REGIONALES

Metropole Münster - über Aufenthalte in der Hauptstadt Westfalens. Eine Rückschau.

von Detlef Rothe aus Hagen in Westfalen



Hey du, was is’n los mit dir
Hast alle Trümpfe in der Hand
Kennst alle Regeln, alle Tricks
Spielst alle an die Wand

Es war niemals einfach alt zu werden
Und die Welt dreht sich im Kreis
Fühlst du dich unterwegs allein
Greif zu - und frag nicht nach dem Preis
"

(Gabriele Susanne "Nena" Kerner, Jung wie Du, LP ,Feuer und Flamme', 1985
Lyrics: Carlo Karges (* 31. Juli 1951 in Hamburg; † 30. Januar 2002 ebenda))


Nun, ich griff letztlich zur Altenpflege, und der Preis wurde sehr hoch.





Münster in Westfalen - das bedeutet für mich eine kleine Metropole, auch wenn die kreisfreie Stadt sich vor Jahren zur Nekropole meiner wissenschaftlichen Karriere entwickelte. Immerhin gab sie mir eine neue Perspektive mit auf den Weg: aus einem einsam begeisterten Altertumspfleger wurde ein staatlich anerkannter Altenpfleger!

Im 1970er Jahrzehnt wohnte ich in Hagen-Wehringhausen. Münster lernte ich bereits zu Beginn des 1970er Jahrzehnts kennen, als das Hüfferstift als zentrale orthopädische Klinik fungierte und der Alte Zoo von Prof. Landois noch nicht durch den Allwetterzoo ersetzt war. Zoologisch vorbelastet (Biologie war lange Zeit mein Lieblingsfach) habe ich später gerne den Allwetterzoo besucht, welcher aber letztlich nicht verhindern konnte, daß ich mich von der Ornithologie ab- und der Archäologie zuwendete.

Aus meinen Tagebuchaufzeichnungen:

Tagebuch C (1976/II - 1977/I), S. 11, zum 1. Oktober 1976 - verfaßt als 16jähriger am Folgetag: „Ich habe beschlossen, daß ich, wenn ich die Abitur-Prüfungen bestanden habe, in Münster Vor- und Frühgeschichte (mit Mittelalter-Archäologie), Geschichte und Geologie zu studieren. [..] Mein Hauptinteresse gilt den Germanen, deren Glaube, Bräuche und andere Institutionen."

