REGIONALES: Wehringhausen


Heimat Wehringhausen. Aus meinem Leben.

von Detlef Rothe aus Hagen in Westfalen



unsere enge Straße war breit wie der Hollywood-Boulevard
und in der Kirche wohnte der liebe Gott
da war er noch nicht tot
"
(Udo Lindenberg und das Panik-Orchester, Die kleine Stadt, LP ,Der Detektiv - Rock Revue 2', 1979, Lyrics: Udo Lindenberg und Horst Königstein)





ÖRTLICHKEITEN


Anfang der Eugen-Richter-Straße


Obschon in Altenhagen geboren, ist der Verfasser dieser Zeilen in Wehringhausen aufgewachsen und für das weitere Leben geprägt worden, denn seit 1959/60 bis 1972 wohnte der Verfasser zunächst in dem (nach mündlicher Überlieferung) anno 1954 errichteten Haus 5 der Eugen-Richter-Straße, dessen vorgelagerter Erdstreifen sich vorzüglich zum Spielen sowie zum Parken eignete. Das in Kälte erstarrte Gelände - Wehringhausens ,Broadway' - wurde von mir im Februar (oder eventuell erst im März) 1976 von der Kreuzung Pelmkestraße aus bei Nacht dokumentiert:
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Ganz rechts erkennt man den Friseursalon ,Espelage', unmittelbar dahinter die Gaststätte ,Auberge' (Adreßbuch 1976, Straßenteil, S. 105, Sp. 2); der Name des Wirtes geht aus dem Adreßbuch nicht unmittelbar hervor.

Den Bereich unmittelbar vor ,unserem' Wohnhaus (Hausnummer 5 - das dritte von links in der Nachtaufnahme) photographierte mein Vater im Winter 1963/64 mit seinen beiden Jungs im Vordergrund:
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Der Häuserblock in Ansichten des Verfassers vom März 2009 und September 2018:
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Vor den Garagen zwischen den Häusern 5 und 7 wurde um 1970 häufig gespielt (meistens unter Aufsicht älterer Töchter der Familie Scholz: Bärbel oder Doris) - ,Fischer, wie tief ist das Wasser?' ist mir noch in Erinnerung:
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Der Bereich dem Häuserblock gegenüber (Häuser 10, 8, 6, 4) in einem Foto meines Vaters vom Winter 1963/64:
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Im Erdgeschoß des ganz rechten Hauses befand sich damals die Meisterklause; hier wurde das von der Bettermann-Brauerei erzeugte ,Meister-Pils' ausgeschenkt. Die Brauerei wurde in der ersten Hälfte des 1970er Jahrzehnts geschlossen und der Name des Lokals daher hinfällig. Im Jahr 1976 nannte sich die Gaststätte Auberge (siehe oben). Inhaber des Lokals war anno 1968 der Gastwirt Hans Groppel (Adreßbuch 1968, Straßenteil, S. 81, Sp. 4). Jahrzehnte später wurde der Gastronomiebetrieb aufgegeben, und er verwandelte sich in ein ,Asia Team' (oder ähnlich) genanntes Bordell. Im 3. nachchristlichen Jahrtausend ist auch davon nichts mehr zu merken; zwei Ansichten des Verfassers vom März 2009 und September 2018:

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Im Erdgeschoß links von Haus Nr. 14 befand sich zu meiner Kindheit ein Lebensmittelladen mit Frischmilchausschank (Inhaber: Günter Adrian):
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Der Hof ,EuRiDömPel'


Das zu den Häuserblöcken und Garagen rückwärtige, seinerzeit (1960er Jahrzehnt) noch weitläufige - von mir heute ironischerweise EuRiDömPel genannte - Gelände diente zum Wäschetrocknen (auf ,Wäscheplätzen') und zum Spielen (siehe dazu die Rekonstruktionsskizze des Dreieckblocks vom 9.2.1976 unten). Früher nannten wir ,EuRiDömPel' schlicht den ,Hof', auch wenn dort gewiß keine Hofhaltung stattfand!

D/NRW/HA/Wehringhausen/1966_Herbst_mit_Annette_und_Jutta_im_Hof
Der Verfasser anno 1966 mit zwei Freundinnen (Annette und Jutta) im ,Hof' - im Hintergrund die Pelmkestraße
(Foto: Wilhelm Rothe junior †)

Aus meinen Tagebuchaufzeichnungen:

Tagebuch B, Eintrag vom 9. Februar 1976 (S. 14 ff.): „,Wir' waren die Gesammtheit [sic!] der spielenden Kinder auf dem ,Hof'. ,Wir´ wurden sie genannt, wenn der Sprechende dabei war, dazu gehörte. Die Erwachsenen nannten sie schlichthin ,Plagen'. Nun, wir waren ja auch nicht immer brav und leise." - „Da war nun ,unser' Hof, zweimal, das heißt: vor und nach dem Umbau, der durch die Neubauten erzwungen wurde. Der Hof - so will ich den freien Raum zwischen Eugen-Richter-Straße, Dömbergstraße und Pelmkestraße auch weiterhin nennen, ein anderer Name ist mir nämlich niemals bekannt geworden - war für mich und sicherlich auch für die anderen Kinder eine Art Urwald, unzivilisiert, wo man tun und lassen konnte, was man wollte. Wir waren eine | Art primitives Volk, daß [= welches] zwischen Mittagessen und ,'Raufkommen!' existierte [Anmerkung vom 5. Mai 2010: natürlich nur, sofern das Wetter es zuließ! Heute müssen die Kinder wohl erst ein prähistorisches Museum aufsuchen und bedürfen dann vielleicht noch pädagogischer Hilfe zum Erreichen ursprünglicher Wildheit. In unserer Welt da unten wurde nun manchmal viel gelärmt, so daß wir uns oft Proteste von Hausbewohnern einholten. Darüber wurde aber nur gelacht; vielleicht [ver]zogen wir uns in eine andere Ecke, der Hof war ja groß. Manchmal [Anmerkung vom 5. Mai 2010: nämlich vor allem dann, wenn mehrere Eisenbahner Nachtschicht hatten] kam es dazu, daß wir von einem Fleck zum anderen geschickt wurden. Ich möchte den oben genannten Vergleich mit [dem] Urwald und primitiven Volk noch ein wenig erhärten. Zunächst einmal eine Skizze des ,Blockes'.
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|Es war eine arg verwilderte Welt, die Pflanzen und Menschen. Es gab viele Vögel, Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, eine Zeitlang massenhaft Kaninchen, sogar Igel. Das Holz der
[Holunder-]Büsche eignete sich prima für Flitzebögen und Pfeile und ähnliches (Speere...). Wir führten regelrechte Kriege. Filme wie ,Winnetou' waren ,in'. Wenn die Sonne allzusehr brannte, waren wir auch harmloser, dann sonnten wir uns, erzählten, spielten Ringelreihe, Schule oder später auch Fußball. Dann hatten wir auch noch unseren Spielplatz [an der Dömbergstraße (siehe Skizze)], wo unsere Autos (Matchbox, Siku u. a.) zu allen Ehren kamen, wir bauten sogar Rennwagen aus Sand und hatten Spaß dabei. Dann bauten wir uns im Gebüsch Reisighütten und die nötigen Möbel [aus Obstkisten] dazu. Gegenüber fremden Kindern waren wir ziemlich aggressiv und schützen unser Land so gut wie wir konnten, sogar gegen ,Banden' wie sie damals so beliebt waren.
Die Bauarbeiten ließen unsere ganze Welt zusammenbrechen. Die Fauna wurde stark dezimiert, die schönsten Bäume
[wurden] gefällt und das Buschwerk zum großen Teil weggemacht. Nur noch wenige Vögel ermunterten morgens zum Aufstehen. Der Hof wurde eingeengt und wirkte trostlos. Die meisten Kinder ließen sich nicht mehr sehen. Die Bauarbeiten|zogen sich in die Länge [woran die Kinder - welche an den Wochenenden die Baustellen eroberten und sie unter anderem unter Wasser setzten - nicht ganz unschuldig waren (Anmerkung vom 5. Mai 2010)]. Als die Häuser (Pelmkestr. 18 a, Dömbergstr. 36) fertig waren, zogen wir [= Familie Rothe (im Frühjahr 1972, wohl zum 1.4.)] um, [und zwar] in das Haus Dömbergstr. 36."

Das neue Haus 36 der Dömbergstraße:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Doembergstrasse/19730xxx_Doembergstrasse36
(Foto: Wilhelm Rothe - Sommer 1973)

Wir zogen in die 1. Etage, wo ich mit meinen beiden Brüdern wieder ein gemeinsames Kinderzimmer zur Verfügung hatte:

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(Verfasser am Arbeitsplatz - vor der Renovierung von 1978)

Die beiden hier zusammengefügten Fotos wurden von meinem älteren Bruder Klaus aufgenommen und zeigen vor mir oben den Fotodokumentationsordner, darunter links das Tagebuch A und rechts den Polyglott-Reiseführer Wien. Mein Kommentar vom 3. Januar 1975 im erwähnten Tagebuch lautete dazu:
Die beiden Fotos sind vom 3.[= 2.?]11.1974, als ich gerade die 5. Seite des Tagebuches verfasste: Klaus überraschte mich, als ich mir die richtige Wahl der Wörter überlegte, womit ich oft Schwierigkeiten habe. [gestrichen: „Die Bilder sind unterbelichtet, da es schon ziemlich dunkel war. Der müde Gesichtsausdruck [...] war nicht beabsichtigt, er ist nur ein Zeichen dafür, wie schwierig für mich das Verfassen des Tagebuches ist. Ander[er]seits ist mein Gesicht durch die Erinnerungen an die Klassenfahrt nach Wien gezeichnet."]"

Tagebuch B, S. 20, Eintrag vom 9. Februar 1976: „Erst langsam kam wieder etwas Leben auf den Hof. Wir lernten neue Kinder kennen, doch in den neuen Häusern wohnten nicht viele. [...] Im Hof spielten jetzt hauptsächlich jüngere Kinder, ,wir' kamen in das erste Krisenalter, die ,Pubertät'. Freunde hatte ich [jetzt (im Jahr 1972) zunehmend] auch außerhalb des Hofes." (ebenda, S. 17 - 20)

Tagebuch L (28.9. - 24.11.77), zum 20. Oktober 1977 (S. 91 f. - geschrieben am selben Tag): „Um mir herum nehme ich die Wände einer 11,2 Quadratmeter großen Höhle wahr, in der seit vielen Jahren drei Menschenkinder hausen; ich blicke durch zwei Öffnungen in die Welt, und zwar auf eine Straße, an der ein grüner Frosch|steht, dahinter warten zwei oder drei herbstliche Bäume, ein Grünstreifen wacht, ein Häuserblock mahnt, und schließlich wurzelt ein betürmter Berg als Grenzfeste des Sauerlandes in dieser Welt, der jegliche Aussichten zurückweist. Darüber ist nichts als blauer Himmel; und weiße Wolken und eine strahlende Sonne vervollständigen diese Welt. Es ist still draußen, ich sehe weder Menschen, noch irgendein Tier. Und am Rande dieser Atmosphäre lerne ich Englischvokabeln; in einer Höhle, in die ich gefallen bin, in einer Falle."

