REGIONALES

Mein liebes Köln! Aufenthalte in einer traditionsreichen deutschen Großstadt

von Detlef Rothe aus Hagen in Westfalen


Bei folgenden Texten handelt es sich um spontan verfaßte Tagebuch-Auszüge:



11. September 1975 (Tagebuch A, S. 51)

"Am Sonnabend, den 23. August war ich mit meinen Eltern und Christof nach Köln gefahren. Ich habe fast den ganzen Tag [lang] das Römisch-Germanische Museum besucht. EU/D/NRW/K/Koeln/RGM/19750823_mi_FA0233_Koeln_RGM_Poblicius-Grabmal Ich fand es sehr interessant, war aber [darüber] enttäuscht, daß es so gut wie keine Modelle oder Karten zu sehen gab und die meisten Dia-Vortrags-Apparate nicht in Betrieb waren. Ich werde demnächst wieder dorthin fahren. Bemerken will ich noch, daß ich die Art und Weise, wie die Steindenkmäler ausgestellt worden waren, sehr originell fand."



14. Juni 1984

"Womit soll ich beginnen, an diesem Morgen? Erzählen von gestern? Daß ich gegen 6:30 Uhr aufgestanden war, es recht gut ging, und ich dann nebst Frühstück, Waschen und Ankleiden, meine Sachen packte für die Fahrt nach Regensburg? Daß ich an jenem Morgen langsam war und nicht mehr zum Spülen kam, schleunigst meine Zähne putzte und schließlich mit hoher Geschwindigkeit zum Hauptbahnhof in Münster radelte, um fünf Minuten zu früh anzukommen? Es ist alles nicht der Rede wert.
Auch nicht, daß ich gegen 10:26 Uhr in Köln am Hauptbahnhof ankam, nachdem ich mich durch Hagen gebahnt hatte, und vom Zugabteil auf Wehringhausen geschaut hatte, wo Kindheitserinnerungen in mir wach wurden. Daß ich in Köln nicht sogleich ins Römisch-Germanische Museum gegangen wäre, hätte ich niemals verstanden. Also tat ich es, und verbrachte die meiste Zeit damit, die Symplegma-Motive auf den römischen Öllampen in der Studiengalerie abzulichten. Später traf ich einen Kommilitonen aus dem Hauptseminar in Mittlerer Geschichte bei Prof. Keller. Er nahm an einer Exkursion der Münsteraner Geographen teil. Bevor ich das Museum verließ, hatte ich mich noch mit dem vierbändigen Führer zu den vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern eingedeckt.
Ach, es ist erst 4:55 Uhr und will nicht später und heller werden. Auch der Himmel bedeckt sich. Es ist kälter geworden, doch fahren wir fort.
Nach dem Besuch im Römisch-Germanischen Museum zog es mich ans Rheinufer. Hier, wo ich die vielen Dampfer und das breite Wasser sah, kamen bei mir erstmals wieder richtig Urlaubsgefühle auf. Weit, weit weg! Nachdem ich den Kölner Dom und - unter seinem Schatten - die vielen Touristen bewundert hatte - viele hübsche Mädchen darunter -, fuhr ich um 13:06 mit dem Zug nach Troisdorf, wo ich den Sammler Schulte aufsuchte, der mir seine prähistorischen Funde (Reibsteinfragmente, Scherben und Steinbeile nebst Flint und Steinzeug) zeigte, und mit dem ich eine Radtour zum Rotter See EU/D/NRW/SU/Troisdorf/19840613_nm_5E23_Fotoalbum1114_Am_Rotter_See, Haus Rott und Umgebung unternahm, die hauptsächlich den verschiedenen Fundplätzen gewidmet war. Am späten Nachmittag fuhr ich zurück nach Köln, wo ich die Zeit bis zu meiner Weiterreise - um 20:47 Uhr - mit einem Bummel durch die Hohe Straße umd am Neumarkt vertrieb, nachdem ich irgendwo eine fette Crepe mit Käse- und Schinkenfüllung genossen und dazu einen Kaffee und ein süffiges Bier getrunken hatte. EU/D/NRW/K/Koeln/19840613-2021_5E28_Fotoalbum1116_Koelner_Dom Ach, ich glaube, ich habe gelogen, denn am Rheinufer war ich wohl erst unmittelbar nach meiner Rückkehr aus Troisdorf gewesen. Macht aber nichts. Das Römisch-Germanische Museum hatte mich den ganzen Vormittag gefangen genommen. Und ich war zeitweise ganz verschwitzt, lief wohl purpurrot an, als ich mich beim Fotographieren ertappt fühlte und gleich zum ,Lüstling' deklariert wurde. Aber das war gestern.
"



Auszug aus dem "Tagebuch Istrien September 2006"

"9.6.06 20:55 Ankunft in Köln; bis auf die verspätete Abfahrt in Dortmund - wegen Anhängen[s] eines Autotransportwaggons - hat alles gut geklappt. [...] Auf dem Bahnsteig in Dortmund hörte ich schon Grölen. Hier im Kölner Hbf [dagegen] eine herrliche akustische Kulisse, besonders der Hall der Ansagen. Ein Genuß! Jetzt ist es 21:00 Uhr. Gleich geht es weiter. Inzwischen sind zwei Damen aus Belgien zugestiegen."



