REGIONALES: Annäherung an Wehringhausen
Die Wehringhauser Straße.
von Detlef Rothe, Hagen in Westfalen
Vorbemerkung: Text und Fotos unterliegen dem Copyright des jeweiligen Urhebers (Verfasser bzw. Photograph). Sofern ein solcher nicht angegeben ist, stammen Text und Foto vom Verfasser oder sind derzeit unbekannt. Bitte kontaktieren Sie vor einer Weitergabe den jeweiligen Webmaster!
Die Wehringhauser Straße in Hagen (Bundesstraße 7 in Wehringhausen) war einst die wichtigste Straßenverkehrsader in Hagens - dem heutigen Stadtzentrum - westlicher Nachbarschaft. Von seinem früheren Flair als Hauptgeschäftsstraße im Tal der Ennepe hat dieser Verkehrsweg viel verloren, was nicht zuletzt an dem starken Verkehrsaufkommen unter beengten Verhältnissen liegt, wie ein im September 2009 aufgenommenes Video veranschaulichen mag; heute dominieren in der Umgebung dieser Durchgangsstraße diverse Gewerbeflächen und vernachlässigte Wohnhäuser. Zwecks Überblick über eine interessante Vergangenheit folgen hier einige Ansichten, wobei südwestlich der "Schwenke" begonnen wird.
Als Ausgangspunkt, Geschichtsquelle und Einführung dient hier ein von Gustav Stellhorn im März 1898 herausgegebener Stadtführer (S. 26 - 28):
"
Die [...] mit Linden versehene Koloniestrasse führt uns l. über Langestrasse, Wilhelmsplatz, Bismarckstrasse | und Augustastrasse in den neuen Stadtteil Wehringhausen, welcher an den genannten Strassen viele herrliche Bauten aufzuweisen hat. Am [südwestlichen] Ende der Augustastrasse überschreiten wir auf der Bachstrasse die Berg.-Märk.- (Elberfeld) und die Thalbahn nach Vörde. Zur Linken haben wir den unscheinbaren Wehringhauserbach und etwas weiter das Wehringhauser Kriegerdenkmal. Jetzt sind wir in dem alten Wehringhausen angekommen und wenden uns bei der Restauration von A. Romberg, früher Heyden, nach links. Nach 1 Min. erblicken wir r. die alte Harkort'sche Besitzung und dahinter, etwas von der Strasse ab, an der Ennepe die Akkumulatorenfabrik (Akt.-Ges.). Die Besichtigung dieses Werkes ist, wenn man sich Erlaubnis erwirken kann, sehr zu empfehlen. Nach 2 Min. gelangen wir an die Werkzeugfabrik von R. & H. Vorster, vor welcher die Ladestation der elektr. Strassenbahn sich befindet. Der Harkort'schen Besitzung gegenüber biegt l. die Minervastrasse ein. Dieselbe führt zur Werkzeugfabrik von Beyersmann und zum Schlachthof. Der Schlachthof, aus Gasthof, Börsenhalle und Viehhallen bestehend, ist mittelst Geleise mit der Bahn verbunden. (Markt Montags.) Kurz hinter der rhein. und Thalbahn endigt mit der Rehstrasse und dem Rehsiepen das Gebiet des Stadtkreises Hagen und fängt hier Kückelhausen (Bahnhof für die Thalbahn) an, welches zu Haspe gehört.
Treten wir den Rückweg an, so gelangen wir da, wo die Wehringhauserstrasse nach r. schwenkt, an die Fabrik von Bechem & Post (Centralheizungen und Wasserstaub-Feuerung). Derselben gegenüber befindet sich im Park die Villa des verstorbenen Herrn Post. Geradeaus erblicken wir schon die Schlote der nahegelegenen grossen Fabriken von Eicken & Co. und Funcke & Elbers (Krimm.). Jenseits der Bahnunterführung fällt uns an der Neuen Friedrichstrasse ein | komischer Bau, Wunderbau genannt, auf. Derselbe ist von gefangenen Franzosen 1870/71 aufgeführt. Die kurz vor der Volmethalbahn gelegene Kur-Badeanstalt von Fr. Osthoff sei hier auch empfohlen".
