REGIONALES: Hagen

Die Wehringhauser Straße in Hagen-Wehringhausen.

von Detlef Rothe, Hagen in Westfalen


Vorbemerkung: Text und Fotos unterliegen dem Copyright des jeweiligen Urhebers (Verfasser bzw. Photograph). Sofern ein solcher nicht angegeben ist, stammen Text und Foto vom Verfasser oder sind derzeit unbekannt. Bitte kontaktieren Sie vor einer Weitergabe die jeweilige Bezugsquelle!

Die Wehringhauser Straße in Hagen (Bundesstraße 7 in Wehringhausen) war einst die wichtigste Straßenverkehrsader in Hagens - dem heutigen Stadtzentrum - westlicher Nachbarschaft.

D/NRW/HA/Wehringhausen/1905_Uebersichtsplan_Wehringhausen_mit_den_Hammerwerken_Harkort_und_Post_an_der_Ennepe
Ausschnitt eines Übersichtsplans der Wehringhauser Straße (als durchgehender Straßenzug sichtbar) von anno 1905 mit den ehemaligen Hammerwerken Harkort (oben links, damals AFA bzw. ,Accu') und Post (oben rechts, Ecke Tauben-/Schwanenstraße) an der Ennepe, sowie der Städtischen Gasanstalt (unten links östlich der Einmündung der Rehstraße) und der Straßenunterführung vor der Schwenke (unten rechts) - nach Zarnke 2010

Von seinem früheren Flair als Hauptgeschäftsstraße im Tal der Ennepe hat dieser Verkehrsweg nach dem Zweiten Weltkrieg viel verloren (was schon im 1960er Jahrzehnt zu spüren war, ohne daß dem Konsequenzen im Sinne einer Trassenverlegung folgten), was nicht zuletzt an dem starken Verkehrsaufkommen unter beengten Verhältnissen liegt, wie ein im September 2009 aufgenommenes Video veranschaulichen mag; heute dominieren in der Umgebung dieser Durchgangsstraße diverse Gewerbeflächen und vernachlässigte Wohnhäuser.

Zur Einstimmung darf ich aus dem gelungenen Wehringhausen-Band von Jürgen Zarnke (November 2010) zitieren, wo die Verhältnisse der Zeit um 1965 von Südwesten gen Nordosten an der südlichen Straßenseite reflektiert werden („Anstelle eines Vorwortes" - S. 5):
An eine Fahrt mit der Straßenbahn war aus Kostengründen nicht zu denken, alle Wege wurden zu Fuß zurückgelegt. So lernte ich auch bald, Gerüche und Geräusche einzuordnen. [...] an der Ecke Rehstraße [] lagen noch zwei Kneipen mit Stehbierhalle, dem Außerhausverkauf. Der Geruch nach Bier und Schnaps war gut zu ertragen, im Gegensatz zu dem Gestank der immer frisch geteerten und mit Duftsteinen versehenen Pissoirs rechts unter der Eisenbahnbrücke. Die folgende Häuserzeile war zu dieser Zeit mit ihren Hinterhäusern teilweise schon sehr renovierungsbedürftig. Aus den Kellern kam stets ein muffiger Geruch, weil die Sonne bei der Bebauung keine Chance hatte. Links lag das Straßenbahndepot. Ein- und ausfahrende Bahnen verursachten ein Quietschen und Ächzen, welches die Geräusche der Personen- und Lastwagen auf der kopfsteingepflasterten Straße manchmal direkt leise erscheinen ließ. Vom rechtseitigen Busdepot her roch es stets nach Öl und Benzin. Dieser Geruch wurde schnell abgelöst durch den des Schlachthofes. Immer begegnete man Treckern mit offenen Hängern mit Kühen oder Schweinen, die auf ihrem letzten Weg waren. Und man roch das Blut, wenn geschlachtet wurde. Auch nicht gerade anheimelnd war das Gebiet rund um den Bodelschwinghplatz, der zu dieser Zeit schon lange zu einem Parkplatz verkommen war. Die Autos waren hier aber auch nicht sicher abgestellt. Denn bei starkem Regen kam es vor, dass der verrohrte Wehringhauser Bach die Gullideckel hoch katapultierte und das Wasser in Strömen über die Hauptstrasse floss. Linksseitig [...] hatte in den 60er Jahren der Moloch ACCU sich ausgedehnt. Vor der abgrenzenden hohen Mauer hielt sich über Jahre ein Imbisswagen, der oft einen Hasper Gast hatte, der hier gegenüber, mit dem Haus Nr. 43, sein Ziel erreicht hatte. [...] Ich lernte noch kleine Geschäfte kennen, die später den großen Supermärkten zum Opfer fielen. Wirte, Bäcker, Metzger und Friseure waren Mieter der Erdgeschosse der meisten Häuser."

Um die Wehringhauser Straße angemessen würdigen zu können, ist es notwendig, zeitlich weiter zurückzugehen! Zwecks Überblick über eine noch ältere Vergangenheit folgen hier daher einige Ansichten, wobei südwestlich der ,Schwenke' begonnen wird. Diese Örtlichkeit wird übrigens in dem zitierten Bildband von J. Zarnke ebenso wie der Hauptbahnhof näher behandelt.

