REGIONALES: Hagen

Kückelhausen im Spannungsfeld zwischen Haspe und Wehringhausen.

von Detlef Rothe, Hagen in Westfalen


EINFÜHRUNG

Wie dies' alles begann: Kückelhausen in einer Lithographie von Eduard Schulte dargestellt (anno 1849); im Hintergrund links die Klutert, im Zentrum die Rolandshöhe (dazwischen der Hördenbach) und rechts die Hestert:
EU/D/NRW/HA/Kueckelhausen/1849xxxx_EU_D_NRW_HA-Kueckelhausen_Lithographie-Panorama_gen_SSO_(Eduard_Schulte)
Zwei kleine Fabriken im Vordergrund (links und in der Mitte) kündigen die Industrialisierung an - aber die Eisenbahn (ganz links im Mittelgrund) versteckt sích hier noch! Im Vordergrund die Firma C. Lange & Co. am nördlichen Ende der Spiekerstraße an der Ennepe (die Brücke befindet sich außerhalb des Bildausschnitts - man vergleiche mit dem nachfolgenden Plan!). Zwischen Klutert und Rolandshöhe führt die Hördenstraße aufwärts. Die Hauptmasse der Häuser reiht sich entlang der Berliner Straße, deren Chaussee-Charakter trotz des Verlustes zahlreicher Allee-Bäume hier noch zur Geltung kommt.
Zum Vergleich der Ausschnitt eines Plans der damaligen Stadt Haspe (mit eingezeichneten Straßenbauprojekten) aus dem Jahr 1913:
EU/D/NRW/HA/Kueckelhausen/1913xxxx_farbiger_Stadtplan_von_Haspe_DETAIL_Kueckelhausen

Während der Jugendzeit in Wehringhausen im 1970er Jahrzehnt lag mein Lebensraum zwischen Hasper Talsperre und Hagener City, und zwar vor allem entlang der Buschey- und Eugen-Richter-Straße:
D/NRW/HA/Kueckelhausen/EU_D_NRW_HA-Kueckelhausen_Panorama_vom_Goldberg_aus_um_1960_DETAIL_(HASPE1982-226)
Kückelhausen etwa um 1960 vom Goldberg aus gesehen (Quelle: Haspe-Band des Hagener Heimatbundes 1982, S. 226)

Die Bundesstraße Sieben im Tal der Ennepe wurde von mir - und gegebenenfalls Begleitern - nur auf etwas weiteren Strecken (welche ich meistens mit dem Fahrrad zurücklegte) benutzt und wegen des Kraftfahrzeugverkehrs möglichst durch Gebrauch von Nebenwegen gemieden. Auf diese Weise war Kückelhausen für mich eher eine Durchgangsstation, wobei ich allerdings zeitweise Bahnübergänge (an der Hördenstraße und am Rehsieper Weg - vgl. dazu Siegmar Peter!) und Bachmündungen an der Ennepe (Spiekerbach) gezielt aufsuchte:
EU/D/NRW/HA/Kueckelhausen/RehsieperWeg/19750227_SP_0913_00031_EU_D_NRW_Kueckelhausen_Zug_am_Rehsieper_Weg_auf_dem_Weg_von_Koeln_nach_Hannover_(Siegmar_Peter) (Quelle)
(Blick vom Bahnübergang am Rehsieper Weg auf einen Zug von Köln nach Hannover - Foto: Siegmar Peter, 27. Februar 1975)

Ähnlich scheint es - bereits im 1960er Jahrzehnt - Jürgen Zarnke ergangen zu sein, welcher allerdings Kückelhausen aus Hasper Perspektive erlebte:
Der Rehsieper Weg führte an der Villa Mayweg in Haspe vorbei Richtung Bergisch-Märkische Bahn, dann entlang des alten Blechwalzwerkes zum Sportplatz. Hier wurde es gefährlich; hinter dem östlichen Tor, aber vor den alten Hoffmannhäusern, lag die Grenze. Die Grenze zwischen Haspe und Wehringhausen. [...] Am Ziegelhaus neben der Tankstelle von Sager standen sie dann, die Vertreter der Wehringhauser Jugend. [...] Die nächsten Besuche in Wehringhausen begannen deshalb mit einem Marsch entlang der Wehringhauser Straße; und nie zur gleichen Zeit. [...] An eine Fahrt mit der Straßenbahn war aus Kostengründen nicht zu denken, alle Wege wurden zu Fuß zurückgelegt. [...] Oft legte ich diese Strecke von Haspe nach Hagen [sic!] zweimal am Tag zurück, abwechselnd mit der Strecke entlang der Ennepe, vom Hasper Spieker bis zum Straßenbahndepot. [...] Ich lernte noch kleine Geschäfte kennen, die später den großen Supermärkten zum Opfer fielen."
(Zitat aus dem Wehringhausen-Bildband vom November 2010, „Anstelle eines Vorwortes" - S. 5)