Um einen Überblick über den gewaltig erscheinenden Wandel in den letzten 200 Jahren zu gewinnen, folgen hier hauptsächlich bildliche Ansichten, wobei südwestlich der sogenannten „Schwenke" begonnen wird.
Schwenke
Da der Verkehrknoten an der Schwenke hauptsächlich unter „Bahnhofviertel" behandelt werden soll, finden Sie hier kontrastierend bloß einen Blick von der Einmündung der Södingstraße in Richtung Hauptbahnhof mit Einmündung der von rechts kommenden Elberfelder Straße anno 1939 (Foto von Johann Janßen):
_in_die_Wehringhauser_Strasse_(J.Janssen).gif)
Es folgt der Nachkriegszustand um 1945 (Farbdia von Otto Fernholz):

(Der Graf-von-Galen-Ring entstand später etwas mehr rechts als die abgebildete, längst verbaute Verlängerung der heutigen Straße ,Am Hauptbahnhof' (früher: ,Kölner Straße', danach: ,Ebertstraße' und ,Adolf-Hitler-Straße').
Die Situation an der Schwenke mit Blick auf den Berliner Platz von der Einmündung des Bergischen Rings (ehemalige Wilhelmstraße) aus heutiger Sicht:
(Den Lauf der Kölner Straße muß man sich als mitten durch das querliegende Verwaltungsgebäude führend vorstellen!)
Es folgen zwei Ansichten der Gegenrichtung zur Straßenunterführung vom Jahr 2005 und von anno 2004:

Zum Vergleich eine Aufnahme von Siegmar Peter (Schwerte) vom April 1975:
(Quelle)
Ein Blick von der Fußgängerbrücke zurück in Richtung Schwenke gewährt der selbe Photograph (Quelle) für den Oktober 1974:

Zum Vergleich ein eigenes Foto vom September 2009 (ein Jahrhundertdrittel später...):

Unterführung der Wehringhauser Straße
Zur Einstimmung empfehle ich einen Blick in das Video von der Fahrt durch die Unterführung zur Weidestraße anläßlich der Neujahrsnacht 2010 (28 MB). (Die Fortsetzung finden Sie übrigens unter ,Cooler Kuhlerkamp'.)
Auf die Einmündung der Södingstraße folgt diejenige der Sternstraße (mit Treppe zur B 7 und einer Fußgängerbrücke), dann schwenkt die Wehringhauser Straße nach rechts (Norden) zur Unterführung:
(Sommer 2005)
Zum Vergleich die umfangreichen Straßenerweiterungsmaßnahmen im Sommer 1959:
(Foto von Hans Wehner - bei Göbel u. Rudat 2009, S. 60, Abb. unten)
Dazu die Detail-Studie eines Autofahrers zur Hinterhof-Idylle neben der Södingstraße (früherer Name: Neue Friedrichstraße):
(Juni 2005)
Nicht immer waren sich Bus und Bahn hier grün (Foto vom 2. Juli 1970 gemäß Göbel u. Rudat 2009, S. 197):
- Das Foto ist übrigens nicht ohne symbolischen Reiz, verdrängte doch zunehmend der Linienbus die gute alte Tram, welche sich trotz einer gewissen Tendenz zum ,Größerwerden' im Nahverkehr immer weniger durchsetzen konnte. Busse waren einfach flexibler einzusetzen und
Schwebebahnen wohl zu teuer! Gerade der ,Anderthalbdecker' - auch als ,Bulle' bekannt - war wegen seiner gemütlichen Ecken unten und der hervorragenden Aussicht oben sehr beliebt. Diverse Unfälle haben schließlich dazu geführt, daß anno 1971 die Straße im Unterführungsbereich nach Süden hin erweitert und der dadurch betroffene Bürgersteig durch eine über (bzw. durch) den Straßenstaub auf die andere Straßenseite führende Fußgängerbrücke ersetzt wurde.