Tagebuch L (28.9. - 24.11.77), S. 140 - 142, zum 11. November 1977 - damals war ich ein 17jähriger Unterprimaner: „Am Freitag, den 11.11., holte mich Udo gegen 14.15 Uhr vom Hallenbad ab und lud mich ein, mit ihm und einigen anderen Mitschülern übers Wochenende nach Münster zu fahren. Es sollte am Sonnabend nach der Schule losgehen.|Ich sagte zu. [...] / An jenem Samstag, den 12.11., ging es dann gegen 13.30 Uhr mit Schlafsack und reichem Portomannaie los. Udo holte erst mich, dann Peter [..] und schließlich Joachim [..] ab, und zu viert ging es dann in Udos Wagen nach Münster, wo wir Norbert [..], einen ehemaligen Schüler des Fichte-Gymnasiums, besuchen wollten, der dort an der Universität Philosophie und katholische Theologie studiert. / Als wir bei ihm [in der Sperlichstraße] gegen 15 Uhr ankamen, informierten wir uns erst einmal gründlich darüber, wie er was studiert, wie er dazu [= darauf] gekommen sei, ob es sich lohne und wie er an das Zimmer gekommen sei, was es koste und so weiter. Man kennt das ja. Anschließend führte er uns am Aa-See entlang ins Stadtzentrum, wo er uns die verschiedenen Fakultäten zeigte. Abends machten wir dann einen Bierbummel durch die Altstadt. So konnte ich auch einige Impressionen der Atmosphäre des Studentenmilieus inhalieren [= in mich aufnehmen]. Besonders fasziniert hat uns die ,Cavete', ein nostalgisch-kitschiges Bierlokal mit viel locker[er] gepflegter Stimmung und guten Omletts. Aber auch die anderen Quellen luden uns ein [= waren einladend]. Nach einer weitgest[r]euten Unterhaltung von A bis Z gingen wir gegen 23.30 Uhr wieder auf Norberts Zimmer, wo wir bis Sonntag, den 13.11., gegen 1.30 Uhr bei ausgesuchter Musik und ebenso ausgesuchter Stimmung|theolosophierten, besonders über Dorothee Sölle, deren geistige Anwesenheit uns viel von unserer Heiterkeit schenkte. Wir übernachteten in Norberts Zimmer und in dem eines befreundeten Jurastudenten, und bevor ich einschlief, versuchte ich [,] mir meine Gefühle klarzumachen. Ich registrierte erneuten Unmut über die Tatsache, daß ich aufgrund meiner Ehrenrunde ein Jahr länger zur Schule gehen muß. [...] Dann machte ich mir noch Gedanken über den Wehrdienst, der ein wichtiger Gesprächspunkt am Abend gewesen war."
Ebenda, S. 143 - 144, zum 13. November 1977: „Als wir morgens gegen 10 Uhr aufwachten, fuhren wir fünf nach dem Frühstück in die Innenstadt und besuchten einen Gottesdienst im Dom. [...] ich [sah] mir die Leute an: wenig Studenten, hauptsächlich Angehörige der gehobenen Mittelschicht erkannte ich. Ein wenig erstaunt war ich über die zahlreichen Jugendlichen, die dem Anschein nach zum Großteil in gewisser Abhängigkeit von ihren Eltern zu stehen schienen. Die Gesichter besprachen jedenfalls ganze Bücher. Selbst-|verständlich waren aber auch von fast allen anderen Schichten Angehörige reichlich vertreten; diese fielen mir aber weit weniger auf. / Mit einer frischen Segnung versehen[] verließen wir fünf den Dom, nachdem der Gottesdienst bereits nach wenigen Minuten zuende war, und gingen ins Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte, wo ich mir die Abteilung Bronzezeit ansah. Ein wenig enttäuscht suchte ich mit meinen Begleitern anschließend im Bahnhofsviertel nach einer Imbißbude. Nach dem Mittagessen fuhren wir [weiter] in Richtung Warendorf [...]."

Einzelblatt-Ordner, zum 29. Juni 1978: „Am Donnerstag, den 29. Juni, stand ich gegen 7.30 Uhr auf; gegen 9 Uhr holte mich Udo, und zwar mit Erika [..], ab. Zu dritt fuhren wir nach Münster, wo wir Norbert [..] abholten. Zu viert nahmen wir dann von 11 bis 12.30 Uhr an einem Philosophie-Seminar unter der Leitung von Manfred Sommer teil, das mich einigermaßen interessierte. Anschließend machte ich wieder einen - beinahe schon obligatorischen - Besuch im Westfälischen Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte; dann aßen wir in einer Mensa am Aa-See zu Mittag, blieben noch bei einem Glas Bier, machten dann einen Stadtbummel und hielten uns im Café des Landesmuseums auf. Gegen 16.30 Uhr fuhren wir zurück nach Hause (Norbert blieb natürlich in Münster)."

Auch das Mühlenhof-Freilichtmuseum hat mich schon früh bewegt und seinen Beitrag dazu geliefert, daß ich als Nebenfach bei der Aufnahme meines Studiums anno 1979 die (mittel)europäische und außereuropäische Ethnologie als Nebenfächer wählte (wobei ich aber nur die Volkskunde längerfristig beibehielt).

Aus meinem „Tagebuch 1979":

