Zur Einstimmung: Straßenbahnfahrt auf der Linie 1 der Hagener Straßenbahn AG um 1970: YouTube.com-Video Linie 1 Haspe Corbacherstr - Gevelsberg Vogelsang eingestellt 1975 von Manfred Streppelmann (YouTube-User ,triebwagen394'). Erinnerung an eine ,gute alte' Zeit? (Hinweis vom 15. April 2012: Das Video ist nicht verfügbar!)
Nachdem die fast hundert Ortseingangschilder der Stadt Hagen fern einer gewissen Universität im Frühsommer 2010 mit dem Zusatz „Stadt der FernUniversität [sic!]" versehen worden waren (man vergleiche dazu das Ende des vorgenannten Films), hat man diese Ergänzungen nach einigem Zögern erst im Juli 2011 unter Einsatz des Hagener Bauhofs wieder entfernt (Quelle: Westfälische Rundschau, Nr. 161 vom 14. Juli 2011, Lokalteil Hagen, S. RHAX1) - ein Zeichen für die Hartnäckigkeit, mit welcher sich das Recht in dieser Stadt mitunter auch auf offizieller Seite Geltung verschaffen muß. Dabei könnte alles - darunter auch die Ortseingangsschilder! - so einfach sein.
Als rechtlos wird auch mancher Bürger und Bewohner Haspe es empfunden haben, als die kleine Stadt im Jahr 1929 zum Stadtteil wurde. Mit seinem ,Hasper Kreisel' besaß sie zwar gewissermaßen ein kleines Bollwerk an der Ennepe, aber in Zeiten zunehmender Globalisierung und Pauschalierung - verbunden mit einer gar nicht so lustigen Weltwirtschaftskrise - blieb es bei dem harten Schlag für die angesichts ihrer blühenden Industrie auf Eigenständigkeit pochenden Bevölkerung. Etwa ein halbes Jahrhundert später durfte dann Hohenlimburg eine ähnliche Erfahrung machen - das freilich wäre eine andere Geschichte!
Haspe weist archäologische Fundstücke auf, welche bis in die Steinzeit zurückreichen (diese stammen vorwiegend von älteren Flußterrassen). Als Stätte ,vorgeschichtlicher' Funde ist die Gegend seit dem 19. Jahrhundert bekannt, als man zwei Elefantenzähne barg, welche auf eine nicht ganz kleine Jagdbeute aus früher Zeit schließen lassen - eine nähere Untersuchung hat leider nie stattgefunden. Als Bauernschaft kennen wir Haspe auf urkundlicher Basis seit dem 12. Jahrhundert n. Chr.; im Hochmittelalter gehörte der Ort den adeligen Herren von Volmarstein und verfügte mit dem sogenannten ,Freistuhl' über einen Gerichtsplatz (unweit der Kluterthöhle und einem ,hilligen' Bach).
Heutzutage ist das Gemeinwesen Haspe mit etwa 30.000 Einwohnern (anno 2008 - es ist damit größer als die Kreisstadt Schwelm!) sozusagen eine Stadt in der Stadt; wenn ein Hasper sagt, er gehe ins Zentrum, dann muß er nicht Hagen meinen! Die zunehmende Bedeutung Haspes manifestiert sich unter anderem in einer nachträglich eingerichteten Auffahrt zur Autobahn A 1 an der Grundschötteler Straße (Enerke), welche auch Volmarstein erschließt und weitere Gewerbeansiedlungen im Umfeld begünstigt (allerdings zum Nachteil biologischer, geographischer und geschichtlicher Aspekte der Landschaft). Im Tal dagegen ist ein Rückgang von Gewerbe und Industrie zu verzeichnen, wobei der Verlust der ,Hasper Hütte' und von ,Zwieback Brandt' besonders krass hervortreten.
Wie viele andere Industriebetriebe an der Bundesstraße 7 in Hagen liegt auch die Zwiebackfabrik Brandt still, nachdem die Produktion nach Thüringen verlagert wurde (Montage nach Fotos von Detlef Rothe - 14.02.2010).