Betrachten Sie hierzu das Video vom September 2009, welches ich in der Unterführung aufgenommen habe (ca. 14 MB). Hier sollte man einmal Feinstaubwerte messen!
Beim Passieren mit der Eisenbahn ergibt sich folgendes Bild der Einmündungen von Fabrikhof- (rechts) und Schwanenstraße (weiter links) in die Wehringhauser Straße:
(27. November 2005)
Zum Vergleich hierzu ein - quasi tiefergelegtes - Foto vom Herbst 2009, aufgenommen von der Wehringhauser Straße aus:

Wie schwungvoll es auch hinter der Unterführung zugeht, zeigt ein von der Einmündung der Fabrikhofstraße aufgenommenes Foto von 1964 (R. Löttgers/W. R. Reimann):
.gif)
Dank Siegmar Peter folgt hier eine kleine Retrospektive auf die Haltestelle Schwanenstraße vom November 1974:
(Quelle)
Zum Vergleich eine Aufnahme von D. Waltking vom Sommer 1950:
.gif)
Vom Vorgelände der Villa Post, welche jenseits der Unterführung in dem Block zwischen Taubenstraße, Schwanenstraße, Wehringhauser Straße und Weidestraße steht, ein Blick zurück in Richtung Bahnhofsviertel:

Ursprünglich ging es von hier (links liegt die Schwanenstraße) im Zuge der ,Kölner Straße' geradeaus über die heutige Fabrikhofstraße zum (Haupt-)Bahnhof (links davon - zur Ennepe hin - liegt die ,Krimm'):
(Fotos: Detlef Rothe, 27. Mai 2005)
Der Bereich entlang der Wehringhauser Straße (,Kölner Straße') zwischen Schwanenstraße und Bodelschwinghplatz wies früher einen geradezu als großstädtisch zu bezeichnenden Charakter auf:
(Ansichtskarte von 1905 oder etwas früher)
Dies blieb zum Teil - eingeschränkt wegen der Bombardierungen - bis lange nach dem Zweiten Weltkrieg so. Man mag kaum glauben, daß auch gutbürgerliche Etagenhäuser, welche der Krieg nicht wirklich ins Wanken brachte, modernen Abrißbirnen zum Opfer fielen und dabei bloß zugeteerte Flächen hinterließen, wie hier an der Einmündung der Weidestraße; ein ähnlicher Fall wie beim Pelka-Haus an der Rehstraße, welches auch im Zuge der - schon 1959/1971 im Bereich der Bahnunterführung erkennbaren, dann westwärts fortschreitenden - Neigung zur Strassenausdehnung (statt -verlegung) vernichtet wurde:
(Foto von Reinhardt Todt anno 1962 - bei Göbel u. Rudat 2009, S. 72, Abb. unten)
Wie der Vergleich mit einer Aufnahme des Verfassers vom Mai 2010 zeigt, fielen die Etagenbauten an der Wehringhauser Straße einer Verbreiterung des Hauptverkehrsweges zum Opfer:

Wer mag hier einst - wenn die ,Bahnhofhinterfahrung' Wirklichkeit geworden ist - die Lücken wiederauffüllen wollen?! Vorsorglich mutet man etwaigen Fußgängern, welche von der Innenstadt zum Kuhlerkamp wollen, in der Planung bereits große Umwege zu - offenbar will man diesmal eine Fußgängerbrückenlösung (hier: über die ,berüchtigte' Ennepe) vermeiden?
Villa Post und Groote-Center
Um 1945 sah es an der Schwanenstraße - im Bereich der Krimm - schon recht unfreundlich aus, denn die (hier freilich recht intakt wirkende) Stahlfabrik (,Stahlwerke Südwestfalen AG' - früher ,Eicken & Co.' und ,Funcke & Elbers', zuvor schon ,Post'-Hammerwerke )
(Foto: Otto Fernholz) dürfte wie die nahe Hauptpost und der Hauptbahnhof ein wichtiges Kriegsziel der Allierten im Zweiten Weltkrieg dargestellt haben.