Sonntag, 24. Juni 1979: „Gegen 15.25 Uhr kam ich im Münsteraner Hauptbahnhof an und machte mich gleich auf den Weg zur Sperlichstraße 64, wo Peter [..], Andreas [..] und Norbert [..] wohnen. Ich traf alle drei nicht an. So lieh ich mir ein Fahrrad aus und machte eine Stadtrundfahrt. Gegen Abend traf ich die Genannten und unterhielt mich mit ihnen. Bis 22.30 Uhr hielt ich mich in der ,Kronenburg' auf.
Am Montag, den 25. Juni 1979, war ich zeitig gegen 8 Uhr in der Wehrverwaltung III - Außenstelle Münster - und erlebte dort meine mittlerweile dritte Musterung. Besonders gründlich wurden meine Augen und mein Rücken untersucht, und der Musterungsarzt, Dr. Sommer, zeigte sich an meinem Scheuermannschen Rücken und meiner Kurzsichtigkeit sichtlich interessiert. Nach der Untersuchung fuhr ich
[...] zum Berliner Platz zu einem Facharzt, der meine Augen noch sorgfältiger untersuchte. [...] Zuletzt, als ich gegen 10.30 Uhr fertig war, konnte ich tatsächlich mit einer Ausmusterung rechnen. [...]
Anschließend fuhr ich zur Uni und korrigerte meine Anmeldung.
[...] Vor dem 15. Juli komme ich nämlich nicht mehr nach Münster.
Über Mittag hielt ich mich wieder im Studentenwohnheim auf, sprach auch mit der Vermieterin über die Zimmeraussichten und wurde enttäuscht. Später fuhr ich wieder durch die Innenstadt - soweit das möglich war - und kaufte ein paar
[Langspiel-]Platten. Um 19 Uhr fuhr mein Zug in Richtung Hagen."

Am Montag, den 23. Juli [1979], fuhr ich nach Münster [...]. War ich meinen Eltern ausgewichen, so umgab mich hier wieder die erdrückende Öde der Einsamkeit, so daß ich im Grunde nichts gewonnen hatte. Das Studentenwohnheim in der Sperlichstraße 64 war wie ausgestorben; nur im Keller traf ich einen Studenten, der während der Semesterferien in Münster arbeitete. Der Typ war ganz in Ordnung und gab mir einige Tip[p]s. [...] Meine nächste Sorge war, wie ich zu einem Zimmer kam [= käme]. [...] Am späten Nachmittag fuhr ich durch Münster, besorgte mir einige Unterlagen für die Immatrikulation und hörte mir am Abend Andreas' Platten an.
Am Dienstag, den 24. Juli, war ich bereits früh auf den Beinen und ließ mich nach 9 Uhr im Seminar für Ur- und Frühgeschichte durch einen Dozenten beraten. Dieser konnte mir die Wahl der beiden Nebenfächer zwar auch nicht erleichtern, meinte aber, daß es im Grunde egal sei, welche Fächer ich wählen würde, da ich sie nach Ende des Semesters umschreiben lassen könne.
Anschließend suchte ich die zentrale Studienberatung auf, wo ich aber auch nicht schlauer wurde. Um auf andere Gedanken zu kommen, besuchte ich das Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte, wo ich einige Neuigkeiten kennenlernte. Schließlich aß ich in der
[Aasee-]Mensa zu Mittag. Am Nachmittag bearbeitete ich meine Unterlagen und hörte Musik. Am späten Nachmittag ging ich in die Altstadt, schaute mir Läden an und suchte gegen 18 Uhr das Bierviertel [= Kuhviertel] auf. Nacheinander besuchte ich ,Im Hölsken', ,Cubana' und die ,Cavete', wo ich wieder den leckeren Preiselbeerpfannkuchen aß. [...]
Gegen 20.30 Uhr ging ich in die Creperie ,Pö a Pö' in der Frauenstraße, wo ich ein Menü aß. Die Crep
[e]s waren gut. Nachdem ich satt [geworden] war, ging ich 'rüber zum ,Neuen Krug', um mir nach Möglichkeit einen Film anzusehen. Dazu war es jedoch schon zu spät. So unterhielt ich mich dort noch bis gegen 23 Uhr bei einem guten Bier über das Studentenleben und besonders über die Semesterferien. Münster war tatsächlich recht leer.
Am Mittwoch, den 25. Juli, war ich wieder recht früh auf. Ich fuhr zur Wohnungsvermittlung des Asta, frühstückte dort und schaute mir die Zimmerangebote durch. Ich beschloß, die weitere Entwicklung abzuwarten. Nach einem Mittagessen in der Mensa fuhr ich zurück nach Hause.
"

Am Hauptbahnhof in Münster (24. November 1979 - Fotos: Detlef Rothe):
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Ein Zug fährt ein. Wird er mir die Zukunft nahebringen?