Das Kinderzimmer nach der Renovierung von 1978 - von mir nunmehr "Jugendzimmer" genannt:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/19780419_(1530)_Zimmer
(eigenes Foto vom 19. April 1978)

Das Wohnhaus nach der Renovierung vom Jahr 2010:
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(Foto: Detlef Rothe - 1. September 2018)

Zum Vergleich ein Video von anno 2011 (ein Jahr nach der Renovierung):



Das verkleinerte ,Hof'-Gelände vom Küchenfenster aus mit Blick auf die Hofseite der früheren Wohnung (links vom Kellerzugang):
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Doembergstrasse/20040628_1832_Doembergstrasse36_Innenhof
(Foto: Detlef Rothe - Juni 2004)

Das südwestliche Ende der Dömbergstraße wurde mittlerweile verkehrsberuhigt und in eine Spielstraße(!) umgewandelt:
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(1970er Jahrzehnt - Fotos: Wilhelm u. Detlef Rothe; 2000er Jahrzehnt - Fotos: D. Rothe)

Siehe dazu auch das vom Balkon der elterlichen Wohnung aufgenommene Video vom 25. Dezember 2009 (10 MB) - hier als YouTube-Video:


Ich kann mich übrigens nicht daran erinnern, hier Kinder spielen gesehen zu haben! Mein jüngerer Bruder nutzte das Gelände immerhin einst als provisorische Werkstatt:
D/NRW/HA/Wehringhausen/Doembergstrasse/19810330_(1800)_Fotoalbum0699
(Foto: Detlef Rothe - März 1981)



Ein fünfzackiger Straßenstern


Am Westende der Dömbergstraße besteht die Kreuzung der Eugen-Richter-Straße mit der Gutenbergstraße - nahebei die frühere Gaststätte Im ollen Dreisch (heutzutage Begegnungsstätte Oller Dreisch):
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Gutenbergstrasse/19790429_1xxx_12_14+15_Gutenbergstrasse_Ecke_Eugen-Richter-Strasse
(Fotos [29. April 1979] + Montage: Detlef Rothe )

EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Gutenbergstrasse/20090301-1138_IMGP2733_Wehringhausen_Caritas-Begegnungsstaette_Oller_Dreisch
(Foto: Detlef Rothe - März 2009)

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(Foto: Detlef Rothe - September 2018)

Zum Vergleich je eine Aufnahme dieser Gutenbergstraße-"Ecke" aus einer Zeit zwischen Weltwirtschaftskrise und Zweiter Weltkrieg und einer inmitten der zweiten Weltwirtschaftskrise, sowie nach dem Abriß eines Eckhauses zur Falkenstraße, welches durch einen Automobilbunker erstzt wurde:
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(Ansichtskarte um 1930)

EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Gutenbergstrasse/20090301-1208_IMGP2787_Wehringhausen_Eckhaus_Gutenbergstrasse_Eugen-Richter-Strasse_nach_Sueden
(Foto: Detlef Rothe - März 2009)

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(Foto: Detlef Rothe - September 2018)



Oller Dreisch und Dreiecksplatz


Oberhalb der Eugen-Richter-Straße richtet sich der Blick auf den Spielplatz Am ollen Dreisch:
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(Foto: Detlef Rothe - April 1979)

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(Foto: Detlef Rothe - Oktober 2009)

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(Foto: Detlef Rothe - Januar 2019)

Dieser Kinderspielplatz - zunächst (nach dem etwa zur Jahreswende 1959/60 erfolgten Umzug nach Wehringhausen) meines älteren Bruders - befand sich zu Beginn des 1960er Jahrzehnts in dem damals - fälschlicherweise, wie ich mittlerweile weiß - als "oller Dreisch" bekannten Winkel zwischen Dömberg-, Pelmke- und Gutenbergstraße:
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(Foto: Wilhelm Rothe junior † - Sommer 1960)

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Vergleichbild mit dem Häusern Pelmkestraße 59 und 61 im Hintergrund (Foto: Detlef Rothe - 19.01.2019)

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(Foto: Wilhelm Rothe junior † - 1961)

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Vergleichbild mit der Pelmkestraße im Hintergrund (Foto: Detlef Rothe - 19.01.2019)

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(Montage zweier Fotos von Wilhelm Rothe aus dem Jahr 1964 mit Ansicht meines älteren Bruders)

Die Bezeichnung oller Dreisch leitete sich nach Auskunft meiner Mutter ausschließlich von der Gaststätte im Eckhaus Gutenbergstraße/Eugen-Richter-Straße ab, wo sich heute eine Begegnungsstätte befindet. Das Gebiet, nach dem diese Einrichtungen benannt sind, lag dagegen bachaufwärts nahe der Waldlust.

Der Spielplatz wurde übrigens bereits im Zuge des Siedlungsausbaus an der Pelmkestraße um 1925 angelegt. Der Stadtoberinspektor Dipl. rer. pol. Karl Wenderoth schrieb dazu in der Hagen-Monographie von 1928 (siehe Literaturverzeichnis - hier auf S. 29): „Um einem lang gehegten Wunsche der Bürgerschaft des Stadtteils Wehringhausen nachzukommen und in der Erkenntnis der Bedeutung der Bewegungsspiele und des Tummelns im Freien für die Kinder hat die Stadtverwaltung Hagen einen größeren freien Platz (Grundstücksdreieck) an der Pelmkestraße zu einem Kinderspielplatz mit Baum- und Strauchgruppen ausgestaltet und hergerichtet."