Heute ist die Szene im Winkel zwischen Schwanen- und Fabrikhofstraße eher friedlich-idyllisch...: 
Diese Gegend stand schon früh im Zeichen der Eisenindustrie; bekannt sind die der Familie Post gehörenden und von der Ennepe über einen Teich gespeisten Hammerwerke in der nordöstlichen Verlängerung der Taubenstraße (an der Ecke zur Schwanenstraße), welche ein Foto aus dem 1860er Jahrzehnt (etwa) darstellt: 
Weiter südwestwärts steht - gewissermaßen als ruhiger Hafen am Rande des Verkehrsflusses - die restaurierte Villa Post, welche mittlerweile eine Volkshochschule ist:
(Ansicht der Frontseite von der Einmündung der Weidestraße her - Foto: Detlef Rothe, 12. Mai 2010)
Ergänzend dazu eine Ansicht vom Mai 2005:

Idyllischer mutet die Gartenseite an (was unter dem Rasen liegt, ignorieren wir geflissentlich):
(Foto: Detlef Rothe, Mai 2005)
Ein näherer Blick auf den Eingangsflügel läßt nichts Böses ahnen:
(Foto: Detlef Rothe, 27. Mai 2005)
Aber auch hier verankerten sich einst die Zeichen einer neuen, zerstörerischen Zeit:
Ein früher Bombentrichter anno 1940!
Die Fabrikanten-Villa in einem Postkartenausschnitt der 1930er Jahre:
(Scan gesponsort von Siegmar Peter)
Heutzutage zeigt sich die alte Dame - zumindest beim Blick von Westen her - weitgehend hinter alten Laubbäumen verborgen - zwei ,rush hour'-Motive an der Einmündung der Weidestraße:
(Fotos vom 27. Mai 2005 von Detlef Rothe)
Dazu noch ein winterliches Panorama-Foto mit Blick sowohl auf die Villa Post als auch auf das Groote-Center:
(Foto: Detlef Rothe, 3. Januar 2010)
Hier finden Sie auch ein anschließend aufgenommenes Video (03.01.2010, 12:24-12:25 Uhr - 2,7 MB).
Der Villa Post gegenüber besteht - gewissermaßen als eigenes Kleinod Antikes mit Modernem beantwortend - im Groote-Center der Nachfolgekomplex der Süßwarenfabrik Grothe (früher Fabrik von Zentralheizungen und Wasserstaub-Feuerungsanlagen "Bechem & Post"):
(Mai 2005)
Ein Kunstwerk für sich stellt gewiß der an der Straßeneinmündung installierte Schilder- und Ampelwald dar:
(Foto: Detlef Rothe, 12. Mai 2010)
Die Wehringhauser Straße ist zwischen Groote-Center und Villa Post
- wie auch bei einigen anderen Abschnitten
(an der Einmündung der Weidestraße im Oktober 2005) - vierspurig ausgebaut.
In Richtung Bodelschwinghplatz und der darauf folgenden Einmündung der Minervastraße - also gen Westen - verengt sich die Bundesstraße allerdings auf Grund der noch bestehenden gründerzeitlichen Bebauung: 
Bodelschwinghplatz
Besonders vornehm
(zum Vergleich: anno 2005
und anno 2010
) ging es in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts am damals das Zentrum Wehringhausens bildenden Bodelschwinghplatz zu: 
Heute brilliert dieser eher mit viel Grün: 
Man sehe sich dazu einmal mein Video vom September 2009 an, welches ich nahe der ehemaligen Post-Filiale an der Bachstraße am Bodelschwinghplatz aufgenommen habe (ca. 40 MB!).
Der erst kürzlich renovierte Drei-Kaiser-Brunnen
(hier in einer Ansicht von der vorletzten Jahrhundertwende:
) fällt in dieser Vorstadt-Oase besonders ins Auge - sehen Sie hier je eine Aufnahme von etwa 1910
und - rund 100 Jahre später - vom Mai 2005... 
