1970er Jahrzehnt Musikkneipen (meist ,Pinten' genannt) wichtig, welche sich allerdings mehr auf die Vororte ("Suburbs") verteilten, wie das ,Auberge' (Wehringhausen; Eugen-Richter-Straße), ,Bei Rainer am Wilhelmsplatz' (Wehringhausen, Bismarckstraße; später in der Nähe als ,Sumpfblüte' weitergeführt), ,Chez Nous' (am Remberg), ,Enge Weste' (Stadtzentrum; Goldbergstraße), ,Im Fässchen' (Wehringhausen; Lange Straße), ,Krönchen' (Stadtzentrum; Körnerstraße), ,Kronenburg' (Stadtzentrum; Berliner Platz), ,Simpl' (Wehringhausen; Wehringhauser Straße) etc..

Der Gitarrist und Musikproduzent Frank Becking berichtete (bei Wahnbaeck 2018, S. 125, oben): „Ich wohnte in den [19]80er Jahren in Hagen-Wehringhausen. Die Kneipenszene in dieser Zeit war sehr aktiv. In der Eckkneipe Bei Rainer am Wilhelmsplatz und später in der Sumpfblüte traf man dann alle Musiker der Stripes [...]."


Auberge (Eugen-Richter-Straße 4)

Das Auberge lag in unmittelbarer Nähe der Wohnung, in welcher ich aufwuchs, und ich habe das Lokal schon früh besucht. Meistens machte ich hier bloß Station auf dem Weg zum Simpl oder auf dem Weg in die Innenstadt. Es wurde mir zunehmend dadurch verleidet, daß die Musik so laut war, daß ich mich am Tisch kaum unterhalten konnte. An der Theke - gleich vorne am Eingang - ging das so, aber da fiel mir der "Absprung" am leichtesten.

Im 1960er Jahrzehnt hieß die Gaststätte Meisterklause; hier wurde das von der Bettermann-Brauerei erzeugte ,Meister-Pils' ausgeschenkt. Im Jahr 1968 hieß der Gastwirt Hans Groppel (Adreßbuch 1968, Straßenteil, S. 81, Sp. 4).

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Die Eugen-Richter-Straße mit den Häuser 10, 8, 6 und 4; im Vordergrund Klaus und Detlef Rothe;
im Erdgeschoß des Hauses ganz rechts die Meisterklause (Foto: Wilhelm Rothe - Winter 1963/64).

Die Brauerei wurde geschlossen und der Name des Lokals daher hinfällig. Im Jahr 1976 hieß die Gaststätte Auberge (Adreßbuch 1976, Straßenteil, S. 105, Sp. 2); der Name des Wirtes geht aus dem Adreßbuch nicht unmittelbar hervor. Im Februar (oder eventuell erst im März) 1976 schoß ich von der Kreuzung Pelmkestraße aus am Abend ein Foto in Richtung Eugen-Richter-Straße, welches ganz rechts hinter dem Friseursalon ,Espelage' das Auberge zeigt:
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Wann ich das erste Mal das Auberge besucht habe, weiß ich nicht mehr. Erwähnt ist in meinen Aufzeichnungen (hier: Tagebuchaufzeichnungen, Zettelkasten) ein heftiger Streit mit meinen Eltern - mit Kontaktaufnahme mit der Telefonseelsorge und mit meinem älteren Bruder - am 28. Februar 1978 - da war ich bereits achtzehn Jahre alt: „Abends mit Klaus in der [sic (D.R.)] Auberge gewesen bis 21.15 [Uhr]."

Aus meinen Tagebuchaufzeichnungen (hier: Einzelblatt-Ordner) zu „Samstag, den 12. Aug. 1978": „[...] ich [...] ging gegen 22 Uhr ins Auberge, wo ich mit einigen Leuten Würfel spielte. Einer (Peter Ludwig) erzählte mir, daß ich mit vier Jahren [= 1963/64] mit seinem Wiking-Autos gespielt hätte, und eine andere [Person] erwies sich als eine Arbeitskollegin von Klaus. Mit viel Freude spielte ich bis 23.15 Uhr [...]."

Viele Jahre später - da wohnte ich in Schwelm (1998/2004) - befand sich hier übrigens statt einer Gaststätte der Bordell-Betrieb ,Asia-Team'.


Bei Rainer am Wilhelmsplatz (Bismarckstraße 28)

Bei Rainer am Wilhelmsplatz war eine von Künstlern und "Alternativen" frequentierte "Musikkneipe" an der Ecke Kottmann-/Bismarckstraße. Ich habe sie selten besucht, weil sie entweder rappelvoll war oder mir Leute und/oder Musik nicht gefielen. Die Bierpreise waren hier jeweils sehr "zivil", und diese Einrichtungen waren schon deshalb bei eher "klammen" Künstlern und Studenten beliebt. Extrabreit hat "Rainer" einmal einen eigenen Song gewidmet, welcher gerne auf Kassette abgespielt wurde. Das gute Stück gilt als verschollen! Nachfolgerin der Pinte war um 1980 die Sumpfblüte.

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Die Ecke Kottmann-/Bismarckstraße am Wilhelmsplatz heutzutage (Foto: Detlef Rothe - 31.01.2019)

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Vergleichsbild zum Plakat des Stadtteilfestes vor 40 Jahren: das Haus Bismarckstraße 28 (Foto: Detlef Rothe - 23.03.2019)


Enge Weste (Hochstraße 87)

Nicht nur als Ersatzpausenraum für Fichte- und andere Schüler gefragt (bei einer solchen Gelegenheit entstanden meine Ruhe atmenden Fotos) - am Abend war hier oft "der Teufel los":
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Die Theke der Engen Weste (Foto: Detlef Rothe - 19.06.1979)

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Der Wirt (Bernd) der "Weste" (Foto: Detlef Rothe - 19.06.1979)


Im Fässchen (Lange Straße 51)

Dieses Lokal war eher ruhig und daher als Veranstaltungsort des im Jahr 1975 von Siggi Papke gegründeten Hagener Folk-Clubs prädestiniert. Da die Räumlichkeiten recht beschränkt waren und die Zahl der Interessierten stetig zunahm, fanden die Liederabende vermehrt in anderen Lokalitäten statt. Siggi Papke dazu: „Bei unseren Veranstaltungen [...] sind damals Künstler aufgetreten, die teilweise später große Karrieren machten. Beispielsweise Herbert Grönemeyer; er war zu der Zeit Auszubildender [...]." - „In den Anfängen trat man vor ganz kleinem Publikum auf. Es passten maximal 50 Zuschauer in die kleine Eck-Kneipe. [...] Diese kleine Kneipe hat dann durch die verschiedenen Aktivitäten sehr schnell einen Kommunikationszentrum-Charakter bekommen. [...] Es waren die Anfänge der Grünen, der Widerstand gegen Atomkraft, der politische Büchertisch, der Filmclub Celluloid, die Treffen von Bürgerinitiativen, der Anti-AKW-Kreis, das Hagener Volksblatt. All das fand im Fässchen statt. Für die monatlichen Sondergastspiele musste bald ein größerer Raum gefunden werden." (Papke 2018, S. 110, unten, u. S. 111, oben)

Kleiner Hinweis am Rande: mein Exemplar von Gerhard Seyfrieds ,Wo soll das alles enden' (Rotbuch 189; ISBN 3-88022-189-8) - darin manches Vorbild für Cartoons von Kay O. Schlasse - habe ich dort (als eines von zwei Büchern) am 12.04.1979 für 8 DM erworben! (BL 1979; vgl. E/A 1978/79)

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Die Lange Straße in Wehringhausen von der Einmündung der Roonstraße aus westwärts gesehen; ganz links das "Fässchen" (Foto: Detlef Rothe - 27.02.1975)

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Im Fässchen heutzutage (Foto: Detlef Rothe - 31.01.2019)

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Anzeige aus der städtischen Broschüre Informationen für Neubürger, Ausgabe 1990.

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Folk-Club-Abend im "Fässchen" (Foto: Detlef Rothe - 24.05.1979)

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Siggi Papke moderiert beim Clubabend (Foto: Detlef Rothe - 03.04.1980)


Krönchen (Körnerstraße)

Dieses Lokal erwähnte ich in meinen Tagebuchaufzeichnungen (hier: Einzelblatt-Ordner) zum 2. September 1978 erstmals, sofern ich nichts übersehen habe. An jenem Tag war ich erst um Mitternacht mit meinen älteren Bruder dort, nachdem wir uns einen Film angeschaut hatten.

Hier fanden gelegentlich Live-Konzerte statt, welche ich nur ausnahmsweise besuchte, da mir der "Laden" dafür zu eng erschien.

Eine letzte Erwähnung fand ich in meinen Aufzeichnungen (Einzelblatt-Ordner) zu „Samstag, den 1.11.[19]80": „Ich schaute zunächst ins ,Auberge', dann folgten ,Kronenburg', ,Krönchen', ,[Enge] Weste', ,Chez Nous' und das neue ,Atelier'."


Kronenburg (Graf-von-Galen-Straße/-Ring 25)

Im Straßenverzeichnis der Ausgabe 1976 des Hagener Adreßbuchs werden bei der „Graf-von-Galen-Straße" unter Haus Nr. 25 zwei Gaststätten, und zwar „Briefkasten" und „Kronenberg" (sic!), genannt (Adreßbuch 1976, S. 139, Sp. 2); da Letztere im Branchenverzeichnis unter den Gaststätten fehlt, dürfte ,Briefkasten' die bis dahin übliche Bezeichnung desselben Lokals sein (im Adreßbuch 1968 wird im Branchen- - S. 23 - und im Straßenverzeichnis - S. 107 - nur die Gastwirtin Helene Spies genannt). Die Kronenburg darf nicht mit dem Krönchen in der Körnerstraße verwechselt werden, in dem auch um 1979 Livemusik zu hören war. Das hier behandelte Lokal lag am Berliner Platz dem Hauptbahnhof direkt gegenüber. Ich besuchte es - wie übrigens auch das Krönchen - erst um 1979; da war es in der Musikszene bereits wohlbekannt. Inga Humpe (mit ihrer Schwester Annette in Berlin zusammen ein bekanntes Gesangsduo - beide stammen aus Herdecke) gab an, etwa 1977/78 „in der Kronenburg gearbeitet" zu haben (bei Wahnbaeck 2018, S. 338, oben), bevor sie ihrem Freund Klaus Bauschulte, der - siehe Namensverzeichnis des Adreßbuch 1976, S. 16, Sp. 3 - in der Altenhagener Straße gewohnt hat (Inga und Klaus lebten 1976/77 zeitweilig in den USA - siehe bei Wahnbaeck 2018 auf S. 338, mittig), nach Berlin folgte.

Nach Angaben des Taxifahrers Rainer Schürmann ("Taxi Rainer") im September 2018 (in der Lokalpresse) habe auch "Nena" hier gekellnert, als "Nena" noch nicht "Nena" hieß, sondern die Susanne aus Hagen-Haspe gewesen sei. Richtig müßte es da eigentlich Gabi oder Gabriele heißen; "Nena" wohnte tatsächlich zeitweise in der Warburger Straße 59 (siehe Wahnbaeck 2018, S. 135, Abb. oben) - diese für November 1979 belegte Adresse liegt innerhalb des Hasper Stadtbezirks, denn das ist in der Geweke. Sollte auch diese Job-Angabe stimmen, dann gilt sie wohl erst für die Zeit nach dem Ende der Goldschmiedelehre (anscheinend im Spätjahr 1979) und vor dem Auszug anno 1982 aus der Lange Straße in Wehringhausen (siehe dazu Brendel 2014, S. 45). In Wehringhausen hat "Nena" schon früher gelebt und ihre ersten Schuljahre verbracht (siehe dazu meinen Artikel ,Heimat Wehringhausen'); sie hätte sich insofern genauso gut als Wehringhausenerin bezeichnen können. Wie immer sich auch das Leben der jungen Sängerin gestaltete - die Einkünfte als Frontfrau bei The Stripes dürften zum Lebensunterhalt nicht ausgereicht haben. "Nena" selbst erwähnt in ihrer Autobiographie nur, daß sie in ihrer „Lieblingsdisco" gejobbt habe (Nena & Thesenfitz 2005, S. 135, unten). Es ist in jedem Fall unwahrscheinlich, daß Inga Humpe und Gabriele Kerner zur gleichen Zeit in Hagen - zumal in der Kronenburg - gearbeitet haben, was wegen beider Gesangstätigkeit im Hinblick auf die Stil-Bildung interessant gewesen wäre. Inga H. sang privat schon als Teenager an der Glörtalsperre zumindest Lieder von The Beatles (siehe bei Wahnbaeck 2018, S. 336, unten) - Nena war mehr ein Fan von The Rolling Stones und The Ramones.

Welche Bands um 1980 in der Kronenburg auftraten, ist mir nicht mehr in Erinnerung (Aragon aus dem Hagener Süden?). Die Pinte war jedenfalls gut besucht, was angesichts der verkehrsgünstigen Lage und der Nähe zu anderen Freizeitstätten (ich denke vor allem an Diskotheken - Joja, Pink's Place - und Kinos - Bali, Gloria, Lux) nicht verwundert. So hielt ich mich etwa am 10.10.1979 - wenn auch nur kurz - in der Kronenburg auf, um dann gegen 21 Uhr mit der Bahn zurück nach Münster zu fahren (UT 1979/80).

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Die Kronenburg (ziegelfarbenes Haus) auf einer colorierten Ansichtskarte (Poststempel vom 20.04.1962)


Diese Aufnahme (mit der Einmündung der Bahnhofstraße rechts) entstand übrigens vom Uhrturm des Hauptbahnhofs aus.

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Die Kronenburg im Ausschnitt eines anonymen Fotos aus dem Jahr 1979
(Quelle: 125 Jahre Hagener Straßenbahn AG 1884 - 2009, Hagen 2009, S. 28)


Man könnte meinen, daß gerade die Tristheit der Bauten eine besondere Herausforderung (Ansporn) nicht nur für Fassadengestalter, sondern auch für musische Künstler war.


Oase (Körnerstraße 33)

Als Ersatz für das kriegszerstörte Viktoria-Kaffeehaus wurde unweit der Konzertmuschel im Volkspark um 1960 eine Milchbar gebaut, und diese erhielt (wohl im zweiten Anlauf) den angesichts der damaligen städtischen Wüste (Abbrucharbeiten noch und nöcher!) durchaus sinnigen Namen ,Oase':
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Die spätere ,Öse' nach einer Werbebroschüre der Stadt Hagen von 1962 (Photograph unbekannt)

Die Milchbar hieß bei ihrer Eröffnung noch ,Milchstube' (so die Neon-Beschriftung über der Eingangstür - siehe die Abbildungen bei Stadt 1962 und Köhler 2014, S. 207, mittig), und es wurden dort anfangs nur Milchprodukte verkauft. Als sie in der zweiten Hälfte des 1970er Jahrzehnts ,Oase' hieß, waren dort auch andere Getränke erhältlich (E/A 1978/79). Nicht nur die Außengastronomie war beliebt, sondern auch die gemütliche Enge im Innern, wo Pärchen gemeinsame Schulfreistunden recht kuschelig verbringen konnten. Das Lokal wurde daher von seinen jungen Kunden schlicht "Öse" genannt.


Die Milchstube im Jahr 1964.

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Die Oase im Volkspark wurde erweitert und - dem zuwiderlaufend - in ,Öse' umbenannt (Foto: Detlef Rothe - 31.01.2019)

Musik gehörte nicht unbedingt zum Angebot des Lokals, aber es profitierte natürlich von seiner Nähe zur Konzertmuschel, zum Info-Zentrum und (zumindest später) zum Tuba-Keller bei der Spinne (vormals Balkan-Restaurant Calaminus).


Simpl (Wehringhauser Straße 72)

Das Simpl war - nicht weit vom Bodelschwinghplatz in Wehringhausen - im Erdgeschoß des heutzutage verfallenen Fachwerkhauses Wehringhauser Straße 72:
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Das Simpl im 2010er Jahrzehnt (Foto: Detlef Rothe - 2.09.2016)

Dieses Lokal war seinerzeit nicht nur wegen seiner heißen Käsebrötchen beliebt - Musik läßt sich (trotz aufmerksam lauschender Gäste und des Tapedecks oberhalb der orangen Kaffeemaschine) freilich nicht sehen:
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An der Theke (Foto: Detlef Rothe - 4.11.1978)

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Guten Appetit! (Foto: Detlef Rothe - 4.11.1978)

Dazu aus meinen Tagebuchaufzeichnungen (hier: Einzelblatt-Ordner) zu „Samstag, den 4.11.78": „Am Abend versuchte ich mich an einem kleinen Gedicht, gab mir aber nicht viel Mühe. [...] Es hat die Nummer 56. Später sah ich fern und fuhr gegen 20.30 Uhr in die Stadt. Ich blieb bis 21.30 Uhr in der Weste, nachdem ich im Simpl keinen Bekannten angetroffen hatte. Als ich dann im Simpl mehr Glück hatte, blieb ich dort bis kurz nach 22 Uhr (machte u. a. einige Dias) [...]."

Aus meinen Tagebuch-Aufzeichnungen (hier: Einzelblatt-Ordner) zu „Samstag, den 9.12.78": „Gegen 21.30 Uhr ging ich für eine Stunde ins Simpl, danach zu Bett. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich durch erneute Demütigungen meiner Eltern [mir gegenüber], besonders durch meine Mutter, einen neuen seelischen Tiefpunkt erreicht. Ich beschloß, über diese Art von Demütigungen ein Gedicht zu schreiben."

Aus meinen Tagebuch-Aufzeichnungen (hier: Einzelblatt-Ordner) zu „Samstag, den 23.12.78": „Am frühen Abend brachte ich das Gemälde ,Das Irrtum' zu Papier und sah fern. Um 21.45 Uhr betrat ich das Simpl, und gegen 23 Uhr belegte ich mein Bett."

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Stimmung in der Clique (Fotos: Detlef Rothe - Mai 1979)

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Anzeige aus der Schülerzeitung Die Lupe vom Mai 1979, dem Monat meiner "allgemeinen Hochschulreife".

Aus mir nicht mehr bekannten Grund nahm ich im Oktober 1980 an, daß das Simpl bereits dichtgemacht hätte, doch wurde ich bald korrigiert, wie meine Tagebuchaufzeichnungen (Einzelblatt-Ordner) zum 1. November 1980 zeigen: „Bis 21 Uhr hielt ich mich bei meinen Eltern auf, dann fuhr ich von Pinte zu Pinte, um zu sehen, wen ich alles treffen würde. [...] Ich dachte, das ,Simpl' hätte [= wäre] bereits geschlossen. Das war sicherlich ein Fehler, wie ich später im ,Madison' erfuhr, wohin es mich schließlich gegen 23 Uhr verschlug."


Sumpfblüte (Bismarckstraße 18)

Die Sumpfblüte habe ich nur einmal - zu Beginn des 1980er Jahrzehnts - besucht und fand keinen Grund, wiederzukommen. Gegenüber befand sich ein besetztes Haus (wohl das einzige in Hagen), und von dort aus (genauer: aus dem 2. Stock) hat mir 'mal ein früherer Klassenkamerad auf den Kopf gespuckt. So etwas habe ich zwar auch (allerdings von vorne) auf einem Londoner Vorortbahnhof erlebt (Punks eben), aber daß mir "Mutter" dies aus Liebe antat, habe ich damals doch bezweifelt (er behauptet später - als ob das eine Begründung wäre -, für Extrabreit zu arbeiten); mir wurde die Gegend jedenfalls suspekt, und fortan benutzte ich einen anderen Weg in Richtung Hauptbahnhof.