Als weiteren Ausgangspunkt - Geschichtsquelle und Einführung zugleich - dient hier ein von Gustav Stellhorn im März 1898 herausgegebener Stadtführer (S. 26 - 28):
"
Die [...] mit Linden versehene Koloniestrasse [= Christian-Rohlfs-Straße] führt uns l. über Langestrasse, Wilhelmsplatz, Bismarckstrasse | und Augustastrasse in den neuen Stadtteil Wehringhausen, welcher an den genannten Strassen viele herrliche Bauten aufzuweisen hat. Am [südwestlichen] Ende der Augustastrasse überschreiten wir auf der Bachstrasse die Berg.-Märk.- (Elberfeld) und die Thalbahn nach Vörde. Zur Linken haben wir den unscheinbaren Wehringhauserbach und etwas weiter das Wehringhauser Kriegerdenkmal. Jetzt sind wir in dem alten Wehringhausen angekommen und wenden uns bei der Restauration von A. Romberg, früher Heyden, nach links. Nach 1 Min. erblicken wir r. die alte Harkort'sche Besitzung und dahinter, etwas von der Strasse ab, an der Ennepe die Akkumulatorenfabrik (Akt.-Ges.). Die Besichtigung dieses Werkes ist, wenn man sich Erlaubnis erwirken kann, sehr zu empfehlen. Nach 2 Min. gelangen wir an die Werkzeugfabrik von R. & H. Vorster, vor welcher die Ladestation der elektr. Strassenbahn sich befindet. Der Harkort'schen Besitzung gegenüber biegt l. die Minervastrasse ein. Dieselbe führt zur Werkzeugfabrik von Beyersmann und zum Schlachthof. Der Schlachthof, aus Gasthof, Börsenhalle und Viehhallen bestehend, ist mittelst Geleise mit der Bahn verbunden. (Markt Montags.) Kurz hinter der rhein. und Thalbahn endigt mit der Rehstrasse und dem Rehsiepen das Gebiet des Stadtkreises Hagen und fängt hier Kückelhausen (Bahnhof für die Thalbahn) an, welches zu Haspe gehört.
Treten wir den Rückweg an, so gelangen wir da, wo die Wehringhauserstrasse nach r. schwenkt, an die Fabrik von Bechem & Post (Centralheizungen und Wasserstaub-Feuerung). Derselben gegenüber befindet sich im Park die Villa des verstorbenen Herrn Post. Geradeaus erblicken wir schon die Schlote der nahegelegenen grossen Fabriken von Eicken & Co. und Funcke & Elbers (Krimm.). Jenseits der Bahnunterführung fällt uns an der Neuen Friedrichstrasse ein | komischer Bau, Wunderbau genannt, auf. Derselbe ist von gefangenen Franzosen 1870/71 aufgeführt. Die kurz vor der Volmethalbahn gelegene Kur-Badeanstalt von Fr. Osthoff sei hier auch empfohlen
".

Um einen Überblick über den gewaltig erscheinenden Wandel in den letzten 200 Jahren zu gewinnen, folgen hier hauptsächlich bildliche Ansichten, wobei südwestlich der sogenannten ,Schwenke' begonnen wird.


Schwenke

Da der Verkehrknoten an der Schwenke hauptsächlich unter „Bahnhofviertel" behandelt werden soll, finden Sie hier kontrastierend bloß einen Blick von der Einmündung der Södingstraße in Richtung Hauptbahnhof mit Einmündung der von rechts kommenden Elberfelder Straße anno 1939 (Foto von Johann Janßen):
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Schwenke/1939xxxx_Schwenke_von_der_Einmuendung_der_Wilhelmstrasse_(Bergischer_Ring)_in_die_Wehringhauser_Strasse_(J.Janssen)
Es folgt der Nachkriegszustand um 1945 (Farbdia von Otto Fernholz):
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/Wehringhauser_Strasse_von_Soedingstrasse_Richtung_Hbf_um_1945_OttoFernholz_img025
(Der Graf-von-Galen-Ring entstand später etwas mehr rechts als die abgebildete, längst verbaute Verlängerung der heutigen Straße Am Hauptbahnhof (früher: Kölner Straße, danach: Ebertstraße und Adolf-Hitler-Straße).
Die Situation an der Schwenke mit Blick auf den Berliner Platz von der Einmündung des Bergischen Rings (ehemalige Wilhelmstraße) aus heutiger Sicht:
EU/D/NRW/HA/Hagen/Graf-von-Galen-Ring/20050605_1352_IMAG0035_Graf-von-Galen-_von_Bergischer_Ring (Den Lauf der Kölner Straße (alias Straße Am Hauptbahnhof) muß man sich als mitten durch das querliegende Verwaltungsgebäude führend vorstellen!)

Es folgen zwei Ansichten der Gegenrichtung zur Straßenunterführung vom Jahr 2005 und von anno 2004:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Schwenke/20050605_1356_IMAG0045_NO-Ende_WehringhauserStrasse_von_Schwenke_aus EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20041120_1511_DSCI0040
Zum Vergleich eine Aufnahme von Siegmar Peter (Schwerte) vom April 1975:
D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/197504xx_SP_0920_00013_von_Siegmar_Peter (Quelle)

Ein Blick von der Fußgängerbrücke zurück in Richtung Schwenke gewährt der selbe Photograph (Quelle) für den Oktober 1974:
D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/19741021_SP_0902_00020_von_Siegmar_Peter
Zum Vergleich ein eigenes Foto vom September 2009 (ein Jahrhundertdrittel später...):
D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20090925-1350s_PICT0092_HA-Wehringhausen_Wehringhauser_Strasse_Fussgaengerbruecke_Blick_zum_Hbf


Unterführung der Wehringhauser Straße

Zur Einstimmung empfehle ich einen Blick in das Video von der Fahrt durch die Unterführung zur Weidestraße anläßlich der Neujahrsnacht 2010 (28 MB). (Die Fortsetzung finden Sie übrigens unter ,Cooler Kuhlerkamp'.)