Haspe liegt im Wesentlichen in einem Tal - nämlich dem der Ennepe - und verdankt seinem Fluß die frühe Industrialisierung in einer Zeit, als man noch mehr die Wasser- als die Dampfkraft nutzte. Dabei hatte man mit Friedrich Wilhelm Harkort (*1793 - †1880) auf Haus Harkorten den richtigen Dampfmaschinenspezialisten geradezu an der Haustür! Im Jahre 1825 veröffentlichte der Bahnpionier nämlich in der Nummer 26 der Zeitschrift „Hermann“ den Aufruf, zwischen Köln am Rhein und Minden an der Weser eine Eisenbahn zu bauen. Anno 1833 legte dann Friedrich List der sächsischen Regierung erstmals einen genauen Plan vor, wonach
alle großen deutschen Städte durch Bahnlinien schnell und bequem erreicht werden könnten („Über ein sächsisches Eisenbahnsystem als Grundlage eines deutschen", Leipzig 1833). Bis zum Bau einer dampfgetriebenen Zweischienenbahn in Deutschland vergingen noch zwei Jahre. Harkort selbst verwirklichte die sogenannte Harkortsche Kohlenbahn zwischen Westerbauer und Silschede (entlang der Grundschötteler Straße) auf der Grundlage von Eisenbandschienen und Pferdetransport; deren Überreste spürte ich - unter anderen - auf meinen Radtouren im 1970er Jahrzehnt nach.
Haspe erschloß sich mir als ein in Hagen-Wehringhausen aufwachsender Jugendlicher nur allmählich. Oft habe ich im 1960er Jahrzehnt vom Freibad Hestert aus auf das Hasper Gold hinüber geschaut, später - um 1975 - dann mit dem Rad Touren durch Haspe unternommen. Dabei stand vor allem Kückelhausen spannend zwischen Haspe und Wehringhausen - mit eigenem Bahnhof, Flußwehren und Brücken an der Ennepe sowie noch vielen verträumten Fackwerkhäusern. Der Bahnhof in Kückelhausen ist mir nicht in Erinnerungen geblieben, aber die Bahnübergänge am Rehsieper Weg, an der Hördenstraße und am Bahnhof Heubing (Tillmannstraße) habe ich häufig besucht, während der bedeutendste der Region - über die Bundesstraße 7 (Kölner Straße) in Niederhaspe - bereits außerhalb meines Horizonts als radfahrender Jugendlicher lag und daher eher im Vorbeifahren wahrgenommen wurde.
Nach dem Umzug nach Münster im nördlichen Westfalen anno 1979 geriet Haspe zunehmend aus meinem Blickfeld und trat darin bald nur als Durchreiseort und virtuell als archäologischer Fundort in Erscheinung. Davon zeugt etwa mein Aufsatz über mittelalterliche bis neuzeitliche Arbeitsspuren im Hagener Stadtwald vom Dezember 1993. Nach meinem Umzug von Münster nach Schwelm und zurück nach Hagen (Rückkehr anno 2004) rückte es wieder deutlich näher.
Seit dem September 2004 wohne ich wieder im ,wilden' Westen Hagens, und zwar an der Tückinger Höhe auf dem Kuhlerkamp, welcher den Norden Wehringhausens darstellt. Der unmittelbar benachbarte Tücking gehört bereits zum Hagener Stadtteil Haspe.
Von besonderem Wert erscheinen mir die Berge südlich des Tales der Ennepe. Hier zieht sich - ausgehend vom Goldberg - der Hagener Stadtwald über die Höhen, welche im Südwesten bis zum Klutertberg in Ennepetal-Milspe reichen. Schon in früher Jugend habe ich diese Höhen durchwandert, wobei der Drei-Türme-Weg eine Art Richtschnur bildete. Wanderungen zur Hasper Talsperre gehörten zum Sonntagsausflugprogramm meiner Eltern. Unterwegs bildete die Hinnenwiese im oberen Kettelbachtal ein Etappenziel.
Gegenüberstellungen
Der ,Hasper Kreisel'
(Ansicht aus dem 1930er Jahrzehnt)
(31. März 1975 - Foto: Detlef Rothe)
(28. März 2005 - Foto: Detlef Rothe)
Über den Kreisel fahrend gelangte ich einst in die Kölner Straße, an der die evangelische Kirche steht.