Die Berliner/Enneper/Kölner/Wehringhauser Straße (Bundesstraße 7 - kurz: B 7) war einst die wichtigste Straßenverkehrsader in Hagens - gemeint ist das heutige Stadtzentrum - westlicher Nachbarschaft.

Der Bereich entlang der Wehringhauser Straße wies früher weitgehend einen schon als großstädtisch zu bezeichnenden Charakter auf, während die Gegend westsüdwestlich davon, im Zuge der Berliner Straße - etwa von der Einmündung der Rehstraße bis zur Preußerstraße -, bis in die Nachkriegszeit hinein einen teils dörflichen teils industriellen Charakter ausstrahlte. Dies war vor allem der Kleineisenindustrie geschuldet, welche eine einschlägige Infrastruktur hervorbrachte und noch heute Bedingungen bzw. Prägungen bewirkt, welche mittlerweile einerseits Speditions- (Schenker Deutschland AG - Geschäftsstelle Hagen - Berliner Straße 14, Robert Schmitz Spedition GmbH - Spiekerstraße 7 - vgl den ,Hasper Spieker'!) und andererseits Handelsunternehmen (als bekanntestes ist hier die Nordwest Handel AG - Berliner Straße 26/36 - zu nennen) - aber auch Autohäuser (Daimler: Jürgens, Ford: Könneker) und -werkstätten (u. a. an der Preußerstraße), sowie Tankstellen (Jet, Shell) - als typisch erscheinen lassen.



JUGENDERINNERUNGEN


1966 - 1969

Tagebuch B, S. 10 f. (verfaßt am 1. Januar 1976): „Auf der Volksschule - der damaligen Hindenburgschule, heutige Grundschule Wehringhausen zwischen Siemens-, Gutenberg-, Lange- und Pelmkestraße - hatten die Lehrer(innen) [in den Grundschuljahren 1966 bis 1969] ziemlich rasch gewechselt. [...] Irgendwann in dieser Zeit mußte ich [...] einen Kurs mitmachen, der mein Sprechen verbessern sollte. Der Unterricht fand [dazu] in der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule in Haspe an der Bebelstraße statt. Ich fuhr mit einigen Gleichaltrigen mit einem Linienbus dorthin, die Fahrscheine bekamen wir in der dortigen Schule. Damals muß ich noch sehr jung gewesen sein, | denn wir pflegten die Fahrscheine zum Teil noch während der Fahrt [auf der geraden Strecke der Eugen-Richter-Straße zwischen Reh- und Hördenstraße] aus dem Fenster zu werfen. Wer hatte damals schon an einen Kontrolleur gedacht?"