Auf die Einmündung der Södingstraße folgt diejenige der Sternstraße (mit Treppe zur B 7 und einer Fußgängerbrücke), dann schwenkt die Wehringhauser Straße nach rechts (Norden) zur Unterführung:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050605_1410_IMAG0069_Einmuendung_Sternstrasse_in_WehringhauserStrasse (Sommer 2005)
Zum Vergleich die umfangreichen Straßenerweiterungsmaßnahmen im Sommer 1959:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/19590xxx_D_NEW_HA_Wehrunghausen_WehringhauserStrasse_von_HansWehner(GoebelRudat2009S60unten) (Foto von Hans Wehner - bei Göbel u. Rudat 2009, S. 60, Abb. unten)

Dazu die Detail-Studie eines Autofahrers zur (inzwischen veränderten) Hinterhof-Idylle neben der Södingstraße (früherer Name: Neue Friedrichstraße) anno 2005:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050605_1410_IMAG0070_Blick_aus_Autofenster_von_B7_auf_Hinterhof-Idylle_Soedingstrasse (Juni 2005)

Nicht immer waren sich Bus und Bahn hier grün (Foto vom 2. Juli 1970 gemäß Göbel u. Rudat 2009, S. 197):
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/HA-Wehringhausen_Wehringhauser_Strasse_Unterfuehrung_um_1970_(L+R1989-199) - Das Foto ist übrigens nicht ohne symbolischen Reiz, verdrängte doch zunehmend der Linienbus die gute alte Tram, welche sich trotz einer gewissen Tendenz zum ,Größerwerden' im Nahverkehr immer weniger durchsetzen konnte. Busse waren einfach flexibler einzusetzen und Schwebebahnen wohl zu teuer! Gerade der ,Anderthalbdecker' - auch als ,Bulle' bekannt - war wegen seiner gemütlichen Ecken unten und der hervorragenden Aussicht oben sehr beliebt. Diverse Unfälle haben schließlich dazu geführt, daß anno 1971 die Straße im Unterführungsbereich nach Süden hin erweitert und der dadurch betroffene Bürgersteig durch eine über (bzw. durch) den Straßenstaub auf die andere Straßenseite führende Fußgängerbrücke ersetzt wurde.

Betrachten Sie hierzu das Video vom September 2009, welches ich in der Unterführung aufgenommen habe (ca. 14 MB). Hier sollte man einmal Feinstaubwerte messen!

Beim Passieren mit der Eisenbahn ergibt sich folgendes Bild der Einmündungen von Fabrikhof- (rechts) und Schwanenstraße (weiter links) in die Wehringhauser Straße:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20051127_1325_IMAG0055_Ueberquerung_der_Wehringhauser_Strasse_mit_Einmuendung_Schwanenstrasse (27. November 2005)
Zum Vergleich hierzu ein - quasi tiefergelegtes - Foto vom Herbst 2009, aufgenommen von der Wehringhauser Straße aus:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20090925-1355s_PICT0096_HA-Wehringhausen_Unterfuehrung_der_Wehringhauser_Strasse_mit_Einmuendung_Schwanenstrasse

Wie schwungvoll es auch nach dem Passieren der Unterführung zugeht, zeigt ein von der Einmündung der Fabrikhofstraße aufgenommenes Foto von 1964 (R. Löttgers/W. R. Reimann):
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/19640905_HA-Wehringhausen_Wehringhauser_Strasse_Ecke_Fabrikhofstrasse_(L+R1989-202)

Die Fortsetzung der Häuserfront zeigt eine Aufnahme von D. Waltking vom Sommer 1950:
D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/19500701_HA-Wehringhausen_Wehringhauser_Strasse_Tram-HS_Schwanenstrasse_(D.Waltking)

Dank Siegmar Peterläßt sich hier eine kleine Retrospektive auf die Haltestelle Schwanenstraße vom November 1974 ergänzen:
D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/197411xx_SP_0904_00009_von_Siegmar_Peter (Quelle)

Ein Blick vom Vorgelände der Villa Post (welche in dem Block zwischen Taubenstraße, Schwanenstraße, Wehringhauser Straße und Weidestraße steht) zurück zur Unterführung anno 2005:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050527_1636_IMAG0030_Eisenbahnunterfuehrung_von_Villa_Post_aus (Foto: Detlef Rothe, 27. Mai 2005)

Ursprünglich ging es von hier (links liegt die Schwanenstraße) im Zuge der ,Kölner Straße' geradeaus über die heutige Fabrikhofstraße zum (Haupt-)Bahnhof (links davon - zur Ennepe hin - liegt die ,Krimm'):
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050527_1637_IMAG0034_Einmuendung_Fabrikhofstrasse (Foto: Detlef Rothe, 27. Mai 2005)

Der Bereich entlang der Wehringhauser Straße (,Kölner Straße') zwischen Schwanenstraße und Bodelschwinghplatz wies früher einen geradezu als großstädtisch zu bezeichnenden Charakter auf:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/19xx_WehringhauserStrasseNaheBodelschwinghplatzRichtungWeidestrasse_20041205 (Ansichtskarte von 1905 oder etwas früher)

Dies blieb zum Teil - eingeschränkt wegen der Bombardierungen - bis lange nach dem Zweiten Weltkrieg so. Man mag kaum glauben, daß auch gutbürgerliche Etagenhäuser, welche der Krieg nicht wirklich ins Wanken brachte, modernen Abrißbirnen zum Opfer fielen und dabei bloß zugeteerte Flächen hinterließen, wie hier an der Einmündung der Weidestraße; ein ähnlicher Fall wie beim Pelka-Haus an der Rehstraße, welches auch im Zuge der - schon 1959/1971 im Bereich der Bahnunterführung erkennbaren, dann westwärts fortschreitenden - Neigung zur Straßenausdehnung (statt -verlegung) vernichtet wurde:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/1962xxxx_D_NRW_HA_Wehringhausen_WehringhauserStrasse_Einmuendung_Weidestrasse_von_ReinhardtTodt(GoebelRudat2009S72unten) (Foto von Reinhardt Todt anno 1962 - bei Göbel u. Rudat 2009, S. 72, Abb. unten)
Wie der Vergleich mit einer Aufnahme des Verfassers vom Mai 2010 zeigt, fielen die Etagenbauten an der Wehringhauser Straße einer Verbreiterung des Hauptverkehrsweges zum Opfer:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20100512s1153_PICT0016_D_NRW_HA_Wehringhausen_WehringhauserStrasse_Einmuendung_Weidestrasse_stadteinwaerts
Wer mag hier einst - wenn die ,Bahnhofhinterfahrung' Wirklichkeit geworden ist - die Lücken wiederauffüllen wollen?! Vorsorglich mutet man etwaigen Fußgängern, welche von der Innenstadt zum Kuhlerkamp wollen, in der Planung bereits große Umwege zu - offenbar will man diesmal eine Fußgängerbrückenlösung (hier: über die ,berüchtigte' Ennepe) vermeiden?


