REGIONALES: Hagen

Zur Geschichte Wehringhausen. Anmerkungen.

von Detlef Rothe aus Hagen in Westfalen (Author: Detlef Rothe)


Wehringhausen entwickelte sich -

D/NRW/HA/Wehringhausen/Ausschnitt_Gemeindekarte_2V19Jh
als selbständige Gemeinde

D/NRW/HA/Wehringhausen/Schlachthofstrasse/Gasanstalt_1928
mit eigener Gasanstalt,

eigenem Bahnhof
D/NRW/HA/Hagen/BerlinerPlatz/Hauptbahnhof/1860xxxx_Bahnhof
(der heutige Hauptbahnhof!),

einem traditionsreichen Postamt
D/NRW/HA/Wehringhausen/WehringhauserStrasse192xxxxx_Strassenbahn+Fuhrwerk_Postamt_WehringhauserStrasse
(an der Wehringhauser Straße - zuletzt als Gasthaus genutzt und 1928/29 abgerissen),

neuzeitlichem Schlachthof
D/NRW/HA/Wehringhausen/Schlachthofstrasse/Schlachthofsgaststaette_um_1900

usw. -

vornehmlich im 19. Jahrhundert aus einem ländlichen Ort heraus, dessen Höfe und Werkstätten hauptsächlich entlang der Ennepe (im Zuge der Wehringhauser Straße) und des Wehringhauser Baches (an der Bachstraße) lagen.

Diese Situation zeigt eine Lithographie von Eduard Schulte aus dem Jahr 1848 (eventuell etwas später entstanden - Blick Richtung Süden):
D/NRW/HA/Wehringhausen/1848xxxx_Wehringhausen-Lithograhie_Eduard_Schulte

Den der Eingemeindung Wehringhausens nach Hagen am 1. Januar 1876 folgende Wandel veranschaulicht der Ausschnitt aus einem Stahlstich (einer Lithographie?) von J. Biebel (um 1885 - mit Blick in Richtung Südosten):
D/NRW/HA/Wehringhausen/188xxxxx_Wehringhausen_nach_Lithographie_JBiebel

Einen deutlichen Entwicklungsschub - vornehmlich am Talhang südlich der Ennepe - erhielt der florierende Ort im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts durch zunehmende Industrialisierung und Verstädterung, wobei das Ortsbild der Gründerzeit - wie hier in der Bismarckstraße am Wilhelmsplatz - weitgehend erhalten blieb (um 1915 - 2005):
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Bismarckstrasse/Bismarckstrasse_am_Wilhelmsplatz_1918052 EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Bismarckstrasse/20050427_1713_DSCI0008

Eine städtische Kartenübersicht vom Jahr 1888 gibt besten Einblick in die Zerstörung der ländlichen Struktur am Wehringhauser Bach im letzten Viertel des 19. Jahrunderts:
D/NRW/HA/Wehringhausen/1888xxxx_SW-Karte_HA-Wehringhausen_Detail

Eine Kartenübersicht von Karl Voß veranschaulicht die Entwicklung von 1888 bis 1932:
D/NRW/HA/Wehringhausen/Wehringhausen1888-1932

Einen Überblick über die Umbenennungen geographischer Details durch das ,Dritte Reich' ermöglicht ein Stadtplanausschnitt von 1942::
D/NRW/HA/Wehringhausen/Ausschnitt_Wehringhausen_aus_Stadtplan_von_1942

Den Wehringhauser Bach als einstigen Wasserspender kanalisierte man zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Zuge der Bachstraße aufwärts, so daß er im unterhalb des Stadtwaldes liegenden Bereich verschwand. Sein oberer Abschnitt mit der unmittelbaren Umgebung zwischen Bismarcksäule auf dem Goldberg
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Pelmkestrasse/198(2)xxxx_Goldberg_von_Doembergstrasse_36_aus_etwa_1982 D/NRW/HA/Wehringhausen/1962-3(Winter)_Am_Bismarckturm
und
Eugen-Richter-Turm an der Egge
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Aussichten_vom_Goldberg/19xx_Eugen-Richter-Turm_vom_Goldberg EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Egge/191xxxxx_Eugen-Richter-Turm_von_1911
mutierte hingegen als „Waldlust" zu einem Naherholungsgebiet.

