REGIONALES: Alles aus Hagen


Der Hagener Stadtwald - ein geheimnisvolles und wunderbares Naherholungsgebiet


von Detlef Rothe aus Hagen-Wehringhausen


Vorbemerkung vom 8.12.2020: Nicht den Stadtwald direkt betreffende Artikel-Teile werden/wurden nach ,Im Süden: Oberhagen bis Priorei' verlegt!




EU/D/NW/HA/1902/1902xxxx_EU_D_NW_HA_Adressbuch_XII_Sp2_Nr14_Stadtwald-Kommission
(Hinnerwisch 1902, S. XII, Sp. 2, Nr. 14)


Die Landschaft im Süden und Südosten von Hagen gehört durch ihr Relief und die in den Hanglagen geschlossene Waldbedeckung zweifellos zu den eindrucksvollsten [...]. Hier, am Rande des sich nach Norden abdachenden Schiefergebirges [...], sind Höhenunterschiede von wenigen hundert Metern bemerkenswert. [...] In diesem naturräumlichen Grenzraum sind die Ausläufer der Märkischen Hochfläche bereits stark zerschnitten. Diese Zertalung durch die zur Ennepe und zur Volme hin entwässernden, tief eingekerbten Bachsysteme ist im Hagener Stadtwald und besonders im Einzugsbereich des Selbecker Baches gut zu beobachten." - „Die [...] Landschaft trägt ein vielfältiges Gesicht: ausgeprägter Unterschied in der Struktur des Reliefs, des Gesteins und der Böden und eine entsprechend verschiedenartige Vegetation, klimatische Unterschiede und differenzierte Nutzungsformen durch die siedelnden und wirtschaftenden Menschen. Diese landschaftliche Vielfalt bringt es mit sich, daß auch der hier Heimische die Fülle von Beobachtungs- und Erkundungsmöglichkeiten kaum ganz auszuschöpfen vermag." (Prof. Dr. Herbert Kersberg, a.a.O., S. 2 u. 6)


Zur Veranschaulichung ergänze ich hier einen Ausschnitt aus der als Stadtplan vorgesehenen "gesüdeten" Farbskizze im Offiziellen Führer durch Hagen i.W. und Umgegend aus dem Jahr 1911 (bearbeitet und herausgegeben von der Westfälischen Verlagsanstalt Decker & Co. in Hagen):
EU/D/NRW/HA/Farbgraphik_EU_D_NW_HA_Stadtplan_(FuehrerHA1911_Anhang)_DETAIL_HagenerStadtwald_1200x1183

Bei dieser Gelegenheit möchte ich auf das Forsthaus zwischen Kreuzpunkt und Kaiser-Friedrich-Turm aufmerksam machen. Das dortige Gelände (einschließlich der heutigen Drogenklinik) wird ,Im Deerth' genannt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts befand sich dort eine "Sommerfrische" (Gastwirtschaft), welche von Jägern und sonstigen Ausflüglern gerne angenommen wurde. Jürgen Zarnke hat dazu bei Facebook einige Ansichtskarten zusammengestellt:

(Im abgesicherten Browser-Modus eventuell unsichtbar!)

Eine Herzensangelegenheit ist es mir, auf den Gesundheitsaspekt des Waldes bzw. von "Waldlandschaften" hinzuweisen, wobei ich mich auf eine im Jahr 2014 erschienene österreichische Studie stütze: Renate Cervinka, Jan Höltke, Laura Pirgie, Markus Schwab, Jennifer Sudkamp und Daniela Haluza: Zur Gesundheitswirkung von Waldlandschaften (B[undes-]F[orschungszentrum für ]W[ald, Naturgefahren und Landschaft]-Berichte 147/2014), Wien 2014, ISSN 1013-0713 / ISBN 978-3-7001-6098-4 - hier verwendete Abkürzung: Gesundheitswirkung 2014:
Waldbesuche fördern die körperliche Aktivität und tragen so zur Vorbeugung bewegungsassozierter Krankheiten wie z.B. Übergewicht bei. [...] Darüber hinaus können Waldspaziergänge die Immunabwehr stärken und die Schlafqualität von Personen mit Schlafstörungen verbessern. [...] Der Besuch von Waldlandschaften kann zur Steigerung positiver Emotionen führen und das Ausmaß negativer Emotionen verringern. [...] Ebenso können Waldlandschaften zur Verringerung von Anspannung und Angst beitragen. [...] Das Betrachten der Landschaft und das Spazierengehen wurden im Wald als wesentlich beruhigender und angenehmer empfunden als vergleichbare Aktivitäten in urbanen Landschaften [...]." (Gesundheitswirkung 2014, S. 34, Sp. 1 - 2)