Auf der nordwestlichen Seite der Wehringhauser Straße stand einst auf Höhe des Platzes das örtliche Postamt der Kutschenzeit, welches nach Verlegung der Filiale in ein Mietshaus an der Bachstraße (Nordostseite des Platzes nahe dem Fußgängertunnel unterhalb der Bahnanlagen) -
hier in einem Postkartenausschnitt der 1930er Jahre (Scan von Siegmar Peter) -
bloß noch als Gastwirtschaft genutzt und schließlich - anläßlich der Weltwirtschaftskrise - 1928/29 abgerissen wurde: 
Einen Gesamtüberblick des Platzes bietet - mit Blick südwärts in Richtung Bahnanlagen (in dem Wohnblock links die neue Postfiliale) - nur eine Postkartenzeichnung aus den Jahren um 1900: 
An der linken Ecke erkennt man eine weitere Gaststätte, und zwar mit dem sinnigen Namen Schenkwirtschaft zur guten Stunde: 
Diese verschwand bereits zu guter Stunde in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts, mußte die beiden Weltkriege also nicht mehr erleben.
Zu Anfang des Jahres 2010 entstand das Video einer Autofahrt auf der Wehringhauser Straße vom Bodelschwingplatz bis zur Einmündung der Minervastraße (03.01.2010, 12:26 Uhr - 5,6 MB).
Zwischen Fischer- und Dieckstraße
Nahe der Einmündung der Minervastraße - nördlich davon
- befindet sich an der westlichen Ecke der Einmündung der Fischerstraße als Haus Nummer 72 der Wehringhauser Straße ein altes, mit Schiefer verkleidetes Fachwerkhaus: 
Hier befand sich vor Jahren eine gemütliche Pinte (Gaststätte) namens Simpl, welche seinerzeit nicht nur wegen ihrer Käsebrötchen berühmt war:
(Fotos des Verfassers 1978/1979) -
(Anzeige vom Mai 1979)
Von hier fällt ein Blick zurück in Richtung Bodelschwinghplatz:
(um 1935 - Scan von Siegmar Peter) -
(2005)
An der Südostseite der B 7 zwischen Bodelschwinghplatz und der Einmündung der Minervastraße
(um 1910 - eine Postkarten-Aufnahme) -
(um 1935 - Scan von Siegmar Peter) -
(2005)
und auch auf der nordwestlichen Straßenseite - hier bis zur Einmündung der Dieckstraße - stehen wieder sehenswerte Gründerzeit-Mietshäuser:
(2005)
Weiter südwestlich, nämlich im Bereich der Dieckstraße, war - und ist - die Bebauung an der Ennepe-Seite der Wehringhauser Straße lichter, wie ein Foto aus dem Jahr 1962 (gemäß R. Löttgers u. W. R. Reimann von R. Todt) zeigt: .gif)
Gut Söding
Eine wechselhafte Vergangenheit zwischen Abbruch, Krieg und Frieden läßt sich vor allem im südlichen Winkel zwischen Wehringhauser Straße und Minervastraße beobachten: 
Das - in einer älteren Lithographie noch mit zwei Treppengiebeln versehene - Gutshaus Söding
kann als früheres Ortszentrum Wehringhausens gelten. Es wurde im 1870er Jahrzehnt abgerissen. Die aktuelle Situation im Winkel zwischen dem ehemaligen Busdepot (heute befindet sich hier eine IMO-Autowaschstraße nebst ALDI-Supermarkt), den Eisenbahnbrücken über die Minervastraße und der Südostseite der Wehringhauser Straße stellt sich folgendermaßen dar:

Auch in diesem Bereich der Wehringhauser Straße gab es ein ,bombiges' Nazi-Intermezzo:
(Foto: Otto Fernholz) - Das selbe Gelände nach diversen Reperaturen...