Um das Jahr 1920 wurde seitens des Foto-Ateliers Mende vom Unteren Goldbergweg aus eine Panorama-Ansicht in Richtung auf das Paulusviertel festgehalten , welches die Einmündungen der Henschel- in die Gutenbergstraße und Letzterer in die Pelmkestraße zeigt (nur ein Bildausschnitt!). Der "Tummelplatz" (Dreiecksplatz und unterhalb davon) besteht noch nicht:
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Den Zustand des Dreiecksplatzes und der Pelmkestraße um 1920 zeigt auch eine Ansichtskarte von der Einmündung der Gutenbergstraße her (Bildausschnitt):
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(Quelle: Zarnke 2010, S. 164, oben)

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Vergleichbild mit der Pelmkestraße rechts (Foto: Detlef Rothe - 19.01.2019)

Auf der westlichen Seite der Gutenbergstraße mündet die Henschelstraße, welche eine Verbindung zu den noch bestehenden Kleingärten ,Am Rupenstück' herstellt. Die Schwarzweiß-Ansicht der ,Straßenbahnersiedlung' (wie man früher sagte) stammt aus der Hagen-Monographie von 1928, das Farbbild von mir (15.02.2009):
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Vergleichsbilder von ca. 1928 und (eigene Fotos) vom 28. Juni 2004:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Henschelstrasse/Henschelstrasse_1928 EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Henschelstrasse/20040628_1724_DSCI0012_Einmuendung_in_die_Gutenbergstrasse EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Henschelstrasse/20040628_1723_DSCI0011_Einmuendung_in_die_Gutenbergstrasse

Diese Wohnstraße endet heute am Schulzentrum. In meiner Jugend (im 1960er und 1970er Jahrzehnt) befanden sich dort Schrebergärten (siehe unten).



Hindenburgschule und Pelmkeschule


Im Quadrat zwischen Michaels- und Pauluskirche, zwischen Gutenberg-, Pelmke-, Lange- und Eugen-Richter-Straße, lagen die beiden wichtigsten Unterrichtsanstalten, nämlich die katholische Pelmkeschule (im Osten bei der Kirche St. Michael) und die evangelische Hindenburgschule:

Hindenburgschule - heutzutage Emil-Schumacher-Schule

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(Foto: Detlef Rothe - April 2006)


Pelmkeschule - heutzutage ein Kulturzentrum

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(Foto: Detlef Rothe - September 2018)

Zwei Fotos mögen an die Schulkinder erinnern, deren Treiben lange Zeit gewisse Bewegungen in diesen Microkosmos brachten:
D/NRW/HA/Wehringhausen/1948xxxx_D_NRW_HA_Wehringhausen_Pelmkeschule_Entlassungsjahrgang_1950
Anno 1948 eine Darstellung des Entlassungsjahrgangs 1950 der "Pelmke"

Etwa gegen Ostern 1966 dann meine Klasse (1 b) der "Hindenburg":
D/NRW/HA/Wehringhausen/196604xx_FA0125_HA-Wehringhausen_Schulklasse_mit_Lehrerin_Matthias_am_Eingang_der_Hindenburgschule

Im Früjhar 1966 erschien an Hindenburg- und Pelmkeschule ein Photograph, welcher Klassen- und Einzelaufnahmen von den ,I-Männchen' (beiderlei Geschlechts) machte:
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Gabriele Susanne Kerner (genannt "Nena" - gemäß Hagener Adreßbuch spätestens 1968 in der Pelmkestraße 79 zu Hause) vor der Pelmke-
und Detlef Rothe an der Hindenburgschule (Photograph unbekannt - Montage: Detlef Rothe).

Wie man unschwer erkennen kann, haben wir auch den selben Friseursalon (Salon Espelage, Eugen-Richter-Straße 2) konsultiert. Die Inhaberfamilie mit Sohn Peter (*30.03.1960 - †17.02.1996) war mir wohlbekannt - Peter war sportlich recht begabt, und - wie man sieht - trug er die von seinen Eltern kreierte "Nena-Frisur":
EU/D/NRW/HA/1974xxxx_Gymnasien-Festschrift_KONTRASTE_Hagen_1974_S104_Abb_o_Nr_AUSSCHNTT_PeterEspelage+GuenterSelvers
Peter Espelage mit Sportlehrer Günter Selvers - Foto von 1974 - Photograph unbekannt
(Festschrift KONTRASTE der Gymnasien Fichte und Theodor Heuss, Abb. S. 104, Ausschnitt)

Das Friseur-Ehepaar war im gleichen Alter wie meine Eltern; auch sie sind bereits verstorben:
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Grabstein auf dem Buscheyfriedhof - Peter liegt links nebenan (Foto: Detlef Rothe - 03.02.2019)

Nena: „Bis zur Einschulung wollte ich ein Junge sein und trug immer nur Hosen und kurze Haare." (Quelle: SZ-Magazin - 27. April 2018) - Ich kann Nenas damalige Einstellung gut verstehen, war ich doch - wie in dem Alter viele Jungs ("Nena" hätte ,Summs' gesagt) - hübscher als sie; doch vergleichen Sie beide Einschulungsfotos selbst! Offensichtlich (das ergibt sich auch aus ihrer Autobiographie: Nena & Thesenfitz 2005, S. 74 f.) hatte Nena - wie ich selbst einen deutlichen Schaden am Rückgrat, welcher daran erinnert, was die Chemie Grünenthal GmbH mit dem Wirkstoff Thalidomid um 1960 schwangeren Frauen antat. "Scheuermannscher Rücken" - den hat in Hagen der Märchenonkel erfunden, um von der eigentlichen Krankheitsursache abzulenken!