Foto-Galerie mit Auszügen aus dem "Tagebuch Istrien Juni 2007"

"Fr, 1.6.07 17:38 Abfahrt Dortmund. Zug stand noch im Betriebsbahnhof. Von der Ankunft des Zuges im Bahnhof einige Bilder mit Jenoptik-Kamera gemacht.
[...]
19:46 Ankunft in Köln Hbf. Inzwischen habe ich festgestellt, daß sich die Fenster im Schlafwagen nicht öffnen lassen, also 0 Fotos und 0 Ausblick am Kölner Bf. Werde morgen im Liegewagen bei meiner Mutter weiterreisen, dann ist ihr Abteil fast leer; die Abteile dort sind freundlicher, die Räume klimatisiert
[,] und die Fenster lassen sich öffnen. So wie es mir gefällt. Draußen dämmert es leicht; die Autoleuchten auf den Straßen glühen. War es in Dortmund noch sonnig-warm, kühlt es sich jetzt merklich ab.

Fr, 1.6.07, 19:50 weiter geht es in gemütlichem Tempo. Es quietscht und knurrt am Wagen, als stöhne dort der Reisegeist (Zeitgeist?). Allmählich wird es - jetzt sind wir an der Haltestelle Köln-Hansaring - etwas flüssiger, da quietscht es schon wieder, der Zug bremst ab, als wollte er hier halten, dann zieht er plötzlich an - 19:52 Uhr - und legt an Tempo zu. Zur Abwechslung ein Trommeltusch, der ins Poltern übergeht - und jetzt steigen wir in dieser respektablen Geräuschkulisse auch noch auf zur Höhe der Baumwipfel. Wem wohl diese ,Ehre gebührt'? Jetzt tut sich links der Dom in einem tollen Panorama auf, rechts nichts als Bäume und Büsche zu sehen, jetzt
[ein] Park, ein hoher Schornstein, ein Bürohaus, etwas Grün, und dann niedrige Gebäude und Vorstadtgrün; nach einigen Hütten und Betrieben, Gärten und Grünflächen sind wir wieder in Wohnbezirken, kommen an Köln-Süd vorbei (19:56). Eine sehr abwechslungsreiche Kulisse rechts, aber irgendwie auch ermüdend. Jetzt wird die Szenerie weitläufiger mit Gleisen, Tankwagen, Strommasten und Sportfeldern. Ein Bahnbetriebswerk und sandgefüllte Güterwagen folgen. Jetzt sind wir in einem Industriegebiet, von verstreuten Hochhäusern umstanden. Hört denn Köln garnicht auf, bei mir zu sein? Mich zieht es nach Süden; ich werde müde und will träumen. Da geht es plötzlich über den Rhein. 19:59

Fr, 1.6.07, 20:00 Links tut sich der Dom auf - ein mächtiger Anblick -, und ich bin wieder hellwach! Weiter rechts reckt sich hinter dem Rhein im Hintergrund ein Riesenrad, dann wechselt sich wieder Grün mit Häusern ab. Wir fahren immer noch sehr gemütlich, nur der Geräuschpegel hat
[= ist] deutlich abgeebbt in ein Grundrauschen mit gelegentlichem Knarren und Radstößen. Das lullt mich dann wieder ein. 20:03

Sa, 2. Juni 2007
Nachdem ich das Rheinpanorama etwa bis Rüdesheim genossen hatte, legte ich mich früh schlafen.
"



Auszug aus dem Tagebuch "Istrien Juni 2007":

"Freitag, 14.09.2007, 17:37
Da sa ma wida! Unterwegs von Dortmund Hbf nach Rijeka
[...]. Um 17:33 setzte sich der Zug in Bewegung, nachdem wir von Wagen Nr. 264 in Waggon 266 gebeten wurden. [...] 17:42
19:48 Mein liebes Köln - da bist Du ja! Gerade eingelaufen, schon wird es dunkel; die Beleuchtung am Rhein ist zauberhaft; die Einfahrt in die und die Akustik in der Hauptbahnhofshalle ein Genuß. Da sieht man über die zwanzigminütige Verspätung gerne hinweg (Fahrplan-Ankunft der Urlauber: 19:28 Uhr). Schon geht es weiter! 19:51 Uhr
"
EU/D/NRW/K/20070914-2002_DSCK0002_Koeln_Rheinpanorama_bei_Nacht_2
(20:02 Uhr)






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20100124 17:52