Zu Anfang des dritten nachchristlichen Jahrtausends befand sich im Erdgeschoß des sagenumwobenen Hauses Bismarckstraße 18 noch eine "Szene-Kneipe" Louvre (Quelle: Helga Fischer, Jenseits vom ,Fürstentum Rehsiepen'. In: Evang.-Luth. Paulus-Kirchengemeinde Hagen (Hg.): Spurensuche [Obertitel: Erzählte Geschichten vom ,Blauen Montag'], Bd. 3, Hagen 2005, S. 83 - 86, hier: S. 83). Diese habe ich - erst im Oktober 2004 nach Hagen zurückgekehrt - nicht mehr kennengelernt.

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Die Bismarckstraße 18 in heutigen Tagen (Foto: Detlef Rothe - 26.3.2019)

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Vor der Sumpfblüte am Wilhelmsplatz (Ausschnitt eines Pressefotos vom Anfang des 1980er Jahrzehnts - Quelle: funkemediennrw.de.
Das Bild entstand anscheinend bei der Räumung des besetzten Hauses, als Gerhard Sperling über das Dach kletterte.)



SCHULEN UND ANDERE JUGENDZENTREN



Für die Jugendlichen unter achtzehn Jahren wichtig waren die irreführend als ,Jugendheime' bezeichneten Jugendzentren der Stadt, denn hier fand außerhalb von Schulen und Sporteinrichtungen eine zukunftsweisende bzw. entwicklungsförderliche Kommunikation unter durchaus nicht immer Gleichgesinnten statt, welche dem Zusammenleben der jungen Leute stets neuen Auftrieb verlieh. Dabei will ich durchaus nicht vergessen - auch wenn ich diesen Punkt hier nicht weiter behandele -, daß weiterführende Hagener Schulen in den Jahren um 1980 nicht nur eingeführten oder sich neu formierenden Bands zu Probezwecken zur Verfügung standen, sondern auch selbst Veranstaltungslokalitäten für Live-Konzerte darstellten, die es ja neben den "Oberstufenfêten" auch gab; dabei blieb mir vor allem die Fritz-Steinhoff-Gesamtschule zu Hagen-Helfe in Erinnerung, welche unter dem Begriff ,Gesamtschule Boele' geläufig ist.


Fritz-Steinhoff-Gesamtschule (zwischen Boele und Helfe)

Die sogenannte Gesamtschule Boele wurde - nach Willy Timm - am 2 Juli 1976 als „Fritz-Steinhoff-Schule" eröffnet (Timm 1979, S. 30). Sie war ein Experimentierfeld für sozialdemokratisch-liberale Bildungspolitik - das bekamen herkömmliche "Oberschulen" bald zu spüren.
Erste Eindrücke schilderte ich in einer längeren Passage meiner Tagebuchaufzeichnungen (hier: Einzelblatt-Ordner) anläßlich einer Konzert-Veranstaltung mit der The Jesse Ballard Band (LP ,Livin' Like Fire' 1977) am „Samstag, den 28.10.78", bei der Just We als Vorgruppe spielte: „Am Nachmittag fuhr ich zur Gesamtschule Boele, wo ich bei den Vorbereitngen für das Konzert der Jesse-Ballard-Band und der Gruppe Just We half. Der Schulkomplex beeindruckte mich von seiner Architektur und Inneneinrichtung her sehr. Einmal mehr wurde mir klar, daß das Fichte[-Gymnasium] ein ausgebrannter Ofen ist, während wir es bei der Gesamtschule in Boele eher mit einer modernen Zentralheizung zu tun haben, die besser temperiert und keine Schüler verheizt. Die ganze Atmosphäre schien mir gelöster; beinahe neidisch wurde ich, als ich über Workshops, Discos und dergleichen las, die auf meiner Penne unmöglich scheinen. Außer der Einmal-im-Jahr-Feté [sic (D.R.)] ist da nichts los. Schulen sind Kommunikationszentren und als solche wichtige Bestandteile im Leben der Schüler und Schülerinnen. Das wurde mir hier klar. Das Konzert, das gegen 19 Uhr losging, war enttäuschend. Die Gruppe Just We brachte es überhaupt nicht; es war auch zu wenig Publikum da. Ich wechselte mich mit anderen Bekannten aus dem Info-Zentrum am Verkaufsstand ab. Als die Jesse-Ballard-Band gegen 20 Uhr das Hauptprogramm füllen sollte, spielte sie nur [sic (D.R.)] zweieinhalb Stunden. Die Sängerin fehlte. Positiv wirkte sich die Tatsache, daß nur wenige hundert Zuhörer anwesend waren, insofern aus, daß man nach Belieben tanzen konnte. Stimmung kam aber erst gegen 22 Uhr auf. Als das Konzert gegen 22.30 Uhr zuende war, blieb ich noch eine Stunde und half beim Aufräumen. Gegen 24 Uhr war ich wieder zu Hause."


Jugendheim am Buschey (Konkordiastraße 23-25)

Im Jugendheim am Buschey (heutzutage Kultopia; Fertigstellung im Jahr 1962 - nach anderer Angabe 1963) spielten Bands mit eigenen und gecoverten Songs; der Saal war relativ geräumig, aber dennoch mitunter brechend voll; Stadtzentrum halt:
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Das heutige Kultopia: rechts der Mehrzwecksaal (Fotos: Detlef Rothe - 9. und 16.02.2019)



Jugendheim Haspe - auch Haus der Jugend genannt (Am Gosekolk 2, früher ,Talstraße 2')

Herausragend für musikinteressierte junge und junggebliebene Leute für ganz Hagen war das Jugendheim Haspe im Hasper Stadtpark am Gosekolk mit zwar kleinen Räumlichkeiten, aber fast durchgehend richtungsweisender Musik (um 1978):
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Haupteingang des Jugendzentrums im Hasper Stadtpark (Foto: unbekannt - undatiert)

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Kindergarten Am Gosekolk - das ehemalige Jugendzentrum Haspe (Fotos: Detlef Rothe - 10. Januar 2019 - Montage)

Es gab eine Art ,Musikkeller' mit Lichtorgeln, Spiegelkugeln und ähnlichen Farbspielereien (in der Art von Lavalampen), in dem man gut abhängen konnte - nicht selten im süßlichen Duft von irgendwelchen Haschzigarettchen. Auch hier gab es gelegentlich Live-Musik. "Nena" erinnert sich an insgesamt 28 Leute - zumeist Bekannte - bei ihrem ersten Auftritt mit der Formation The Stripes (vgl. Brendel 2014, S. 28/30).

Schon im Jahr 1971 war im Hasper Stadtpark "der Bär los"; die Hagener Kultband Grobschnitt spielte hier gleich dreimal (1.5., 26.6. und 8.10.), und die Location wurde nur durch das Haus der Begegnung im Stadtzentrum "getoppt" (15.5., 3.7., 4.9. und 30.10.) (Kühn-Scholz 2018, S. 33, Tourplan 1971). Dazu der Gitarrist und Bandmanager "Lupo": „Am spektakulärsten waren die Grobschnitt-Auftritte im Hasper Jugendheim an der Talstraße. Da paßte keine Maus mehr zwischen die Leute [...]"." (Kühn-Scholz 2018, S. 340, oben)

Aus meinen Tagebuchaufzeichnungen (hier: Einzelblatt-Ordner):
30.10.1978: „Abends fuhr ich ins [sic (D.R.)] Jugendzentrum in Haspe, wo ich zunächst fernsah und dann in der Disco das tat, was man gemeinhin tanzen nennt. Um 22 Uhr kam ich zurück nach Hause [...]."
13.11.1978: „Abends sah ich fern und fuhr nach Haspe, von wo ich gegen 21 Uhr zurückkehrte." (Vgl. E/A 1978/79 zu diesem Tag: „Hasper Disco")
07.12.1978: „Am Abend machte ich meine Englisch-Hausaufgabe und fuhr nach Haspe. Im Haus der Jugend hielt ich mich in der Teestube mit dem Lesen von Gedichten und Kurzgeschichten aus einem Deutschen Lesebuch auf, da der Disko-Keller [sic (D.R.)] voll und stickig war. Gegen 22 Uhr ging ich zu Bett."
11.12.1978: „Gegen 20.00 Uhr fuhr ich nach Haspe, wo ich erst im Disco-Keller Musik hörte und später selbst zu Rockmusik tanzte. Gegen 22 Uhr war ich wieder zu Hause."
21.12.1978: „Am Abend ging ich nach Haspe, wo die Rockgruppe ,Condor' spielte. Gegen 22 Uhr war ich im Bett." - Bedauerlicherweise verpaßte ich da den ersten Auftritt von The Stripes. Ich konnte mir aber fortgesetzte Streitereien mit meinen Eltern angesichts meiner "Schulendphase" nicht erlauben, so sehr mich das auch wurmte. Die Musiker der Rockband Condor kamen anscheinend durchweg aus Wehringhausen, wobei ich das Adreßbuch 1976 heranziehe (vgl. das Foto - aufgenommen anscheinend am Bismarckturm - und Poster bei Krause 2018, S. 121, oben): der Sänger und Gitarrist Bruno Golgowski wohnte - beruflich als „Assist[ent]" tätig - in der Lange Straße 58 a (Straßenteil, S. 104, Sp. 3), der Bassist Bernd van Laak ist da als Fernmeldetechniker in der Dieckstraße 38 "verortet" - den Sänger und Gitarristen Helmut Meyer kann ich wegen Mehrfachnennung dieses Namens nicht "verorten" -; der Schlagzeuger Michael Groß wohnte (ohne Berufsangabe) in der Lange Straße 47 (Straßenteil, S. 110, Sp. 3) und - Irrtum vorbehalten! - war vorher (1972) im Hause unserer Eltern in der Dömbergstraße 36 ansässig. Der Manager und Tontechniker Klaus Fromme wohnte hingegen im Wasserlosen Tal (Straßenteil, S.91, Sp. 2). Keine Frage also, warum ich mich vor allem für Condor interessierte! Übrigens las ich damals laufend in einer Übersetzung des nach dem Lied ,If a body catch a body coming through the rye' benannten Romans ,The Catcher in the Rye' von Jerome David Salinger - *1.1.1919 in New York - †27.1.2010 in Cornish, New Hampshire - 1946 hatte die Zeitschrift ,The New Yorker' seine Kurzgeschichte Slight Rebellion Off Madison veröffentlicht, in der erstmals die Figur Holden Caulfield auftaucht, der Protagonist in ,The Catcher in the Rye' - ein aus der Schule geflüchteter Teenager, welcher gegen die Erwachsenen- und Mitschülerwelt rebelliert (siehe die Wikipedia-Artikel). Diese "Geschichte" trug sicherlich ihren Teil zu den Spannungen im Elternhaus bei und führte auch zu einer Suche nach Aufenthaltsalternativen wie das Jugendzentrum in Haspe oder das "Info" im Volkspark.


Jugendinformationszentrum im Volkspark (Hohenzollernstraße 8)

Weniger geräumig, aber gleichwohl gerne als Veranstaltungsort genutzt (noch zentraler gelegen als das Jugendheim am Buschey!) war das sogenannte "Info" - das (Jugend-)Informationszentrum im Volkspark schräg gegenüber der sogenannten "Öse" (der Milchbar Oase); es wurde am 1. April 1976 eröffnet (UT 1980). Auch hier spielten Bands. Siggi Papke blickt auf die Musikabende des von ihm bereits 1975 gegründeten Hagener Folk-Clubs zurück: „Die ersten größeren Events fanden im Haus der Begegnung [...] statt - einem kirchlichen Raum. [...] Weil es im Haus der Begegnung Probleme mit der Lautstärke gab, zogen wir ins Info-Zentrum in den Volkspark um, doch das wurde bald zu klein." (Papke 2018, S. 111, oben)

Um 1978 herum war das "Info" mein Place-to-be für nachmittags, das heißt: für Nach-der-Schule oder After-the-"please-mister-postman"-run. Heute befindet sich in dem Pavillon die ,Beratungsstelle Hagen' der Verbraucherzentrale NRW e.V.:
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Das "Info" heutzutage (Foto: Detlef Rothe - 31.01.2019)

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Ausblick von der Teestube im "Info" zur "Öse" (Foto: Detlef Rothe - 04.11.1978)

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Auftritt von Hans Keller im "Info" (Foto: Detlef Rothe - 03.02.1979)


Trödelmarkt am "Info" vom 11. bis 13. Mai 1979 (TK 1979)



KIRCHLICHE EINRICHTUNGEN



Nicht unerwähnt bleiben dürfen die kirchlichen Einrichtungen, denn hier bot man den Jugendlichen schon im 1960er Jahrzehnt sogenannte ,Tanzabende', bei denen wenigstens zum Teil nicht nur Platten aufgelegt, sondern auch Live-Bands engagiert wurden. Für solche Formationen fand sich Gelegenheit, ihr Können bei überschaubarem Publikum zu testen. Ich gehe hier nur auf die bedeutendste ,Location' ein, weil sie auch vom Hagener Folk-Club genutzt wurde. Was die ,Tanzabende' angeht, so wurde im 1970er Jahrzehnt dort weniger getanzt (das verlagerte sich in ,Musikkneipen' oder verwandelte sich in ,Fêten' zu bestimmten Anlässen), aber es wurde um so mehr gebannt gelauscht.


Haus der Begegnung (Hochstraße 83 b)

Am bekanntesten war wohl das Haus der Begegnung gegenüber der Gastwirtschaft Enge Weste in der Goldbergstraße (nahe ihrer Einmündung in die Hochstraße). Es wurde ,HdB' abgekürzt (ausgesprochen: Hadebé):
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Ausschnitt einer Luftbild-Ansichtskarte von der Marienkirche mit Umgebung von 1969:
Kirchturm, sowie Haus der Begegnung mit Saal an der "oben linken" Seite und
- an der Goldbergstraße gegenüber - die Enge Weste (Photograph unbekannt)

Im Jahr 1971 spielte die Hagener Kultband Grobschnitt mehrfach im Haus der Begegnung (15.5., 3.7., 4.9. und 30.10.) (Kühn-Scholz 2018, S. 33, Tourplan 1971). Dazu der Gitarrist und Bandmanager "Lupo": „Zwischen Mai und September 1971 spielten wir insgesamt viermal im Haus der Begegnung[,] und die Hütte war immer rappelvoll, sodass wir etliche Fans nach Hause schicken mussten." (Kühn-Scholz 2018, S. 34, oben) - Siggi Papke blickt auf den von ihm im Jahr 1975 gegründeten (und bis 1986 bestehenden) Hagener Folk-Club zurück (Papke 2018, S. 111, oben): „Es war in Hagen lange Zeit ein Problem, für Veranstaltungen geeignete Räume zu finden. Die ersten größeren Events fanden im Haus der Begegnung [...] statt - einem kirchlichen Raum. [...] Wir konnten bis zu 250 Besucher und Besucherinnen begrüßen. [...] Weil es im Haus der Begegnung Probleme mit der Lautstärke gab, zogen wir ins Info-Zentrum in den Volkspark um [...]."

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Mir unbekannte Folk-Gruppe im Haus der Begegnung (Foto: Detlef Rothe - ca. Anfang Mai 1979)

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Folk-Club-Liederabend von Liederjan im Haus der Begegnung (Foto: Detlef Rothe - 07.06.1979)



PROBERÄUME

In den Kellern proben Tausende...
In Hagen geht am Wochenende keiner raus - man geht ins Studio

(Extrabreit, Komm nach Hagen)



Ein schwieriges Kapitel betrifft das Thema ,Übungsräume', in welchen die Hagener Bands für ihre Auftritte proben konnten. Hier mußten teilweise lange Anfahrtswege, und zwar bis Sprockhövel (Ennepe-Ruhr-Kreis) oder Selkinghausen (Lage: hinter Priorei unweit der Stadtgrenze zu Lüdenscheid) in Kauf genommen werden. In der Sedanstraße gab es mehrere Proberäume, und zwar an verschiedenen Stellen.

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Werksgebäude in der Sedanstraße mit früherer Werkstatt meines jüngeren Bruders,
wo einst lauter laute Leute läuteten - oder so ähnlich :-) (Foto: Detlef Rothe - 27.08.2014)

Übungsräume gab es auch in ,Unterberg' bzw. am Remberg, also noch näher beim Hagener Stadtzentrum, nämlich bis zu ihrem Abriß (nach 1974) in der Brauerei Bettermann (vgl. dazu meinen Spaziergänge-Artikel):
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Das Bettermanngelände an der Einmündung der Rathausstraße in den Märkischen Ring (Foto: Detlef Rothe - 16.02.2019)



Immerhin gab es größere, ruhig gelegene Räume in weiteren stillgelegten Fabriken oder sonstigen Werksbauten, welche für kleines Geld genutzt werden konnten (zum Beispiel in Hohenlimburg).


Extrabreit

Stefan Klein zur Gründungszeit der Band Extrabreit 1978: „Unser erster und eigener Übungsraum war in der Fabrik Gökke in der Färberstraße [in Hohenlimburg (D.R.)]. [...] Wenn man sich dem Gelände der Fabrik Gökke auf mehr als 50 Schritt näherte, war es wie eine Schallglocke, die sich über alles legte und die immer lauter wurde, je näher man kam. Die Bands probten in ausgeräumten Büros, die alle beidseitig zu einem etwa 20 m langen Flur lagen. 3 Proberäume auf der linken Seite, 2 rechts und einer vor Kopf. Der vor Kopf hatte aber soviel Platz wie alle anderen zusammen und wurde teilweise von 2-3 Gruppen im Wechsel benutzt. Später teilten wir ihn uns auch mal eine Zeit mit den „Stripes“, Nenas erster Band. [...] Diese Anordnung der Räume war aber nur der erste Stock, dazu kamen noch ein bis drei Proberäume in dem anderen Flügel dieses Gebäudes und soweit ich mich richtig erinnere, hielt das gegenüberliegende Haupthaus auch noch einige Bands beherbergt." (Die Kartei der Ehemaligen! Teil 2 - abgerufen am 24.3.2019).
Spätestens im März 1981 ging Extrabreit nach Hagen-Eckesey in das Gelände um Bahnbetriebswerk und Güterbahnhof: „Im sogenannten Eisenbahnerhäuschen, einer flachen[,] kleinen Baracke am Ende der Sedanstraße, gleich hinter dem Güterbahnhof, hat man einen neuen Proberaum bezogen." (Schlasse 2018, S. 227, unten) - vgl. die Abb. aus eben diesem bei Schlasse 2018, S. 220, links oben). Dort blieben "die Breiten" bis mindestens Februar 1982 (siehe dazu außerdem "Kurt Grosskurt"/"Kai Havaii" Kay Oliver Schlasse: Die EXTRABREIT-Story, Teil 42). Sehr lesenswert sind meines belanglosen Dafürhaltens dazu die Ausführungen Stefan "Kleinkrieg" Kleins in seinen "Kurzgeschichten und Räuberpistolen" (Kleinkrieg 2018, S. 31 - 33)!