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Der Zug, mit dem ich reisen werde, fährt nach irgendwo oder nirgendwo!

Vom Oktober 1979 bis zum Dezember 1994 studierte ich (ohne ,Hochschulabschluß') Ur- und Frühgeschichte, Mittlere Geschichte und Volkskunde an der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU):
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Detlef Rothe im Seminar für Ur- und Frühgeschichte (Fürstenberghaus am Domplatz) im Sommer 1987 (Photograph unbekannt)

Das traditionsreiche Seminar für Ur- und Frühgeschichte - ich erinnere hier bloß an die Professoren A. Stieren und K. Tackenberg - wurde später aus dem Fürstenberghaus entfernt und zu einer Abteilung des ,Historischen Seminars' degradiert.

Während meiner Studien vor Ort besuchte ich archäologische Unternehmungen im Stadtkreis und nahm auch an solchen teil, und zwar hier als Grabungshelfer des Gebietsreferates des Westfälischen Museums für Archäologie - Amt für Bodendenkmalpflege - des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Es handelt sich um Grabungs-, Dokumentations- und Rekonstruktionsarbeiten im Bereich eines jungstein- bis bronzezeitlichen Bestattungsplatzes (mit jungbronzezeitlicher Trankopferstelle) und einer merowinger- bis karolingerzeitlichen Siedlung im Sandgrubengelände von Gittrup (Mai - Juni 1984; Juli - August 1985; Juli - August 1986).

Einen Überblick über archäologische Tätigkeiten während meiner Studienzeit - ein wichtig gewesener Beitrag zur Sicherung meines Lebensunterhaltes! - finden Sie hier: Praktische Arbeiten im Dienste der archäologischen Forschung während meiner Studienzeit, welche zugleich dem Lebensunterhalt dienten. - Es handelt sich um die korrigierte Fassung eines Anhangs aus dem Studienbericht 1979 - 1994 (1997).

Während meiner Arbeiten an der Universität war ich auch zeitweise ,studentische Hilfskraft', und zwar des Seminars für Ur- und Frühgeschichte (11/1984 - 12/1984) und des Instituts für Frühmittelalterforschung (05/1986 - 03/1990). Beide Tätigkeiten übte ich im Stadtzentrum aus (Fürstenberghaus am Domplatz; Institut in der Salzstraße).

Zum Bestreiten des Lebensunterhalts wurde ich nicht nur archäologisch-geschichtlich tätig, sondern blieb zunächst der Deutschen Bundespost treu und arbeitete in der ,Mühle' (Paket- und Päckchenverteilung) der Hauptpost am Münsteraner Hauptbahnhof (August - September 1981); dazu das Zitat aus einem Brief an meine Oma in Sangerhausen (in der damaligen ,DDR') vom 23. Juli 1981: „Ab 3. August arbeite ich wieder bei der Post, allerdings nicht als Briefträger - wie ich es mir gewünscht habe -; sondern ich muß mich in der Paketverteilung - wie Vater in unregelmäßigen Schichten - zum Teil auch nachts abrackern." - Immerhin lernte ich dabei das rasante Fahren mit dem ,Elektrokarren' schätzen! Erwähnt sei noch die Tätigkeit als Datentypist im Auftrag der Datenerfassung Gaberseck GmbH in der Führerscheinstelle der Stadtverwaltung Münster vom Juni bis Oktober 1993 - mitten im Zentrum am Prinzipalmarkt unweit des Historischen Rathauses.

Neben der Arbeits- existierte auch so etwas wie Freizeit, welche ich im Rahmen der Gepflogenheiten des in Münster ansässigen Volkes gestaltete.
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Rosenmontag am Drubbel in Münster anno 1984 (Foto: Norbert Völlmecke, Münster - später: München -)

In diesem Zusammenhang weise ich auf eine vorfastnächtliche Bilderserie bei Facebook hin:

(Auch die anderen Fotos dort möchte ich ausdrücklich empfehlen!)