Westlich der Minervastraße nähern wir uns allmählich der Überführung der Rheinischen Bahn über die B 7, welche zu diesem Zweck leicht eingetieft wurde:
(Aufnahmen vom Mai 2005)
Hier wieder das Kontrastbild zur ,Tabula rasa' - diesmal aus dem Jahr 1964 und - man könnte fast sagen: natürlich - mit Straßenbahn:
(Aufnahme von Wolfgang R. Reimann - Göbel u, Rudat 2009, S. 119, Abb. oben)
Weit im Hintergrund erkennt man die Überführung der Rheinischen Bahnstrecke. Zum Vergleich das Video von einer winterlichen Autofahrt die Wehringhauser Straße hinauf zur Bahnüberführung nahe der Rehstraße (14.02.2010, 12:15-12:16 Uhr - 3 MB).
Depot der Hagener Straßenbahn AG
.jpg)
(Grundrißskizze der Gleisanlagen entlang der Wehringhauser Straße um 1950 von R. Löttgers u. W. R. Reimann)
Dazu je ein das Depot wiedergebender Ausschnitt von Osten und Westen aus Luftbildern vom Juli 1963, welche im Hagener Stadtarchiv verwahrt werden:

(zum Vergleich der Detail-Ausschnitt eines Fotos von Hans Blossey in der Westfalenpost, Lokalteil Hagen, vom 8.10.2009:
)
Ein Relikt früherer Herrlichkeit stellte südwestlich der Minervastraße zu beiden Seiten der Bundesstraße das Bus- und Straßenbahn-Depot der Hagener Straßenbahn AG dar. Während das Bus- und Vorortbahndepot auf der südöstlichen Seite der B 7 wegen der Zufahrt in der Beschreibung der Minervastraße behandelt wird, soll hier das größere Straßenbahndepot an der Nordwestseite in der Nachbarschaft der ehemaligen Akkumulatorenfabrik (,Accu') behandelt werden, zumal auch geschäftliche Beziehungen zwischen beiden Aktiengesellschaften bestanden (Akkumulatoren-Straßenbahn um 1900).
Eine Ansicht aus dem 1920er Jahrzehnt zeigt einen Teil des Straßendepots mit der östlichen Zufahrt:
-
Die Einfahrt in die Wehringhauser Straße Richtung Nordosten detaillierter in einer Aufnahme von 1964 (R. Löttgers/W. R. Reimann)
Die Gegenrichtung (westwärts) zeigt ein Nachkriegsfoto aus dem selben Buch: 
Bahnüberführung der Rheinischen Strecke
Weiter südwestlich gelangt man schließlich zur Bahnüberführung. Kurz vor dieser Überführung über die B 7 weckt der Anblick einer Mietshäuserzeile an der Südostseite der Wehringhauser Straße zuletzt nochmals Erinnerungen an die ,gute alte Zeit' der Gründerjahre um 1900, als die Straße noch ,erste Adresse' Wehringhausens war: 
Das Gelände weiter südwestlich zeigt ein Foto von Siegmar Peter im Oktober 1974:
(Quelle)
Hinter der Bahnbrücke erreicht man an der Rehstraße den Ortsteil Kückelhausen, wo die B 7 etwa beim ehemaligen Schuhhaus Pelka als „Berliner Straße" fortgeführt wird (Blick von der Überführung):
(Foto vom Februar 2004)
Früher befand sich hier die städtische 'Gasanstalt'
, welche 1962 weitreichende Veränderungen erfuhr: 
Dazu ein Blick näher auf das erhaltene Direktionsgebäude der Stadtwerke, und zwar im Zustand zu Beginn des 20. Jahrhunderts: 
Detailansicht der Nordostfront des Direktionsgebäudes der Stadtwerke (vgl. das Foto von der Bahnüberführung): _etwa_1906.gif)
Bei dem eben genannten Schuhhaus Pelka handelte es sich gleichfalls um ein städtebauliches Kleinod, doch wurde es im Jahr 2008 abgerissen, um Platz für einen Kreisverkehr zu sichern, welcher einmal Anschluß an die seit Jahrzehnten geplante ,Bahnhofshinterfahrung' bieten soll (Stand: Oktober 2009).