Tagebuch B, S. 13 f. (Text vom 1.1.1976): „Im Sommer 1969 wechselte ich auf das Fichte-Gymnasium [...]. Nebenbei mußte ich - es kann aber auch etwas später gewesen sein - zum orthopädischen Schwimmen ins Hasper Hallenbad. [...] Dienstags nach Schulschluß ,tingelte' ich dann zunächst nach Hause [= Eugen-Richter-Straße 5 in Wehringhausen] und dann weiter, die Eugen-Richter-Straße entlang, die Hördenstraße hinab, die Bebelstaße entlang und schließlich am Heilig-Geist-Krankenhaus | vorbei Richtung Schwimmbad. Eine Zeitlang fuhr ich auch mit dem Bus. Einmal hatte ich ihn verpaßt, stieg auf mein Fahrrad und jagte zum Hallenbad. Ich kam zur gleichen Zeit wie der Bus an der Haltestelle an. (Kunststück, weil der Bus ja über die Hestert muß). Um 14.30 Uhr war Schluß. Auf dem Rückweg, ich ging immer [mit der genannten Ausnahme] zu Fuß, mußte ich fast immer am Bahnübergang Hördenstraße warten. Manchmal war ich auch etwas eher da, so daß ich ein wenig wartete, bis gegen 14.45 Uhr. Dann brauste dort einer der ersten Intercitys mit der neuen 103 (damals noch E 03 genannt) vorbei."
Dazu gibt es ein Vergleichsfoto, welches allerdings am Rehsieper Weg zwischen Hörden- und Rehstraße aufgenommen wurde, und zwar im Februar 1975 von Siegmar Peter:
EU/D/NRW/HA/Kueckelhausen/RehsieperWeg/19750227_SP_0913_00035_Kueckelhausen_Intercity_am_Rehsieper_Weg_von_Siegmar_Peter (Quelle)
(Im Bildhintergrund sehen sie rechts beim Signal den damals gerade erst gebauten ,Langen Oskar', das im Jahr 2004 beseitigte Sparkassenhochhaus der Stadt Hagen.)


1974

S. 20 - 22 (verfaßt am 1. Januar 1976, bezugnehmend auf die Zeit um 1974): „Durch Klaus EU/D/NRW/HA/19740930_SP_0901_00020_Klaus_Rothe_von_Siegmar_Peter_BEARBEITET 30.09.1974 - Quelle: Siegmar Peter - wohl am Rehsieper Weg] freundete ich mich mit Volker [..] an, er ging mit ihm in eine Klasse. Als sich Klaus immer mehr für die [...] Eisenbahn interessierte und andere Freunde fand (Martin und Siegmar [vergleichen Sie dazu die einleitenden Bemerkungen von Siegmar in seiner Eisenbahnfotodatenbank!]), unternahm ich mit ihm alleine alles mögliche. | [...] Wir waren oft an der Ennepe, schauten dort [zwischen Spieker- und Kuhlebachmündung] Zügen nach und paßten auf, daß sie auch ja pünktlich kamen. Wir machten uns einen Spaß daraus, einem kleinen Bach [= den Spiekerbach; gemeint: an seiner begradigten Mündung in die Ennepe unterhalb der Eisenbahnunterführung der Oberen Spiekerstraße] immer wieder seinen natürlichen Lauf zurückzugeben, und Kindern(?), die unser Werk zerstörten, die stärkere Ausdauer zu zeigen. Auch am Rehsieper Weg und am Bahnhof Heubing waren wir oft und genossen unseren Frieden. [...] Im August 1974 fing Volker zu arbeiten an (bei Hill)[,] und ich habe ihn kaum noch gesehen. Durch den Urlaub auf Fehmarn [wo ich mich in ein Mädchen aus dem - für mich damals fernen! - Paderborner Land verliebt hatte (im Sommer 1974)] war ich ziemlich verwandelt, ging jetzt alleine an die Ennepe (bei Kückelhausen), jener schönen Gegend, die einen als uriges Gestrüpp umwebte, einen völlig in sich aufnahm und einem Ruhe vor der hektischen Umwelt gab. Und das am stinkenden Fluß. | Hier war ich alleine, hatte meinen Frieden, konnte mit Gedanken spielen [Reisepläne schmieden...], mich erholen. Kaum ein Mensch kam in diese schmutzige (was nicht stimmte) und trostlose Gegend (weil der Fluß [nach Hochwassern] voller Müll war)."
Oft mit dem Fahrrad passiert: Die um 1980 abgebrochene Fußgängerbrücke über die Ennepe in der Verlängerung der Spiekerstraße:
D/NRW/HA/Kueckelhausen/BerlinerStrasse/Spiekerstrasse/Fussgaengerbruecke/197xxxxx_EU_D_NRW_HA-Kueckelhausen_Spiekerstrasse_Ennepe-Bruecke_(HASPE1982-35) (undatiert - Quelle: Haspe-Band des Hagener Heimatbundes 1982, S. 35)