Grobschnitt

Der anfängliche Proberaum von Grobschnitt war in der Reichbahnstraße 7 in Hagen-Vorhalle. Das Theodor-Heuss-Gymnasium am Ischeland stellte Grobschnitt vom September 1971 an bis in das Jahr 1979 seine Aula zum Proben zur Verfügung (Kühn-Scholz 2018, S. 34). Das blieb aber eine Ausnahme. Die Band gelangte dann 1979 über ihren Bassisten Wolfgang "Hunter" Jäger (†03.05.2007), welcher auf den betreffenden Hof zog, in den Genuß eines Proberaums bzw. Studios in einer umgebauten Scheune des Hofes In der Gethe in Sprockhövel im Ennepe-Ruhr-Kreis (Kühn-Scholz 2018, S. 60, unten).


Styx

Vereinzelt stellten Schulen vorübergehend Räumlichkeiten zum Üben zur Verfügung: laut Heike Wahnbaeck ab 1973 die Käthe-Kollwitz-Schule am Kratzkopf für Styx. Diese war am 25.07.1966 als ,Mädchenberufsschule' eingeweiht worden (Stadt 1967, 1. Taf. nach S. 68) und ist heutzutage ein Berufskolleg.


The Stripes

Der Drummer Rolf Brendel von The Stripes erinnert sich: „Unsere ersten Demosongs nahmen wir in der Rockranch auf, in der es auch ein kleines Tonstudio gab. Dabei erhielten wir Unterstützung von Frank Becking, dem Gitarristen der Hagener Kultband The Ramblers. Mit den Demos in der Tasche marschierten wir zu Uli. [= Ulrich Wiehagen]" (Brendel 2014, S. 30, unten) - Der Produzent Frank Becking meinte dazu: „Wir hatten keine gute Technik[,] und das Studio war klein. Das Rockranch Studio wurde später zum Proberaum von Extrabreit." (bei Wahnbaeck 2018, S. 124, unten) - Selkinghausen hinter Priorei (nahe an der Bundesautobahn "Sauerlandlinie") war Ulrich Wiehagen zur Folge (siehe Wahnbaeck 2018; vgl. Brendel 2014, S. 45, oben) sein damaliger Wohnsitz (im Oktober 1978 lautete seine Kontaktadresse noch „Kampstraße 10", siehe Wahnbaeck 2018, S. 134, Plakat links oben). Die Mitglieder von The Stripes teilten sich den "Lüdenscheider" Übungsraum - gemeint ist offenbar Selkinghausen (falls nicht versehentlich für Hohenlimburg stehend) - anscheinend im Sommer 1980 mit Extrabreit (Schlasse 2018, S. 213, unten). Rolf Brendel meinte dazu: „Nach dem ersten Winter [gemeint: 1980/81] hatten wir genug. Es [= „Das Gestüt in Selkinghausen" (ebenda)] lag zu weit weg vom Rest der Welt." (Brendel 2014, S. 45, unten).



THE HALL OF FAME

You're halfway up and you're halfway down
And the pack on your back is turning you around.
Throw it away, you won't need it up there, and remember
You don't look back whatever you do.

(Genesis, Dance on a Volcano)



Extrabreit

Extrabreit ist verhältnismäßig spät - am Ende - d.h.: im vierten Viertel - des Jahres 1978 - entstanden, und zwar als eine Gründung von Stefan "Kleinkrieg" Klein aus Hagen-Emst zusammen mit dem Schlagzeuger Gerhard Sperling (siehe Die Kartei der Ehemaligen! Teil 1 - Rückblick von Stefan Klein - gemäß Kommentar von "Thomas B." vom 10.04.2006 wohnte G. Sperling seinerzeit in der Mauerstraße in Wehringhausen - Stand: 24.3.2019; das Adreßbuch 1976 wußte das noch nicht :-) ). Stefan Klein spielte vor der Gründung von Extrabreit die Gitarre in der Formation Fantastic Motorcraft Power Music und trat dabei unter anderem im Jahr 1974 in der Volkspark-Konzertmuschel auf (siehe das Foto bei Wahnbaeck 2018, S. 206, oben rechts), welche Bands eine zentrale Möglichkeit bot, in "Hagentown" bekannt zu werden. Nun, zwei Musiker machen noch keine Band. Stefan "Kleinkrieg" erinnert sich: „Aber es nahte Hilfe und Unterstützung in unserem Kampf gegen die Stille und Ohnmacht im Alltag. Es war Ralf Denz alias „Rava“. Er spielte Bass in der berühmt, berüchtigten Rock & Roll Formation „The Ramblers“ [...]." (Die Kartei der Ehemaligen! Teil 1 - abgerufen am 24.3.2019) - Hinzu kam als Sänger und Texter der Liedermacher Horst Werner Wiegand (Die Kartei der Ehemaligen! Teil 2 - abgerufen am 24.3.2019; vgl. Biographie der Band bei ichwillspass.de - Stand: 20.3.2019; zu H. W. Wiegand siehe S. Klein, Die Kartei der Ehemaligen! Teil 3 - abgerufen am 24.3.2019). Damals hatte "Kleinkrieg" bereits selbst zu texten begonnen: „Ich hatte schon angefangen Lieder zu schreiben und mein erstes Werk war „Lottokönig“. [...] Horsti sang wie ein Weltmeister[,] und wir spielten wie die einzige Rockband des gesamten Universums. [...] Ich gab ihm die Gitarre[,] und er spielte uns die „Alptraumstadt“ vor [...]." (Die Kartei der Ehemaligen! Teil 2 - Stand: 24.3.2019; fertig getextet hatte S. Klein anscheinend auch schon ,Bus Baby' - siehe den roten Text bei 06 - Alle Vier und die Leuchterschlange ! - Stand: 24.3.2019)

Die neue Band wurde erst richtig bekannt, nachdem der Graphiker Kay Oliver Schlasse im Herbst 1979 seinen ersten Auftritt als ihr Sänger hatte (auf einem Stadtteilfest in Hagen-Wehringhausen - siehe dazu Fotogalerie vom "Ex-Hometowner" Peter zu Soest zum Gig der Band - Stand: 24.3.2019); dieser erhielt damals den Künstlernamen "Kai Havaii" (,die Sirene aus Übersee'). Damals spielte Piet Wortmann (†01.11.2007) die zweite Gitarre. Im Jahr 1980 wurde die erste Langspielplatte (,Ihre größten Erfolge') veröffentlcht, welcher weitere Großerfolge folgten. Songs wie ,Polizisten', ,Hurra, Hurra, die Schule brennt' oder ,Der Präsident ist tot' erreichten "Kultstatus". Im Jahr 1982 erhielten "die Breiten" zwei goldene Schallplatten überreicht - am Erfolg zweifelte da - wie angesichts der provokanten Texte die Kritiker - wohl niemand mehr! Die Kontakt-Adresse der Band war 1982 ,Augustastraße 37' in Hagen-Wehringhausen (siehe Hülle der dritten LP); zuvor befanden sich entsprechende Räumlichkeiten hinter der Gaststätte Sumpfblüte in der Bismarckstraße 18, also gleichfalls in Wehringhausen, wo die "Kraftquelle" der nimmerleisen Musiker zu "verorten" ist. Alles Weitere findet sich - und darauf sei hier aus Platzmangel ausdrücklich verwiesen - in den autobiographischen Darstellungen von "Kai Havaii" und Stefan "Kleinkrieg"!

Eigene Playlist zu Live-Auftritten von Extrabreit:



Grobschnitt

Grobschnitt ging aus The Crew und Charing Cross hervor und entwickelte sich kometenhaft zu einer sehr bekannten Gruppe. Der Musiker und Produzent Franz Becking meinte: „Die Vorgänger-Band mit dem Namen Charing Cross empfand ich damals [= vor der Gründung von Grobschnitt (D.R.)] als die wichtigste Band mit dem besten Sound überhaupt. Der Gitarrist Gerd Kühn-Scholz war für mich ein Gott. Als ich 1972 anfing[,] Musik zu machen, besuchte ich alle sein Konzerte in den Jugendzentren. Charing Cross machte Blues Rock [...]." (Zitat bei Wahnbaeck 2018, S. 125, oben)

Im Jahr 1972 erschien die erste Langspielplatte (,Grobschnitt'), 1974 bereits die zweite, und zwar als Doppelalbum ,Ballermann'. Die Gruppe gehörte bald darauf zu den Gefragtesten in Deutschland. Eine vom 8.9. bis zum 29.11.1978 laufende Tournee stand unter der Leitung des Gitarristen "Lupo" Gerd O. Kühn(-Scholz), Pelmkestraße 78, und führte durch ganz Westdeutschland (Kühn-Scholz 2018, S. 49). Am 8. Dezember 1978 trat die Band dann im Rahmen der WDR-Rockpalast-Konzerte in der Dortmunder Westfalenhalle auf, wurde zur beliebtesten Rockpalast-Live-Gruppe des Jahres 1978 gekürt und fand so auch international größere Beachtung (Kühn-Scholz 2018, S. 56 f.).


Zur Wirkung der Band in der lokalen Szene meinte der Musikmanager Hartwig Masuch - welcher einst Leadsänger bei The Ramblers war und zeitweise auch in anderen Formationen spielte - im Westfalenpost-Interview: „Grobschnitt hatte natürlich auch eine Vorbildfunktion. Da saß man damals in einer Hagener Kneipe mit 20 nicht-erfolgreichen Musikern, die sich den Deckel hin- und hergeschoben haben. Und einer steht völlig entspannt da, weil er gerade ein Konzert in der ausverkauften Gruga-Halle gegeben hat. Das war Lupo von Grobschnitt. Auch wenn man sagt, das ist nicht die Musik, die ich machen will, hat das natürlich einen Effekt. Da denkt man: Der hat es ja auch geschafft, das sollte man nicht unterschätzen. [...] Die Grobschnitt-Jungs waren damals immer extremst freigiebig mit Tipps."

Die im März 1981 erschienene Langspielplatte ,Illegal' von Grobschnitt wich zwar inhaltlich von den bisher veröffentlichten Alben ab, fand aber wieder begeisterte Hörer, denn auf ihr wurden politische und soziale Themen kritisch beleuchtet (was damals eher für Extrabreit typisch war); die Aufnahmen fanden in einer bandeigenen "Studioscheune" in Sprockhövel statt, der finale Mix in der Pelmkestraße 78 ("Erocs" Heimstudio) in Hagen-Wehringhausen. Dazu der frühere Tourmanager und Musiker der Band Gerd Otto "Lupo" Kühn in einem powermetal.de-Interview vom 11.10.2015: „"Illegal" war stilistisch Lichtjahre von "Rockpommel" entfernt, weil eben auch vier Jahre dazwischen lagen. Die 70er Jahre waren passé, die Songs gestalteten sich komprimierter und nicht mehr so ausufernd lang. Die Musikmagazine verkündeten: "Neue Klänge braucht das Land." Bands wie YES oder GENESIS, mit denen wir ja auch schon mal in einen Topf geworfen wurden, hatten sich längst aus der Ära der Siebziger verabschiedet und formierten sich ständig um. Bei YES konnte man auf der Suche nach neuen Erfolgen locker einen großen Reisebus mit ehemaligen Bandmitgliedern füllen. Im Vergleich dazu waren wir immer noch eine verschworene Gemeinschaft, und "Illegal" traf 1981 voll den Nerv der Leute." (abgerufen am 8.4.2019)

Ein stärkeren Einschnitt stellte die im April 1982 erschienene, allerdings bereits im Sommer 1981 aufgenommene LP ,Razzia' dar, denn hier wurde konsequent deutschsprachig getextet. Ungewohnter als die sprachliche Neuerung (die sich bereits in der entsprechenden Zweitfassung von ,Jumbo' 1976 einfand) ist allerdings das Fehlen des langjährig aktiven Keyboarders Volker "Mist" Kahrs (*08.05.1951 - †20.07.2008). Da kein Nachfolger vorhanden war, spielen die Keyboards (dieser Part wurde eventuell von Schlagzeuger "Eroc" übernommen) eine untergeordnete Rolle. ,Razzia' wurde von den Fans als wesentlich härter und gitarrenorientierter empfunden als die vorherigen Grobschnitt-Alben, und man wies auf Einflüsse von Punk und sogar von der Neuen Deutschen Welle hin (babyblaue-seiten.de - abgerufen am 8.4.2019) - hier wird besonders auf das Lied ,Schweine im Weltall' verwiesen - allerdings unter Bezugnahme auf Extrabreit (ebenda), welche in ihrem Selbstverständnis als Punkrockgruppe mit NDW aber eigentlich nichts am Hut haben wollten. Auch auf das Lied ,Der alte Freund' wird als NDW-"verdächtig" hingewiesen (ebenda). Hymnencharakter erhielt das Stück ,Wir wollen leben', in dem Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht zur Sprache kommen (ebenda) - ein Thema, welches man aus dieser Zeit von Extrabreit kannte und in dem die Spannungen in der damaligen zweideutschen Gesellschaft angesprochen wurden (Atomkraft, Geldgier, Militarismus, Terrorismus, Umweltzerstörung). Dazu Gerd Otto "Lupo" Kühn in dem powermetal.de-Interview: „Urplötzlich wurden wir zu TV-Auftritten eingeladen, und alle, die uns nicht wirklich kannten, reduzierten uns auf diesen Song. Schwuppdiwupp meldeten sich dann auch einige Pseudo-Kritiker zu Wort und steckten uns in die NDW-Kiste. "Razzia" hatte aus unserer Sicht aber nichts mit der aufkommenden Neuen Deutschen Welle zu tun, obwohl einige Leute versuchten, die Platte in diese Genre-Ecke zu drängen. Das Album war lediglich ein weiterer notwendiger Wechsel im Stil und in der Band und hätte auch mit Mist tendenziell nicht völlig anders geklungen."

Wie bei Extrabreit folgten noch viele erfolgreiche Jahre, weil "die Schnitten" (wie die Fans ihre Idole nannten) sowohl eigenständige Ziele verfolgten als auch aufkommende Zeitströmungen sinnvoll verarbeiteten. Mit ,Kinder und Narren' erschien 1984 das erste Album ohne den Schlagzeuger (und Tontechniker) "Eroc" Joachim H. Ehrig, welcher die Gruppe ein Jahr zuvor verlassen hatte. Seinen Part übernahm Peter Jureit, und die Keyboards bediente Jürgen "J.R." Kramer; dieser stand schon bei der ,Razzia'-Tour 1982/83 mit auf der Bühne (Grobschnitt Acoustic Party - abgerufen am 7.4.2019). Dazu Gerd Otto "Lupo" Kühn in dem powermetal.de-Interview: „Nach Erkes Ausstieg im Juni 1983 - das war der zweite einschneidende Musikerwechsel in dieser Zeit - haben wir einen Neustart, aber keinen beabsichtigten Umbruch vollzogen und auf eine weitere mögliche Zusammenarbeit mit ihm ohne jegliche Animositäten verzichtet. [...] Mit Peter Jureit kam ein neuer Schlagzeuger, während "JR" Jürgen Kramer ja bereits auf der "Razzia"-Tour im Einsatz gewesen war. Beide waren exzellente Musiker, sonst hätten wir sie auch nicht genommen. Was ihnen fehlte, war das vielgerühmte charismatische GROBSCHNITT-Gefühl und der Musikgeist der wilden 70er Jahre. Das brauchte aber auch Zeit, und die hatten wir leider nicht. [...] Glücklicherweise hatten die beiden späteren Bandmusiker "Tarzan" Waskönig, von 1985 bis 1988 Keyboarder, und "Admiral-Top-Sahne-Ernie-Möller", von Mitte 1986 bis 1989 Schlagzeuger, den GROBSCHNITT-Humor-Virus schon nach kurzer Zeit aufgesogen und konnten gar nicht genug davon bekommen."

Insgesamt entstanden in den Jahren 1972 bis 1989 vierzehn Alben, welche allesamt später in überarbeiteter Fassung und mit Ergänzungen neu veröffentlicht wurden - bis 2019 sogar in Vinyl (Grobschnitt Acoustic Party - abgerufen am 7.4.2019). Ihre (bis 2019 ungebrochene!) Publicity verdankt(e) Grobschnitt vor allem der grandiosen Performance; dazu "Lupo" (Gerd Otto Kühn-Scholz) rückblickend: „Der Mix aus Musik, Theatralik, Dialogen, Feuerwerk war als mehrstündige Bühnenshow nicht nur abgefahren, sondern etwas völlig Neues, und damit trafen wir den Nerv der Leute. Bei den Konzerten konnten wir uns richtig austoben oder besser gesagt: die Sau rauslassen!" (Kühn-Scholz 2018, S. 38, unten). Die Band löste sich 1989 nach einem Abschiedkonzert in der Hagener Stadthalle auf. 2006 gab es eine Wiedervereinigung, an der einige alte Mitglieder wie auch (zumindest zeitweise) ihre Söhne beteiligt waren bzw. sind.

Grobschnitt lebt!



Kein MenscH!

Kein MenscH! ist eine Gründung von Gabriele Lambrecht aus dem Jahr 1979, welche den Künstlernamen "Gabi Lappen" angenommen hatte und Mitbewohnerin der in medial interessierten Kreisen wohlbeachteten Wohngemeinschaft ,B 56' von Kay Oliver Schlasse, Wolfgang Luthe und manch anderem den Zeitgeist mitprägenden Individuum war (Buscheystraße 56 in Hagen-Wehringhausen; zu dieser WG beachte man vor allem die autobiographischen Darstellungen des beknntesten Extrabreit-Sängers, last not least Schlasse 2018; vgl. Klüsener 2018, S. 285, oben). Fast alle Mitglieder der hier interessierenden Band waren Geschwister - aufgewachsen in Hagen-Emst (Schwelmstück) -, und aus dieser Vertrautheit heraus entstand manch' futuristisch anmutendes "experimentelles" Projekt: Man kombinierte Synthesizer-Sounds mit E-Gitarren und akustischen Instrumenten, und dabei wurde das obligatorische Schlagzeug durch einen Drumcomputer ersetzt (vgl. Lambrecht & Hahn 2018, S. 298). Zwei Singles, mehrere Beiträge zu Samplern und eine Kompaktcassette (1982) konnten veröffentlicht werden, wobei eine Auswahl des Kassetteninhalts 35 Jahre später auch seinen nützlichen Weg auf CD und LP fand (Tonträger-Liste: Lambrecht & Hahn 2018, S. 298). Die erste Single ,Kein MenscH!' erschien 1981 auf dem Hagener Independent-Label Tonträger 5:

Die zweite Single ,Süchtig' wurde im Tonstudio Hiltpoltstein aufgenommen und erschien 1982 auf dem Major-Label Virgin (Lambrecht & Hahn 2018, S. 299; Wikipedia-Artikel - abgerufen am 20.3.2019):


Anno 1984 war die Band in dem Fernsehfilm ,Deutschland-Tournee' (Regie: Berengar Pfahl - Wikipedia-Artikel - abgerufen am 20.3.2019) zu sehen (Kein MenscH! - Wikipedia-Artikel - abgerufen am 20.03.2019). Weiteres war über meine Internet-Recherchen bis jetzt (April 2019) nicht herauszufinden, was ich bedauere, da einer der Bandmitglieder ("Rü") anscheinend ein ehemaliger Mitschüler ist. Die beiden Damen der "Truppe" standen immerhin im Jahr 2017 für ein Foto ehemaliger WG-Bewohner zur Verfügung (Wahnbaeck 2018, S. 351, unten).