Die evangelische Kirche
(Ansicht von etwa 1915)
(Ansicht einer im Oktober 1955 verwendeten Postkarte)
(31. März 1975 - Foto: Detlef Rothe)
(30. Oktober 2005 - Foto: Detlef Rothe)
Über die ,Kölner Straße' genannte Fortsetzung der Bundesstraße 7 (welche heute anders verläuft) erreichte ich in Niederhaspe den ehemaligen Bahnübergang (an der Einmündung der Haenelstraße in die Kölner Straße).
Niederhaspe
(Ansicht von etwa 1905 - mit Tram 84 der Hagener Straßenbahn AG - Quelle: Jubiläumsheft 1984 - und Ansichtskarte um 1910 - mit Triebwagen 83)
(31. März 1975 - Foto: Detlef Rothe)
(26. März 2005 - Foto: Detlef Rothe)
Die Situation zu Ostern 2005 zeigt auch ein kleines Video (2 Megabytes). Als weitere Zugabe erhalten Sie je ein Schwarzweißfoto aus etwas anderer Blickrichtung von circa 1950 und 1970:
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Über die hier weiterhin ,Kölner Straße' genannte Bundesstraße 7 erreicht man das Haus Stennert an der Grenze zum Stadtteil Westerbauer, wo sie als ,Enneper Straße' weitergeführt wird.
Haus Stennert
(Foto von etwa 1950 - Darstellung aus dem Haspe-Buch von Jens Bergmann, siehe Literatur unten)
(31. März 1975 - Foto: Detlef Rothe)
(26. März 2005 - Foto: Detlef Rothe)
Im Jahr 1941 war das Gebäude von der Firma Zwieback Brandt erworben worden und wurde zunächst als Gästehaus genutzt; zuletzt (im Jahr 2009) diente es als deren Museum.
Als Ergänzung abermals ein Video (4 Megabytes) von Ostern 2005!
Exkurs
Durch die Vermittlung eines Interessenten erhielt ich einen im Jahr 2005 aufgezeichneten Bericht zu den letzten Kriegsjahren und -tagen in Hagen-Haspe, welchen ich hier gerne wiedergebe. Die Augenzeugin und Berichterstatterin heißt Margarete Pischke, wurde im
Juli 1921 in Hagen-Haspe geboren und wohnte seinerzeit in der Gabelsbergerstraße 40:
„In dem großen nächtlichen Bombenangriffen am Freitag, 01. Oktober 1943[,] auf Hagen wurde die gesamte Hagener Innenstadt zerstört. Auf und neben dem Spielbrink, der unserer Wohnung auf der anderen Seite des Tals vorgelagerte Berg, waren Flugabwehrkanonen (Flak) aufgestellt, die die Rohre steil nach oben gerichtet hatten und beim Bombenangriff in den Himmel feuerten. Das konnten wir aus unserem Küchenfenster beobachten. Wir hörten auch das Dröhnen der Flugzeugmotoren. Alles war ein großer Lärm. Nach dem großen Angriff ging ich mit meinem Mann auf den Hof hinter unserer Wohnung runter und schauten nach Hagen herüber. Ganz Hagen brannte. Es gab keine kleinen Feuer hier und da, nein ganz Hagen brannte[;] über der Stadt lag eine Feuerglocke[,] und alles war ein einziges Flammenmeer. Man konnte es nicht fassen. Am nächsten Tag ging ich mit meinem Mann in die Innenstadt. Überall lagen noch Tote, Trümmer, ausgebrannte Straßenbahnwagen. Ich ging auch durch die Rathauspassage. Überall rauchte und qualmte es, lagen Trümmer und die Schläuche der Feuerwehr herum.