Ergänzend ein Video-Tipp zur geographischen Situation (Luftaufnahmen von RC Brother´s):




KINDHEITSERINNERUNGEN


Postkartenansichten vom Einmündungsbereich des Köttinger in das Selbecker Bachtal waren in der Zeit, als die Straßenbahn noch bis zur Höhwaldstraße fuhr, äußerst beliebt:
EU/D/NRW/HA/Selbecke/KoettingerBachtal/SW-AK_EU_D_NW_HA-Selbecke_Einmuendung_KoettingerBachtal_in_das_Selbecketal_um_1935_0800x1284
(Ansichtskarte aus dem 1930er Jahrzehnt)

Die Vortrefflichkeit der Gegend ,in der oberen Selbecke' wird besonders deutlich, wenn man von ,Zur Höhe' beim Kinderheim (rechts unten im Bild) in Richtung Köttinger Bachtal, Buscherberg und ,Blaue Donau' (entlang der Höhwaldstraße in Richtung Hinnenwiese) schaut:
EU/D/NRW/HA/Selbecke/Kinderheim/SW-AK_EU_D_NW_HA-Selbecke_ZurHoehe_Blick_zum_Buscherberg_mit_dem_Kinderheim_vorne_rechts_1958
(Einmündung des Köttinger Bachtals mit Buscherberg auf einer im Jahr 1958 ,gelaufenen' Ansichtskarte)

Mit dieser sogenannten ,Selbecker Schweiz' (dem Tal der Selbecke mit ihren Seitentälern) wurde ich schon als kleines Kind vertraut (anno 1963), als ich mich mit meinem zwei Jahre älteren Bruder kurz vor dessen Einschulung in dem dortigen Kinderheim am Riegerberg (westlich der Siedlung ,Zur Höhe') zur Stadtranderholung aufhielt (vgl. meine Seite Erfahrungen mit Kinderheimen):
EU/D/NRW/HA/Selbecke/Kinderheim/SW-Foto_EU_D_NW_HA_Selbecke_SiedlungZurHoehe_mit_Kinderheim_etwa_um_1960_(EilpeDelsternSelbecke1978S35o)
(Kinderheim - links - und Siedlung ,Zur Höhe' - rechts - wohl um 1965 - Quelle: Voß a.a.O. S. 35)

Meine letzte Wanderung im Jahr 2015 führte wieder - dieses Mal freilich ohne meine Eltern, welche bereits verstorben waren - das Pelmketal ("Wehringhauser Bachtal") aufwärts, dann den Wilhelm-Husemann-Weg und Försterpfad entlang zum Stern ("Am Stern") und weiter (über "Am Kreuzpunkt") in Richtung Selbecke, wobei ich allerdings interessante Objekte fand, selbst auf dem Rückweg (am Saupark):




AUS MEINER STUDENTENZEIT


Nachdem ich - zunehmend gestärkt durch diesbezügliche heimatkundliche Literatur - den Hagener Stadtwald und die südlich anschließenden Gefilde schon in meiner Jugendzeit unsicher gemacht hatte (einmal sogar dort - genauer: unterhalb des Bismarckturms am Goldberg - als heimlicher Zigarettenraucher von einem Mitarbeiter des Forstamts erwischt wurde), trat das Waldgebirge während meiner Studienzeit allmählich als archäologische Fundgrube in Erscheinung. Davon zeugt etwa mein Aufsatz über mittelalterliche bis neuzeitliche Arbeitsspuren im Hagener Stadtwald vom Dezember 1993.



AUS DER BERUFSZEIT


Nach meinem Umzug von Münster nach Schwelm (anno 1998) und zurück nach Hagen (anno 2004) rückte der Hagener Stadtwald - meinem neuen Wohnplatz am Kuhlerkamp südlich gegenüber gelegen - mir wieder deutlich näher.