Styx

In der Band Styx (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Rockband aus Chicago, welche 1972 gegründet wurde!) spielten um 1973 Leute, welche später für andere bekannte Gruppen arbeiteten: Wolfgang "Hunter" Jäger (*28.3.1953 in Herne - †3.5.2007 in Hagen) beispielsweise war der Bassist, und Frank Becking spielte die Gitarre. Der Musikstil liegt in etwa zwischen der 1967 gegründeten britischen Classic Rock Band Jethro Tull - ohne die für sie typische Querflöte - und (den Gesangspart des zweiten Stückes betreffend) Simon & Garfunkel (stephan-schelle.de - abgerufen am 8.4.2019). Es wurden in einem Musikstudio zu Gelsenkirchen zwei Musikstücke aufgenommen, doch ist es nie zu einer Veröffentlichung gekommen. Damals war "Eroc" Joachim H. Ehrig in dem Studio Tontechniker. Dazu Wolfgang Jäger in einem Interview vom 27.03.1999: „Während der Zeit bei Styx habe ich erstmals Eroc kennengelernt. Er hat uns in einem Gelsenkirchener Studio aufgenommen. Zwei Stücke, die wir gespielt haben, hat er zum ersten Mal in Mehrspurtechnik – ich glaub 8 Spuren waren das - aufgenommen. War das eine Aufregung. Eroc hat damals dort gearbeitet und war gleichzeitig Schlagzeuger bei Grobschnitt. Aber jetzt kommt der Hammer!!! Weihnachten 1997 bekomme ich Post. Ich dachte ich trau meinen Augen nicht. Als Eroc sein Wohnzimmer bzw. sein Büro aufräumte, hat er die alten Bänder gefunden. Das Masterband hat er noch mal neu gemastert und es ist echt geil geworden. Er hat mir aus diesem Material, was er damals aufgenommen hat, eine frisch gebrannte CD zugeschickt. Ich bin aus allen Socken gefallen. [...] Ziemlich chaotisch die Musik, aber trotzdem vom Herzen." (abgerufen am 8.4.2019)

"Hunter" (zeitweise auch "Pepe" oder "Popo" genannt) wechselte im Jahr 1974 anläßlich eines zweiten Konzerts der Band zu Grobschnitt, dem später weitere Wechsel - zu The Stripes und The Blue Boys und schließlich 1980 zu Extrabreit - folgten. Dazu "Hunter" in dem Interview vom 27.03.1999: „Der eine hörte gerne Jimi Herndrix, der eine hörte gerne Jethro Tull und der andere hörte was weiß ich was. Das wurde alles in einen Topf geworfen, weil ja jeder nur das spielen konnte, was er gerne mochte. Daraus ist dann eine Band entstanden, die Styx hieß. Was für eine Musikrichtung das war, weiß ich nicht. Drei Jahre lang haben wir zusammen gearbeitet und sind in dieser Zeit zweimal live aufgetreten. Beim zweiten Auftritt haben sie mich dann direkt von der Bühne weggekauft (Lupo), weil Grobschnitt einen Bassisten suchte, da der Baer ausgestiegen war bzw. aussteigen wollte." (abgerufen am 8.4.2019)

Auch Frank Becking entwickelte sich zu einem gefragten Musiker; er war ab 1977 bei The Ramblers aktiv und zeitweise (um 1980) auch bei The Stripes, wirkte aber dann mehr bei heimischen Plattenaufnahmen als Produzent und spielte vorübergehend in weniger bekannten Gruppen. Im 1990er Jahrzehnt war er allerdings eine Zeitlang Mitglied der Nena-Band (Frank Becking - Wikipedia-Artikel - abgerufen am 16.3.2019).

Das Mischpult der Band wurde von Robert Schwarz bedient, welcher später die Tontechnik zu seinem Beruf machte (stephan-schelle.de - abgerufen am 8.4.2019).


The Ramblers

The Ramblers - gegründet anno 1976 (Hartwig Masuch - Interview an der Ruhr-Universität Bochum - 17. Nov. 2017 - abgerufen am 16.3.2019) - orientierten sich stark an The Rolling Stones und brachten neben eigenen Stücken auch Coversongs von dieser Band - mitunter auch solche, welche "die rollenden Steine" selbst (bzw. ihre Firma) nicht einmal auf Platte zu bringen wagten. 1977 gab's bereits einen Plattenvertrag (ebenda). Gründer und Leadsänger war "Christian Schneider" Hartwig Masuch, welcher später zusammen mit seinem Freund "Ulli" Ulrich Wilhelm Wiehagen in Hagen den WM-Musikverlag gründete. Die Kontakt-Adresse lautete zunächst ,Kampstraße 10' (Wahnbaeck 2018, S. 134, Abb. links oben: Plakat zum 11. Oktober 1978). Gemäß Heike Wahnbaeck wurde in der „Wohnung in der Stadtmitte [...] nicht nur der Musiker [eine Zeitschrift für Musiker (D.R.)] fabriziert [..], sondern auch die Band wohnte" dort (Wahnbaeck 2018, S. 130, mittig). Noch vor Jahresende 1978 lautete die Kontakt-Adresse dann ,Pelmkestraße 61', war also beim neu gegründeten WM-Musikverlag in Hagen-Wehringhausen.

Frank Becking spielte in dieser Formation - neben Carlo Karges - Gitarre. C. Karges (*31.07.1951 in Hamburg - †30.01.2002 ebenda) wechselte später zu Ulla Meinecke und ging dann zur Nena-Band. Auch als Texter spielte er eine wichtige Rolle; so stammt etwa das weltbekannte Lied ,99 Luftballons' (schlecht übersetzt: ,99 Red Balloons') der Nena-Band von ihm. Er war von 1971 bis 1975 als Gitarrist bei Novalis tätig und dichtete für diese Band im Jahr 1973 das Lied ,Wer Schmetterlinge lachen hört'.

Frank blieb in Hagen und spielte in diversen lokalen Bands; er verlegte sich dabei zeitweise auf das Produzieren von Platten, während der Sänger Hartwig Masuch später Verlagstätigkeiten ausübte.

Die Band The Ramblers veröffentlichte 1978 die Langspielplatte ,Kids Are Back to Rock 'n' Roll'; daraus wurde die Single ,We Want the World'/,New York City' ausgekoppelt und noch im selben Jahr herausgebracht. 1979 folgte das zweite (Album ,Streetheat'). 1980 wurde noch eine dritte LP ,Strange Life' veröffentlicht, doch blieb die Gruppe im Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad deutlich hinter Grobschnitt zurück und löste sich im Jahr 1981 auf. Dazu Frank Becking: „Die richtig geile Zeit der Ramblers war bis 1980. Als ich dann ausgestiegen bin, kamen der Gitarrist Rüdiger Elze und der Schlagzeuger Rüdiger Braune in die Band. Das waren extrem gute Musiker, und die wollten auch ihre Musikalität zeigen. Das war aber nicht unbedingt das Konzept der Ramblers. Wir spielten eher New Wave und Punk, hielten uns nicht mit schwierigen Sachen auf." (Wahnbaeck 2018, S. 124, oben/mittig)


The Stripes

The Stripes (von den Fans auch "die Streifen" genannt - siehe etwa Jörg Albert Hoppe im Lokalteil Hagener Rundschau, S. H 3, der Westfälischen Rundschau Nr. 236 vom 10.10.1979, abgebildet bei Wahnbaeck 2018, S. 153, oben) ist die Gründung eines Roadies von The Ramblers namens Rainer Kitzmann. Seine damalige Adresse ,Plessenstraße 14' (Wahnbaeck 2018, S. 151, links unten) - gewissermaßen die "Homebase", wo die 40000 DM Vorschuß der Plattenfirma CBS umherflatterten (Nena & Thesenfitz 2005, S. 21, unten; Brendel 2014, S. 31, unten; vgl. Rolf Brendel bei Wahnbaeck 2018, S. 150, mittig) - existiert übrigens auf Grund von Abrißarbeiten für die Bahnhofshinterfahrung nicht mehr. Als Gründungstermin der Band gibt Heike Wahnbaeck (Wahnbaeck 2018, S. 131, mittig/unten) „im Juli 1979" an (vgl. Jörg Albert Hoppe im Lokalteil Hagener Rundschau, S. H 3, der Westfälischen Rundschau Nr. 236 vom 10.10.1979, abgebildet bei Wahnbaeck 2018, S. 153, oben: „Im Sommer dieses Jahres") - dies liegt mir zu spät, denn hier ist zunächst der Augenblick der Anwerbung "Nenas" im November 1977 (Nena & Thesenfitz 2005, S. 13; Brendel 2014, S. 24/27) zu berücksichtigen.

It's just a little step to the left :-) (right?)

Schnell mach ich die Augen wieder zu und bin so drin im ,Psycho Killer' von den Talking Heads [...]" (Nena & Thesenfitz 2005, S. 13, oben)

Als spätestmögliches Datum für die Gründung böte sich "Nenas" Blanko-Vertrag mit dem WM-Musikverlag im November 1979 an (Wahnbaeck 2018, S. 135, Abb. oben). Das Entstehungsdatum würde dann - rein statistisch ;-) - eher in der Mitte liegen. Als ehemaliges Bandmitglied ist der Schlagzeuger Rolf Brendel sicherlich gut unterrichtet, wenn er angibt, The Stripes seien im Sommer 1978 gegründet worden (Brendel 2014, S. 24, oben).

Just a little time warp... (without a rocket of course...):

„[...] ich [konnte] jetzt ,Sheena Is A Punk Rocker' singen, ohne mich dabei blöd zu fühlen..." (Nena & Thesenfitz 2005, S. 15, oben)

Bei der Zeitbestimmung der Gründung kommt es zudem auf das Datum des ersten Live-Auftritts der Band an. Jörg Albert Hoppe schrieb dazu: „[...] daß das Stripes-Konzept Erfolg hat, bewies kürzlich [sic! (gemeint ist wohl der 21.12.1978 - D.R.)] ihr erstes Konzert beim Festival im Haus der Jugend in Haspe. Die bis dato Unbekannten waren der unerwartete ,Top-Act' des Abends." (Westfälische Rundschau, Nr. 236 vom 10.10.1979, Lokalteil Hagener Rundschau, S. H 3; der Artikel ist abgebildet bei Wahnbaeck 2018, S. 153, oben). Rolf Brendel erinnerte sich in seinem Buch über die Nena-Band (Brendel 2014, S. 28, mittig), daß es sich bei diesem ersten öffentlichen Auftritt um ein Rockfestival handelte, bei der die Gruppe an dritter Stelle spielte. Bei Nena & Thesenfitz 2005 - ausführlicher Bericht auf den Seiten 16 bis 20! - wird sich leider zum Datum ausgeschwiegen, obwohl ein Brief vom Folgetag wiedergeben ist - auf S. 20 heißt es schlicht: „1978" (vgl. die Fotos von „1978" aus dem Jugendheim Haspe bei Wahnbaeck 2018, S. 145). Als weitere Gruppe spielte gemäß Hartmut Krause die Band Condor: „Diese trat am 21.12.1978 im Jugendzentrum vor den Stripes auf." (Krause 2018, S. 118, mittig) - diese Gruppe habe ich mir damals dort angehört, machte mich aber anschließend auf den Weg nach Hause (Tagebuch-Aufzeichnungen - hier: Einzelblatt-Ordner - zum 21.12.1978). Rolf Brendel meinte zwar im Jahr 2014, der erste Auftritt von The Stripes habe im „Sommer 1979 stattgefunden (Brendel 2014, S. 28, oben), doch gerät bei ihm bezüglich 1979 und 1980 Manches zeitlich durcheinander - so etwa der strenge Winter in Selkinghausen, den er nach 1979/80 datiert (Brendel 2014, S. 45, oben). Verwirrung schafft zu allem Überdruß auch ein Artikel der Westfalenpost vom 11.11.2017 (Stand: 8.4.2019), in dem es zu „Nena" heißt: „1978 war in Gevelsberg der erste Auftritt"." - Diese Auffassung ist dank der Untersuchungen zur Hagen-Popstar-Glück-Ausstellung anno 2018 nicht mehr aktuell. - Die Eintrittsgebühr von 1 DM, welche H. Krause zum Festival in Hagen-Haspe erwähnt, kann ich übrigens bestätigen: „1 DM [für den Eintritt in] Haspe" (E/A 1978/79)

Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß Gabriele Kerner nicht nur ihre Fähigkeiten als Sängerin trainierte, sondern sich auch am Schlagzeug versuchte: „Ich fing an, Schlagzeug zu spielen. Geübt habe ich nie, aber ich konnte Boom Bah..." (Nena & Thesenfitz 2005, S. 23, mittig/unten) - Ein Einstieg als Drummerin bei der Mädchenband Die Mausis (siehe dazu auch Klüsener 2018, S.288, mittig/unten) kam allerdings nicht zu Stande, angeblich weil es die Bassistin (wohl Gundi Brühl) nicht einmal für nötig hielt, ihr Instrument in der richtigen Höhe zu platzieren (Nena & Thesenfitz 2005, S. 23, unten). Als Schlagzeugerin konnte man Fräulein Kerner dann bei ihrer neuen Band Nena auf der zweiten Tour von 1983 erleben (siehe das Foto auf Seite 96 bei Brendel 2014), wobei Carlo Karges und Uwe Fahrenkrog-Petersen in dem Stück ,Ich lieb' dich' den Gesangspart übernahmen. Beim Pinkpop-Festival in Geleen, Niederlande, am 23.5.1983, hörten rund 50.000 Leute zu (hier: ca. min. 5 - 9):


Die Macher der Zeitschrift ,Musiker' waren schon im September 1979 an der Gruppe The Stripes interessiert, denn das Blatt berichtete bereits in der Ausgabe 9/1979 vom 20.09.1979 über sie (Abb. des Titelblatts mit Hinweis bei Wahnbaeck 2018, S. 147, unten mittig). Die Qualität des Dargebotenen sprach sich offenbar herum. "Nena": „[...] wir, THE STRIPES, [sind] in irgendeiner Schulaula in Hagen nach einem Konzert einfach so gekauft worden. Da kam nämlich die große Plattenfirma aus Frankfurt, weil sie von uns gehört hatte." (Nena & Thesenfitz 2005, S. 21, oben/mittig; vgl. Brendel 2014, S. 30 f.) - Das dürfte im Herbst 1979 gewesen sein, denn die erste Platte erschien noch vor Jahresende.

Die erste Single ,Ecstasy' (B-Seite: ,Normal Types') der Band wurde in Markt Hiltpoltstein (Landkreis Forchheim, Bayern) aufgenommen und erschien vor Jahresende 1979 bei der CBS Schallplatten GmbH (Wahnbaeck 2018, S. 131, unten, u. S. 132, oben)

Die B-Seite enthält ,Normal Types:

Beide Stücke fehlen auf der im folgenden Jahr produzierten LP. Das Titelfoto zu ,Ecstasy' wurde bei einem Photographen produziert, welcher gewöhnlich Katalogbilder für die damals in Hagen-Kückelhausen ansässige Firma Nordwest Handel AG anfertigte (Wahnbaeck 2018, S. 131, unten); dementsprechend "brav" kommt - trotz Streifendekor - das Platten-Cover optisch daher. Der Song ,Ecstasy' wurde laut "Nena" von Frank Becking arrangiert, da der Band-Gründer Rainer Kitzmann „damals noch nicht so weit" gewesen sei (Interview im Musikertreff 4/1980; Zitat bei Wahnbaeck 2018, S. 124, mittig). Rolf Brendel - der Schlagzeuger der Band - meinte zum Erfolg der Debüt-Single: „Unsere erste Single ist für eine deutsche Gruppe gut angekommen. Die wurde dauernd im Rundfunk gespielt, bei RTL, [sowie] RIAS. Bei der Deutschen Welle war sie sogar eine Zeit lang auf Platz 2, hinter [einer Single von The (D.R.)] Police." (In: ,Musikertreff! Hagen * Herdecke * Wetter * Witten', Ausgabe 4/1980; Rezitat bei Wahnbaeck 2018, S. 144, unten; vgl. die Abb. des Titelblatts ebenda, S. 147, links unten; vgl. den Zeitungsartikel im Lokalteil Hagener Rundschau der Westfälischen Rundschau vom 10.03.1980 - Foto bei Wahnbaeck 2018, S. 152, links unten). Um so mehr verwundert es mich, daß die Stücke nicht auf dem Album präsent sind, sondern vielmehr erscheint - meines Wissens - nur das Titelstück ,Ecstasy', und zwar erst auf der zweiten CD des Doppelalbums ,NENA 40' - und da auch bloß an vierzehnter Stelle. Mehr "Vergangenheitsbewältigung" hätte dem Ruhm gewiß nicht geschadet ;-)
EU/D/NW/HA/TheStripes/TheStripes_Ecstasy_1161x0900
Lederjackengruppe: die wahren "phantastischen Fünf" (zu sehen sind hier nur drei) wollen Ecstasy
(nach Video-Mitschnitt der ,Plattenküche' vom 3. Juni 1980 - Montage: Detlef Rothe)

Im Spätjahr 1979 hatte "Nena" ihre Goldschmiedelehre vorzeitig beendet, um unabhängiger zu sein (Nena & Thesenfitz 2005, S. 24, oben). Die Bandmitglieder strebten eine professionelle Musikkarriere an. Sie wohnten wenigstens zum Teil in dem ausgesprochen harten Winter 1980/81 mit dem Manager Ulrich Wilhelm Wiehagen auf einem Gestüt in Selkinghausen (östlich Priorei) (Brendel 2014, S. 45 - hier ist allerdings schon von 1979 die Rede). Die Formation spielte ab 1979 mit wechselnden Bassisten. Im April bis Juli 1980 wurde die einzige Langspielplatte ,The Stripes' im (Porst-)Studio von Markt Hiltpoltstein und auch in den Hotline Studios zu Frankfurt am Main aufgenommen (Angaben auf dem Plattencover). Damals - im Sommer 1980 - teilten sich nach Oliver Schlasse The Stripes mit Extrabreiteinen größeren Proberaum im nahegelegenen Lüdenscheid" (Schlasse 2018, S. 213, unten).

Nach den schlechten Erfahrungen mit den Schneeverwehungen zogen "Nena" und Rolf Brendel im Jahr 1981 in die Lange Straße nach Wehringhausen, also in das damalige Zentrum populärer Musikkultur und der alternativen Szene in Hagen (Brendel 2014, S. 45, unten). Sie schafften sich ein Klavier an, um eigene Musikstücke zu komponieren. Das fand zwar offenbar nicht das Gefallen von Rainer Kitzmann (Brendel 2014, S. 51 f.), aber offenbar das der Plattenfirma, auf die es ja letztlich ankommt. In Hagen fand die Formation anscheinend nicht genügend Beachtung. Über die Endphase der Band schrieb Gabriele Kerner in ihren Erinnerungen: „[...] es [wurde] jetzt richtig eng in Hagen. Was sollte ich hier noch, und was wollte ich überhaupt? Ich wollte weg, und zwar schnell. Der letzte Versuch, hier doch noch etwas zu bewegen, waren neue STRIPES-Demos. In Hagen aufgenommen und in Hagen beerdigt. [...] Schon eine Weile kam sie leise angeschlichen, die Nebelwolke, die Inspiration und Begeisterung frisst. [...] Ganz gute Songs, ja, aber niemand, der so richtig bereit war, ihnen das Leben einzuhauchen. Der Nebel verdichtete sich, und dann war sie vorbei, diese Zeit. Einfach vorbei." (Nena & Thesenfitz 2005, S. 24, oben) - Wenn ich mir dazu eine Bemerkung erlauben darf: dieses Gefühl kenne ich nur zu gut von meiner in Münster begrabenen Promotion her: niemand interessierte sich ernsthaft für die Forschungsergebnisse, und der Aufenthalt in jener auf Sand gebauten Stadt erschien mir zunehmend sinnlos! Da hilft vor dem Verrücktwerden nur ein radikaler Themen- und Ortswechsel. Doch zurück zu The Stripes: Die Eigenproduktion einer zweiten LP war wohl nicht möglich; dagegen sprachen wahrscheinlich die Vertragskonditionen bei der Plattenfirma, sofern diese nicht von sich aus absprang. Rolf Brendel erläuterte die Situation schriftlich gegenüber der CBS (Brendel 2014, S. 52, oben). Die Gruppe The Stripes zog in der Folge nicht um, sondern löste sich im Frühjahr 1982 auf.