Wir hörten ständig Radio. Dort wurden die aktuellen Bombermeldungen durchgegeben. Auch gab es einen gestuften Sirenen-Bombenalarm. Die letzte Stufe war der Akut-Alarm. Dies bedeutete[,] dass die Bomber schon fast über uns waren. Mein Sohn Jürgen fragte beim Sirenenalarm dann immer „Ist das schon „Akkekut“?“ Tagsüber bombardierten uns die Amerikaner, nachts die Engländer. Bei Tags konnte man die Kondensstreifen der Flugzeuge am Himmel sehen und wie die Bomben in Reihen aus den Bombern zur Erde fielen. Wir hatten Taschen mit dem allernötigsten bereitstehen[,] und beim Alarm liefen wir in den Keller. Meine Mutter war für unser Haus Luftschutzwart. Sie sorgte dafür, dass alle Mieter bei Alarm in den Keller gingen, und das[s] u.a. solche Sachen wie eine Schüppe[,] Wasser und ein Eimer Sand bereit standen. Unser Keller hatte an einer Wand ein rotes umrandetes Viereck mit einem roten X aufgemalt. Hier war die Wand besonders dünn, so dass [-] wenn man im Keller verschüttet war [-] hier durch die Wand in den Keller des Nachbarhauses durchbrechen konnte. Unsere Straße blieb jedoch von Bombentreffern verschont[,] und bis zum Ende des Krieges wurde in Haspe weiter produziert. Die Bomben fielen hauptsächlich auf die Zivilbevölkerung. Viele fielen auch in den Wald hinter der Straße.
Kurz vor Weihnachten 1943 wurde mein Mann eingezogen und kam zur Winterausbildung mit Skikurs nach Clausthal Zellerfeld in den Harz. Einmal konnte ich ihn dort noch besuchen[,] dann ging er Anfang Februar 1944 an die Ostfront. Er kam ins nördliche Rußland an den Sperrriegel vor Narwa. Eines Tages klingelt[e] es an unserer Wohnungstür[,] und die Gruppenleiterin stand vor der Tür. Sie überbrachte die Nachricht, dass mein geliebter Mann Bruno am 11. April 1944 vor Narwa gefallen war. Es war ein Schock für uns. Ich stand mit meinen beiden Kindern und meiner Mutter ganz alleine da.
Beim Luftangriff im Dezember 44 starben von meines Bruders Frau die Schwester und deren Sohn in Eckesey. Sie war ca. 30 und [der] Sohn 9-10 Jahre alt. Das war ein unglaubliches Drama! Ich bin nach dem Angriff nach Eckesey durch die rauchenden Trümmer gegangen[,] um nachzusehen[,] ob mein Bruder noch lebte. Die Toten wurden einige Tage später in einer Gruppen-Beerdigung beigesetzt.
Am Donnerstag, den 15. März 1945[,] gab es weitere sehr schwere Angriffe. Bei dem letzten Angriff wurde der Hochbunker in Hagen getroffen [..].
Als ich einmal vor der Bäckerei Quambusch in der Gabelsbergerstraße in der Schlange stand und wartete[,] dass die Bäckerei geöffnet wird, flog über uns ein Tiefflieger. Das Flugzeug drehte, flog erneut entlang der Straße an und schoss auf die Schlange der wartenden Frauen vor der Bäckerei. Es gab eine Panik unter uns Frauen[,] aber da wurde plötzlich die Bäckereitür von innen aufgeschlossen[,] und wir alle stürzten so schnell in die Bäckerei, dass wir lang auf dem Boden lagen. Wir hatten riesiges Glück[,] dass niemand getroffen wurde.
Seit Anfang April wussten wir, dass wir in dem sogenannten „Ruh[r]kessel“ von amerikanischen Truppen eingeschlossen waren. Nachdem in den Vortagen Gerüchte kursierten, die Amerikaner ständen bereits am Kanal, war es dann am Samstag, den 14.04.1945[,] soweit. Gegen Mittag schaute ich aus dem Küchenfenster unserer Wohnung im 1. Stock der Gabelsbergerstraße 40 hinunter auf das Firmengelände des Stahlwerks Wittmann. Dort sahen wir die ersten Amerikaner, die mit Gewehren im Anschlag im Sprung von einer Fabrikhalle zur nächsten liefen und nach allen Seiten sicherten. Als ich dann auf der anderen Wohnungsseite auf die Gabelsbergerstraße schaute, sah ich, dass mehrere Nachbarn über die Straße liefen. Eine Nachbarin rief mir zu[,] ich solle schnell einen Kopfkissenbezug nehmen und mitkommen, bei Brandt gäbe es Zucker.