Villa Post und Groote-Center

Um 1945 sah es an der Schwanenstraße - im Bereich der Krimm - schon recht unfreundlich aus, denn die (hier freilich recht intakt wirkende) Stahlfabrik (,Stahlwerke Südwestfalen AG' - früher ,Eicken & Co.' und ,Funcke & Elbers', zuvor schon ,Post'-Hammerwerke ) EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Schwanenstrasse/Stahlwerke_Suedwestfalen_hinter_Schwanenstrasse_um_1945_OttoFernholz_img024 (Foto: Otto Fernholz) dürfte wie die nahe Hauptpost und der Hauptbahnhof ein wichtiges Kriegsziel der Allierten im Zweiten Weltkrieg dargestellt haben.
Heute ist die Szene im Winkel zwischen Schwanen- und Fabrikhofstraße eher friedlich-idyllisch...: EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Schwanenstrasse/20050527_1649_IMAG0048_Fabrikhof_Schwanenstrasse

Diese Gegend stand schon früh im Zeichen der Eisenindustrie; bekannt sind die der Familie Post gehörenden und von der Ennepe über einen Teich gespeisten Hammerwerke in der nordöstlichen Verlängerung der Taubenstraße (an der Ecke zur Schwanenstraße), welche ein Foto aus dem 1860er Jahrzehnt (etwa) darstellt: EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/Taubenstrasse/186xxxxx_Wehringhausen_Taubenstrasse_Ecke_Schwanenstrasse_Hammerteich_Post_nach_Nordosten

Weiter südwestwärts steht - gewissermaßen als ruhiger Hafen am Rande des Verkehrsflusses - die restaurierte Villa Post, welche mittlerweile eine Volkshochschule ist:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/VillaPost/20100512s1153_PICT0017_D_NRW_HA_Wehringhausen_WehringhauserStrasse_Einmuendung_Weidestrasse_stadteinwaerts (Ansicht der Frontseite von der Einmündung der Weidestraße her - Foto: Detlef Rothe, 12. Mai 2010)
Ergänzend dazu eine Ansicht vom Mai 2005:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/VillaPost/20050527_1632_IMAG0028_Einmuendung_Weidestrasse

Idyllischer mutet die Gartenseite an (was unter dem Rasen liegt, ignorieren wir geflissentlich):
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/VillaPost/20050527_1634_IMAG0029_Gartenseite_der_Villa_Post (Foto: Detlef Rothe, Mai 2005)

Ein näherer Blick auf den Eingangsflügel läßt nichts Böses ahnen:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/VillaPost/20050527_1636_IMAG0032_Villa_Post_Eingangsbereich (Foto: Detlef Rothe, 27. Mai 2005)
Aber auch hier verankerten sich einst die Zeichen einer neuen, zerstörerischen Zeit:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/VillaPost/19400xxx_Bombentrichter_vor_der_Villa_Post Ein früher Bombentrichter anno 1940!

Die Fabrikanten-Villa in einem Postkartenausschnitt der 1930er Jahre:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/VillaPost/193xxxxx_Villa_Post_auf_einer_SW-AK_Wehringhausen_mit_4_Motiven_um_1935 (Scan gesponsort von Siegmar Peter)
Heutzutage zeigt sich die alte Dame - zumindest beim Blick von Westen her - weitgehend hinter alten Laubbäumen verborgen - zwei ,rush hour'-Motive an der Einmündung der Weidestraße:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/VillaPost/20050527_1639_IMAG0037_Villa_Post EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050527_1639_IMAG0038_zwischen_VillaPost+Groote-Center_nach_NO (Fotos vom 27. Mai 2005 von Detlef Rothe)

Dazu noch ein winterliches Panorama-Foto mit Blick sowohl auf die Villa Post als auch auf das Groote-Center:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20100103w1224_PICT0004_D_HA-Wehringhausen_Villa_Post_an_der_Einmuendung_der_Weidestrasse_in_die_Wehringhauser_Strasse (Foto: Detlef Rothe, 3. Januar 2010)

Hier finden Sie auch ein anschließend aufgenommenes Video (03.01.2010, 12:24-12:25 Uhr - 2,7 MB).

EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/VillaPost/20101126w1150_PICT0212_EU_D_NRW_HA-Wehringhausen_Villa_Post_von_der_WehringhauserStrasse26b EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/VillaPost/20101126w1151_PICT0213_EU_D_NRW_HA-Wehringhausen_Villa_Post_von_der_WehringhauserStrasse26b Ausblick vom Haus Wehringhauser Straße 26 b im Groote-Center: Villa Post mit dem Kuhlerkamp im Hintergrund (Fotos: Detlef Rothe - 26. November 2010)
Die hier - am Standort des Photographen - zum Besuch anstehende psychologische Praxis erwies sich übrigens als unauffindbar, war also auch schon weg (wie das ,TanzCentrum' Wolfgang Stein, welches sich in der Wehringhauser Straße 25 b des Groote-Centers angesiedelt hatte, nunmehr aber in der Innenstadt residiert)!

Der Villa Post gegenüber besteht - gewissermaßen als eigenes Kleinod Antikes mit Modernem beantwortend - im Groote-Center der Nachfolgekomplex der Süßwarenfabrik Grothe (früher Fabrik von Zentralheizungen und Wasserstaub-Feuerungsanlagen "Bechem & Post"):
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050527_1634_IMAG0039_Groote-Center EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050527_1640_IMAG0040_Groote-Center (Mai 2005)

Ein Kunstwerk für sich stellt gewiß der an der Straßeneinmündung installierte Schilder- und Ampelwald dar: EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20100512s1153_PICT0018_D_NRW_HA_Wehringhausen_WehringhauserStrasse_Einmuendung_Weidestrasse_stadteinwaerts (Foto: Detlef Rothe, 12. Mai 2010)