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Der "krumme" Detlef Rothe in Waging am See (Bayern) (Foto: Wilhelm Rothe junior† - Sommer 1964)

Zum Vergleich: Bei der Scheuermann-Krankheit (Morbus Scheuermann) handelt es sich um eine medizinisch relevante Veränderung im Übergangsbereich von Wirbelkörper und Bandscheibe, welche im fortgeschrittenen Jugendalter auftritt. - Mehr zur hier interessierenden sogenannten "Contergan-Katastrophe" finden Sie in meinem Kinderheime-Aufsatz unter Volmarstein. Wie viele damals geborene Menschen mögen wohl noch von pränatal verursachten intellektuellen und orthopädischen Beeinträchtigungen dieser und ähnlicher Art betroffen gewesen sein? Mögliche Lösungen: Schwimmen, Ski-Fahren, Tanzen, Wandern. Insofern hat Gabriele Susanne Kerner alles richtig gemacht! Ob "Nena" wie ich zum orthopädischen Schwimmen in`s Hallenbad Haspe mußte (vgl. Nena & Thesenfitz 2005, S. 74 f.)? Bei der von "Nena" beschriebenen Ärzte-Adresse wird es sich am ehesten um die damalige Gartenstraße 31 gehandelt haben (heute: Bergischer Ring 31) - gemäß Adreßbuch Hagen 1968/69, Ärzteverzeichnis und Straßenverzeichnis S. 101, Sp. 3: Orthopädiepraxis Dr. O. H. Hardt & Dr. Busack, Zahnarztpraxis Johannes Engel, Sanitätshaus Heinz Riepe. - "Nena" hatte wie ich zudem Sprachprobleme und konnte - wie sie erwähnt - kein J aussprechen, denn sie sagte ,Nena' statt ,Ninja' und ,Summs' statt ,Jungs' (Nena & Thesenfitz 2005, S. 59). Wie hat sie den "Soundcheck" dann bloß so schön in den Griff bekommen, daß sich Zigtausende daran begeistern konnten? Ich jedenfalls mußte längere Zeit zu einem Sprechkurs in die Friedrich-von-Bodelschwinghschule an der Bebelstraße in Kückelhausen; dort wurden Märchen-Schallplatten vorgespielt, und die herbeigerufenen Kinder "durften" darüber sprechen. Vielleicht ist "Nena" wenigstens dies erspart geblieben; wir waren da jedenfalls ganz schön viele Betroffene! (Wenn ich daran denke, daß "Nena" selbst Schallplatten für Kinder bespielt hat, erscheint mir das in einem ganz besonderen Licht!) - Irgendwann - eventuell früher - hatte ich offenbar auch zum ,orthopädischen Sport' zur Bodelschwinghschule gemußt - dazu habe ich leider keine Erinnerung mehr, so daß ich nicht ganz ausschließen möchte, daß die Gymnasik in der Turnhalle der Hindenburgschule stattfand. Meine Tagebuchaufzeichnungen vom Neujahr 1976 (geschrieben im Alter von sechzehn Jahren) sind da nicht sehr konkret: „[...] zuletzt (im 4. Schuljahr) [hatte ich (im Hinblick auf die Klassenlehrerin) Unterricht] bei Frau Probst. Frau Schmidt gab mir Heimatkunde[-Unterricht], Sport ein Lehrer [...]. Irgendwann in dieser [Volksschul-]Zeit mußte ich auch am orthopädischen Sport teilnehmen und einen Kurs mitmachen, der mein Sprechen verbessern sollte. Der Unterricht fand in der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule in Haspe an der Bebelstraße statt. Ich fuhr mit einigen Gleichaltrigen mit einem Linienbus dorthin, [und] die Fahrscheine bekamen wir in der dortigen Schule. Damals muß ich noch sehr jung gewesen sein,|denn wir pflegten die Fahrscheine zum Teil noch [= schon] während der Fahrt aus dem Fenster zu werfen. Wer hatte damals schon an einen Kontolleur gedacht?" (Tagebuch B, S. 10 f., Text vom 1.1.1976)

Ergänzendes aus dem Tagebuch B, S. 13 f. (Text vom 1.1.1976): „Im Sommer 1969 wechselte ich auf das Fichte-Gymnasium [...]. Nebenbei [= Neben dem Schulunterricht] mußte ich [...] zum orthopädischen Schwimmen ins Hasper Hallenbad. [...] Dienstags nach Schulschluß ,tingelte' ich dann zunächst nach Hause [= Eugen-Richter-Straße 5 in Wehringhausen] und dann weiter, die Eugen-Richter-Straße entlang, die Hördenstraße hinab, die Bebelstaße entlang und schließlich am Heilig-Geist-Krankenhaus|vorbei [in] Richtung Schwimmbad. Eine Zeitlang fuhr ich auch mit dem Bus."

Das Gebäude der hier im Hinblick auf den Logopädie-Kurs genannten Schule (lokal nicht zu verwechseln mit der heutigen Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule Hagen in der Eugen-Richter-Straße 77-79!) existiert heute noch in Kückelhausen, und "meine" Hindenburg-Volksschule besteht als Emil-Schumacher-Grundschule fort; zu "meiner Zeit" erinnerte freilich der Schulname an einen Generalfeldmarschall und ein nach diesem benanntes Starrluftschiff und nicht an einen in der Bleichstraße Wehringhausens ansässig gewesenen Kleckselkünstler, der in die Schule zwischen Siemensstraße und Lange Straße gegangen sein soll. Künstlerische Inspirationen erhielten die Schüler da um die Mitte des 1960er Jahrzehnts schon bei der Einschulung, denn gewöhnlich bekamen die ,I-Männchen' ein handgetöpfertes Tonobjekt ausgehändigt: 1964 mein älterer Bruder einen kleinen Braunbären, 1966 ich ein graues Henkelväschen.