1975

Tagebuch A, S. 38 (Text vom 9. Juli 1975): „Ich habe auch (in letzter Zeit) häufig Radtouren gemacht. Ich bin am 31.5. über Haspe, die [Grundschötteler] Straße an der ehemaligen Kohlenbahn entlang, über die Autobahn (Kamen - Wuppertal) hinweg [...] gefahren."
Demnach fuhr ich von der Dömbergstraße aus über die Eugen-Richter-Straße gen Westen bis zur Einmündung in die Hördenstraße in Kückelhausen. An der Einmündung schoß ich ein Foto heimwärts:
EU/D/NRW/HA/Kueckelhausen/19750531_EinmuendungEugenRichterStrasseInHoerdenstrasse
Zum Vergleich dazu ein dreißig Jahre jüngeres Foto von 2005:
EU/D/NRW/HA/Kueckelhausen/20050328_1404_DSCI0003
Der Hördenstraße folgte ich abwärts - über den Bahnübergang hinweg - bis zur Kreuzung Berliner Straße (Bundesstraße 7):
EU/D/NRW/HA/Kueckelhausen/19750531_KreuzungHoerdenstrasseBerlinerStrasseVonSued
Anno 2005 ist das aus einschlägiger Literatur bekannte Fachwerkhaus längst vernichtet:
EU/D/NRW/HA/Kueckelhausen/20050328_1353_DSCI0004
Um 1930 waren die Straßenverhältnisse an dieser Stelle noch übersichtlicher, wie eine Abbildung des unter Hauskundlern sehr bekannten Kraßhauses (mit Benzinfässern davor) von Wilhelm Claas zeigt:
EU/D/NRW/HA/Kueckelhausen/WilhelmClaas_Haus_BerlinerStrasse_um_1930
Dazu ein wohl etwas älteres Foto, welches von einer Stelle weiter östlich aufgenommen wurde (man beachte den Hinweis auf den Benzin-Verkauf am Gebäude rechts!):
D/NRW/HA/Kueckelhausen/BerlinerStrasse/EU_D_NRW_HA-Kueckelhausen_Krasshaus_an_der_Kreuzung_Hoerdenstrasse_mit_BerlinerStrasse_etwa_um_1920_(HASPE1982-40)
(undatiert - Quelle: Haspe-Band des Hagener Heimatbundes 1982, S. 40)

Dazu noch ein Foto, welches die Längsseite des Kraßhauses entlang der Hördenstraße zeigt (aufgenommen wohl um 1960):
D/NRW/HA/Kueckelhausen/Hoerdenstrasse/EU_D_NRW_HA-Kueckelhausen_Hoerdenstrasse_Kreuzung_BerlinerStrasse_Krasshaus_Laengsseite_etwa_um_1960_(HASPE1982-69)
(Quelle: Haspe-Band des Hagener Heimatbundes 1982, S. 69)

Ich folgte im Jahr 1975 der Berliner Straße westwärts in das Hasper Zentrum, wovon an anderer Stelle berichtet wird.



DIE BERLINER STRASSE

Zwischen Reh- und Hördenstraße

Auf der Bundesstraße 7 - hierzu das Video einer Autofahrt auf der Wehringhauser und Berliner Straße vom ehemaligen Straßenbahndepot (ALDI-Filiale) aus durch die Bahnüberführung bis zum Verwaltungsgebäude der Nordwest Handel AG im Übergang der B7 zur Preußerstraße (03.01.2010, 12:28 Uhr - ca. 20 MB) - erreicht man kurz nach der Einmündung der Rehstraße - von Wehringhausen kommend - den Ortsteil Kückelhausen. Das südwestlche Eckhaus, einst als Schuhhaus Pelka stadtbekannt, wurde zu Gunsten eines vorgesehenen Kreisverkehrs abgerissen, welcher eine Ortsumgebung Haspes (über die Rehstraße) mit einer Hauptbahnhofshinterfahrung (entlang der Ennepe) herstellen soll, während das Areal der Hagener Stadtwerke AG als Firmengelände der Mark-E (bzw. ,Enervie') zunächst fortbesteht; aber auch diese Firma wird verschwinden und auf die sogenannte ,Haßleyer Insel' - an der Autobahn Sauerlandlinie in die Nähe des Staplacks - verlegt werden, so daß an der Wehringhauser Straße eine weitere Brache entsteht (und der Abriß des einst als Denkmal bürgerlichen Wohnens bemerkenswert gewesenen ,Schuhhauses Pelka' überflüssig wird!).