Die Wehringhauser Straße ist zwischen Groote-Center und Villa Post EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050527_1637_IMAG0033_WehringhauserStrasse_gegenueber_Einmuendung_Weidestrasse - wie auch bei einigen anderen Abschnitten EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20051022_155x_IMAG0024_WehringhauserStrasse_gegenueber_Einmuendung_Weidestrasse (an der Einmündung der Weidestraße im Oktober 2005) - vierspurig ausgebaut.
In Richtung Bodelschwinghplatz und der darauf folgenden Einmündung der Minervastraße - also gen Westen - verengt sich die Bundesstraße allerdings auf Grund der noch bestehenden gründerzeitlichen Bebauung: EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050527_1636_IMAG0031_Vorgelaende_Villa_Post

Für den Abschnitt Groote-Center/Bodelschwinghplatz mit seinem Germania-Saal bzw. ehemaligen ,Volkshaus' und seiner Umgebung verweise ich auf den bereits zitierten Bildband von Jürgen Zarnke, welcher in dieser Gegend offensichtlich ganz Zuhause ist!


Bodelschwinghplatz

Besonders vornehm EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/191xxxxx_WehringhauserStrasseAmBodelschwinghplatz_um_1917_20041205 (zum Vergleich: anno 2005 EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050527_1632_IMAG0027_WehringhauserStrasse_ostwaerts_am_Bodelschwinghplatz und anno 2010 EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20100512s1153_PICT0015_D_NRW_HA_Wehringhausen_WehringhauserStrasse_Einmuendung_In_der_Beuke_stadteinwaerts) ging es in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts am damals das Zentrum Wehringhausens bildenden Bodelschwinghplatz zu: EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Bodelschwinghplatz/Bodelschwinghplatz_um_1910
Heute brilliert dieser eher mit viel Grün: EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Bodelschwinghplatz/20050528_1647_IMAG0105_Bodelschwinghplatz_von_NW
Man sehe sich dazu einmal mein Video vom September 2009 an, welches ich nahe der ehemaligen Post-Filiale an der Bachstraße am Bodelschwinghplatz aufgenommen habe (ca. 40 MB!).
Der erst kürzlich renovierte Drei-Kaiser-Brunnen EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Bodelschwinghplatz/20050528_1648_IMAG0109_Dreikaiserbrunnen (hier in einer Ansicht von der vorletzten Jahrhundertwende: EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Bodelschwinghplatz/Detail_einer_colorierten_AK_vom_Dreikaiserbrunnen_mit_Wehringhauser_Strasse_um_1900) fällt in dieser Vorstadt-Oase besonders ins Auge - sehen Sie hier je eine Aufnahme von etwa 1910 EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Bodelschwinghplatz/Dreikaiserbrunnen_um_1910 und - rund 100 Jahre später - vom Mai 2005... EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Bodelschwinghplatz/20050528_1647_IMAG0107_Bodelschwinghplatz
Auf der nordwestlichen Seite der Wehringhauser Straße stand einst auf Höhe des Platzes das örtliche Postamt der Kutschenzeit, welches nach Verlegung der Filiale in ein Mietshaus an der Bachstraße (Nordostseite des Platzes nahe dem Fußgängertunnel unterhalb der Bahnanlagen) - EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Bodelschwinghplatz/193xxxxx_Detail_Bodelschwinghplatz_einer_SW-AK_Wehringhausen_um_1935 hier in einem Postkartenausschnitt der 1930er Jahre (Scan von Siegmar Peter) - bloß noch als Gastwirtschaft genutzt und schließlich - anläßlich der Weltwirtschaftskrise - 1928/29 abgerissen wurde: D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/192xxxxx_ZurAltenPost

Einen Gesamtüberblick des Platzes bietet - mit Blick südwärts in Richtung Bahnanlagen (in dem Wohnblock links die neue Postfiliale) - nur eine Postkartenzeichnung aus den Jahren um 1900:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Bodelschwinghplatz/190x_Bodelschwinghplatz_von_WehringhauserStrasse__19021202

Von dem Kriegerdenkmal, welches den Vorläufer des Dreikaiserbrunnens darstellt, ist mir nur eine Darstellung bekannt, und zwar auf einer Ansichtskarte von etwa 1898, von der ich hier einen Ausschnitt zeige, auf dem rechts auch die Restauration zur Post von Albert Romberg zu sehen ist (vgl. Zarnke 1910, S. 37):
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Bodelschwinghplatz/Postkartenausschnitt_EU_D_NRW_HA-Wehringhausen_WehringhauserStrasse058_Restauration_zur_Post_um_1898

An der linken Ecke der anderen Postkartenlithographie erkennt man übrigens eine weitere Gaststätte, und zwar mit dem sinnigen Namen Schenkwirtschaft zur guten Stunde: EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Bodelschwinghplatz/Schenkwirtschaft_zur_guten_Stunde_Karl_Kaiser_WehringhauserStrasse_Ecke_Bachstrasse_abgerissen_1903_oder_1904
Diese verschwand bereits zu guter Stunde in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts, mußte die beiden Weltkriege also nicht mehr erleben.

Zu Anfang des Jahres 2010 entstand das Video einer Autofahrt auf der Wehringhauser Straße vom Bodelschwingplatz bis zur Einmündung der Minervastraße (03.01.2010, 12:26 Uhr - 5,6 MB).