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Zuversichtlicher Doktorand in seiner Kammer im Frühjahr 1989 (Foto: Lars Erik Berger, Münster in Westfalen)

Seit Januar 1995 - am Ende des Geldes und an der Schmerzgrenze von Schulden und Mißgunst - widmete ich mich dann in Münster nicht mehr der Altertums-, sondern der Altenpflege. Auf Grund des BAFöG-Kahlschlags der Regierung Dr. Helmut Kohl (welche frühere Kürzungen ad absurdum weiterführte), sowie wegen des Unverständnisses maßgeblicher Kreise an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster gegenüber regionalgeschichtlichen Forschungen auf archäologischer Grundlage (welches sich später in der Neuorganisation mit dem Ergebnis einer Dominanz des ,Historischen Seminars' - statt der Gründung eines die Forschungsbereiche vereinenden archäologisch-prähistorisch-historischen Instituts - bestätigte), war ich im 1990er Jahrzehnt zur Aufgabe meiner Promotion zum Doktor der Philosophie gezwungen; die weitere politische Entwicklung und die hohen Kosten meiner Studien ließen eine entschädigungslose Veröffentlichung der archäologischen Studienergebnisse nicht zu, wobei mir auch das Raubgräberunwesen im ,wiedervereinigten' Deutschland Unbehagen bereitete (siehe die Fundumstände beim Diskus von Nebra, welcher zunächst als Sangerhausener (man sagt auch: Sangerhäuser) Fund bekannt wurde). Ich wandte mich - nicht zuletzt mangels anderer Angebote - einem sozial- und gesundheitsorientierten Beruf zu, unterzog mich einer Ausbildung zum staatlich anerkannten Altenpfleger und verließ Münster danach umgehend.



Im Jahr 1995 arbeitete ich aber zunächst - da wegen deren Auflösung und Umwandlung eine Tätigkeit bei der Deutschen Bundespost nicht mehr möglich war - im Rahmen eines verkürzten ,sozialen Jahrs' gewissermaßen zur Probe acht Monate lang als Altenpflege-Praktikant für die Caritas Betriebsführungs- und Trägergesellschaft Münster mbH im (später umgebauten) Altenwohnheim St. Lamberti (Januar bis August 1995) und besuchte dann zwecks Erreichen eines Ausbildungsabschlusses von September 1995 bis August 1998 eine Altenpflegeschule, und zwar das Evangelische Fachseminar für Altenpflege - Diakonissen-Mutterhaus an der Coerdestraße im Kreuzviertel. Damit endete mein trauriges Treiben in Münster gewissermaßen dort, wo es neunzehn Jahre zuvor hoffnungsvoll begonnen hatte!


So war ich dann 'mal weg (mit besten Dank an Silbermond!):



Haupttätigkeiten

Postarbeiter

* im Paketdienst bei der Deutschen Bundespost (08/1981 - 09/1981)


Grabungshelfer

* beim Westfälischen Museum für Archäologie (03/1981 - 03/1981, 02/1984 - 10/1984, 03/1985 - 08/1985, 04/1986 - 09/1986, 04/1990 - 10/1990, 03/1991 - 09/1991, 02/1992 - 08/1992)


Studentische Hilfskraft

* des Seminars für Ur- und Frühgeschichte der Universität Münster (11/1984 - 12/1984)

* des Instituts für Frühmittelalterforschung der Universität Münster (05/1986 - 03/1990)


Datentypist

* bei der Datenerfassung Gaberseck GmbH (06/1993 - 10/1993)


Altenpflege-Praktikant

* der Caritas Betriebsführungs- und Trägergesellschaft Münster mbH im Altenwohnheim St. Lamberti (01/1995 - 08/1995)


Altenpflege-Praktikant

* am Evangelischen Fachseminar für Altenpflege - Diakonissen-Mutterhaus (09/1995 - 08/1998):

D/NRW/MS/Kreuzviertel/19980826_Muenster_Diakonissenmutterhaus_Altenpflegeabsolventen D/NRW/MS/Kreuzviertel/199602xx