Während ich im 1970er Jahrzehnt auf meinen Radtouren die B 7 zwischen Rehstraße und Hördenstraße - und auch westlich der Hördenstraße - wegen des hier bereits starken Straßenverkehrs und wegen des Kopfsteinpflaster-Straßenbelags mied, haben Freunde der Hagener Straßenbahn AG (Siegmar Peter, Wolfgang R. Reimann, Jörg Rudat und andere) auch diesen Bereich der Berliner Straße durch Fotos für die Nachwelt dokumentiert. Es ist mir eine Freude, darauf zurückgreifen zu können!
Man beachte etwa eine Aufnahme von Siegmar Peter vom März 1975, welche die Straßenbahnhaltestelle an der Einmündung der Rehstraße mit der Eisenbahnunterführung der Wehringhauser Straße nahe dem Straßenbahndepot zeigt: D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/19750317_SP_0916_00014_von_Siegmar_Peter (Quelle)
Im März 2009 - nach Abbruch des Pelka-Schuhhauses (D/NRW/HA/Wehringhausen/Rehstrasse/20090329-1208s_DSCI0015_HA-Wehringhausen_Rehstrasse_Einmuendung_in_die_Wehringhauser_Strasse_ehemaliges_Pelka-Haus Foto vom März 2009) - mutet die Situation an der Einmündung der Rehstraße etwas unwirklich an - was hoffentlich nur vorübergehend so bleibt -: D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20090329-1152s_DSCI0005_HA-Wehringhausen_WehringhauserStrasse_Einmuendung_Rehstrasse_von_Westen

Etwas weiter westlich - bei der Hagener Autohaus K. Könneker GmbH & Co. KG (Ford Könneker, Berliner Straße 19 - 21) wird hier die Situation im Oktober 1977 an Hand zweier Fotos von Siegmar Peter in einer Fotomontage dargestellt: EU/D/NRW/HA/Kueckelhausen/BerlinerStrasse/197710xx_SP_1078_00034+35_von_Siegmar_Peter_Fotomontage (Rechts am Straßenbahnwagen sehen Sie übrigens Jörg Rudat.)
Anno 2009 stellt sich die Situation - in einem etwas größeren Überblick auf Grund der erhöhten Position am PODI-Möbelmarkt - wie folgt dar:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse/20090329-1151s_DSCI0002_HA-Wehringhausen_WehringhauserStrasse_von_Marken-Moebel-Discount_PODI_westwaerts
Zum Vergleich eine Aufnahme vom 28. Juli 1964 von Wolfgang R. Reimann, welche an der Stelle des heutigen B1-Discount-Baumarktes noch die Federnwerke Schmitz & Steffen erkennen läßt - rechts auch hier das Schenker-Gebäude:
D/NRW/HA/Kueckelhausen/BerlinerStrasse/19640728_D_NRW_HA_Kueckelhausen_BerlinerStrasse_vom_WRReimann(GoebelRudat2009S119mitte) (Quelle: Göbel u. Rudat 2009, S. 119, Abb. mitte)
Dazu ein kleines Sonntags-Video (3,5 Megabytes), welches beim Polster-Discounter PODI an der Nahtstelle zwischen Kückelhausen und Wehringhausen aufgenommen wurde (29. März 2009). Es zeigt zunächst rechts das Verwaltungsgebäude der mittlerweile zur Deutschen Bahn AG gehörenden Schenker-Spedition, dann die Wehringhauser bzw. Berliner Straße im Schwenk zur Einmündung der Rehstraße neben dem Haus Nummer 113, wo das Pelka-Schuhhaus an der Straßenecke gegenüber der Mark-E abgerissen wurde; weiter östlich erkennt man dann noch die Bahnüberführung über die Wehringhauser Straße.