Zwischen Fischer- und Dieckstraße

Nahe der Einmündung der Minervastraße - nördlich davon EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050528_1639_IMAG0096_Einmuendung_der_Fischerstrasse - befindet sich an der westlichen Ecke der Einmündung der Fischerstraße als Haus Nummer 72 der Wehringhauser Straße ein altes, mit Schiefer verkleidetes Fachwerkhaus: EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050528_1631_IMAG0075_ehemaliges_Simpl__mit_Einmuendung_Fischerstrasse
Hier befand sich vor Jahren eine gemütliche Pinte (Gaststätte) namens Simpl, welche seinerzeit nicht nur wegen ihrer Käsebrötchen berühmt war: EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/19781104_2200_Fotoalbum0404_Theke_im_Simpl EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/19781104-2200_0R55_Fotoalbum0405_Simpl-Szene EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/1979050x_12-27_Fotoalbum0427_Simpl-Szene (Fotos des Verfassers 1978/1979) - EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Simpl/197xxxxx_Werbung_Simpl_in_DieLupe65_19790529.jpg (Anzeige vom Mai 1979)

Von hier fällt ein Blick zurück in Richtung Bodelschwinghplatz:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/SW-AK_EU_D_NRW_HA-Wehringhausen_Wehringhauser_Strasse_an_der_Einmuendung_Minervastrasse_gen_Bodelschwinghplatz_um_1910 (um 1910) - EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/193xxxxx_Detail_Wehringhauser_Strasse_von_Einmuendung_Fischerstrasse_einer_SW-AK_Wehringhausen_mit_4_Motiven_um_1935 (um 1935 - Scan von Siegmar Peter) - EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050528_1631_IMAG0076_WehringhauserStrasse_zwischen_Fischerstrasse+Bodelschwinghplatz (28.05.2005 - Foto: Detlef Rothe)

An der Südostseite der B 7 zwischen Bodelschwinghplatz und der Einmündung der Minervastraße EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/SW-AK_EU_D_NRW_HA-Wehringhausen_Wehringhauser_Strasse_zwischen_Minervastrasse_und_Bodelschwinghplatz_um_1910 (um 1910 - eine Postkarten-Ansicht) - EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/193xxxxx_Detail_Wehringhauser_Strasse_mit_Einmuendung_Minervastrasse_einer_SW-AK_Wehringhausen_mit_4_Motiven_um_1935 (um 1935 - Scan von Siegmar Peter) - EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050528_1638_IMAG0093_Einmuendung_Minervastrasse_bis_Bodelschwinghplatz (2005) und auch auf der nordwestlichen Straßenseite - hier bis zur Einmündung der Dieckstraße - stehen wieder sehenswerte Gründerzeit-Mietshäuser: EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050528_1633_IMAG0079_Dieckstrasse_Ecke_WehringhauserStrasse EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050528_1633_IMAG0078_Dieckstrasse-Minervastrasse EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050528_1633_IMAG0080_Einmuendung_Minervastrasse_in_WehringhauserStrasse EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050528_1638_IMAG0094_Mietshaus_gegenueber_Minervastrasse (2005)


Gut Söding

Eine wechselhafte Vergangenheit zwischen Abbruch, Krieg und Frieden läßt sich vor allem im südlichen Winkel zwischen Wehringhauser Straße und Minervastraße beobachten: EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/Gut_Soeding_vor_1875
Das - in einer älteren Lithographie noch mit zwei Treppengiebeln versehene - Gutshaus Söding EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/GutSoeding/1848xxxx_Gut_Soeding_in_Lithograhie_Eduard_Schulte kann als früheres Ortszentrum Wehringhausens gelten. Es wurde im 1870er Jahrzehnt abgerissen. Die aktuelle Situation im Winkel zwischen dem ehemaligen Busdepot (heute befindet sich hier eine IMO-Autowaschstraße nebst ALDI-Supermarkt), den Eisenbahnbrücken über die Minervastraße und der Südostseite der Wehringhauser Straße stellt sich folgendermaßen dar (Fotos vom Mai 2005): EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050528_1724_IMAG0154_Hofseite_Ecke_WehringhauserStrasse+Minervastrasse EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Minervastrasse/20050528_1724_IMAG0153_Blick_Richtung_WehringhauserStrasse+Dieckstrasse
Auch in diesem Bereich der Wehringhauser Straße gab es ein ,bombiges' Nazi-Intermezzo: EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/WehringhauserStrasse_westlich_Einmuendung_Minervastrasse_um_1941_OttoFernholz_img001 (Foto: Otto Fernholz) - Das selbe Gelände nach diversen Reperaturen... (Mai 2005):
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050528_1635_IMAG0082_WehringhauserStrasse_westlich_Einmuendung_Minervastrasse EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050528_1637_IMAG0089_EU_D_NRW_HA-Wehringhausen_WehringhauserStrasse_Bushaltestelle_Minervastrasse EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050528_1733_IMAG0171_WehringhauserStrasse_mit_Einmuendung_Minervastrasse_und_Turm_Michaelskirche

Westlich der Minervastraße nähern wir uns allmählich der Überführung der Rheinischen Bahn über die B 7, welche zu diesem Zweck leicht eingetieft wurde:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050528_1636_IMAG0087_WehringhauserStrasse_westwaerts_bei_Aldi EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050528_1635_IMAG0085_WehringhauserStrasse+Eisenbahnbruecke_westwaerts EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050528_1731_IMAG0166-168_Hagen_WehringhauserStrasse_Gelaende_des_ehemaligen_Strassenbahndepots (Aufnahmen vom Mai 2005)
Hier wieder das Kontrastbild zur ,Tabula rasa' - diesmal aus dem Jahr 1964 und - man könnte fast sagen: natürlich - mit Straßenbahn:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/1964xxxx_D_NRW_HA_Wehringhausen_WehringhauserStrasse_gen_SW_vonWRReimann(GoebelRudat2009S119oben) (Aufnahme von Wolfgang R. Reimann - Göbel u, Rudat 2009, S. 119, Abb. oben)
Weit im Hintergrund erkennt man die Überführung der Rheinischen Bahnstrecke.

Vor dem heute vermieteten ehemaligen Verwaltungsgebäude der ,Accu' befand sich eine Straßenbahnhaltestelle, wie ein anderes Foto aus der ersten Hälfte des 1960er Jahrzehnts im Bereich der Dieckstraße zeigt (gemäß R. Löttgers u. W. R. Reimann von R. Todt):
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/196207xx_HA-Wehringhausen_Wehringhauser_Strasse_nahe_Dieckstrasse_Richtung_Minervastrasse_(R.Todt)
Die 60er-Jahre-Fotos dokumentieren übrigens auch, daß die Erinnerung von Jürgen Zarnke an das Straßenpflaster in diesen Bereich - im Gegensatz etwa zur Berliner Straße in Kückelhausen (der Fortsetzung der B 7; hier beispielsweise bei Ford Könneker) - trügt. Nur die Tram-Trassen waren in der Wehringhauser Straße mit Pflaster ausgestattet!