Seit dem September 2004 wohne ich also wieder im ,wilden' Westen Hagens, und zwar an der Tückinger Höhe. Der unmittelbar benachbarte Tücking gehört bereits zum Hagener Stadtteil Haspe und weist ein eigenes waldreiches Gelände auf, welches vom Bremker Bach aus (an der Grundschötteler Straße) über die Halle ostwärts bis hinab nach Vorhalle reicht.

Von besonderem Wert erscheinen mir demgegenüber die Höhen im Süden des Tales der Ennepe. Hier zieht sich - ausgehend vom Goldberg - der Hagener Stadtwald über die Höhen, welche im Südwesten bis zum Klutertberg in Ennepetal-Milspe reichen. Schon in früher Jugend habe ich diese Höhen durchwandert, wobei der Drei-Türme-Weg eine Art Richtschnur bildete. An diesem Weg - durch den Fernmeldeturm auf dem Riegerberg jetzt viertürmig - orientierte ich mich auch im 2000er und 2010er Jahrzehnt - gerne ergänzt durch Abstecher über Waldplessen bis hin zur Hinnenwiese:


Bei meinen Erkundungen im Kleinen Kettelbachtal und an der Hinnenwiese war ich nicht nur im 1990er Jahrzeht erfolgreich. Eine Wanderung vom 26. Juli 2015 bot gleich eine Vielzahl von Neuigkeiten, so daß der daraus resultierende Stereofilm den bei mir üblichen Rahmen sprengte:


Bloß vom Goldberg aus (allerdings auch dahin zurück) verlief eine Tageswanderung am 22. August 2015 - hier 'mal ganz grob nach den Hagener (= HA) Notruf-Punkten (von mir mitunter auch als ,Höhenpunkte' bezeichnet): H9-1, H9-2, H9-4, H9-3, G10-2, G10-3, F11-4, F11-3, F10-1, H9-2, H9-1 (Robert-Kolb-Weg bis zum Eilper Hangstieg, In der Hemke, Zur Höhe, Robert-Kolb-Weg bis fast zur scharfen Kurve, Eilper Hangstieg, Höhenweg, Eggenweg, Griebweg, Kaiser-Friedrich-Pfad, Försterpfad, Elsa-Brandström-Weg, Aloys-Brinkmann-Weg, Schlangenstieg, Sebastian-Kneipp-Weg, Kanzlerweg, Auf dem Goldberg):

Dazu habe ich bei Facebook die Fotogalerie Rund um den Fernmeldeturm auf dem Riegerberg erstellt.

Am 21. Januar 2017 ging es über die Hestertstraße auf die Hesterthardt und Egge, anschließend durch das Wehringhausener Bachtal zurück in das Tal der Ennepe. Dazu habe ich ein Fotoalbum bei Facebook erstellt.

Im Folgenden gehe ich mehr auf einzelne "Punkte" und "Flecken" der vielbegangenen, aber gleichwohl noch vielfach unbekannten Bergregion ein!



ÖRTLICHES



Oberes Pelm(e)ketal


Wollen wir uns den Tälern von Ennepe und Volme aus südlicher Richtung nähern (also von der ,Märkischen' bzw. Breckerfelder Hochfläche her), um den besten Überblick über Hagen (und seine westlichen Vororte) zu gewinnen, so geschieht dies am besten durch den Stadtwald - etwa über den Höhenweg (Kanzlerweg) oder den Selbecker Stieg:
EU/D/NRW/HA/HagenerStadtwald/SW-Ansicht_EU_D_NW_HA_HagenerStadtwald_WehringhauserBachtal_1928
Blick vom Höhenweg (nahe Kreuzpunkt) auf das Pelmketal (sogenanntes "Wehringhauser Bachtal") - publiziert anno 1928

Mehr aus etwa dieser Perspektive finden Sie in meiner Annäherung an Wehringhausen.

EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Aussichten_vom_Goldberg/20161030w1423_DSC_3317_EU_D_NW_HA_Goldberg_Bismarckturm_Ausblick_OberesWehringhauserBachtal_1200x0675
(Das Quellengebiet des Wehringhausener Bachtals - mit ,Am Stern' im Hintergrund - vom Bismarkturm aus - 30. Oktober 2016 - Foto: Detlef Rothe)

Ein Thema für sich bildet die Waldlust im oberen Abschnitt des Wehringhauser (eigentlich: Wehringhausener) Bachtals, dessen Talsohle durch die Bachstraße gewissermaßen markiert wird. Die Ostseite des Tales durchstreifte ich nach langer Pause erstmals wieder am 31. März 2014:


Die Stadtwald-Wanderung am Ostersamstag - 19. April 2014 - ging von der Waldlust-Gegend aus zunächst zum Saupark und anschließend auf einen herrlichen Waldweg zwischen Eggenweg und Selbecker Stieg:

Am 25. April 2014 wanderte ich vom Bürgerschützenheim aus das Pelmketal (Pelmeke-Tal) aufwärts zum Wildgehege und Saupark, um anschließend noch die Gegend bei und unterhalb von Im Deerth näher zu erkunden:


Am 21. Januar 2017 ging es über die Hestertstraße auf die Hesterthardt und Egge, anschließend durch das Wehringhausener Bachtal zurück in das Tal der Ennepe. Dazu habe ich ein "Fotoalbum" bei Facebook erstellt.



Der Goldberg


Der Goldberg ist für die Hagener sicherlich Gold wert, auch wenn er manches von der ,Romantik' früherer Jahrhunderte verloren hat.

Haus auf dem Weg zum Bismarckturm um 1910. Digitale Kopie vom Originalabzug.

Posted by Hagen - Geschichte, Archäologie und Geologie on Freitag, 18. Dezember 2015


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(Geländezustand Neujahr 2016 - Foto: Detlef Rothe)

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(Ansichtskarte mit Darstellung der Gegenperspektive)

Schon als Kleinkind wußte ich: „Die Waldwege am Goldberg sind megageil!"
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Hier lernte ich richtig Laufen. (Foto: Wilhelm Rothe junior - zweite Jahreshälfte 1960)
Im Hintergrund (hinter dem Kopf meines Bruders): die Einmündung der Henschelstraße in die Gutenbergstraße.

Als Sechsjähriger wußte ich auch Spielkameraden/-innen für die Waldwege zu begeistern:
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Mein älterer Bruder, ein unidentifiziertes Mädchen und ich (Foto: unbekannt - 1965/66)
Im Hintergrund (links vom Kopf von Klaus) die Richard-Wagner-Straße:

EU/D/NRW/HA/EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Google_Maps_Modell_Richard-Wagner-Strasse_ vom_Goldberg_aus_1200x0614
Google-Simulation zum Vergleich

In der ersten Hälfte des 1960er Jahrzehnts (1961/1965) wurden im Fernsehen Filme über ,die drei Musketiere' mit den Titeln ,Haudegen der Königin' und ,Ohne Furcht und Tadel' nach Romanen von Alexandre Dumas dem Älteren gezeigt, welche auch meinen älteren Bruder und mich begeisterten. Daher dürfte es niemanden verwundern, daß wir mit degenähnlichen Stöcken aufeinander einkloppten - natürlich im nahen Wald. Das Mädchen in der Mitte ist die ,Königin', um welche es in der Hauptsache ging. Gerne überließ ich ihr meine Waffe und steckte die Hände gönnerhaft in die Hosentaschen. Keep smiling!

Besonders im Herbst lohnt sich ein Besuch des Goldberggipfels - nicht nur zum Drachensteigenlassen:


Schon früh standen die drei Aussichtstürme auf dem Goldberg, der Egge und der Hesterthardt im Mittelpunkt meines Interesses. Den Bismarckturm besuchte ich auf dem Goldberg, seit dem mich meine Füße trugen:
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(Mit der Mutter und dem älteren Bruder vor dem Turm - Foto: Wilhelm Rothe junior - Sommer 1961)

Da bieten sich eigene Vergleichsfotos an:

EU/D/NRW/HA/Hagen/Goldberg/Bismarckturm/20161030w1421_DSC_3303_EU_D_NW_HA_Goldberg_Bismarckturm_DETAIL_Frontansicht_1200x0914
(aus der Zeit der Restaurierung: 30. Oktober 2016)

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(nach der Restaurierung: 21. Dezember 2019)

Bei aller Idylle - da war aber noch was (folgende SW-Fotos: Wilhelm Rothe junior):

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Angstmachen gelang nicht wirklich:
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Wir blieben EIN Herz und EINE Seele:
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Nun, bis zum Drachentöter hat es aber nicht gereicht...