Die beiden benachbarten Schulen wurden spätestens nach dem Aufstellen von Fertigbau-Klassenräumen auf dem gemeinsamen Schulhof in der zweiten Hälfte des 1960er Jahrzehnts als Einheit betrachtet. Das war freilich nicht immer so. Dazu darf ich aus dem gelungenen Wehringhausen-Band von Jürgen Zarnke (November 2010) zitieren, wo die Verhältnisse der Zeit um 1965 reflektiert werden (Zarnke 2010, S. 5: „Anstelle eines Vorwortes"):
Später hörte ich [...], dass auch zwischen Katholiken und Evangelen [Anm.: Dieser Ausdruck war durchaus gebräuchlich!] auf dem gemeinsamen Hof der Hindenburg-/Buscheyschule [Anm.: Die Schilderung bezieht sich also auf den Zeitraum nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem die Buscheyschule ein Bestandteil der Hindenburgschule war.] und der Pelmkeschule durchaus noch Hahnenkämpfe [um „Wehringhauser Mädchen" (ebenda)] ausgefochten wurden. Eine Kopfsteinpflasterrinne markierte hier eine kleine Grenze."
An diese - wohl aus aufsichtsrechtlichen Gründen eingerichtete - ,Grenze' auf dem geteerten Schulhof kann ich mich noch gut erinnern, und auch an ein mulmiges Gefühl beim Übertreten, selbst nachdem sie aufgehoben worden war. Meine Schulklasse war zuletzt (1968/1969) sogar in der Pelmkeschule untergebracht! Da ich nur die "Grundschulzeit" an der Siemensstraße verbracht habe, werden sich die „Hahnenkämpfe" eher auf die Hauptschulphase beziehen - um die Zuneigung der Mädchen brauchte ich mir hier jedenfalls keine Sorgen zu machen:
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Paulusgemeinde


Am 23. April 1972 entstand anläßlich meiner - um ein Jahr vorgezogenen! - Konfirmation ein Gruppenfoto mit Pastor Dietrich Polack am Eingang der Pauluskirche:
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Wer kennt die Namen, wer die (alten) Adressen? (Meine heimliche Favoritin hieß damals ,Heidi Gündel' - sie wohnte unmittelbar am Kaiser-Friedrich-Turm und hatte wohl den weitesten Weg.)

An der Pauluskirche kreuzen sich Lange Straße und Gutenbergstraße. Oberhalb davon führt über eine breit angelegte Treppe der Weg zur Kirche:
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(Bild anläßlich einer Konfirmation anno 1979 - Foto: Detlef Rothe)

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(Vergleichsansicht vom März 2009 - Foto: Detlef Rothe)

Weiter südlich (= oben) befindet sich die Kreuzung der Gutenberg- mit der Siemensstraße; dazu noch eine Aufnahme vom Kirchenvorplatz:
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(Blick über den Vorplatz der Pauluskirche anläßlich der Wiedereinweihung im Jahr 1954 - Foto: unbekannt).

In der linken oberen Ecke des letzten Bildes ist gerade noch der anno 1903 errichtete Kindergarten an der Siemenstraße erkennbar, welcher dort bis nach dem Krieg existierte:
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(undatiertes Vergleichsbild - Foto: unbekannt)

Weiter geht es - und das schon abschließend - mit einem abwärts gerichteten Blick auf die Kreuzung der Gutenbergstraße mit der Siemensstraße:
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(April 1979 - Foto: Detlef Rothe)

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(März 2009 - Foto: Detlef Rothe)

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(Foto: Detlef Rothe - Januar 2019)



Kleingartenverein Am Rupenstück e.V.


Nur beiläufig erwähnen möchte ich den Schrebergarten, welchen meine Eltern auf dem zum Kleingartenverein ,Am Rupenstück' gehörenden Gelände besaßen. Dieser wurde beim Bau des Schulzentrums Wehringhausen an der Eugen-Richter-Straße zerstört. Ein Erinnerungsfoto unseres Vaters vom Sommer 1965 zeigt meine Mutter mit beiden Brüdern vor dem Hintergrund längst abgerissener Häuser zwischen Eugen-Richter-Straße und Henschelstraße:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/AmRupenstueck/19650(9)xx_FA0111_EU_D_NW_HA-Wehringhausen_KGV_Am_Rupenstueck_Schrebergarten_Mutter_Christof_Klaus_1200x1226



HEIMATERFAHRUNG


Der Verfasser beschäftigte sich schon früh - zum Teil bedingt durch eine Tätigkeit als Zeitschriftenzusteller - mit dem östlichen Teil Wehringhausens, was etwa an der im Februar 1973 (im Alter von 13 Jahren) entstandenen farbigen Planskizze ersichtlich ist:
D/NRW/HA/Wehringhausen/197302xx_Planskizze_Wehringhausen

Ab 1. August 1979 lag mein Wohnsitz in Münster/Westfalen, und zwar im Kreuzviertel; die Adresse lautete Coerdestraße 17 (1. Stock). Nach längerer Abwesenheit vom Heimatort (wohnhaft gewesen in Münster, Niederbayern und Schwelm - siehe die biographischen Angaben) kam ich - nach kurzem Intermezzo im Sommer 1998 - erst im Herbst 2004 zurück und zog auf den Kuhlerkamp). Hier versuche ich seitdem, heimatbezogene Interessen zu verfolgen.