Zum weiteren Vergleich und zur Orientierung bietet sich das Video von einer winterlichen Autofahrt die Wehringhauser Straße hinauf zur Bahnüberführung nahe der Rehstraße an (14.02.2010, 12:15-12:16 Uhr - 3 MB).


Depot der Hagener Straßenbahn AG

EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Tramdepot/HA-Wehringhausen_Uebersichtsplan_der_Depots_der_Hagener_Strassenbahn_AG_1950_(L+R1989-244).jpg
(Grundrißskizze der Gleisanlagen entlang der Wehringhauser Straße um 1950 von R. Löttgers u. W. R. Reimann)
Dazu je ein das Depot wiedergebender Ausschnitt von Osten und Westen aus Luftbildern vom Juli 1963, welche im Hagener Stadtarchiv verwahrt werden:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/196307xx_HA-Wehringhausen_Wehringhauser_Strasse_Strassenbahn-Depots_Luftbild_von_O
(zum Vergleich der Detail-Ausschnitt eines Fotos von Hans Blossey in der Westfalenpost, Lokalteil Hagen, vom 8.10.2009: EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/Farb-Foto_HA-Wehringhausen_Varta-Zentrum_WP20091008_von_Blossey_Ausschnitt)

EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/196307xx_HA-Wehringhausen_Wehringhauser_Strasse_Strassenbahn-Depots_Luftbild_von_W

Ein Relikt früherer Herrlichkeit stellte südwestlich der Minervastraße zu beiden Seiten der Bundesstraße das Bus- und Straßenbahn-Depot der Hagener Straßenbahn AG dar. Während das Bus- und Vorortbahndepot auf der südöstlichen Seite der B 7 wegen der Zufahrt in der Beschreibung der Minervastraße behandelt wird, soll hier das größere Straßenbahndepot an der Nordwestseite in der Nachbarschaft der ehemaligen Akkumulatorenfabrik (,Accu') behandelt werden, zumal auch geschäftliche Beziehungen zwischen beiden Aktiengesellschaften bestanden (Akkumulatoren-Straßenbahn um 1900).

Eine Ansicht aus dem 1920er Jahrzehnt zeigt einen Teil des Depots mit der östlichen Zufahrt: EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/Tramdepot/192x_HA-Wehringhausen_Wehringhauser_Strasse_Tramdepot_um_1926 - EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/Tramdepot/19640905_HA-Wehringhausen_Wehringhauser_Strasse_Tramdepot_Ausfahrt_Richtung_Minervastrasse_(L+R1989-235) Die Einfahrt in die Wehringhauser Straße Richtung Nordosten detaillierter in einer Aufnahme von 1964 (R. Löttgers/W. R. Reimann)
Die Gegenrichtung (westwärts) zeigt ein Nachkriegsfoto aus dem selben Buch:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/Tramdepot/HA-Wehringhausen_Wehringhauser_Strasse_Tramdepot_um_1950

In dem Gelände hinter dem Straßenbahndepot befand sich im 19. Jahrhundert das Hammerwerk der Familie Harkort, dessen Teich wie derjenige der Familie Post über einen Zuleitungsgraben durch die Ennepe gespeist wurde:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Dieckstrasse/EU_D_NRW_HA-Wehringhausen_Dieckstrasse_Hammerwerke_Harkort_um_1880 (Hammerwerk Harkort an der Dieckstraße etwa um 1880)
Nachfolgerin dieses Werkes wurde die Akkumulatorenfabrik.

Die ,Accu' selbst soll hier nicht näher betrachtet werden, da sie ein Thema für sich darstellen würde und sicherlich einen berufeneren Verfasser fände. Ich verweise diesbezüglich auf das Link-Verzeichnis und darüber hinaus auf den Wehringhausen-Band von Jürgen Zarnke!


Bahnüberführung der Rheinischen Strecke

Weiter südwestlich gelangt man schließlich zur Bahnüberführung. Kurz vor dieser Überführung über die B 7 weckt der Anblick einer Mietshäuserzeile an der Südostseite der Wehringhauser Straße zuletzt nochmals Erinnerungen an die ,gute alte Zeit' der Gründerjahre um 1900, als die Straße noch ,erste Adresse' Wehringhausens war:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050528_1732_IMAG0169_Suedseite_WehringhauserStrasse_oestlich_Bahnueberfuehrung

Das Gelände weiter südwestlich zeigt ein Foto von Siegmar Peter im Oktober 1974:
D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/19741012_SP_0902_00012_von_Siegmar_Peter (Quelle)

Hinter der Bahnbrücke erreicht man an der Rehstraße den Ortsteil Kückelhausen, wo die B 7 etwa beim ehemaligen Schuhhaus Pelka als „Berliner Straße" fortgeführt wird (Blick von der Überführung):
D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20040214_1057_IMAGE18_WehringhauserStrasse_Ecke_Rehstrasse (Foto vom Februar 2004)

Früher befand sich hier die städtische ,Gasanstalt':
D/NRW/HA/Wehringhausen/Schlachthofstrasse/Vertikalofenanlage_der_Stadtwerke_in_Wehringhausen

Diese erfuhr anno 1962 weitreichende zeitgemäße Veränderungen:
D/NRW/HA/Wehringhausen/Schlachthofstrasse/1962_Abbrucharbeiten_Gasanstalt

Dazu ein respektiver Blick näher auf das erhalten gebliebene Direktionsgebäude der Stadtwerke, und zwar im Zustand zu Beginn des 20. Jahrhunderts:
D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/Stadtwerke/190xxxxx_Direktionsgebaeude_der_Stadtwerke_Wehringhauser_Strasse_105_etwa_um_1906