Meine Wohnsitze


08/1979 - 05/1980:
EU/D/NRW/MS/Kreuzviertel/19800114_Zimmer EU/D/NRW/MS/Kreuzviertel/19800921_Coerdestrasse17 EU/D/NRW/MS/Kreuzviertel/19800412_Ausblick
Coerdestraße 17, Münster-Kreuzviertel (1. Etage)

05/1980 - 08/1981:
D/NRW/MS/Mecklenbeck/19801102_Wohnung D/NRW/MS/Mecklenbeck/19801107_Ausblick D/NRW/MS/Mecklenbeck/19801107_Ausblick
Heroldstraße 41, Münster-Mecklenbeck (Dachgeschoß)


Zitat aus einem Brief an Oma Jaeckel (Sangerhausen, DDR) vom 23. Juli 1981: „Ich habe heute morgen -endlich- ein Zimmer im Studentenwohnheim gefunden. Das ist für mich wegen der Kürzung der Bundesausbildungsförderung viel günstiger. Es ist zwar klein, aber meiner finanziellen Situation eher angemessen. Ab 1. August lautet meine Adresse: Detlef Rothe / - Studentenwohnheim Block C, Zi. 419 - / Boeselagerstraße 75 / 4400 Münster"

08/1981 - 03/1982, 08/1982 - 07/1983 und 09/1983 - 07/1985:
D/NRW/MS/Mecklenbeck/19850418_Zimmer D/NRW/MS/Mecklenbeck/19830611_0253_Fotoalbum980_Heck-Meck D/NRW/MS/Mecklenbeck/19811119_0952_Fotoalbum805_Ausblick_Boeselagerstrasse75
Boeselagerstraße 75, Münster-Mecklenbeck (Dachgeschoß)

07/1985 - 10/1998:
D/NRW/MS/Geistviertel/HammerStrasse/198908xx_Luftbild_HammerStrasse+Geiststrasse D/NRW/MS/Geistviertel/HammerStrasse/HammerStrasse118nach19940626 D/NRW/MS/Geistviertel/HammerStrasse/19870112_0831_31-27_Eisblumen
Hammer Straße 118, Münster-Geistviertel (1. Etage)
Das zweite Foto zeigt die Hausfassade nach dem Brand vom 26. Juni 1994, welcher einen eigenen Aufsatz verdient hätte.

Ein Schlaglicht auf die Situation am vorzeitigen Ende meines Universitätaufenthalts wirft mein Brief aus Münster an die Oma in Sangerhausen vom 18. Januar 1994 (Ausdruck eines Amiga-DTP-Programms mit Porträtfoto):
„[...] ich [übersende] Dir (zwei) Fotos von meiner derzeitigen Zimmer-Einrichtung. Es war angesichts der [...] drangvollen Enge nicht einfach, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.... Es versteht sich nahezu von selbst, daß dieses "Doktoranden-Chaos" kein Dauerzustand sein kann. Ich mache mir zur Zeit ernsthafte Gedanken um eine mögliche "Umschulung" und konsultiere daher derzeit das hiesige Arbeitsamt bzw. sein Berufsinformationszentrum häufiger als Alma Mater (Uni). Sobald sich eine akzeptable Lösung abzeichnet, erfährst Du mehr... Weihnachten zu Hause [in Hagen] war schön, das Wetter allerdings grausam. [...] Ich war, wenn es ging, auf Wanderschaft (im Stadtwald) und habe bereits in Hagen auf dem Arbeitsamt (dasjenige mit der schönen Aussicht) "vorbeigeschaut". Nirgends tatsächlich schöne Aussichten, aber hin und wieder ein Hoffnungsschimmer (nur abseits von Uni und Archäologie). Alle "Berater" setzen auf Technokratie, ohne jedoch gesamtwirtschaftliche Lösungen bzw. Perspektiven aufzeigen zu können; da bleibt nicht viel "Spielraum" für nicht-Karriere-"bewußte" Individuen (außer vielleicht im sozialen Bereich)!"

D/NRW/MS/Geistviertel/HammerStrasse/1993-4(Winter)_EU_D_NW_MS_HammerStrasse118_Zimmer_Arbeitsfront D/NRW/MS/Geistviertel//HammerStrasse1993-4(Winter)_EU_D_NW_MS_HammerStrasse118_Zimmer_Herrenzimmerschrank
(Das Mobiliar wurde teilweise von meiner bereits oben erwähnten Großmutter gespendet.)