Von der neuen zur alten Heimat. Video einer Fahrt (mit Umweg über und Unterbrechung am Wilhelmsplatz) vom 26. April 2011:


Heutzutage bereitet es mir Vergnügen, an die von meinem Vater und mir im 1960er und 1970er Jahrzehnt gemachten Fotos anzuknüpfen. Dabei erstelle ich auch Tomfilme (zum Teil in Stereovision): Am 27. Oktober 2014 ging ich über die Kückelhausener Klutert, dann am Rehsiepen vorbei - in Erinnerung daran, daß meine Eltern im Bereich des späteren und - jetzt - früheren Schulzentrums Wehringhausen einen eigenen Kleingarten besaßen -; diesen erreichten wir gewöhnlich über die Henschelstraße. Das Video zeigt abschließend noch den beschrankten Bahnübergang am Rehsieper Weg (also im Übergang zu Kückelhausen). Ein zweiter Film - vom 6. August 2016 - knüpft daran an und erinnert an Thomas Bleicher aus der Eugen-Richter-Straße - einen Freund meiner Grundschul- und frühen Gymnasialzeit (1966 bis ca. 1970):


Abschließend noch eine kleine Empfehlung: als Bildergalerie habe ich zwei Wanderungen vom Januar 2019 auf den Spuren von Extrabreit, Grobschnitt, Nena und den WM Musikverlag (von Ulrich Wiehagen und Hartwig Masuch) bei Facebook veröffentlicht:
06.01.2019 Homegrown-Tour - 19.01.2019 Homegrown II


Ein Thema für sich wäre für mich die Gegend rund um Bodelschwingh- und Wilhelmsplatz, welche ich heute wieder mehr begehe, nachdem der Stadtteil sich von der "Endindustrialisierung" des Hagener Wilden Westens mit Abwanderung der Facharbeiter- und Angestelltenfamilien, sowie sonstiger Betroffener (Ladenbesitzer etc.), wieder zunehmend erholt. Dazu ein Video vom 5. Juli 2019 (für ältere Ansichten verweise ich auf die einschlägigen Platz- und Straßenseiten von mir):


Als Ergänzung gibt's Fotos vom 23.6. und 5.7.:




LITERATUR


Hinnerwisch 1902: C. Hinnerwisch, Adreß=Buch für den Stadtkreis Hagen i. W.. 1902 nebst neuestem Uebersichtsplan, 11. Auflage, Hagen i. W. (o.J.) [Vorwort vom Januar 1902].

Adreßbuch 1928: Carl Hinnerwisch (Bearb.): Adreßbuch (Einwohnerbuch - Wohnungsbuch) 1928/29 der Stadt und des Kreises Hagen nebst Stadt Hohenlimburg. Hagen o.J.

Wenderoth 1928: Karl Wenderoth: Die gärtnerischen Anlagen und der Stadtwald, in: Erwin Stein (Hg.), Monographien deutscher Städte. Darstellung deutscher Städte und ihrer Arbeit in Wirtschaft, Finanzwesen, Hygiene, Sozialpolitik und Technik, Band XXVI: Hagen (Westf.), Berlin-Friedenau 1928, S. 28 - 35.

Pfarrgemeinde 1952: Pfarrgemeinde St. Michael (Hg.): Festschrift - 50 Jahre Pfarrgemeinde St. Michael Hagen, Hagen 1952 (Juli).

Adreßbuch 1968: Verlag Carl Hinnerwisch KG (Hg.): Adreßbuch der Stadt Hagen, Ausgabe 1968/69. 42. Auflage, Hagen o.J.

Fichte-Gymnasium & Theodor-Heuss-Gymnasium 1974: Fichte-Gymnasium & Theodor-Heuss-Gymnasium (Hg.): KONTRASTE. Gemeinsame Festschrift, Hagen 1974

Adreßbuch 1976: Verlag Carl Hinnerwisch (Hg.): Adreßbuch der Stadt Hagen 1976. 47. Auflage, Hagen o.J. (ohne ISBN-Nr.)

Heimatbund 1979: Hagener Heimatbund e.V. (Hg.): Wehringhausen. Landschaft - Geschichte - Menschen (Hagen einst und jetzt, Sonderreihe Die Hagener Stadtbezirke, Band V), Hagen 1979.

Nena & Thesenfitz 2005: Nena und Claudia Thesenfitz: Willst Du mit mir gehn, 1. Aufl., Bergisch Gladbach 2005 (ISBN 3-7857-2135-8)

EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/JuergenZarnke_Wehringhausen_Bilder_und_Dokumente_201011xx
Zarnke 2010: Jürgen Zarnke: WEHRINGHAUSEN. BILDER und DOKUMENTE [so auf dem Deckblatt], Hagen 2010 (November), herausgegeben im Selbstverlag.

089magazin 2018: Natalie Potulski (Hg.): 089magazin wehringhausen. Viertel * Kreativ-Szene * Soziales, Ausgabe Nr. 1: Herbst 2018, Hagen 2018.

089magazin 2019: Michael Vollmer (Hg.): 089magazin wehringhausen. Viertel * Kreativ-Szene * Soziales, Ausgabe Nr. 2: Frühjahr 2019, Hagen 2019.



DANKSAGUNG


Wir werden füreinander einzig sein in der Welt."
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Antoine Marie Roger Vicomte de Saint-Exupéry
(lebte 1900 bis 1944), Der kleine Prinz

Dem Mitarbeiterkreis des Hagener Stadtarchivs bin ich unter anderem für die Bereitstellung von historischen Fotos bei Facebook dankbar, welche zur Gewinnung von Erkenntnissen wesentlich beitrugen!

Fast schon notwendige Begleiter meiner Jugend (seinerzeit viel kopiert - unter anderem im Jugendheim am Buschey - aber nie erreicht, und zuletzt immer noch aktiv!) - besonderer Dank an Deep Purple! - hier: anno 1970:


Ein besonderer Dank geht an The Stripes, die leider lange Zeit über verkannte erste Band von Gabriele "Nena" Kerner!