Im Winter 1962/63 rodelte ich dann im Alter von drei Jahren in Begleitung meines (älteren) Bruders auf dem Goldberg:
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EU/D/NRW/HA/Hagen/Goldberg/Bismarckturm/20160101w1527_DSC_1811_EU_D_NW_HA_Goldberg_Strasse_Auf_dem_Goldberg_001_Bismarckturm_1200x900
(Der Goldberggipfel mit dem Bismarckturm zu Neujahr 2016 - Foto: Detlef Rothe)

Noch im Sommer 1964 tollte ich auf dem damaligen Spielgelände herum:
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Im Hintergrund ist übrigens die Piste des Hagener Skiclubs zu sehen, welche zeitweise sogar über einen Skilift verfügte.

(vorige Schwarzweißfotos: Wilhelm Rothe junior)


Heutzutage finde ich auch die Umgebung des Gipfels toll, wie ein weiter Film verdeutlichen möge. Interesse findet stets der Ausblick vom Gold- und Riegerberg auf das Tal der Volme, hier vor allem auf den Bereich der Emster Hochfläche wie in dem kurzen Film in Andenken an Kindheitserinnerungen:


Die Früchte meiner wissenschaftlichen Arbeit (1990er und 2010er Jahrzehnt) wurden teilweise am 7. Juni und 26. Dezember 2015 ,geerntet' - mit einem ,Nachschlag' vom Neujahrstag 2016 und vom 9. Juli 2020:




Die Egge


Die Egge darf nicht mit ,Haus Egge' zwischen Hinnenwiese und Flugplatz Wahl verwechselt werden. Die Verbindung zwischen beiden "Eggen" stellt der Eggenweg her, welcher teilweise ,Elsa-Brandström-Weg' genannt wird.

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(Die Egge mit Volkssternwarte und Eugen-Richter-Turm vom Bismarkturm aus - 30. Oktober 2016 - Foto: Detlef Rothe)

Auf der Egge - mehr hierzu unter Pelmkestraße - besuchte ich als Jugendlicher die Volkssternwarte (Führung durch Albert Schäfer - die Aussichtsplattform des Turmes war damals leider unzugänglich), und auf der Hesterthardt bewunderte ich die Industrie und das lebendige Treiben (welches mich an eine Eisenbahnanlage erinnerte) im Tal der Ennepe - das galt ähnlich auch für das vom Bismarckturm aus bestaunte Stadtpanorama.

Aufmerksamkeit widmete ich schon früh der Gegend oberhalb unseres damaligen Schrebergartens (westlich der Henschelstraße in Richtung Rehsiepen. Obwohl der Eugen-Richter-Turm (Grundsteinlegung 9. Juni, Einweihung 22. Oktober 1911) in der Regel nicht bestiegen werden konnte, fand sich hier leicht ein Blick auf Wehringhausen und den Goldberg. Außerdem liegt nebenan die Sternwarte (Einweihung am 22. März 1962) der Arbeitsgemeinschaft Volkssternwarte Hagen e.V. mit einem bemerkenswerten Programm, und auch in der Umgebung findet sich leicht Interessantes:


Mit der Egge (Volkssternwarte, Eugen-Richter-Turm und Waldwege) befaßte ich mich am 7. April 2014 etwas näher:


Erst spät erkannte ich, daß die Gegend von Im Deerth, zum Beispiel zwischen Katzenstein und Falkenhorst an der Hestertstraße einerseits - entlang der Quellen des Rolandbaches - und dem Harkortswald oberhalb der Hördenstraße andererseits von archäologischer Bedeutung im Hinblick auf Rohstoffgewinnung und Verkehrswesen ist (zumindest im Hinblick auf das späte(?) Mittelalter und die frühe Neuzeit). Bis dahin genoß ich eher die Landschaft:

Aufschlußreich ist vor allem der erste zweier Filme zu dieser Wanderung:


Anläßlich des Jubiläums 60 Jahre Hagener Wildpark trieb ich mich am 19. Juni 2016 zwischen Hesterthardt und Waldlust herum:



Am 7. April 2018 wies ich auf einen interessanten Schürfgrubenkomplex im Bereich Im Deerth hin:


Während am Gold- und Riegerberg auf Grund der gruben- und grabenförmigen Vertiefungen, Steilwände und Halden eine wirtschaftliche Rohstoffnutzung offensichtlich ist, sind an der Egge die Befunde nicht so deutlich (Pingen und Bombentrichter sind hier - ähnlich wie am Goldberg - ohne nähere Untersuchungen nur schwer zu unterscheiden). Hinweise auf Trockenmauern, Hauspodien und Ofenreste fand ich am Wilhelm-Husemann-Weg beim Wildgehege (schräg oberhalb des Bürgerschützenheims) - eine nähere Bestimmung der Objekte steht aber aus:


EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Egge/Wilhelm-Husemann-Weg/20140407s1004_DSC_00009+0010_EU_D_NW_HA_Stadtwald_Egge_Wilhelm-Husemann-Weg_Bodenbefund_MONTAGE_KLEIN

An verschiedenen Stelle des Höhenzugs, aber auch unmittelbar an der Pelmkestraße (und Deerthstraße) lassen sich militärische Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg finden:


Mich reizen besonders die Hinweise auf Bergbau, wobei sich als Datierung wohl am ehesten das späte Mittelalter oder die frühe Neuzeit anbietet:




Im Mai 2021 befaßte ich mich erneut mit einem anscheinend natürlichen, aber nicht in Kalkgestein befindlichen Höhlengang zwischen Klutert und Wildgehege Im Deerth:


Der Eugen-Richter-Turm (vgl. meinen Pelmkestraße-Artikel) bildet - besonders nach vorausgegangenen längeren Touren - ein erstes "Training-Ziel" zur Wiederherstellung der Kondition:


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Klutert und Hesterthardt


Auf Grund seiner versteckten Lage und des längeren Anmarschweges war der Hasper Turm für Kaiser Friedrich für mich lange Zeit der geheimnisvollste - zuletzt gehörte er allerdings zu den interessantesten:


Beachten Sie bitte auch meine Aussichtsturm-Wanderung (zu Eugen Richter und Kaiser Friedrich) vom 19. Juli 2015 mit einem Film, in dem ich mich allerdings vorwiegend früheren heimatlichen Geschäftslokalen in Wehringhausen widmete, aber auch Eugen-Richter-Turm und die Hinnenwiese berücksichtige:


Auf der Nordseite des Elsa-Brandström-Weges - vor allem beim Karl-Jellinghaus-Weg - sind mir seit längerem Kuhlen und Hohlwege im Wald bekannt; am 19. Dezember 2015 ging ich diesen zwischen Im Deerth und Kaiser-Friedrich-Turm ,näher auf den Grund', und am 6. November 2016 schloß ich meine Untersuchungen zu Schürfstellen oberhalb der Schrebergärten (bzw. des Parkplatzes) des Kleingartenvereins Klutert e.V. ab:




Hinnenwiese / Waldplessen


Zwischen Kaiser-Friedrich-Turm und Hinnenwiese - und zwar unweit des Parkplatzes Waldplessen - habe ich nach dem Kyrill-Sturm (von anno 2007) auf der Suche nach vorindustriezeitlichen Schlackenhügeln die Szenerie mittels Fotos und Videos bildlich festzuhalten versucht:


Auch später befaßte ich mich mit der Gegend Waldplessen/Hinnenwiese - vorwiegend wohl im Jahr 2016:




Riegerberg und Krähnocken


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(Der Riegerberg mit Fernmeldeturm vom Bismarkturm aus - 30. Oktober 2016 - Foto: Detlef Rothe)

Am 13. April 2014 ging es - erstmals nach langer Zeit! - von der Waldlust-Gegend aus (und dorthin zurück) rund um den Riegerberg:


Am 3. Mai 2014 näherte ich mich der Selbecke hauptsächlich über den Robert-Kolb-Weg vom Goldberg her und kehrte über den Selbecker Stieg zurück auf die Höhen (Riegerberg und Goldberg):


Dem Robert-Kolb-Weg, der Straße ,Am Waldwege' und dem Eilper Hangstieg folgend erkundete ich das Gelände am 11. Juli 2014, also den Bereich zwischen Riegerberg, Oberhagen und Krähnocken, wobei ich am Eilper Hang wieder auf Hohlwegspuren stieß. Auch hierzu gibt es einen Stereofilm, ebenso von einer Wiederholung der Begehung vom 3. Mai - am 28. Juni 2015 -, bei welcher ich allerdings den Hemkebach zum Ziel hatte und unterwegs die Bergbau- und Altwegespuren näher erkundete



Das Wandern am Riegerberg geht weiter - hier mit Fotoalben bei Facebook und Filmen bei YouTube:






Diese Tour habe ich - ergänzt um einen Abstecher zum Bismarckturm - ein Jahr später wiederholt - wie immer zwar an den Waldwegen (hier: 3-Türme-Weg) orientiert, aber stets auf der Suche nach lokalen Besonderheiten:


Wegen der "Wiederholungen" trete ich bei meinen Videos und Fotoserien inzwischen etwas "kürzer" (Stand: Januar 2021). Außerdem veröffentliche ich meine Filme derzeit eher unter ,Hagener Stadtwald' bei Facebook:


Auch im Frühsommer 2021 war ich auf Rennfeuerschlackensuche - leider an der Höhwaldstraße (zwischen Buscher- und Riegerberg) immer noch nicht erfolgreich:

(Hinweis: im "abgesicherten Modus" des Webbrowsers könnte die Darstellung der Facebook-"IFrames" unterdrückt sein!)



FAZIT


Für den Verfasser ist ,Hagen in Westfalen' die reichste Stadt der Welt, denn sie hat mit dem Stadtwald ein wahres Kleinod und dazu in ihrem Zentrum nicht nur einen Goldberg mit Aussichtsturm, sondern auch einen parkartigen Stadtgarten, aus dem zu allem Überfluß auch noch ein Silberbach hervorquillt. Schöne Aussichten (gegenwärtig und für die Zukunft) sind wichtig, und diese beiden bietet der Goldberg reichlich (wenn sie in der Vergangenheit auch nicht immer rosig waren). Sehen Sie abschließend das traditionelle Hauptpostkartenmotiv als vorösterliches Video (23. März 2012):

(auch direkt abrufbar (4 MB))



CHRONISCH CHRONOLOGISCHES



1955


Die bei den verschiedensten Gelegenheiten (Schuluntersuchung, Einschulungsuntersuchung, Mütterberatungsstunden u. a. m.) zur Heilkur vorgeschlagenen Kinder und Jugendlichen konnten nur zum Teil zur Entsendung kommen, obwohl immerhin 359 Kinder und 64 Jugendliche in Sol-, Herz-, See- und [..] sonstige Heilbäder entsandt wurden.
In den stadteigenen Heimen fanden
425 Hagener und
75 auswärtige Kinder im Kindergenesungsheim Deerth sowie
362 Hagener Kinder im Kindertagesheim Selbecke Aufnahme.
Die durch die Entsendung erzielten Heilerfolge waren allgemein recht gut.
" (Stadtverwaltung 1956, S. 64)

Die Instandsetzung des ausgedehnten Wegenetzes wurde [..] im Stadtwald und an der Hasper Talsperre verstärkt fortgesetzt. Durch Aufbringen von Trümmerschutt und Abdecken mit Dolomitsand wurden rund 7 km Waldwege reguliert. [..]
Waldbrände wie Sturm- und Schneeschäden waren im Jahre 1955 nicht zu verzeichnen. Dem alljährlich festzustellenden Weihnachtsbaumdiebstahl wurde dank der intensiveren Mithilfe der Hagener Polizei durch Streifenwagen und andere Maßnahmen weitgehendst Einhalt geboten. Der Holzdiebstahl war unbedeutend, wogegen Beschädigungen der Kulturen sowie der zahlreich aufgestellten Ruhebänke
[..] nach wie vor häufig vorgekommen sind.
Die im Revier II - Stadtwald - aufgestellten Regenschutzdächer konnten nach Instandsetzung ihrem Bestimmungszweck wieder zugeführt werden.
" (Stadtverwaltung 1956, S. 115, Abs. 10 - 12) - „Nach Bereitstellung der erforderlichen Mittel wurde mit der Einrichtung eines neuen Wildparkes oberhalb der Waldlust begonnen. Das mit Dam-, Muffel- und Rehwild zu besetzende Gehege soll im Frühjahr 1956 fertiggestellt sein." (Stadtverwaltung 1956, S. 116, Abs. 2)



LITERATUR UND SONSTIGE SCHRIFTQUELLEN


Hinnerwisch 1902: C. Hinnerwisch, Adreß=Buch für den Stadtkreis Hagen i. W.. 1902 nebst neuestem Uebersichtsplan, 11. Auflage, Hagen i. W. (o.J.) [Vorwort vom Januar 1902].

Stadtverwaltung 1956: Stadtverwaltung Hagen (Statistisches Amt) (Hg.): Die Stadt Hagen im Jahre 1955, o.O. o.J. [Vorwort vom Mai 1956].