Man darf dabei nicht vergessen, daß sich die einzige veröffentlichte LP ,The Stripes' mit nur ca. 3000 Exemplaren eher schlecht verkaufte und den Musikern (beiderlei Geschlechts) wie die ausgekoppelten Singles und gelegentlichen Fernsehauftritte nur wenig Einnahmen brachten, so daß die "Crew" sich neben gewöhnlichen Auftritten auf individuelle Jobs zum Lebensunterhalt konzentrieren mußte. Zudem fand sich als Vertretung für Frank Peter "Röhli" Röhler (*28.03.1960 - †11.04.1996) - der seinen "Wehrdienst" ableistete - kein beständig zur Verfügung stehender Bassist; so wechselte der im Oktober 1980 angeworbene (Wahnbaeck 2018 S. 147, zur Abb. mittig rechts) Wolfgang "Hunter" Jäger bereits nach zwei Monaten zu Extrabreit. Frank Becking war nur zeitweise Mitglied von The Stripes; er pflegte ab etwa 1980 eher bei Bedarf als Musiker auszuhelfen und brachte sein Können mehr als Produzent zur Geltung (Studio Rockranch in Hagen-Vorhalle; vgl. dazu Frank Becking bei Wahnbaeck 2018, S. 124, unten). Früh im 1990er Jahrzehnt spielte er zwar wieder eine Zeitlang mit "Nena" zusammen, da war allerdings der Schlagzeuger Rolf Brendel bereits "ausgestiegen" und somit an eine etwaige Wiederbelebung der "Streifen-Musik" - nicht nur für Polizisten ;-) - nicht mehr zu denken.

Rainer Kitzmann äußerte sich zur Spätphase der Band: „Ich hatte [...] zehn bis zwölf Songs für eine zweite LP komponiert - zunächst wieder mit englischen Texten. Der Neuen Deutschen Welle geschuldet, habe ich dann angefangen, die Stücke mit deutschen Texten umzuschreiben, aber das war einfach nicht mehr stimmig und nicht mehr die Musik, die ich mir für The Stripes vorgestellt hatte." (Wahnbaeck 2018, S. 156)

Frontfrau "Nena" und Schlagzeuger Rolf Brendel siedelten mit Unterstützung der CBS nach West-Berlin über (Nena & Thesenfitz 2005, S. 24 f.; Brendel 2014, S. 59; Nena-Artikel von Wikipedia - abgerufen am 16.3.2019). Die Beiden gründeten in Berlin - unterstützt von Mitgliedern der Band Spliff (für welche "Nena" die Fan-Post bearbeitete) - eine eigene Formation: Nena. Carlo Karges wurde Gitarrist und Texter der neuen Band. Auf Grund von dessen Talent und Erfahrung kann dies als ausgesprochener "Glücksgriff" gewertet werden! Es war der Start zu einer sehr bemerkenswerten Erfolgsserie, welche hier aber im Einzelnen nicht weiter verfolgt werden kann.

Zum Musikstil von "Nena" meinte Musikmanager Hartwig Masuch im Westfalenpost-Interview: „Nena hat doch eigentlich nichts mit Neuer Deutscher Welle zu tun. Die ist doch eher in der Richtung von Debbie Harry von Blondie zu verorten – oder Chrissie Hynde von den Pretenders." - Dies gilt sicherlich nicht nur bezüglich der englischen Songs von The Stripes, sondern - vielleicht ungewohnt - auch für deutsche Texte bei Nena, welche wesentlich populärer wurden. Die Musik wird gelegentlich als "Rockpop" bezeichnet und ist zeitweise von einer starken Betonung von technischen Schalleffekten gekennzeichnet, welche die Stimme von "Nena" mitunter fast untergehen läßt. Dies hat mit Blondie und Pretenders meiner Ansicht nach nichts mehr zu tun, sondern wird von mir als "Bombastpop" bezeichnet. Glücklicherweise gibt es neben schwachen Texten (etwa die Nennung von eigentlich dem Osterbrauch entstammenden Feuerrädern anstatt von fahrbaren "Feuerstühlen" oder Wendungen wie ,ich mein das so wie ich es sag') auch wunderbar poetische Aussagen und harmonische Klänge - und dabei die unnachahmliche Stimme "Nenas"! Mitunter vermisse ich freilich die Ausdrucksstärke und Frische, welche bei ihrem frühen englischen Gesang bei The Stripes immer wieder fasziniert. Freilich gibt es auch da Lichtblicke: so erinnert mich (um nur dieses Besipiel zu nennen) das 1983 als erstes Lied auf der LP ,Nena' veröffentlichte Lied ,Kino' stark an The Stripes (man vergleiche die 1984 veröffentlichte englische Fassung ,At The Movies' von Rolf Brendel und Roy Brown!) inhaltlich und melodisch an frühere Songs und könnte fast für ein deutschsprachiges Lied von "Nenas" Einstiegsband gehalten werden! Auch ihr englischer Song ,Hero' (Alternativlink für den Text) vom 1989 erschienenen ersten Solo-Album ,Wunder geschehn' gibt ordentlich 'was auf die Ohren. Doch genug davon, sonst verlaufe ich mich noch (mitten in der Nacht).

In Hagen gründete sich bereits in der ersten Jahreshälfte 1982 die Band Tirami Su, deren Mitglieder teils von The Stripes teils von Lolitas kamen (Klüsener 2018, S. 286 f.). Die Sängerin hieß Katja Rischenau, welche vorher Mitglied der Band Lolitas war (vgl. Klüsener 2018, S. 286, Abb. oben links). Insgesamt erschienen zwei Singles, und zwar zunächst ,Für eine Nacht' (1983, Maxisingle):


Im Jahr 1984 folgte ,Zwei Schritte' - erschienen bei Mercury (ichwillspass.de - abgerufen am 20.3.2019; Küsener 2018, S. 287 f.):


Beide Singles floppten. Offenbar handelt es sich bei diesen Songs um vorher unveröffentlichte Titel, welche ursprünglich für The Stripes vorgesehen waren und von englisch auf deutsch umgeschrieben wurden. Die B-Seite der Single ,Zwei Schritte' heißt ,Heut' hält uns keiner auf' und nennt als Komponisten Frank Becking und Rainer Kitzmann. Die Presse versuchte, die Sängerin als neue "Nena" darzustellen, allerdings erfolglos (Frank Becking - Wikipedia-Artikel - abgerufen am 16.3.2019). Dazu Rainer Kitzmann: „[...] ich [habe] zwei von den Songs genutzt, die eigentlich zu Stripes-Zeiten für eine geplante zweite LP entstanden sind. Ich fand es schade, dass das musikalische Material in irgend einer Schublade verschwinden sollte, und so war ich froh, Katja Rischenau zu treffen. [...] Die Songs wurden nun mit deutschen Texten versehen. Und der Witz ist, dass wir dann mit Tirami Su und Nena in der gleichen Fersehsendung aufgetreten sind: im August 1982 im Musikladen." - „[...] für uns [hat sich] leider niemand interessiert. [...] Danach habe ich die Lust verloren, bin aus der Musik-Szene ausgestiegen und habe angefangen, Wirtschaft zu studieren." (zitiert nach Küsener 2018, S. 287 u. 288)


Eigene YouTube-Playlist zu The Stripes - zum Vergleich ergänzt mit englischen Cover-Songs von Nena:




PLAYING IT AGAIN: AS TIME GOES BY

You can't be twenty on sugar mountain.
(Neil Young, Sugar Mountain)

Should the sand of time run out of you
Don't let it bring you down

(Wings, Don't Let It Bring You Down)



1971

26.09.1971: Die Kapelle Elias Grobschnitt gibt ein Freiluftkonzert im Volkspark. (Wahnbaeck 2018, S. 33 f.)


?.11.1971: Die erste LP (,Lindenberg') von Udo Lindenberg erscheint (gemäß Cover von ,German Rock Scene Vol. IV' von GOVI-Schallplatten, Hamburg (1978).

12.11.1971: Die dritte LP (,Nursery Cryme') von Genesis - aufgenommen im August 1971 - wird veröffentlicht und hat wie die vorherigen Alben zunächst nur mäßigen Verkaufserfolg; die Zeit muß es noch reifen lassen (Genesis-Biographie des Fanclubs; Wikipedia-Artikel).


?.12.1971: Die Kapelle Grobschnitt unterzeichnet bei ,Metronome Records' in Hamburg ihren ersten Plattenvertrag (Wahnbaeck 2018, S. 35, unten).


1972


Frühjahr 1972: Genesis gelingt der Durchbruch in Europa: nach Erfolgen in Belgien (die LP ,Trespass' erreicht hier die Charts-Spitze) und Italien (,Nursery Cryme' auf Platz 4) hat die Gruppe im Januar einen Auftritt in Brüssel und spielt im April gleich dreizehn Konzerte in Italien; auf dem Rückweg gibt sie im Frankfurter Sinkkasten ihr Deutschland-Debüt; zu großer Popularität verhilft der Band eine exzentrische Bühnenshow bzw. die Verknüpfung von Musik und Optik in den Konzerten (Wikipedia-Artikel - Stand: 15.03.2019).


?.04.1972: Das erste Album von Grobschnitt (,Grobschnitt') erscheint bei Metronome Records in Hamburg; aufgenommen wurde es in den Windrose-Dumont-Studios ebenda; nicht nur für Grobschnitt, sondern für ganz Hagen ist die Veröffentlichung eine Premiere, denn es handelt sich um die erste Langspielplatte einer hiesigen Band. (Kühn-Scholz 2018, S. 36, oben/mittig)


16.04.1972: Das Electric Light Orchestra gibt in Croydon (im Süden Londons) sein Live-Debüt. (Deicke & Rausch 1991, S. 228)



1973


Nicht mehr ,Kommune', sondern ,Wohngemeinschaft' heißt das neue Ideal. [...] / Aus dem Lautsprecher dringen die verträumten ,Tubular Bells' von Mike Oldfield, tönen hippieske Folksongs [...] und ländliche, englisch-irische Mythen [...]. Man liebt immer noch den trockenen Rory Gallagher [...]." -„In den Charts läuft Rock 'n' Roll [...]. Suzie Quatro [...] grölt ,Can The Can' und ,48 Crash'. The Sweet beschleunigen mit ,Blockbuster', ,Ballroom Blitz' und ,Hell Raiser' in eine härtere Gangart. [...] Status Quo [...] haben die Akkorde und den Rhythmus entdeckt [...]. [...] 10 CC donnern mit ,Rubber Bullets' auf Platz eins [...]. Elton Johns ,Crocodile Rock' schafft eine Nummer eins in den Staaten [...]. / Und natürlich: Auch braver Kitsch [...]. ,My Love' schluchzt Paul Mc Cartney mit seiner Familienband Wings [...]. Die Carpenters [...] dudeln sich mit ,Top Of The World' an die Top Of The Charts." (Deicke & Rausch 1991, S. 107 u. 108)

Auf dem Gut Jellinghausen bei Ennepetal (Ennepe-Ruhr-Kreis) wird eine Wohngemeinschaft gegründet, um alternative Landwirtschaft und Lebensweise (einschließlich der Musik) zu pflegen (Wahnbaeck 2018, S. 112). Udo Lindenberg gründet in Hamburg mit Gottfried Böttger das Panikorchester.

Februar bis Juli 1973: Klaus Schulze nimmt das Doppelalbum ,Cyborg' auf - mit von der Partie: 1 VCS 3 Synthesizer, 1 Orgel, 1 Perkussion, 3 Kontrabässe, 4 Flöten, 12 Cellos und 30 Geigen (laut Angaben auf dem Cover).

?.07.1973: Das Album ,Alles klar auf der Andrea Doria' von Udo Lindenberg und dem Panikorchester erscheint (und wird dann über 100.000 Mal verkauft ).



1974


Die Sommerhits klingen überall und immer wieder gleich. [...] Terry Jacks | [„kitzelt"] mit ,Seasons In The Sun' die Tränendrüse. Die Rubettes - noch eine streng durchkostümierte Pop-Band - bekleistern ihre Lieder [...]: ,Sugar Baby Love' und ,Tonight' klingen [...] identisch, dennoch [...] zwei Hits. [...] / ,Summerlove Sensation' - die Bay City Rollers werden zur Teenie-Bopper-Spitzenband des Jahres: Eine Truppe wie das Werbekonzept für Schokoriegel. [...] Noch ein Sommerhit [...]: Carl Douglas und ,Kung Fu Fighting'." (Deicke & Rausch 1991, S. 111 f.)


?.02.1974: In Hagen-Haspe entsteht die Prog-Rock-Band Albatros (Krause 2018, S. 116, oben; YouTube-Link zur LP).


30.03.1974: Erster Auftritt von The Ramones in New York. (Deicke & Rausch 1991, S. 218).


?.04.1974: Das zweite Album ,Ballermann' von Grobschnitt erscheint; als Doppellangspielplatte ist es für Hagen wieder eine Premiere; die Feierlichkeiten rund um einen Plattenladen in der Marienstraße sorgen für ein Verkehrschaos in der Hagener Innenstadt. (Wahnbaeck 2018, S. 37, oben)

22.05.1974: Die Diskothek Pink's Place kommt in Hagens Bahnhofsgegend zur Welt (Schülerzeitung ,Die Lupe' in Hagen, Ausgabe 65 vom Mai 1979, S. 29, Anzeige der Disco).


18.11.1974: Das Doppelalbum ,The Lamb Lies Down on Broadway' von Genesis wird veröffentlicht; es gilt bei vielen Fans als künstlerischer Höhepunkt der Schaffensperiode mit dem Gründungsmitglied und Frontmann Peter Gabriel; der Gebrauch verzerrter Instrumente, elektronischer Keyboardsounds und anderer synthetischer Klänge rückt mehr in den Vordergrund (Wikipedia-Artikel - Stand: 15.03.2019).



1975


Lichtblicke des Jahres sind allenfalls Steve Harley & Rockney Rebel (,Make Me Smile') und Queen, die mit ,Bohemian Rhapsody' einen der erfolgreichsten Titel der Siebziger herausbringen [...]. / Der Rest ist Langeweile [...]. / Das kreative Rock-Leben hat sich in die Versenkung zurückgezogen und arbeitet [...] aber dafür mit Spaß, Witz und Rotzigkeit." (Deicke & Rausch 1991, S. 114)


Als mögliche Einnahmequelle entsteht auf dem Gut Jellinghausen die Coverband Roaring Sixties; aus ihr geht später Green hervor, welche eigene Kompositionen darbietet (Wahnbaeck 2018, S. 113). Green wird von Hartwig Masuch gemanaged; dieser fungierte bei Roaring Sixties als Sänger, bevor er im Jahr 1976 The Ramblers gründet und dort Frontmann wird (Wahnbaeck 2018, S. 114). - Siggi Papke gründet den Hagener Folk-Club (Papke 2018, S. 110, unten). Aus der schon einige Jahre bestehenden Gruppe Styx geht Mandrake mit Sitz in Lüdenscheid hervor (Wahnbaeck 2018, S. 82, unten). Der Proberaum befindet sich vorübergehend auf dem Gelände der stillgelegten Brauerei Bettermann in Hagen (Wahnbaeck 2018, S. 83, rechts).

05./07.1975: Aufnahme der englischen Version der Langspielplatte ,Jumbo' von Grobschnitt (Wahnbaeck 2018, S.42, oben).


?.09.1975: Der Film ,Rocky Horror Picture Show' wird uraufgeführt und bleibt zunächst weitgehend unbeachtet (Deicke & Rausch 1991, S. 116 f.).

12.10.1975: The Faces geben - mit Rod Stewart als Leadsänger - auf Long Island bei New York ihren letzten Live-Gig. (Deicke & Rausch 1991, S. 310).



1976


Pink Floyd sind immer noch en vogue; da ist diese Nummer, wo die Autotür zuschlägt und dann eine einsame akustische Guitarre [...] die wehmütige Melodie anstimmt [...]. Die Charts? Ein Supermarkt aus Plastik - Langmähnige und Punks wenden sich gleichermaßen angewidert ab: ,Mamma Mia'!" (Deicke & Rausch 1991, S. 120)


Die Formation The Ramblers wird gegründet - mit The Rolling Stones als Vorbild (Hartwig Masuch - Interview an der Ruhr-Universität Bochum - 17. Nov. 2017).

?.1.1976: Ergänzende Aufnahmen für die deutschsprachige Version der Langspielplatte ,Jumbo' von Grobschnitt (Wahnbaeck 2018, S.42, oben).


10.06.1976: Paul McCartney & Wings geben in Seattle (Boeing-Produktonsstätte in den USA) ein Konzert mit über 67000 Besuchern und stellen dadurch einen Hallenrekord auf (Deicke & Rausch 1991, S. 255).

19.07.1976: Deep Purple geben offiziell ihre Trennung bekannt (Deicke & Rausch 1991, S. 271).


Herbst 1976: I can see you in the morning when you go to school. Don't forget your books, you know you've got to learn the golden rule. (Supertramp, School) - Die sechszehnjährige Gabriele Susanne Kerner ("Nena") hört nicht auf sowas, bricht vielmehr am Ende der elften Klasse ihre Oberschulzeit auf dem Christian-Rohlfs-Gymnasium in Hagen-Haspe ab und beginnt nun eine dreijährige Lehre als Goldschmiedin in Schwelm (Adresse: ,Neumarkt 8`). Während dieser Zeit lernt sie den Hobby-Musiker Stefan Klein (später "Stefan Kleinkrieg" bei Extrabreit) kennen, welcher mit dem selben Zug nach Schwelm zu fahren pflegt; er arbeitet nahebei in dem Kaufhaus ,Kaufhof' als Dekorateur (siehe Stefan Klein bei Schlasse 2018, S. 213, unten; vgl. Schlasse 2017, S. 100, unten).


16.10.1976: Das Duo Ike & Tina Turner (= Annie Mae Bullock) trennt sich nach neunzehn Jahren (Deicke & Rausch 1991, S. 312 u. 333).

22.10.1976: Mit der ersten Single ,New Rose' von The Damned erscheint die erste echte Punk-Platte (Deicke & Rausch 1991, S. 118).

19.11.1976: The Sex Pistols veröffentlichen bei EMI ihre Single ,Anarchy In The UK'. (Deicke & Rausch 1991, S. 330).