Das weitgehend flache Gelände zwischen Bach-, Dömberg- und Pelmkestraße
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Pelmkestrasse/Oller_Dreisch_etwa_um_1920
wurde nach 1929 locker in der Art einer Gartenvorstadt bebaut:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Aussichten_vom_Goldberg/Panorama_vom_Goldberg_mit_Gasometer+Pauluskirche_vor_1955
(Aufnahme von vor 1955)

Zum Vergleich eine Aufnahme des Verfassers mit Haus Bachstraße 87 im Vordergrund vom März 2009:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Aussichten_vom_Goldberg/20090301-1416_IMGP2931_Wehringhausen_Bachstrasse_87_mit_Umgebung_vom_unteren_Goldberg-Waldweg_aus

Den oberen Abschnitt der Bachstraße gestaltete man damals zu einer Promenade, wie ein Foto meines Vaters veranschaulicht, welches den Verfasser dieser Zeilen etwa 1961 an der Einmündung der Schumannstraße vor dem Hintergrund der Dömbergstraße-Kreuzung zeigt:
D/NRW/HA/Wehringhausen/1961xxxx_Fotoalbum030_Bachstrasse_abwaerts


Der Abschnitt östlich der Bachstraße und südlich der Buscheystraße wurde bereits im 1920er Jahrzehnt in ein Villen-Viertel verwandelt:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Aussichten_vom_Goldberg/192xxxxx_Panorama_von_oberhalb_der_Stadtgartenallee

Wie der Ausschnitt einer Luftaufnahme (wohl das Resultat einer Zeppelin-Luftfahrt) vom Jahr 1926 zeigt, war das Gelände um Villen, Allgemeines Krankenhaus und Stadtgarten am Goldberg-Hang schon damals eine grüne Oase:
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/1926xxxx_Luftaufnahme_Hagen_Detail_Wehringhausen

Von der alten, landwirtschaftlichen Bebauung am Wehringhauser Bach hat nur wenig das 19. oder gar 20. Jahrhundert überdauert. Am bekanntesten ist wohl der Hof Grummert im Winkel zwischen Bach-, Buschey-, Grummert- und Pelmkestraße, hier in je einer Ansicht von 1975 und 2005:

EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Grummertstrasse/19750227_03_03_Hof_Grummert EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Grummertstrasse/20050427_1706_DSCI0004

Vereinzelte Fachwerkbauten erhielten sich lange Zeit im Zuge des Kanzlerweges zwischen Gold- und Riegerberg:

D/NRW/HA/Wehringhausen/Goldberg/SW-Foto_Hagen_Goldberg_Bismarckturm_nach_Foto_von_Roemer_SteinHA1928S31 EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Goldberg/Bismarckturm_1V20Jh D/NRW/HA/Wehringhausen/Goldberg/Haus_am_Kanzlerweg_um_1910

Gleiches gilt für den Hang der Egge unterhalb des Eugen-Richter-Turmes: :

Gaststätte Am Rupenstück
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/Elsa-Brandstroem-Weg/GasthausAmRupenstueck_1V20Jh
(unweit des Elsa-Brandström-Weges im Bereich oberhalb des Schulzentrums)

ein Hof im Rehsiepen (oberhalb der Eugen-Richter-Straße
EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/ObereRehstrasse/Hof_im_Rehsiepen_2V20Jh
in der bergseitigen Verlängerung der Rehstraße)



Bevölkerungsstatistik

Quelle: Silke Pfeifer, rundum den wilhelmsplatz. Wissenswertes aus Wehringhausen. Ausgabe 2005, Hagen 2005, S.11
Stand: September 2005 (jüngere Daten sind mir noch nicht bekannt)

Kriterium Menge/Anteil
Anzahl 16.793
weiblich 52 %
männlich 48 %
verheiratet 45 %
ledig 40 %
evangelisch/katholisch 59 %
arbeitslos 15 %
Migranten 20 %



Quellen

Neben Abbildungen aus den unten genannten Bildbänden und von gesammelten Postkarten wurden Fotos meines Vaters (1960er Jahrzehnt) sowie eigene Aufnahmen (1970er und 2000er Jahrzehnt) verwendet. (Die Braunfärbung in Farbbildern des 1970er Jahrzehnts beruhen übrigens nicht nur auf der Vergilbung des Papiers, sondern auch - wie zeitgenössische Veröffentlichungen zeigen - auf Einflüssen des heute bereits weitgehend vergessenen „Hasper Goldes"!) Meinen Eltern danke ich für die Überlassung eines Fotoalbums, welches wiederholt als Grundlage für eigene Ausarbeitungen gedient hat!
Hinzuweisen hinsichtlich der Bildquellen ist auf die Fotodokumentation der Westfälischen Rundschau zum Kriegsende in Hagen (Farbdias von Otto Fernholz)



Links

Zur Geschichte Wehringhausens (von Jens Bergmann - aus dem ,Archiv' desHagener Heimatbundes e.V.)