Vor der Kreuzung der Berliner Straße mit der Hördenstraße weicht auf Höhe des Verwaltungsgebäudes der Nordwest Handel AG die Bundesstraße 7 auf die Route der Preußerstraße aus, siehe das winterliche Video einer Autofahrt über die Preußerstraße - an der Shell-Station, dem Bürogebäude der Nordwest Handel AG und an der Burgerking-Filiale vorbei - (20.12.2009, 11:54 Uhr - 11 MB). In diesem Bereich spielen Autohäuser, Kraftfahrzeug-Werkstätten, Speditionen und Handelshäuser eine wichtige Rolle, während Industriebetriebe in ihrer Bedeutung - ähnlich wie in Haspe - im Vergleich zu Altenhagen und Wehringhausen zunehmend zurückfallen und Einzelhandelsfilialen und Wohnhäusern weichen müssen.
Vor der Kreuzung Hördenstraße (im Hintergrund) eine westwärts gerichtete Ansicht aus der Zeit etwa um 1910:
EU/D/NRW/HA/Kueckelhausen/BerlinerStrasse/EU_D_NRW_HA-Kueckelhausen_BerlinerStrasse_Kreuzung_Hoerdenstrasse_gen_WSW_etwa_um_1910_(HASPE1982-60)


An der Kreuzung der Berliner Straße mit der Hördenstraße angekommen ein Blick zurück gen Rehstraße gemäß einer alten Postkarte aus dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts (zur Orientierung beachte man das Benzin-Hinweisschild am linken Bildrand!):
D/NRW/HA/Kueckelhausen/BerlinerStrasse/SW-AK_EU_D_NRW_HA-Kueckelhausen_BerlinerStrasse_Kreuzung_Hoerdenstrasse_gen_ONO_etwa_um_1910_DETAIL_(HASPE1982-41) (etwa um 1910 - Quelle: Haspe-Band des Hagener Heimatbundes 1982, S. 41)


Zwischen Hörden- und Rolandstraße

An der Kreuzung Hördenstraße - beim ,alten Wulvershof', also an der SSW-Ecke - befand sich einst eine „Schenkwirtschaft" (Gaststätten reihten sich an der alten Chaussee wie Perlen an einer Schnur!):
D/NRW/HA/Kueckelhausen/BerlinerStrasse/EU_D_NRW_HA-Kueckelhausen_BerlinerStrasse_Kreuzung_Hoerdenstrasse_Schenkwirtschaft_beim_Wulvershof_wohl_um_1910_(HASPE1982-41)
(etwa um 1900 - an der Hördenstraße links ist das Eckhaus mit der Gastwirtschaft von Fritz Höh - siehe oben! - im Bau - Quelle: Haspe-Band des Hagener Heimatbundes 1982, S. 41)

Im Jahr 1975 befuhr ich die Berliner Straße von dieser Stelle aus bis ins Hasper Zentrum:
EU/D/NRW/HA/Kueckelhausen/19750531_WestrichtungBerlinerStrasseVonHoerdenstrasse
Zum Vergleich je ein Foto aus dem Jahr 1912 und 2005:
EU/D/NRW/HA/Kueckelhausen/1912xxxx_WestrichtungBerlinerStrasseVonHoerdenstrasse EU/D/NRW/HA/Kueckelhausen/20050328_1349_DSCK0001_WestrichtungBerlinerStrasseVonHoerdenstrasse

An Hand von weiteren Fotos läßt sich die Berliner Straße im Zustand vor dem Ersten Weltkrieg gut westwärts verfolgen (hier nur ein Beispiel):
EU/D/NRW/HA/Kueckelhausen/BerlinerStrasse/EU_D_NRW_HA-Kueckelhausen_BerlinerStrasse_nahe_Einmuendung_der_Hofstrasse_gen_WSW_etwa_um_1910_(HASPE1982-60)