Eigene YouTube-Playlist zu The Stripes (ergänzt durch englischsprachige Coversongs von "Nena"):


Neben "Nena" - als Deutschlands wohl bekannteste Sängerin - biete ich in der folgenden ,Playlist' auch eine Erinnerung an The Ramblers (Frontmann bzw. Sänger: Hartwig Masuch). Deren damalige Kontaktadresse lautete Pelmkestraße 61, denn dort (zeitweise unter der Hausnumer ,61 a') befand sich das Geschäftslokal von Hartwig Masuch (und Managers Ulrich "Ulli" Wiehagen):
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Pelmkestrasse/061/20090215-1205_IMGP2645_EU_D_NW_HA-Wehringhausen_Pelmkestrasse061_Laden_1200x0900
Inzwischen (Stand: Januar 2019) wurde dieser frühere Lebensmittelladen für den Nahbereich durch zwei Garagen ersetzt (Foto: Detlef Rothe - 15. Februar 2009)

Ich danke dem WM Musikverlag für die Förderung heimischer Musikbands, welche es sonst vielleicht nicht geschafft hätten, über Hagen hinaus bekannt zu werden!

Grobschnitt - deren Mitglieder Gerd "Lupo" Kühn-Scholz (Gitarrist und Bandmanager) und Joachim "Eroc" Ehrig (Schlagzeuger und Spezialist für Toneffekte) zeitweise in der Pelmkestraße wohnten - danke ich für bewegende Musik über viele Jahre! Bei dem Lied ,Vater Schmidts Wandertag' von Grobschnitt beachte man bitte den Sound der ,Pelmke-Alm' (O-Ton "Lupo") anfangs im Hintergrund; gemeint ist damit die obere Nachbarschaft der Nachtigallenstraße, also der ,olle Dreisch' beim früheren Hof Brenne (Straßenbäume und Waldrand - seit der Wiederherstellung nach dem Kyrill-Sturm im Januar 2007 ,Philharmonischer Wald' genannt):


Mehr zum Thema "Musik in Hagen um 1975" finden Sie hier: ?

Auch "Nena" hatte zu Beginn ihrer beeindruckenden Karriere Vorbilder - eines sei hier präsentiert (auch weil ich seinerzeit London nicht weniger liebte als Wehringhausen) - Chrissie Hynde, die Sängerin der Pretenders, eine im März 1978 in England gegründete Rockband:




Hinweis: Für die Aktualität, Richtigkeit und Funktionalität der angegebenen Links erfolgt keine Gewähr!



NOCH'N GEDICHT


Tired of lying in the sunshine staying home to watch the rain
You are young and life is long and there is time to kill today

(Pink Floyd, Time; Text von Roger Waters)

(174)
Nana


Wenn es regnet auf der Pelmke Alm

Wirst Du einsam an der Waldeslust

Dann fahr' mit mir den Rinnstein 'runter

Mit Zinnsoldat wirst Du wieder munter!


Wenn alles naß vom Regen wird

Und wenn der Kahn zu sinken droht

Dann nehm' ich meinen Helm vom Kopf

Und tauch' ihn in das Wasserboot


Werd' naß ich auch - o armer Tropf!

Leer wird's doch - das Wasser muß weichen

Und bis zur Kreuzung wird es reichen

Sonst haben wir im Sand den Kopf


Auch für die Dömbergstraße reicht es noch - wirst seh'n!

An der Bach aber müssen wir dann weichen

Sonst werden wir den Schlund - der Kanal! - erreichen

Wirst Du dann mit mir gehen?

Für "Ecstasia" - 17.3.2019 (13:10-14:10)

Übrigens mein erstes Gedicht seit vielen Jahren!

Dem Gedicht liegt ein Gedicht von Gabriele Susanne Kerner zu Grunde:


Der Text des Liedes wurde gemäß offizieller Nena-Website (Stand: 25.6.2019) nicht von "Nena", sondern von Carlo Karges (* 31. Juli 1951 in Hamburg; † 30. Januar 2002 ebenda) gedichtet; meine Bezugnahme auf die Pelmkestraße wäre insofern willkürlich. Ich bin davon aber nicht überzeugt, denn dafür war das Verhalten für die Gegend um Eugen-Richter-Straße, Gutenberg- und Pelmkestraße, sowie Lange Straße, allzu typisch; dazu zwei Belege:
Hilde Schickhaus, geb. Riemann (Jahrgang 1923): „Als Kinder haben wir aus Zeitungspapier Schiffchen und Schwalben gefaltet. Die Schiffchen ließen wir auf jedem Rinnsal fahren[,] und die Schwalben warfen wir mit dem Wind in die Luft [...]." (Hilde Schickhaus: Die Zeitung, in: Evang.-Luth.-Pauluskirchengemeinde Hagen (Hg.): Spurensuche 3 [Obertitel: Erzählte Geschichte vom „Blauen Montag"], 1. Aufl. Hagen 2005, S. 29 - 32.
Dorothea (Jahrgang 1946): „Ein Jahr nach Kriegsende kam ich in der Lange Straße 85 in Hagen zur Welt [...]! [...] Von der Buscheystraße liefen all die steilen Straßen ins Tal, die im Sommer Rollschuhbahnen und im Winter wunderbar vereiste Schlittenbahnen waren.
"Mein" Stück Lange Straße lag zwischen Gutenberg
[-] und Ewaldstraße. [...] Nach starkem Regen ließen wir in der Gosse kleine Rindenboote fahren und hinter Dargatz Büdchen [Lange Straße 88] begann ein abschüssiges, verwildertes Gelände [...]." (Dorothea Bohde: Hagen - Lange Straße. Ein Sprung von der Straßenbahn - Quelle - Stand: 05.03.2019)




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09.07.2019 16:09