Als Ergänzung eine Detailansicht der Nordostfront des Direktionsgebäudes der Stadtwerke (vgl. das Foto von der Bahnüberführung):
D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/Stadtwerke/190xxxxx_Portal_des_Direktionsgebaeudes_der_Stadtwerke_Wehringhauser_Strasse_105_(NO-Seite)_etwa_1906

Bei dem eben genannten ,Schuhhaus Pelka' handelte es sich gleichfalls um ein städtebauliches Kleinod (eines der berühmten Ludwigs-Häuser...), doch wurde es im Jahr 2008 abgerissen, um ,vorsorglich' Platz für einen Kreisverkehr zu sichern, welcher einmal Anschluß an die seit vielen Jahrzehnten geplante ,Bahnhofshinterfahrung' bieten soll (Stand: November 2010 - inzwischen wäre auf Grund des anvisierten Umzugs des Versorgers Enervie, welcher derzeit noch an der anderen Straßenecke tätig ist -, sowie wegen der Verzögerungen bei der Rehstraßenbrückenausweitung, die Angelegenheit wieder etwas anders zu betrachten).

Von der Einmündung der Rehstraße bietet sich noch ein Blick zurück Richtung Bahnüberführung über die B 7 an (März 2005):
D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20050327_1416_DSCK0013_WehringhauserStrasse_von_Rehstrasse_nach_O

Zum Vergleich je eine Aufnahme von Siegmar Peter vom März 1975 EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/19750317_SP_0916_00014_von_Siegmar_Peter (Quelle) und ein Ansichtskartenfoto aus den Jahren vor 1911 EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/SW-AK_EU_D_NRW_HA-Wehringhausen_WehringhauserStrasse_Einmuendung_Rehstrasse_vor_1911 (Der Vorgängerbau des ,Schuhhauses Pelka' befindet sich am rechten Bildrand neben der Einmündung der Rehstraße.)

Abschließend noch eine Postkartenansicht vom Jahr 1908 mit Blick in die Gegenrichtung, also gen Kückelhausen:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/colorierte_AK_HA-Wehringhausen_Wehringhauser_Strasse_gen_Kueckelhausen_1908
(Die beiden letzten und weitere Ansichten finden Sie im Wehringhausen-Band von Herrn J. Zarnke.)

Dazu passend ein Anfang des Jahres 2010 entstandenes Video einer Autofahrt auf der Wehringhauser und Berliner Straße vom ehemaligen Straßenbahndepot aus durch die Bahnüberführung bis zum Verwaltungsgebäude der Nordwest Handel AG im Übergang der B7 zur Preußerstraße (03.01.2010, 12:28 Uhr - ca. 20 MB).


Fazit

Vermag die Wehringhauser Straße heute streckenweise nur ein weitgehend trostloses Bild zu bieten, so bleibt doch wenigstens die Hoffnung, daß es sich nach Fertigstellung der schon seit vielen Jahren geplanten sogenannten ,Bahnhofshinterfahrung' wieder zum Positiven wandeln wird!

Hier geht es auf der Bundesstraße 7 weiter durch Kückelhausen!




Links...

...zum ehemaligen Bus- und Straßenbahndepot:

Tramtrack - Gleisarchäologie - Hagen - Betriebshof Minervastraße

Siegmar Peter (Schwerte) hat gemäß eines Hinweises vom 4.11.2006 an den Verfasser in seiner Fotodatenbank Bilder vom Oktober 1977 von der Verladung der Straßenbahnen von der Minervastraße nach Kückelhausen online gestellt. Es handelt sich um Tagesaufnahmen bei der Firma Schenker und Umgebung und um Nachtaufnahmen von der Ecke Wehringhauser Straße/Minervastraße. +++ Für seine Unterstützung danke ich Siegmar sehr herzlich! Seine hier wiedergegebenen Fotos stammen von der angegebenen Website. +++


...zur Bahnüberführung:

Tramtrack - Gleisarchäologie - Hagen - Betriebshof Wehringhauser Straße


...zur Villa Post (Volkshochschule), Wehringhauser Straße 38:

Volkshochschule Hagen

Märkische Technikstraße

Route Industriekultur

Seite im Internet-Portal ,www.hagen-58.de'



Literatur

Gustav Stellhorn (Hg.), Führer durch Hagen, Altenhagen und Eckesey. Mit dem neuesten Plan, Hagen i. W. 1898 (Vorwort vom März 1898).

RolfLoettgers+WolfgangReimann_Rund_um_Hagen_1989 Rolf Löttgers u. Wolfgang R. Reimann, Rund um Hagen, Wuppertal 1989 [Das bildreich ausgestattete Buch behandelt die Straßen- und Vorortbahnen im Raum Hagen bis zur Einstellung des Tram-Verkehrs. Hier verwendetes Kürzel "L+R1989", gefolgt von einem Bindestrich und der Abbildungsnummer.]

Tycho Oberste-Berghaus u. Claus Thielmann, Ist der Zug hinterm Bahnhof abgefahren? Verpaßte Chance der Hagener Stadtentwicklung, in: Dierk Hobein (Hg.), Das Hagener Jahrbuch 3/1998. Aktuelles aus Kultur und Geschichte, Natur und Umwelt, Wirtschaft und Politik, Sport und Freizeit, Hagen 1997, S. 72 - 77. [Hier wird unter anderem die seitens der FDP anno 1983 initiierte Bahnhofhinterfahrung behandelt.]

Dirk Göbel u. Jörg Rudat, Mit der Straßenbahn quer durch Hagen. Bitte einsteigen [eigentlicher Titel: BITTE EINSTEIGEN - Mit der Straßenbahn quer durch Hagen], Hagen, 1. Aufl. 2009 (November) - ISBN13 978-3-932070-95-2 [Dieses Buch berücksichtigt die Straßen Wehringhausens in vorzuglicher Weise, nicht nur im Sinne des Nahverkehrs!]

EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/JuergenZarnke_Wehringhausen_Bilder_und_Dokumente_201011xx Jürgen Zarnke, WEHRINGHAUSEN. BILDER und DOKUMENTE [so auf dem Deckblatt], Hagen 2010 (November), herausgegeben im Selbstverlag.




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20120126 20:25