1977


Kein Lichtblick im verkaufträchtigen Pop-Business. [...] Allenfalls die neu besetzten Fleetwood Mac (ihre ,Rumours' zählen zu den bestverkauften LPs des Jahres), Stevie Wonder (,Sir Duke'), Eagles (,Hotel California') und Manfred Mann's Earth Band (mit ,Blinded By The Light' [...]) sorgen für ein paar erfrischende Takte Musik. / Oben tut sich noch nichts, aber unten [...]. Ganze Horden stürzen sich 1977 ins Rockgeschäft." - „Kleine Labels schießen aus dem Boden - Gruppen wie The Police bringen ihr Debüt auf eigenene Kosten auf den Markt." (Deicke & Rausch 1991, S. 124)

?.01.1977: Ulla Meinecke und Udo Lindenberg finden als Team zusammen. Aus dieser Zusammenarbeit entsteht U. Meineckes erste LP ,Von toten Tigern und nassen Katzen'; das Stück ,Ex und hopp Mann' erscheint auch auf dem Sampler ,German Rock Scene Vol. IV' von GOVI-Schallplatten, Hamburg (1978).


20.03.1977: Grobschnitt gibt ein Konzert in dem nur etwa achthundert Sitzplätze bietenden Hagener Stadttheater. (Wahnbaeck 2018, S.52, oben)

02.07.1977: Grobschnitt gibt ein Freilichtkonzert im Hohenlimburger Schloß. Als Vorgruppe spielt die Hagener Band Sweet Poison (Wahnbaeck 2018, S.52, mittig).


16.08.1977: Todestag von "The King Of Rock 'n' Roll" Elvis Presley (Deicke & Rausch 1991, S. 123 f.).


?.09.1977: Die achte LP (,Panische Nächte') von Udo Lindenberg erscheint. Sie gilt als das bislang melodischste und vollendetste Album des Deutschrockers. Das wohl bekanntestes Stück daraus ist der Antidrogensong ,Schneewittchen'; dieser erscheint auch auf dem Sampler ,German Rock Scene Vol. IV' von GOVI-Schallplatten, Hamburg (1978), sowie als Live-Version auf der Doppel-LP ,Udo Lindenberg livehaftig' (1979).


?.11.1977: Nach einem Auftritt in Düsseldorf findet die Band The Ramblers zunehmend Interesse bei Medien und Publikum (Frank Becking - abgerufen am 16.3.2019). Die Goldschmiede-Auszubildende Gabriele Kerner wird von Rainer Kitzmann - welcher sie seit drei Tagen aufmerksam beobachtete - im Madison gefragt, ob sie Sängerin bei der Hagener New-Wave-Band The Stripes werden wolle; sie sagt sofort zu (Nena & Thesenfitz 2005, S. 13; Brendel 2014, S. 24/27).


14.12.1977: Der Film ,Saturday Night Fever' mit dem "Frauenheld" John Travolta feiert in New York Weltpremiere. (Deicke & Rausch 1991, S. 343; vgl. ebenda, S. 128).



1978


Spätestens mit ,Saturday Night Fever' und ,Grease' wird Disco zur Lebensart [...]. Weg mit den Turmschuhen: Sonnabend-Nacht werden die hohen Pumps aus dem Schrank geholt [...]." (Deicke & Rausch 1991, S. 129)

?.01.1978: Tangerine Dream produziert in Berlin (Audio Studios) das Album ,Cyclone' (gemäß Cover der LP)

09.01.1978: Die US-Amerikanerin Helen Schneider hat in der Sendung ,Session' des Saarländischen Rundfunks ihr deutsches TV-Debüt (Wikipedia; Stand 2.3.2019).


20.04.1978: „[Im] Fäßchen / 19.30 Uhr {Beginn] / 1,50 DM {Eintritt] / ,Heupferd'" (TK 1978) (teilgenommen)

25.04.1978: „ 19.30 Uhr Info: / LEE BACH / 2 DM" - „2 DM" wurde gestrichen und durch „frei!" ersetzt. (TK 1978) (teilgenommen)

11.05.1978: „HdB" (E/A 1978/79) (teilgenommen)


13.05.1978: „Festival der Jugend [in Dortmund]" (TK 1978) (teilgenommen)


Sommer 1978: Die Gründungsmitglieder von The Stripes finden zusammen; Frank Becking spielt die Gitarre (Brendel 2014, S. 24, oben; vgl. Nena & Thesenfitz 2005).

27.06.1978: „abends ,Augenfete' im Info" (TK 1978)

01.07.1978: „Theaterfete" (E/A 1978/79) (teilgenommen)


04.07.1978: "Cat Stevens" Steven Demetre Georgiou schwört der Musik ab, wird Moslem und nennt sich ab jetzt ,Yusuf Islam'. (Deicke & Rausch 1991, S. 265; Westfalenpost Nr. 164 vom 16.07.2008, S. PWC1_neu).


22.08.1978: „abends Oldiefete im Info" (TK 1978)

?.09.1978: Grobschnitt veröffentlicht die LP ,Solar Music Live', welche auf einem Konzert vom 8.4.1978 in Mülheim an der Ruhr basiert. Dieses Live-Album gilt als bedeutendstes Werk der Band (Wahnbaeck 2018, S.53, mittig).

Ende 1978: Stefan "Kleinkrieg" Klein aus Hagen-Emst gründet mit dem Liedermacher Horst Werner Wiegand die deutschsprachige Punkrockband Extrabreit (Biographie der Band bei ichwillspass.de).

11.10.1978: Auftritt von The Ramblers und Altenativcasanova[s] im Kino Lichtburg an der Moltkestraße in Wehringhausen (Wahnbaeck 2018, S. 134, Plakat-Abb. links oben).

19.10.1978: „[Im] Fässchen / zwei Straßenmusikanten / 1,50 DM 20 Uhr" (TK 1978)

22.10.1978: Hitparade mit "Dieter Thomas Heck" (Carl-Dieter Heckscher) in der Ischelandhalle (später: "Enervie-Arena"); er selbst gibt Songs von Hans Albers zum Besten (das ,Fliegerlied' ist wohl nicht dabei); außerdem treten auf: Bernhard Brink (,Alles braucht seine Zeit'), Gebrüder Hoffmann und Hoffmann (,Himbeereis zum Frühstück', ,Rose of Cimarron'), Jürgen Drews (,Ein Bett im Kornfeld', ,Wir zieh'n heut' Abend auf's Dach'), Roland Kaiser (,Sieben Fässer Wein', ,Zieh' Dich nicht aus, Amore mio'), "Roy Black" Gerd Höllerich (,Eine Rose schenk' ich Dir', ,Ganz in Weiß'), Siw Inger (,Hey, nur nicht drängeln, junger Mann', ,Värmeland, du schönes Land') und Tony Holiday (,Tanze Samba mit mir'). (N.N. 1978 a; N.N. 1978 b) (teilgenommen)

04.11.1978: Am Vormittag war ich „im Volkspark, wo die Gruppe ,Funny Revival' Rock 'n' Roll spielte." (eigene Tagebuchaufzeichnungen, Einzelblatt-Ordner, zu diesem Tag)


09.11.1978: Im Ratinger Hof zu Düsseldorf spielt die Punk-Band Wire ein Konzert, welches die regionale Musikszene stark beeinflußt; die Mitglieder der Jazzrock-Formation You, welche in einer Wohngemeinschaft im Gasthof ,Grün In' in Gevelsberg-Silschede (Ennepe-Ruhr-Kreis) leben, beginnen bald damit, ihren Stil in Richtung New Wave umzuorientieren; die Band ändert ihren Namen in Deutsch Amerikanische Freundschaft - abgekürzt DAF (Wikipedia-Artikel zur Band Mau Mau - abgerufen am 17.03.2019).


12.11.1978: „Otto[ Waalke]s Show" „in der Ischelandhalle" (eigene Tagebuchaufzeichnungen, Einzelblatt-Ordner) (als Helfer teilgenommen)

16.11.1978: „20 Uhr [Im] Fässchen / Blues 1,50 [DM]" (TK 1978) (teilgenommen)

08.12.1978: Im Rahmen der WDR-Rockpalast-Konzerte in der Dortmunder Westfalenhalle erreicht die Gruppe Grobschnitt den 1. Platz unter den beliebtesten Rockpalast-Livebands des Jahres 1978 (Rockpalast-Archiv - abgerufen am 21.3.2019; Wahnbaeck 2018, S. 56 f.).
11.12.1978: in Hagen-Haspe (Jugendzentrum) „im Disco-Keller [...] Rockmusik" (Tagebuchaufzeichnungen, Einzelblatt-Ordner, zum 11.12. 1978) (teilgenommen)

21.12.1978: Die Band The Stripes mit Frontfrau "Nena" (ihr erster Auftritt) spielen an diesem Donnerstag im Hasper Jugendheim im Rahmen eines kleinen Festivals (Nena & Thesenfitz 2005, S. 19 f.). Aus meinen Tagebuch-Aufzeichnungen (hier: Einzelblatt-Ordner) zu diesem Tag: „Am Abend ging ich nach Haspe, wo die Rockgruppe ,Condor' spielte. Gegen 22 Uhr war ich im Bett."- (teilgenommen; vgl. E/A 1978/79: „1 DM [für den Eintritt in] Haspe")


1979


Plötzlich werden die Hitparaden mit einer neuen Welle durchgespült [...]. Der Rock-Pöbel drängt aus den Clubs und Kellern, nachdem die Punks gezeigt haben, wo es langgeht - und plötzlich ist alles machbar. [...] / Für die Altstars bleibt zwar Platz in den Charts: Britscher Spitzenreiter des Jahres ist Art Garfunkel mit ,Bright Eyes' - aber die neuen Musiker kommen. Sie haben kurze Haare [...] | [...]. Sie tragen Anzüge oder Lederjacken, bonbonbunte Hemden oder zerrissene T-Shirts [...]. [...] Üppige Haarpracht als stille Provokation Altvorderer hat ihre Wirkungskraft verloren." (Deicke & Rausch 1991, S. 131 f.)

In dem 1979 erscheinenden Album ,Stormwatch' zeigt Jethro Tull, daß auch in dieser zuletzt der Folkmusik nahestehenden Rockband die Politik zunehmend eine textliche Rolle spielt; so wird hier die Ölförderung in der Nordsee kritisiert.


Das zweite Album (,Streetheat') von The Ramblers erscheint (Wahnbaeck 2018, S. 20, Abb. der Themenwand). Die Prog-Rock-Band Albatros aus Hagen-Haspe veröffentlicht in Eigenregie ihre erste LP ,Garden Of Eden' (Krause 2018, S. 116, oben; YouTube-Link zur LP). Gabriele Kerner und Rolf Brendel werden ein Paar; diese Beziehung wirkt sich auch auf die gemeinsame Musik aus ("Nena" spielt zeitweise auch Schlagzeug), und sie hält allen Höhen und Tiefen bis 1987 stand.


Frühjahr 1979: Helen Schneider unternimmt eine 14-Städte-Tournee durch Österreich, die Schweiz und Westdeutschland; dabei wird in Hamburg ihr Live-Debütalbum ,Helen Schneider - ein Mädchen aus New York' aufgezeichnet (es erscheint gemäß Cover offenbar noch im selben Jahr), und das in diesem Zusammenhang entstandene Fernsehspiel ,Ein Mädchen aus New York' erregt als Deutschlands Beitrag zum Filmwettbewerb in Montreaux Aufsehen in ganz Europa (Münstersche Zeitung vom 1.9.1981). In Berlin entsteht die Band Neonbabies mit den Schwestern Annette und Inga Humpe aus Herdecke (Ennepe-Ruhr-Kreis) als Gründungsmitglieder; sie wird ein fester Bestandteil der Berliner Musikszene und dort bald nahezu kultartig verehrt.


16.01.1979: „19.30 [Uhr Beginn im] Info / Rudolf Steffen spielt Synthesizer" (TK 1979) - Auch [Synthi-]Rudi hat es festgestellt: Hagen ist die Szene der Welt!" (Sperrmüll, Für Rudi, 1982)

27.01.1979: „3 DM Eintritt [für die Band] Aragon" (E/A 1978/79; nach meiner Erinnerung war der Gig in der Kronenburg; teilgenommen)

03.02.1979: „Hans Keller Gruppe spielt im Info / [Beginn] 19 Uhr / [Eintritt] 3 DM" (TK 1979) (teilgenommen, Fotos)


07.02.1979: Die Deutsch Amerikanische Freundschaft (DAF) gibt ihr Debüt-Konzert im Ratinger Hof zu Düsseldorf (Wikipedia-Artikel zur Band Mau Mau - abgerufen am 17.03.2019); DAF gilt als Pionier und Inspirationsquelle für die Genres Electropunk, Electronic Body Music und Techno (Wikipedia-Artikel zur Band Deutsch Amerikanische Freundschaft - abgerufen am 17.03.2019).


08.02.1979: „abends HdB: The Bully Wee Band" (TK 1979)

13.02.1979: „Christof Stählin / im Info abends / angeblich etwas Besonderes" (TK 1979; das zugehörige Plakat ist auf dem Foto vom 3.02.1979 aus dem "Info" mit der Hagen-Keller-Gruppe zu sehen). C. Stählin (* 18.06.1942 in Rothenburg ob der Tauber; † 09.09.2015 in Hechingen) ist Schriftsteller, Liedermacher, angesehener Kabarettist und seit 1970 auf Tourneen mit eigenen Liedern und Texten unterwegs.

20.02.1979: „Klassik-Abend im Info / Eintritt 2 DM" (TK 1979).

26.02.1979: „Rosenmontag / 16 Uhr Sockenball [in der Ischelandhalle]" (TK 1979; vgl. E/A 1978/79 - teilgenommen).

03.03.1979: „Tornados im Info / 3 DM / abends" (TK 1979). Dazu Siggi Papke vom Hagener Folk-Club (Papke 2018, S. 111, mittig): „die legendären Drei Tornados - das Politkabarett aus Berlin" (teilgenommen).

12.04.1979: Folkabend im "Fäßchen" (teilgenommen).

24.04.1979: Erster öffentlicher Auftritt von Extrabreit als Vorgruppe bei einer Veranstaltung in der Kaufmannsschule in Hagen (Rückblick von Stefan Klein - Stand: 24.3.2019).

15.05.1979: „abends Info-Fete" (TK 1979).

24.05.1979: Folkabend im "Fäßchen" (teilgenommen, Fotos).

26.05.1979: Bei der Schulentlassungsfeier für die Abiturienten des Fichte-Gymnasiums spielt (gemäß Programm-Übersicht) die Gruppe Lightning (eine Schülercombo) ein ,Rock 'n' Roll Medley' (teilgenommen).

07.06.1979: „abends Liederjan [im Haus der Begegnung]" (TK 1979) (teilgenommen, Fotos).

08.06.1979: „Kinderfest -> Abschlußfete der Helfer [im Informationszentrum]" (TK 1979) (teilgenommen, Fotos).

20.06.1979: Im Zentrum der Ereignisse des Jahres 1979 stand für mich - der ich ja in der zweiten Hälfte schon vorwiegend in Münster lebte - das Freiluftfestival ,Mit Rock in die Ferien' - das erste seiner Art in Hagen (teilgenommen, Fotos). - Auf dem zugehörigen Plakat (in Farbe abgebildet bei Wahnbaeck 2018) wird als erste Gruppe Extrabreit genannt, was insofern interessant ist, als der Zeichner des Plakats - Kay Oliver Schlasse - erst anläßlich des Stadtteilfests in Wehringhausen im Herbst singendes Mitglied dieser "Truppe" werden sollte. Im Progamm steht die Band nur an neunter Stelle:
EU/D/NW/HA/19790xxx_Plakat_EU_D_NW_HA_19790620_RockInDieFerien_(Kay-OliverSchlasse)_SW_0647x0900
Plakat zu ,Rock in die Ferien' anno 1979 - Ort: Konzertmuschel im Volkspark (Zeichner: Kay O. Schlasse).

25.06.1979: Mit ihrer zweiten Single ,Kids Are Back to Rock 'n' Roll' tritt die Band The Ramblers in der von Ilja Richter moderierten ZDF-Sendereihe ,Disco' auf (Frank Becking - Wikipedia-Artikel - abgerufen am 16.3.2019; vgl. Wahnbaeck 2018, S.20, Abb. der Themenwand, u. S. 124, oben).

03.08.1979: Angeblich erster öffentlicher Auftritt von THe Stripes mit Gabriele Susanne Kerner als "Nena" im Hasper Jugendzentrum bzw. Haus der Jugend Haspe (gemäß Artikel von Jens Strubbe vom 17.2.2010 bei wp.de). Ein "kürzlicher" Auftritt wird auch in zeitgenössischen Quellen (September 1979) erwähnt, allerdings - soweit mir bekannt - ohne Datum.

29.08.1979: Der WDR zeichnet in Köln eine Liveshow von The Ramblers für die Sendereihe ,Rockpalast' auf (Rockpalast-Archiv - abgerufen am 21.3.2019; Frank Becking - Wikipedia-Artikel - abgerufen am 16.3.2019).

13.09.1979: „20 Uhr HdB / Thommie Bayer / 4 DM" (TK 1979).

29.09.1979: „[Wehringhausener] Stadtteilfest [auf dem] Wilhelmsplatz" (TK 1979) mit erstem Auftritt von Kay Schlasse ("Kai Havaii") als Frontmann von Extrabreit; auf dem von ihm entworfenen Plakat (Abb. bei Havaii 2017, Tafelteil nach S. 160, u. Wahnbaeck 2018, S. 173) schrieb er: „SCHNALLT EUCH SCHON MAL AN!" (Fotogalerie vom "Ex-Hometowner" Peter zu Soest zum Gig der Band - Stand: 24.3.2019).

Ende des Jahres 1979: "Nena" Kerner beendet ihre Lehre in Schwelm; die erste Single von The Stripes namens ,Ecstasy' erscheint bei der Plattenfirma CBS (Wahnbaeck 2018, S. 124, unten; Wikipedia - Stand: 13.02.2019 - dort genannte Quelle: discogs.com).

04.10.1979: „Wild Geese / HdB 20.00 / 3,50 DM" (TK 1979).

23.10.1979: ,Wann hört dieser Wahnsinn endlich auf?' - Extrabreit gibt ein Konzert und füllt damit eine Musikcassette (,Rock aus Wehrdichhausen' - Stand: 20.3.2019), welche in kleiner Auflage im Eigenvertrieb unter die Leute kommt und so in einschlägigen Kreisen für Aufmerksamkeit sorgt (Biographie der Band bei ichwillspass.de - Stand: 20.3.2019). Mit von der Partie ist "Gabi Lappen" Gabriele Lambrecht, welche das Piano bedient und sonst mit ihren Geschwistern und Sybille Hahn die Band Kein MenscH! (Wikipedia-Artikel, abgerufen am 20.3.2019) betreibt.

26.10.1979: „20.00 Info / Rock - Jazz (Rockomotive)" (TK 1979).

09.11.1979: Auftritt von Extrabreit in der Kronenburg (Schlasse 2018, S. 204 f.).

31.12.1979: Die Silvesternacht ins letzte Jahr des 1970er Jahrzehnts 1980 mit Extrabreit aus Hagen, Hans-A-Plast aus Hannover und der Quietschboys Revival Band aus Bochum im Haus Waldfrieden in Hagen-Fley endet im Chaos - Stefan "Kleinkriegs" Kommentar (nach "Kai Havai"): So sind sie halt, die Kinder (Schlasse 2018, S. 205, mittig).