Von der Einmündung der Rehstraße bietet sich ein Blick zurück Richtung Bahnüberführung über die B 7 an: 
Zum Vergleich eine Aufnahme von Siegmar Peter vom März 1975:
(Quelle)
Abschließend ein Anfang des Jahres 2010 entstandenes Video einer Autofahrt auf der Wehringhauser und Berliner Straße vom ehemaligen Straßenbahndepot aus durch die Bahnüberführung bis zum Verwaltungsgebäude der Nordwest Handel AG im Übergang der B7 zur Preußerstraße (03.01.2010, 12:28 Uhr - ca. 20 MB).
Fazit
Vermag die Wehringhauser Straße heute streckenweise nur ein weitgehend trostloses Bild zu bieten, so bleibt doch wenigstens die Hoffnung, daß es sich nach Fertigstellung der schon seit vielen Jahren geplanten sogenannten ,Bahnhofshinterfahrung' wieder zum Positiven wandeln wird!
Hier geht es auf der Bundesstraße 7 weiter durch Kückelhausen!
Links...
...zum ehemaligen Bus- und Straßenbahndepot:
Tramtrack - Gleisarchäologie - Hagen - Betriebshof Minervastraße
Siegmar Peter (Schwerte) hat gemäß eines Hinweises vom 4.11.2006 an den Verfasser in seiner Fotodatenbank Bilder vom Oktober 1977 von der Verladung der Straßenbahnen von der Minervastraße nach Kückelhausen online gestellt. Es handelt sich um Tagesaufnahmen bei der Firma Schenker und Umgebung und um Nachtaufnahmen von der Ecke Wehringhauser Straße/Minervastraße. +++ Für seine Unterstützung danke ich Siegmar sehr herzlich! Seine hier wiedergegebenen Fotos stammen von der angegebenen Website. +++
...zur Bahnüberführung:
Tramtrack - Gleisarchäologie - Hagen - Betriebshof Wehringhauser Straße
...zur AFA bzw. ,Accu' (später VARTA):
,Historisches Centrum' Hagen: Die Accumulatoren Fabrik (AFA)
...zur Villa Post (Volkshochschule), Wehringhauser Straße 38:
Volkshochschule Hagen
Märkische Technikstraße
Route Industriekultur
Seite im Internet-Portal ,www.hagen-58.de'
...zu sonstigen Websites
,TanzCentrum' Wolfgang Stein, Wehringhauser Straße 25 b (Groote-Center)
Literatur
Gustav Stellhorn (Hg.), Führer durch Hagen, Altenhagen und Eckesey. Mit dem neuesten Plan, Hagen i. W. 1898 (Vorwort vom März 1898).
Rolf Löttgers u. Wolfgang R. Reimann, Rund um Hagen, Wuppertal 1989 [Das bildreich ausgestattete Buch behandelt die Straßen- und Vorortbahnen im Raum Hagen bis zur Einstellung des Tram-Verkehrs. Hier verwendetes Kürzel "L+R1989", gefolgt von einem Bindestrich und der Abbildungsnummer.]
Tycho Oberste-Berghaus u. Claus Thielmann, Ist der Zug hinterm Bahnhof abgefahren? Verpaßte Chance der Hagener Stadtentwicklung, in: Dierk Hobein (Hg.), Das Hagener Jahrbuch 3/1998. Aktuelles aus Kultur und Geschichte, Natur und Umwelt, Wirtschaft und Politik, Sport und Freizeit, Hagen 1997, S. 72 - 77. [Hier wird unter anderem die seitens der FDP anno 1983 initiierte Bahnhofhinterfahrung behandelt.]
Dirk Göbel u. Jörg Rudat, Mit der Straßenbahn quer durch Hagen. Bitte einsteigen [eigentlicher Titel: BITTE EINSTEIGEN - Mit der Straßenbahn quer durch Hagen], Hagen, 1. Aufl. 2009 (November) - ISBN13 978-3-932070-95-2 [Dieses Buch berücksichtigt die Straßen Wehringhausens in vorzuglicher Weise, nicht nur im Sinne des Nahverkehrs!]
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20100515 22:28