Ich nahm schnell ein Kopfkissenbezug und lief zur Zwiebackfabrik Brandt. Dort angekommen sah ich, wie die amerikanischen Soldaten mit Ihren Gewehrkolben die Türen der vollen Lastenfahrstühle aufbrachen und Fettkisten hinauswarfen. Ich schnappte mir eine der schweren Kisten unter den Arm und sprang von der Rampe (eine Art Bahnsteig zum beladen der Züge). Dabei stieß ich mir noch mein Schienbein. Einem Nachbarsmädchen sagte ich, sie solle schnell meiner Mutter Bescheid sagen, dass sie mit dem Kinderwagen kommen solle, da die Fettkiste zu schwer war. Meine Mutter verstaute meine Tochter zwischen 2 zusammen geschobenen Sesseln und kam mit dem Kinderwagen hinunter auf das Werksgelände. Wir packten dann die Fettkiste und andere Dinge wie Zucker und Mehl in den Wagen und machten uns auf den Heimweg. Als wir an der steilen Kipperstraße ankamen, sahen wir, wie ein schwarzer amerikanischer Soldat die Straße hinunter kam[,] und wir bekamen riesige Angst[,] dass er uns Gewalt antäte. Der Soldat kam auf uns zu, warf bei uns angekommen seine Maschinenpistole auf den Rücken, zog uns den schweren Kinderwagen die steile Straße hinauf, tippt sich oben angekommen an den Stahlhelm und verabschiedete sich von uns.
Am nächsten Tag hieß es[,] bei Textilien Weber gäbe es auch Sachen. Ich ging also wieder in die Stadt runter und sah diesmal lange Kolonnen von hunderten abgekämpften deutschen Soldaten, die unter amerikanischer Bewachung über die Enneperstraße in Kriegsgefangenschaft gingen. Amerikanische Panzer waren bei der Gefangenenkolonne, drehten ihre Kanonen drohend in Richtung der Häuser und zielten auf die Fenster. Richtige Kamp[f]handlungen hat es in Hagen nicht gegeben. Endlich hatte der Krieg und das Morden ein Ende! Ob wir uns befreit vorkamen? Nein[,] wir kamen uns nicht befreit vor, wir hatten verloren.
In den Tagen danach lagerten viele jugoslawische Fremdarbeiter auf dem Schulhof der Kipperschule. Dort hatten sie große Lagerfeuer angemacht und brieten ein oder mehrere Schweine oder Kühe von Polifka am Spieß. Bei einem Besuch meines Bruders, der mit Rheuma in Volmarstein lag, lagerten auf den Wiesen um das Krankenhaus die Amerikaner und hatte[n] Lagerfeuer entzündet. Einmal kam ich in der Kölner Straße an einer kleinen Gruppe von gefangenen deutschen Soldaten vorbei, die um ein Feuer saßen und das Lied „Am alten Schloßturm zu Düsseldorf am Rhein“ sangen.
„Am alten Schloßturm zu Düsseldorf am Rhein,
Da wohnt ein kleines, blondes Mägdelein,
Ein stilles Weinhaus, gerade vis-á-vis,
Die schönen Stunden dort vergeß' ich nie.“
Während der ganzen Zeit des Krieges litten wir keinen Hunger, die Versorgungslage verschlechterte sich erst zu Kriegsende im Kessel drastisch. Richtig dramatisch wurde die Versorgungslage erst nach Ende des Krieges in den unglaublich kalten Wintern 45/46 und 46/47[,] wo ich bei den Bauern hamsterte und u.a. Brunos Wintermäntel gegen Kartoffeln eintauschte."
Ich danke Ralf Offele für die Übermittlung des Berichts sehr herzlich!
Links
Haspe - Wikipedia-Artikel
Bezirksvertretung (Bezirksbürgermeisterei) Haspe
Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Hagen-Haspe
Katholische Kirchengemeinde St. Bonifatius Hagen-Haspe
Freie evangelische Gemeinde Hagen-Haspe
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Literatur
Alfons Rehkopp u. Michael Eckhoff (Red.), Haspe - Eine Stadt im Wandel (Band IX der Schriftenreihe „Hagen einst und jetzt", hg. v. Hagener Heimatbund e.V.), Hagen 1982.
Dirk Bockermann (Hg.), HASPER GOLD. Ein Lesebuch zur Geschichte der Hasper Hütte, Hagen 1997. (ISBN 3-930217-05-8).
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20120416 09:38