1980


Die Rocklandschaft ist im Aufbruch - auch in Deutschland. Unvermeidlich nach dem Herüber-|schwappen der britischen ,New Wave' formiert sich auch eine ,Neue Deutsche Welle'. Ganz oben auf dem Haufen kräht Nina Hagen, Ziehkind Wolf Biermanns [...].[...] Inzwischen hat die schrille Diva ihre Musiker entlassen [...]. [...] In der Bundesrepublik entsteht eine Selfmade-Szene aus Heimstudio-Tüftlern, winzigen Labels [...] und unbändiger Kraft. Selbst Superseller wie Ideal begannen ihre Karriere mit einer selbstproduzierten Single [...]." (Deicke & Rausch 1991, S. 137)


Die dritte LP ,Strange Life' von The Ramblers erscheint bei CBS (Frank Becking - Wikipedia-Artikel - abgerufen am 16.3.2019). Die zweite Single ,Strangers' von The Stripes wird veröffentlicht (Wikipedia - Stand: 13.02.2019). Die erste LP ,Ihre größten Erfolge' von Extrabreit erscheint (wochenkurier Hagen vom 29.8.2018, S. 16). Es enthält 13 "Alltagshymnen", darunter ,Hart wie Marmelade', ,Lottokönig', ,Sturzflug' und ,Junge, wir können so heiß sein', findet aber zunächst nur wenig Interesse (Kurzbiographie der Band).

Frühjahr 1980: Frank Becking, Hartwig Masuch, Rolf Brendel und Wolfgang "Hunter" Jäger musizieren bei The Blue Boys (Wahnbaeck 2018 S. 136, zur Abb. oben rechts, u. S. 137, zu den 2 Abb. oben).

06.03.1980: „[Im] Fäßchen Folk / deutsch[e] + amerik[anische] Lieder / 1,50 [DM Eintritt]" (UT 1980).

20.03.1980: „[Im] Fäßchen / linke Lieder / 1,50 DM" (UT 1980).

01.04.1980: „Info / Jubiläum / 4 Jahre" (UT 1980).

03.04.1980: „20 Uhr [Im] Fäßchen / Folkrock / 2,- [DM Eintritt]" (UT 1980) (teilgenommen, Fotos).

?.4.1980-?.7.1980: Aufnahme der Langspielplatte ,The Stripes' im Studio Hiltpoltstein; anschließend Aufnahme and Mix in den Hotline Studios zu Frankfurt am Main (Angaben auf dem Plattencover).

14.+15.05.1980: Amateur-Rockfestival in der Diskothek Madison; für die Endrunde qualifizieren sich Streamliner, Stainless, Emozion, Just For Fun, Touch, Die Helden, 007 und The Blue Boys (Wahnbaeck 2018, S. 136, zur Abb. oben rechts).

03.06.1980: Auftritt von The Stripes mit dem Song ,Ecstasy' in der ,Plattenküche' des Westdeutschen Rundfunks (ohne Ankündigung auch hier) (Brendel 2014, S. 38, oben/mittig). Auf Grund eines in die Sendung eingebauten albernen Sketches und eines durch den Zensor eingeblendeten Gemäldes - welcher den kompletten Anblick einer (damals sehr angesagten) Tanzbewegung "Nenas" verhindert - kommen Band und Tanzgruppe bedauerlicherweise nicht angemessen zur Geltung. In der Sendung treten noch Hot Chocolate (mit ,No Doubt About It') und Marius Müller-Westernhagen (,Lady') auf (Brendel 2014, S. 38, mittig).

?.06.1980: Zweites Freiluftfestival ,Mit Rock in die Ferien'; dieses Ereignis fand auf dem Goldberg (im Hagener Stadtwald statt) - wieder eine Premiere!


Herbst 1980: Helen Schneider und Udo Lindenberg beginnen eine große gemeinsame Deutschland-Tournee (Münstersche Zeitung vom 1.9.1981).


01.9.1980: The Stripes beginnen „pünktlich zum Erscheinen ihrer ersten Langspielplatte" eine Tournee, welche bis zum Jahresende dauern soll (Flugblatt des WM Musikverlags, abgedruckt bei Wahnbaeck 2018, S. 151, rechts oben).

?.12.1980: Der Bassist Wolfgang Jäger verläßt nach zwei Monaten Mitgliedschaft The Stripes und wechselt zu Extrabreit.

08.12.1980: ,Die Rocknacht' in der Fritz-Steinhoff-Gesamtschule in Hagen-Helfe findet - fast pünktlich zum Nikolaus - mit den Gruppen Extrabreit, Lamain, The Ramblers und The Stripes statt (Wahnbaeck 2018, S. 144, Abb. oben und unten: The Stripes; Faksimile des zugehörigen Flugblatts ebenda auf S. 156, oben).


1981

Eröffnung der neuen Hagener Stadthalle am Ausgang des Wasserlosen Tals. Diese wird - im Gegensatz zur Vorgängerin, welche man dreißig Jahre zuvor schlicht "platt machte" - salopp gehegt und suffig gepflegt: Karneval ja, Rockiges nein. Erst im ausgehenden Folgejahr darf dort eine Rockband auftreten. Die Electronic-Music-Band Kein MenscH! veröffentlicht ihre erste Single ,Kein MenscH!' auf dem Hagener Independent Label Tonträger 58 (Lambrecht & Hahn 2018, S. 298 f.).

16.02.1981: The Stripes präsentieren in der von Ilja Richter moderierten ZDF-Sendung ,Disco' (bzw. ,Disco '81') den Titel ,Tell Me Your Name' (wochenkurier Hagen vom 29.8.2018, S. 16; Frank Becking - Wikipedia-Artikel - abgerufen am 16.3.2019; vgl. Wahnbaeck 2018, S. 156). Nach Rolf Brendel wurde des Sendung am 14.02.1981 aufgezeichnet; mit von der Partie seien Abba, Bonnie Tyler und Claus Mathias gewesen (Brendel 2014, S. 38, mittig).

?.03.1981: Die LP ,Illegal' von Grobschnitt erscheint; der finale Mix fand bei "Erke" ("Eroc") Joachim H. Ehrig in der Pelmkestraße zu Hagen-Wehringhausen statt (Wahnbaeck 2018, S. 62, unten). Eine Autogrammstunde von Extrabreit im Kaufhaus Quelle gegenüber dem Stadttheater Hagen endet in einer Massenplünderung der Plattenabteilung (Wahnbaeck 2018, S. 225 f.).

11.07.1981: Zweite Hagener Folk-, Pop- & Blues-Nacht in der Fritz-Steinhoff-Gesamtschule in Hagen-Helfe (Faksimile von Ausschnitten der Ankündigung per Flugblatt bei Papke 2018, S. 110, oben).


?.08.1981: Die Single ,Rock ’n’ Roll Gypsy' von Helen Schneider erscheint und landet in der 8. Woche auf den ersten Platz in den schweizer und in der 26. Woche auf Platz 6 der deutschen Charts (Wikipedia; Stand 2.3.2019).


?.10.1981: Die zweite LP ,Welch' ein Land - was für Männer' von Extrabreit erscheint (wochenkurier Hagen vom 29.8.2018, S. 16).


?.10.1981: Der 1980/81 bei der Bavaria in München (einer Tochtergesellschaft des Westdeutschen Rundfunks) gedrehte Film ,Das Boot' von Wolfgang Petersen - mit der bewegenden Musik von Klaus Doldinger und dem Film-Debüt von Herbert Grönemeyer - kommt in die deutschen Kinos. Er gilt bald - außer bei Kritikern - als bester Film Nachkriegsdeutschlands, kommt 1985 als Langfassung sechsteilig in's Fernsehen und wird 1996 von der Columbia als "Director's Cut" neu herausgebracht (Kommentar-Untertitel und Cover der DVD).



1982

Da [= als er 1982 nach Hamburg zog (D.R.)] war für mich schon klar, dass sich die ganze Szene in Hagen auflöste: Nena war nach Berlin gezogen[,] und Extrabreit stürzten mit dem Niedergang der Neuen Deutschen Welle relativ schnell ab." (Hartwig Masuch bei Wahnbaeck 2018, S. 133, unten) - Die Band Caprifischer wird gegründet, bestehend aus befreundeten Hagener Musikern; zur Besetzung gehören neben Frank Becking Rainer Kitzmann (Gitarre), Uwe Himmelrath (Bass; *23.05.1957 - †27.04.2010), Helmut Voigt (Schlagzeug) und die Sängerin Heike Grumpe. Es bleibt bei nur einer LP (,Caprifischer') (Frank Becking - Wikipedia-Artikel - abgerufen am 16.3.2019). In Hagen wird nach ,Alles aus Hagen' ein zweiter Sampler unter dem Plattenlabel ,Tonträger 58' veröffentlicht: ,stars auf 58' (Wahnbaeck 2018, S. 185).

Anfang 1982: Die Band The Stripes löst sich auf; deren Frontfrau "Nena" und der Drummer Rolf Brendel ziehen gemeinsam nach Berlin. "Nena" beginnt im Büro des Photographen "Jim Rakete" zu arbeiten, kümmert sich um die Fanpost von Spliff und lernt so, wie deren (weibliche) Fans ticken: Ich habe heute nichts versäumt, denn ich habe nur von dir geträumt. (Ähnliches konnte ich bei Fans anläßlich der ,Hitparade' am 22.10.1978 erfahren.) Reinhold Heil und Manne Praeker von Spliff beginnen, die neugegründete Band Nena bzw. deren Platten zu produzieren.

?.01.1982: „Gastspielreise ('...von 0 auf 58') im Januar 82 mit: Kein MenscH! * betamax * No Names * X-Quadrat u.a." (Cover der LP ,Alles aus Hagen' - discogs.com-Artikel, abgerufen am 20.3.2019; vgl. Wahnbaeck 2018, S. 185):


?.02.1982: „Auf den "begrünten" Verkehrsinseln in HOMETOWN [= Hagen in Westfalen] stecken die ersten Schneeglöckchen ihren Hals aus dem abgasgrauen Schnee und im "Eisenbahnerhäuschen" in der Sedanstrasse – gleich hinter dem Güterbahnhof - wird bei gewohnt kräftiger Lautstärke für die "Levis-Tour" geprobt, die im März beginnen soll." ("Kurt Grosskurt"/"Kai Havaii" Kay-O. Schlasse: Die EXTRABREIT-Story, Teil 42; vgl. das eingangs abgebildete Ticket!)

?.04.1982: Von Grobschnitt erscheint bei Metronome das im Studio The Shed zu Sprockhövel (Ennepe-Ruhr-Kr.) bereits im Sommer 1981 aufgenommene Studioalbum ,Razzia'; damit stellt die Band endgültig auf deutsche Texte um, wenn man von dem 1975 erschienenen Album ,Jumbo' absieht, zu dem 1976 eine deutsche Fassung nachgereicht wurde; das ausgekoppelte Lied ,Wir wollen leben' wird eine Art Hymne der Ökologie-Bewegung und erreicht noch im Jahr 1982 Platz 1 der Schlagerrallye des Radiosenders WDR2 (babyblaue-seiten.de - abgerufen 8.4.2019)

?.05.1982: Die erste Single ,Nur geträumt' (Artikel von Wikipedia - abgerufen am 16.3.2019) der neuen Band Nena von Gabriele Kerner - aufgenommen in den Berliner Spliff-Studios - erscheint, bleibt aber zunächst unbeachtet (Nena-Artikel von Wikipedia - abgerufen am 16.3.2019).

28.+29.05.1982: Zweitägiges Fernsehfestival ,Rockpop in Concert' in Dortmund mit BAP, Extrabreit, Hubert Kah, Ideal, Spider Murphy Gang und UKW (Schlasse 2018, S. 255, unten).


01.06.1982: Die im Oktober 1981 gegründete Band Mau Mau aus Gevelsberg-Silschede (Ennepe-Ruhr-Kreis) tritt in der Berliner Music Hall als Begleitband des Performance-Künstlers Wolfgang Luthe aus Hagen auf (Klüsener 2018, S. 284 f.); Artikel ,Mau Mau (Band)' von Wikipedia - abgerufen am 17.3.2019).


?.07.1982: Die dritte Langspielplatte von Extrabreit wird „Abgemischt im Union-Studio / München von MACK, Juli 82 [...] Besonderer Dank gilt: [...] allen Bewohnern von Markt Hiltpol[t]stein für die Nacht vom 6. auf den 7. Juli 82" (so auf der betexteten Plattenhülle). Von dieser Nacht - „Superhelden rasen" (vgl. Havaii 2017, S. 194 - 198) - werden wohl spätere Generationen noch zu erzählen wissen!

21.08.1982: Die Ausstrahlung ihres am 17.8. aufgezeichneten Auftritts im ARD-,Musikladen' von Radio Bremen (siehe dazu Brendel 2014, S. 88 f.; vgl. Nena-Artikel von Wikipedia - abgerufen am 16.3.2019) bringt der neuen Band Nena den kommerziellen Durchbruch:

Über 38000 verkaufte Singles ,Nur geträumt' allein am darauf folgenden Werktag! Für deren Plattenfirma CBS bedeutet dies einen neuen Verkaufsrekord (Artikel ,Nur geträumt' von Wikipedia - abgerufen am 16.3.2019). Nena ist nicht die einzige Band mit Hagener Wurzeln, welche in dieser Sendung ihren Auftritt hat. Grobschnitt spielt ,Wir wollen leben' (Kühn-Scholz 2018, S. 84, oben), und Tirami Su - die Sängerin heißt Katja Rischenau - ist mit ,Zwei Schritte' vertreten - dieser Newcomer findet allerdings kaum Interesse (Klüsener 2018, S. 287 f.).

Herbst 1982: Die dritte LP ,Die Rückkehr der phantastischen Fünf' von Extrabreit erscheint; das Album schließt die Trilogie der Extrabreit-Frühwerke mit Nummern wie ,Kleptomanie', ,Superhelden', ,Kokain', ,Komm nach Hagen' und ,Duo Infernal' (mit Marianne Rosenberg) ab (Kurzbiographie der Band - abgerufen am 16.3.2019).

13.09.1982: Die Band Nena erreicht erstmals eine Platzierung in den deutschen Plattenverkaufslisten: die Single ,Nur geträumt' erreicht Platz 2 der deutschen Singlecharts (Nena-Artikel von Wikipedia - abgerufen am 16.3.2019), und noch im September 1982 gibt es für die Band die erste Goldene Schallplatte (Artikel ,Nur geträumt' von Wikipedia - abgerufen am 16.3.2019).

04.11.1982: Erster Auftritt von Grobschnitt in der Hagener Stadthalle (N.N. : ,Heimspiel' für Grobschnitt, in: Westfalenpost Hagen Nr. 258 vom 5.11.1982, S. HA3; Wahnbaeck 2018, S. 65, unten, dazu Faksimile des WP-Artikels oben rechts).


17.12.1982: The Who spielen in Toronto (Kanada) das letzte Konzert ihrer Abschiedstour (Deicke & Rausch 1991, S. 344).



1983

Die bereits totgesagten Ton, Steine, Scherben spielen - nach dem Einsteg von Claudia Roth als Tourmanagerin - ein Unterstützungskonzert für den Hagener Folk-Club in der Fritz-Steinhoff-Gesamtschule zu Hagen-Helfe (Papke 2018, S. 111, unten). Die Hagener Band Tirami Su veröffentlicht ihre erste Single ,Für eine Nacht' (ichwillspass.de - abgerufen am 20.3.2019).

?.01.1983: Als zweite Single der Band Nena wird der Titel ,99 Luftballons' (Artikel von Wikipedia - abgerufen am 16.3.2019) veröffentlicht; der Song gelangt Ende März 1983 auf Platz 1 der Verkaufslisten in Deutschland (ebenda) und entwickelt sich ab Dezember 1983 auch weltweit zu einem Megahit (Nena-Artikel von Wikipedia - abgerufen am 16.3.2019). Der Titel bleibt allerdings "Nenas" einziger Hit außerhalb Europas (Artikel von Wikipedia - abgerufen am 16.3.2019).

04.01.1983: Die erste LP (Studioalbum) ,Nena' der Band Nena erscheint bei CBS; sie wurde im Studio der Formation Spliff in Berlin aufgenommen (Artikel ,Nena (Album)' von Wikipedia - abgerufen am 16.3.2019); innerhalb kürzester Zeit gelangt sie auf Platz 1 der LP-Charts in Deutschland, und Ende April 1983 gibt's dafür prompt eine der seltenen Platinplatten (Artikel ,Die Biografie von Nena' von musik-charts.net - abgerufen am 16.3.2019).

04.02.1983: Start der Kinokomödie (mit Musik und Sketchen) ,Gib Gas, ich will Spaß', in dem neben "Nena" der NDW-Star "Markus" (Markus Mörl) und - in einer kleinen Nebenrolle als "Ordnungsmacht" - die Band Extrabreit auftreten (Artikel ,Gib Gas – Ich will Spaß' von Wikipedia - abgerufen am 16.3.2019).


02.03.1983: Die Plattenfirmen Sony, Philips und Polygram stellen die Compact Disk (CD) vor (Deicke & Rausch 1991, S. 205).

Sommer 1983: 'S is wieder Sommer, Sommer in der Stadt (Spider Murphy Gang, Sommer in der Stadt):

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Sommerfest auf dem Coubertinplatz im Außengelände des Olympiaparks zu München (Foto: Detlef Rothe - 24. Juli 1983).

Hab' 'nen Luftballon gefunden
Denk' an dich und laß' ihn fliegen

(Nena, 99 Luftballons;
Text von Carlo Karges)




FAZIT

Einfach vorbei. Und es gab nichts zu trauern."
("Nena", Willst du mit mir gehn = Nena & Thesenfitz 2005, S. 24, mittig)



Allein schon ein Blick in die Chronik 1971 - 1983 zeigt, auf welch' ausgedehnter Ebene und auf welch' hohem Niveau die in Hagen präsentierten Musikdarbietungen des ausgehenden 1970er Jahrzehnts beruhen. Daß aus der positiven Grundstimmung jener Zeit eine gewisse Kreativität erwuchs, welche nach mehr Gehörtwerden, Vervielfältigung und Anerkennung strebte, wird kaum noch irgendjemand verwundern. Dieses nach Fortschritt drängende Phänomen ist allerdings keineswegs nur eine Angelegenheit der Musikszene. Auch im wissenschaftlichen Bereich - etwa in der Archäologie und Speläologie - gab es ähnliche Bestrebungen. Nach anfänglichen Erfolgen und gewährter Unterstützung verlief das Große und Ganze (vermittelt etwa im Hagener Heimatbund und diversen Kunst- und Literaturforen) allerdings im Fortschreiten des 1980er Jahrzehnts zunehmend im Sande. Heute muß man mitunter schon tief graben, um die Relikte jener großen Zeit zurück an's Licht zu holen! Bei aller Bewunderung für die "musikalische Zeit" sollte nicht vergessen werden, daß manch' erfolgversprechendes "Unternehmen" wie das von The Stripes auch scheitern konnte, da es in Hagen schlicht an den richtigen Managern fehlte. Hätte es nicht in Frankfurt am Main einen gewissen Andreas "Andy" Kirnberger gegeben (siehe Nena & Thesenfitz 2005, S. 24 f.), wäre aus "Nena" kein nationaler Popstar geworden. Hätte es für The Stripes eine angemessene Förderung gegeben (und wäre man dem Englischen treu geblieben), würde sich aus dieser Band vielleicht ein internationaler Shooting Star ergeben haben - Grobschnitt und The Ramblers hatten da um 1980 schon etwas angedeutet, wohin die Reise hätte gehen können! Diese Reise hat dann Extrabreit unternommen, auch wenn hier natürlich wegen der bevorzugten Muttersprache wie bei Nena ein gewisser geographischer Rahmen blieb. Die Neue Deutsche Welle verebbte - die Musik-Szene an sich blieb international. Und Hagen? Hagen verpaßte seine Chance auch hier.