Etwas von mir seit dem Abschied von Münster arg Vermißtes - da kann es nur heißen: Daumen hoch!

Herzlichen Glückwunsch!
Möge Münster in Westfalen hier für andere Orte Vorbild bleiben!




Ausblick


Im Oktober 1998 zog ich nach Schwelm um, wo ich meiner Heimat Hagen ein Stück näher war.

Ein kleiner Einblick in meine damalige (und gebliebene) Stimmungslage - dank Mütze Liedermacher (mit Dank und Empfehlung!):


Das Verlassen der Versager-Stadt Münster habe ich nie bedauert, auch wenn ich ab und an mit Wehmut an die dort verbrachte Computerpionierzeit zurückblicke (mit einem der ersten Amiga vor Ort war ich Mitglied im Information-Exchange-Club, als der Sinclair QL mit seinem Multi-Tasking-Betriebssystem dort für Begeisterung sorgte). Ich bedaure es nach wie vor, daß es zum Scheitern der ,Neuen Technologien' kam (neben dem Commodore Amiga ging auch der SubLOGIC Flight Simulator, ein unter dem Label ,Microsoft' bekannter gewordenen PC-Flugsimulator, sang- und klaglos unter) und in Münster sich diesbezüglich Langeweile ausbreitete. Ein Angebot zur Mitarbeit an der Mediadatenbank ,Encarta' (vermittelt durch einen Studienfreund, der in die bayerische Hauptstadt gewechselt war) lehnte ich einst ab, da ich mir keinen leistungsfähigen ,IBM-kompatiblen' PC anschaffen konnte und wollte! Die archäologischen Beiträge des digitalen Nachschlagewerkes kamen dann gleichfalls aus München statt aus Münster - doch auch das ist schon Geschichte.

Im Nachhinein stellt sich mir Münster als eine Art ,Deppenmetropole' dar (oder - um mit Extrabreit zu sprechen - meine persönliche ,Alptraumstadt'), was ich allerdings (zumal im Hinblick auf bodendenkmalpflegerische Maßnahmen) noch näher erläutern müßte; ich bitte da um Nachsicht! Der Alternativtitel für diesen Artikel könnte jedenfalls auch ,Madiges Münster' lauten. Ich habe immerhin auch sehr positive Erfahrungen machen können (Stichwort: Gaberseck)! Meine rückwärts gewandte Kritik richtet sich vor allem gegen die Landespolitik, und zwar einerseits gegen das ,Personal' im Landeshaus (welches nicht einmal die Geschehnisse vor dem eigenen Domizil mitbekam) und andererseits an die mit der Umsetzung von Gesetzen an der WWU beauftragten ,Vertreter der Öffentlichkeit'. Hierzu gäbe es viel zu sagen - ich mache es mir da recht einfach: Schwamm drüber; den Schaden haben schließlich alle Beteiligten zu (er)tragen.



LINKS

Allgemeines

offizielle Seite der Stadt Münster.

Wikipedia-Artikel zu dieser Stadt.

Webcams in Münster.


Hauptbahnhof

Der Bahnhof, so wie ich ihn zuletzt kannte (nicht zuletzt mit seiner typischen Geräuschkulisse!), in Aufnahmen vom Sommer bis Winter 1995 von ,Udjat Pictures' bei YouTube (mit besten Dank für damit verbundenen Erinnerungen an einen traurigen Abschied):


Der Abriß des Hauptbahnhofs in Aufnahmen von Detlev Helmerich und veröffentlicht am 23.01.2015 bei YouTube:



Museen

Münsteraner Museen auf einer Seite.


Trödelmarkt

Seit Jahrzehnten ein überragendes Ereignis (neudeutsch: Event), bei dem sich immer irgendwie etwas Passendes findet: Der Münstersche Flohmarkt!


Hinweis: Für die Aktualität, Funktionalität und Korrektheit der angegebenen Links erfolgt keine Gewähr!



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08.06.2019 00:34