Bonner 1978: Emil Bonner: Der Grund und Boden unserer Heimat. Die Gewinnung des Eisensteins in Eilpe, in: Hagener Heimatbund (Hg.), Eilpe - Delstern - Selbecke. Landschaft - Geschichte - Menschen (Band IV der Schriftenreihe Hagen einst und jetzt, Sonderreihe Die Hagener Stadtbezirke), Hagen 1978, S. 7 - 8.

Janßen 1978: Johann Janßen: Der Raum Eilpe/Delstern im Schnittpunkt alter und neuer Verkehrswege, in: Hagener Heimatbund (Hg.), Eilpe - Delstern - Selbecke. Landschaft - Geschichte - Menschen (Band IV der Schriftenreihe Hagen einst und jetzt, Sonderreihe Die Hagener Stadtbezirke), Hagen 1978, S. 16 - 23.

Kersberg 1978: Herbert Kersberg: Der Grund und Boden unserer Heimat. Das Bergland im Süden des Hagener Raumes, in: Hagener Heimatbund (Hg.), Eilpe - Delstern - Selbecke. Landschaft - Geschichte - Menschen (Band IV der Schriftenreihe Hagen einst und jetzt, Sonderreihe Die Hagener Stadtbezirke), Hagen 1978, S. 2 - 6.

Schaub 1978: Karl Schaub: Der Grund und Boden unserer Heimat. Als noch Kalk- und Kohlenmeiler rauchten, in: Hagener Heimatbund (Hg.), Eilpe - Delstern - Selbecke. Landschaft - Geschichte - Menschen (Band IV der Schriftenreihe Hagen einst und jetzt, Sonderreihe Die Hagener Stadtbezirke), Hagen 1978, S. 9 - 10.

Voß 1978: Armin Voß: Ein Streifzug durch das Selbecker Tal, in: Hagener Heimatbund (Hg.), Eilpe - Delstern - Selbecke. Landschaft - Geschichte - Menschen (Band IV der Schriftenreihe Hagen einst und jetzt, Sonderreihe Die Hagener Stadtbezirke), Hagen 1978, S. 34 - 37.

Lehrkind 2007: Ferdinand Lehrkind: Stadtteile im Wandel. Eilpe, Delstern, Selbecke - eine Zeitreise, Hagen 1. Auflage 2007 (November).



LINKS


Der Hagener Stadtwald als Suchbegriff auf der Website der Stadtverwaltung.

Wandern in Hagen - Wegbeschreibungen mit Plänen, dabei eine Liste von Rundwanderwegen zum Stadtwald.

Eine (etwas ausführlichere) Liste von Wanderwegen zum Hagener Stadtwald bei www.berg-mark-wege.de.

Von der Abt. Hagen des Sauerländischen Gebirgsvereins e.V. markierte Wanderwege in Hagen

Erste Etappe des Talsperrenwegs (Hagen - Ennepetalsperre) im GPS-Wanderatlas Deutschland

Ein Rundwanderweg (mit herunterladbarem Track) Hestert - Hinnenwiese - Selbecke bei GPSies.com.

Lutz Koch zu den Gesteinsarten und insbesondere zu Fossilienfunden des Mitteldevons im nordwestlichen Sauerland

Die Seite für den Wald - 300 Jahre Nachhaltigkeit! (Deutsche Forstwirtschaft)


Zum Drei-Türme-Weg:

offizielle Website

Der Drei-Türme-Weg bei ,Hagen Online'

Der Drei-Türme-Weg im GPS-Wanderatlas Deutschland

Der Drei-Türme-Weg bei ,komoot'

Der besondere Kick für Läufer: 3-Türme-Trail

Zum 3-Türme-Weg gibt es ein stimmungsvolles Herbstvideo von YouTube-User Bandit6685:




DANKSAGUNG


DEN ENGAGIERTEN MITARBEITERN DES STADTARCHIVS HAGEN DANKE ICH FÜR DIE BEREITSTELLUNG SELTENER FOTOS BEI FACEBOOK, WELCHE AUCH MEINE ARBEIT IN VIELEM FÖRDERN!

Hinweis: Für die Aktualität, Funktionalität und Korrektheit der angegebenen Links erfolgt keine Gewähr!



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27.06.2021 21:04