IT'S ALL OVER NOW - SO: BACK TO THE ROOTS


And then one day you find ten years have got behind you
No one told you when to run, you missed the starting gun
And you run and you run to catch up with the sun, but it's sinking
And racing around to come up behind you again

(Pink Floyd, Time; Text von Roger Waters)



Heutzutage nehme ich gerne Gelegenheiten zur Rückbesinnung auf die sagenhaften Siebziger wahr, in dem ich Bücher über diese Zeit lese und Musik dieser experimentalen Phase höre; auch der eine oder andere Film (auf der "Mattscheibe" oder bloß in meinem Kopf) trägt zu einer gewissen nostalgischen Grundstimmung bei. Hin und wieder mache ich mich auf den Weg und suche alte "Brennpunkte" auf, aber nicht zu häufig, denn Enttäuschungen sind da beinahe schon "vorprogrammiert".

Abschließend eine kleine Empfehlung: als Bildergalerie habe ich zwei Wanderungen vom Januar 2019 auf den Spuren von Extrabreit, Grobschnitt, Nena, The Ramblers und den WM Musikverlag (von U. W. Wiehagen und H. Masuch) bei Facebook veröffentlicht:
06.01.2019 Homegrown-Tour + 19.01.2019 Homegrown II

Ergänzend dazu ein kleiner Film vom 9. Februar 2019:


Hin und wieder nehme ich auch in anderen Bildergalerien des "Wintersemesters" 2018/19 Bezug auf Ereignisse vor immerhin vier Jahrzehnten. Ich hoffe, daß ich Sie nicht gelangweilt habe und danke für Ihre Aufmerksamkeit!



KOMMENTARE

Da sich meine Erinnerungen und Notizen zur Musik- und Kneipenszene im "Bermudadreieck" Hagens nahezu auf den Zeitraum 1978 bis 1981 beschränken, bin ich für "Leserbriefe" und andere Stellungnahmen aus dem Kreis der "Dazugehörenden" dankbar. Ich gebe sie hier gerne wieder, wobei ich auf Anonymität achte - sofern nicht ausdrücklich anders gewünscht.

Den Anfang macht hier MM, welcher ich auch an dieser Stelle besten Dank abstatten möchte! - „Ich bin Jahrgang 56, mein Mann 51. Wir haben uns in der "Engen Weste" kennengelernt Anfang der 80er und sind da oft und gerne gewesen. Später haben wir gerne im "Ratskeller" verkehrt. War immer toll, besonders Freitagabends! Davor, in meiner Sturm- und Drangzeit, war ich viel im "Alt Nürnberg" und anschließend ging es ins "Las Vegas". "Eppenhauser Brunnen" seltener. Hin und wieder "Pinks Place", erst Disco, dann die Kneipe. Wishful Thinking mit Hiroshima oder Emerson, Lake & Palmer mit C'est la Vie gab's zu vorgerückter Stunde. Das war so "geil" und das genieße ich heute noch! "Auberge" war ich auch oft, "Simpel" seltener. Dafür "Tante Alma" in Herdecke oder "Krönchen". Sind mit drei Altbierbowlen noch nach Hause gefahren! 🤔 In Haspe gab's noch das "Kommödchen". Aber das war für uns zu weit. [...] Irgendwie bekam man früher auch immer einen Parkplatz in der Stadt und konnte die paar Schritte in die Pinten alleine zu Fuß gehen ... [...] Später war ich auch öfters im "Chez Nous" am Remberg. Hatte, glaube ich, Jonny Lausch, der heute das "Jekyll" bewirtschaftet. Hinten am "Fichte" Goldbergstraße war auch so eine Schülerkneipe."



LINKS



Allgemeines

Film Neue Deutsche Welle - Revolte, Spass und Da-Da-Da 1980 - 1985:


Interview von Signed Media mit Kay O. Schlasse aus dem Jahr 2009:




Alles aus Hagen


Hagener Musikszene um 1980


Es war einmal… in Hagen (18.8.2016)

„Komm nach Hagen, werde Pop-Star“ (Autor: Gerd Dapprich; Datum: 29.11.2017; ein Beitrag der "Fernuni" Hagen - Stand: 8.4.2019)

Wie Westfalens Musik die Republik überwältigte - das Spezial (Westfalenpost-"Menü" - nach 27.9.2018 - Stand: 19.2.2019)

NDW-Metropole Hagen: Als in der Stadt die Hölle los war (Westfalenpost - 11.11.2017 - Stand: 8.4.2019)

Milla Kapolke: Wie in der Arbeiterstadt Hagen eine Musikrevolution ausbrach (Funke-Medien-Interview - undatiert, vor 27.9.2018; Stand: 23.2.2019)

Inga Humpe: "Gelebte Provinz - spezielle Qualität" (Funke-Medien-Interview - undatiert, vor 27.9.2018; Stand: 19.2.2019)

Hartwig Masuch: „Ich sehe keine Stadt in den Fußstapfen von Hagen“ (Westfalenpost-Interview - 27.9.2018)

Eigene YouTube-"Playlist" zur Neuen Musik-Welle in Hagen um 1975/1980 (einschließlich ,Vorspann' und ,Reaktionen'):




Hagener Disco- und Kneipenszene


Warum die fetten Jahre im Hagener Nachtleben vorbei sind (undatiert - abgerufen am 9.2.2019)

Kult-Wirtin Mausi prägt Hagens wilde Musik- und Partyszene (Interview von Michael Kleinrensing mit Christa "Mausi" Dürholt - undatiert - abgerufen am 23.2.2019)



Bands


Extrabreit


Kay Oliver Schlasse ("Kurt Grosskurt"): Die Extrabreit-Story (mitunter genauer als die Memoiren!)

Stefan Klein: "Bei Rainer" - Wo die Geschichte von Extrabreit begann (Stand: 19.02.2019)

Biographie der Band bei ichwillspass.de

Kurzbiographie der Band

Übersicht zur Band bei rateyourmusic.com



Grobschnitt


YouTube-Bilderfolge zu den Anfängen um 1970:


YouTube-Playlist zum uDiscover-Portrait zu Grobschnitt:


Grobschnitt (Wikipedia-Artikel - abgerufen am 8.4.2019)

Grobschnitt-Porträt - Deutsche Mugge (abgerufen am 8.4.2019)

Fan-Homepage von Stephan Schelle (abgerufen am 8.4.2019)

Interview von FOCUS-Online-Redakteur Julian Rohrer mit Joachim H. "Eroc" Ehrig und Gerd Otto "Lupo" Kühn-Scholz - 27.07.2015 (abgerufen am 8.4.2019)

powermetal.de-Interview mit Gerd Otto "Lupo" Kühn-Scholz anläßlich der erweiterten Veröffentlichung des Gesamtwerkes ab dem 15. Mai 2015 als ,79:10' (11.10.2015 - abgerufen am 8.4.2019)

Grobschnitt - Westfalenhalle Dortmund 08.12.1978 (Last Update 22.02.2019 - mit Diskographie und Fotogalerie - abgerufen am 8.4.2019)



Kein MenscH!


Kein MenscH! (Wikipedia-Artikel - abgerufen am 20.3.2019)

Diskographie bei discogs.com



Styx


Wolfgang Jäger alias Pepe, alias Popo alias Hunter (Artikel bei stephan-schelle.de - abgerufen am 8.4.2019)



The Ramblers


Diskographie bei discogs.com

Diskographie bei rateyourmusic.com (abgerufen am 8.4.2019)

Frank Becking (Wikipedia-Artikel; mit Angaben zur Band - abgerufen am 16.3.2019)



The Stripes


The Stripes (Wikipedia-Artikel - abgerufen am 16.3.2019)

The Stripes (discogs.com-Artikel - abgerufen am 17.3.2019)

The Stripes (Diskographie - abgerufen am 21.3.2019)



Personen



Frank Becking (The Ramblers, The Stripes u. a.)


Frank Becking (Wikipedia-Artikel - abgerufen am 16.3.2019)



Gabriele Susanne Kerner (The Stripes, Nena)


100 Prozent Nena (2004):


Ring frei, Teil 1: 1980 - 1986:


Nena (Wikipedia-Artikel - abgerufen am 16.3.2019)

Die Biografie von Nena (Artikel von musik-charts.net - abgerufen am 16.3.2019)

Liste der Lieder von Nena (Wikipedia-Artikel - abgerufen am 16.3.2019)

»Mir fehlt manchmal die Wildheit der Achtzigerjahre« (Interview der Süddeutschen Zeitung mit Jakob Schrenk - 27.04.2018)



Gerhard Sperling (Extrabreit)


Die Kartei der Ehemaligen! Teil 1 (Rückblick von Stefan Klein - abgerufen am 24.3.2019)



Hartwig Masuch (Styx, The Ramblers)


Vom Taxifahrer zu Musikmanager (14. März 2016, 10:18 Uhr - abgerufen am 16.3.2019)

Hartwig Masuch - Interview an der Ruhr-Universität Bochum - 17. Nov. 2017< (abgerufen am 16.3.2019)



Horst Werner Wiegand (Extrabreit)


Die Kartei der Ehemaligen! Teil 3 (Rückblick von Stefan Klein - abgerufen am 24.3.2019)



Kay Oliver Schlasse (Extrabreit)


Kai Havaii (Wikipedia-Artikel - abgerufen am 18.3.2019)

Kai Havaii (discogs.com-Artikel - abgerufen am 18.3.2019)



Ralf Denz (Extrabreit, The Ramblers)


Die Kartei der Ehemaligen! Teil 2 (Rückblick von Stefan Klein - abgerufen am 24.3.2019)



Rolf Brendel (The Stripes, Nena)


Rolf Brendel (Homepage - abgerufen am 21.3.2019)

Rolf Brendel (Diskographie - abgerufen am 21.3.2019)

Rolf Brendel (dalila-light.de-Artikel - abgerufen am 18.3.2019)



Stefan Klein (Extrabreit


Betrachtungen eines mittleren Charakter - kleinkrieg.com (Blog von Stefan Klein - abgerufen am 24.3.2019)



Wolfgang Jäger (Styx, Grobschnitt, The Stripes, Extrabreit)


Interview vom 27.03.1999 mit Wolfgang Jäger bei stephan-schelle.de (abgerufen am 8.4.2019)

Wolfgang Jäger alias Pepe, alias Popo alias Hunter (Artikel bei stephan-schelle.de - abgerufen am 8.4.2019)

Diskographie Wolfgang Jäger (abgerufen am 8.4.2019)



LITERATUR UND SONSTIGE SCHRIFTQUELLEN



Stadt 1962: Stadt Hagen - Verkehrs- und Presseamt (Hg.): HAGEN, o.O. 1962 (ohne ISBN-Nr.)

Stadt 1967: Stadt Hagen (Hg.): Jahresbericht des Oberstadtdirektors 1966, Hagen 1967 (ohne ISBN-Nr.)

Adreßbuch 1968: Verlag Carl Hinnerwisch KG (Hg.): Adreßbuch der Stadt Hagen. Ausgabe 1968/69 / 42. Auflage, Hagen o.J. (ohne ISBN-Nr.)

Witte 1973: Heinrich Witte: HAGEN, Frankfurt am Main 1973 (ISBN 3 8035 0461 9)

Adreßbuch 1976: Verlag Carl Hinnerwisch (Hg.): Adreßbuch der Stadt Hagen 1976. 47. Auflage, Hagen o.J. (ohne ISBN-Nr.)

N.N. 1978 a: N.N. [gezeichnet mit ,ens']: Hitparaden-Heck: ,Euch müßte man in Berlin haben'. 55jähriger Hohenlimburger avancierte zum ,Star'. In: Westfalenpost, Nr. 247, Lokalteil ,Hagener Zeitung', Ausgabe vom 24.10.1978, S. HG 2

N.N. 1978 b: N.N. [gezeichnet mit ,A. S.']: Fast 1300 begeisterte Musikjünger sahen Hitparade in der Halle. Bei viel Show, Gesang und Musik. Beifall für ,Schnellschuß' Heck, in: Westfälische Rundschau, Nr. 247, Lokalteil ,Zeitung für Hagen', Ausgabe vom 24.10.1978, S. o. A.

TK 1978: Detlef Rothe: o.T., o.O. 1978 [persönliche Notizen im Taschenkalender für 1978]

E/A 1978/79: Detlef Rothe: o.T., o.O. 1978/79 [persönliche Notizen im Einnahmen-/Ausgabenbuch 12.04.1978 - 28.04.1979]

BL 1979: Detlef Rothe: BÜCHERKÄUFE - ERWERBUNGEN bis 18.6.1979, Hagen 29.3.1975 - 18.6.1979 [Manuskript im Besitz des Verfassers]

Timm 1979: Willy Timm: Hagener Chronik. Über 400 Daten zur Geschichte der Stadt Hagen. (Hagener Hefte, hg. v. Stadtarchiv Hagen, Heft 9), Hagen 1979. (ISBN 3-87298-021-1)

TK 1979: Detlef Rothe: o.T., o.O. 1979 [persönliche Notizen im Taschenkalender für 1979]

UT 1979/80: Detlef Rothe: o.T., o.O. 1979/80 [persönliche Notizen im Unitimer für das Wintersemester 1979/80]

UT 1980: Detlef Rothe: o.T., o.O. 1980 [persönliche Notizen im Unitimer für das Sommersemester 1980]

Deicke & Rausch 1991: Joachim Deicke u. Burghard Rausch: DIE ROCKJAHRE. Musik * Politik / Moden * Trends / Kulte * Stars * Fakten / Tendenzen * Daten. Sonderdruck für TIME-LIFE BOOKS B.V., Amsterdam 1991 (Februar)

Block 1995: Udo Ernst Block: Hagen 1746 - 1996 - 250 Jahre Hagen * Bilder vom Stadtkern, Hagen 1995.

Nena & Thesenfitz 2005: Nena (= Gabriele Susanne Kerner) und Claudia Thesenfitz: Willst du mit mir gehn, 1. Aufl., Bergisch Gladbach 2005 [veröffentlicht am 17. Oktober 2005] (ISBN 3-7857-2135-8)

Zarnke 2010: Jürgen Zarnke: WEHRINGHAUSEN. BILDER und DOKUMENTE [so auf dem Deckblatt], Hagen 2010 (November), herausgegeben im Selbstverlag

Brendel 2014: Rolf Brendel: NENA. Geschichte einer Band, 1. Aufl., Berlin 2014 (ISBN 978-3-351-05015-3)

Günnemann 2014: Ulrich Günnemann: Eppenhauser Brunnen und Friedrichslust - ,Als Großvater und Großmutter sich vergnügten'. In: Hagener Heimatbund e.V. (Hg.): HagenBuch 2015. Impulse zur Stadt-, Heimat- und Kunstgeschichte, Hagen 2014 (November), S. 211 - 218. (ISBN 978-3-942184-41-0)

Köhler 2014: Hubert Köhler: Amaretto, Stracciatella, Espresso und Mocca-Milch - Eisdielen und Milchbars in Hagen. In: Hagener Heimatbund e.V. (Hg.): HagenBuch 2015. Impulse zur Stadt-, Heimat- und Kunstgeschichte, Hagen 2014 (November), S. 193 - 210. (ISBN 978-3-942184-41-0)

Havaii 2017: Kai Havaii (= Kay Oliver Schlasse): HART WIE MARMELADE. Erinnerungen eines Wahnsinnigen, Lizenzausgabe der Originalausgabe von 2007, Essen 2017 (ISBN 978-3-8375-1865-8)

Kleinkrieg 2018: St. Kleinkrieg (= Stefan klein): Das Rumpsteak und der Dalai Lama - Kurzgeschichten und Räuberpistolen von Extrabreit-Gitarrist Stefan Kleinkrieg. 2. Aufl. Hamburg 2018 (ISBN 978-3-86282-596-7).

Krause 2018: Hartmut Krause: Am Vorabend der Neuen Deutschen Welle [Obertitel: Eine Rückschau auf die 70er Jahre in Hagen]. In: Wahnbaeck 2018, S. 116 - 121.

Klüsener 2018: Edgar Klüsener: Komm nach Hagen, werde Popstar, mach Dein Glück! [Obertitel: Hagen-Hype]. In: Wahnbaeck 2018, S. 282 - 295.

Kühn-Scholz 2018: Gerd [Otto] Kühn Scholz: Grobschnitt - eine Bandgeschichte [Obertitel: Hagens erste Gruppe, die groß raus kam]. In: Wahnbaeck 2018, S. 28 - 73.

Lambrecht & Hahn 2018: "Gabi Lappen" Gabriele, Hans-Uli u. Rüdiger "Rü" Lambrecht & "Bille Balle" Sybille Hahn: Kein MenscH! [Obertitel: Synthesizer-Sounds gepaart mit E-Gitarren]. In: Wahnbaeck 2018, S. 298 - 299.

Papke 2018: Siggi Papke: Anarchie positiv realisiert [Obertitel: Der Gründer von Hagens Folk-Club blickt zurück]. In: Wahnbaeck 2018, S. 110 - 111.

Schlasse 2018: Kay O.[liver] Schlasse: Die Wahrheit über Extrabreit [Obertitel: Die Bandgeschichte - erzählt]. In: Wahnbaeck 2018, S. 202 - 281.

Wahnbaeck 2018: Heike Wahnbaeck (Hg.): Komm nach Hagen, werde Popstar, mach Dein Glück! ... sich trau'n, mal außer der Reihe die Zukunft zu bau'n. Ausstellung im Osthaus Museum Hagen 31. August bis 23. September 2018, 1. Aufl. Essen 2018 (Juli) (ISBN 976-3-8375-2011-8)



DANKSAGUNG



Den engagierten Mitarbeitern des Stadtarchivs Hagen danke ich für die Bereitstellung seltener Fotos bei Facebook, welche für meine eigene Arbeit förderlich sind!

Dann bin ich speziell dem Schöpferkreis der Ausstellung Hagen - Popstar - Glück im "Osthaus Museum Hagen" Karl-Ernst-Osthaus-Museum (Sommer/Herbst 2018) mit seinem umfangreichen Katalog für seine herausragende Arbeit sehr dankbar.

Darüber hinaus danke ich Gabriele Susanne Kerner, Kay-Oliver Schlasse und Rolf Brendel für ihre in Buchform gefaßten Rückblicke!

Nicht eigens erwähnen, aber aufrichtig danken, möchte ich den Musikanten, Filmleuten und Internet-Autoren für Ihre informativen und unterhaltsamen Werke, welche zum Thema begleitend oder ergänzend wirken.

Viel zu kurz ist das Minutenglück, und ich muß wieder auf die Straße zurück. (Spider Murphy Gang, Ich schau' dich an)

(No Artist, Rettet den Sampler, 1982)


Hinweis: Für die Aktualität, Richtigkeit und Funktionalität der angegebenen Links erfolgt keine Gewähr!




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20.04.2019 23:09