Etwa an der Kreuzung der Rolandstraße mit der Berliner Straße wird es dann ,hasperisch' - das Gelände gewinnt an städtischem Gewicht! Ein Blick zurück gen Hördenstraße mit der Rolandstraße jeweils vorne rechts im Bild:
D/NRW/HA/Kueckelhausen/BerlinerStrasse/19(8)xxxxx_EU_D_NRW_HA-Haspe_BerlinerStrasse_gen_Osten_mit_Rolandstrasse_rechts_um_1980_(HASPE1982_S2) (um 1980 - Quelle: Haspe-Band des Hagener Heimatbundes 1982, S. 2)
D/NRW/HA/Kueckelhausen/BerlinerStrasse/19631101_EU_D_NRW_HA-Haspe_Berliner_Strasse_Einmuendung_Rolandstrasse_mit_Tram_(L+R1989-146) (1. November 1963 - Quelle: L+R1989 [s. Lit.-Verz.], S. 146)
Bei meiner Radtour vom 31. März 1975 machte ich gegen 14.30 Uhr vor der nicht mehr existierenden Aral-Tankstelle (neben der Einmündung der Rolandstraße) Pause und bannte die links davon befindliche Fachwerkhaus-Gruppe (rechts Haus Nr. 89 der Berliner Straße) auf den Film:
EU/D/NRW/HA/Kueckelhausen/BerlinerStrasse/19750531_14(30)_06-19_Gebaeude_neben_ARAL-Tankstelle
Zum Vergleich eine Aufnahme vom Oktober 2005:
EU/D/NRW/HA/Kueckelhausen/BerlinerStrasse/20051018_1425_IMAG0021_Haus_Berliner_Strasse_89_in_Kueckelhausen



FAZIT

Vermag die Berliner Straße heute streckenweise nur ein weitgehend trostloses Bild zu bieten, so bleibt doch wenigstens die Hoffnung, daß es sich nach Fertigstellung der südlichen Ortsumgehung Haspe wieder zum Positiven wandeln wird, auch wenn schon viel von dem historisch bedingten Lokalkolorit als verloren gelten muß.

Nachbemerkung: Text und Fotos unterliegen dem Copyright des jeweiligen Urhebers (Verfasser bzw. Photograph). Sofern ein solcher nicht angegeben ist, stammen Text und Foto vom Verfasser oder sind derzeit unbekannt. Bitte kontaktieren Sie vor einer Weitergabe Autor oder Publizierer!



LINKS


,Industriekultur'

Märkische Technikstraße

Route Industriekultur

Siegmar Peter (enthält Lokbildsammlung mit Suchfunktion)



Unternehmen

Schenker Deutschland AG, Berliner Straße 14

Hagener Autohaus K. Könneker GmbH & Co. KG (Ford Könneker), Berliner Straße 19 - 21

Nordwest Handel AG, Berliner Straße 26 - 36

Robert Schmitz Spedition GmbH, Spiekerstraße 7

(Für die Aktualität der Links keine Gewähr!)



LITERATUR


Allgemeines

EU/D/NRW/HA/Haspe/HASPE_Eine_Stadt_im_Wandel_(1982) Alfons Rehkopp u. Michael Eckhoff (Red.), Haspe - Eine Stadt im Wandel (Band IX der Schriftenreihe „Hagen einst und jetzt", hg. v. Hagener Heimatbund e.V.), Hagen 1982.

EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/JuergenZarnke_Wehringhausen_Bilder_und_Dokumente_201011xx Jürgen Zarnke, WEHRINGHAUSEN. BILDER und DOKUMENTE [so auf dem Deckblatt], Hagen 2010 (November), herausgegeben im Selbstverlag.



Nahverkehr


RolfLoettgers+WolfgangReimann_Rund_um_Hagen_1989 Rolf Löttgers u. Wolfgang R. Reimann, Rund um Hagen, Wuppertal 1989 [Das bildreich ausgestattete Buch behandelt die Straßen- und Vorortbahnen im Raum Hagen bis zur Einstellung des Tram-Verkehrs. Hier verwendetes Kürzel "L+R1989", gefolgt von einem Bindestrich und der Abbildungsnummer.]

Dirk Göbel u. Jörg Rudat, Mit der Straßenbahn quer durch Hagen. Bitte einsteigen [eigentlicher Titel: BITTE EINSTEIGEN - Mit der Straßenbahn quer durch Hagen], Hagen, 1. Aufl. 2009 (November) - ISBN13 978-3-932070-95-2 [Dieses Buch ist sicherlich nicht nur für Liebhaber des Hagener Nahverkehrs ein Genuß!]




banner1
5. Dimension
Arbeitswelt
Archäologie
Biographie
Finanzen
Gesundheit
Impressum
Medien
Neuigkeiten
Partner
Regionales
Reisen
Senioren
Verkehr
Witze
20101221 20:58