Literatur-Infos des Hochschulbibliothekszentrums des Landes Nordrhein-Westfalen

Wikipedia-Artikel Wehringhausen



Literatur


Karl Wenderoth, Die gärtnerischen Anlagen und der Stadtwald, in: Erwin Stein (Hg.), Monographien deutscher Städte. Darstellung deutscher Städte und ihrer Arbeit in Wirtschaft, Finanzwesen, Hygiene, Sozialpolitik und Technik, Band XXVI: Hagen (Westf.), Berlin-Friedenau 1928, S. 28 - 35.

Pfarrgemeinde St. Michael (Hg.), Festschrift - 50 Jahre Pfarrgemeinde St. Michael Hagen, Hagen 1952 (Juli).

Hagener Heimatbund e.V. (Hg.), Wehringhausen. Landschaft - Geschichte - Menschen (Hagen einst und jetzt, Sonderreihe "Die Hagener Stadtbezirke", Band V), Hagen 1979. (einziges mir bekanntes Werk für den gesamten Stadtteil)

Willy Timm, Hagen in alten Ansichten aus der Bildersammlung des Stadtarchivs Hagen, Zaltbommel (Niederlande) 1979 (4. Aufl. 1991). (ISBN 10-288-5604-1) (enthält wichtige Bilder von Kückelhausen und Wehringhausen)

Hagener Straßenbahn AG (Hg.), Hagener Straßenbahn AG 1884 - 1984, Hagen 1984. (berücksichtigt im hohen Maße Schwenke und Wehringhausen)

Hans Schulz, 75 Jahre Pauluskirche. "Glaube - Liebe - Hoffnung" läuten über Wehringhausen, in: v. d. Linnepe Verlagsgesellschaft (Hg.), Heimatbuch Hagen + Mark. Hagener Heimatkalender 1986 (= Jg. 27), Hagen 1985, S. 237 - 258.

Michael Eckhoff, Wehringhausens große Zeit. Spuren bedeutender Architektur in Hagens ältestem Stadtteil, in: Karl-Heinz Lindenlaub (Hg.), HA-GAZIN. Stadt-Illustrierte aus und über Hagen, Nr. 4, Hagen 1987 (April), S. 32 - 33.

Richard Althaus, Hagen in alten Bildern. Hagen 1988 (2. Auflage)

EU/D/NRW/HA/HelgaPaar_Unser_Kuhlerkamp_und_seine_Nachbarn_1989 Helga Paar, Unser Kuhlerkamp und seine Nachbarn Philippshöhe und Tücking. Erinnerungen, Hagen 1989. (DAS Standardwerk für den Bereich links der Ennepe)

Hans Schulz, Als ich "Heimat" empfand und begreifen lernte. Erlebnisse in den Jahren 1939 bis 1945, in: v. d. Linnepe Verlagsgesellschaft (Hg.), Heimatbuch Hagen + Mark. Hagener Heimatkalender 1991(= Jg. 32), Hagen 1990, S. 205 - 211. (eindrucksvoller Bericht zum Zweiten Weltkireg in Wehringhausen)

Sibylle Brakelmann-Bockermann u. Dirk Bockermann, 80 Jahre Eugen-Richter-Turm. In Hagen steht das erste Abgeordneten-Denkmal Deutschlands, in: v. d. Linnepe Verlagsgesellschaft (Hg.), Heimatbuch Hagen + Mark. Hagener Heimatkalender 1991(= Jg. 32), Hagen 1990, S. 205 - 211.

Ilse Oberegge, Hagen - Wie es einmal war. Texte zu Fotos von Johann Janßen (4), in: Hagener Heimatbund e.V. (Hg.), Hagener Heimat impuls [= Hagener Heimat-Impuls]. Weiterführung der Schriftenreihe "Hagen - Use laiwe Haime", Heft 4, Hagen 1992 (Juli), S. 26 - 29. (betrifft Wehringhausen)

EU/D/NRW/HA/Sollbach_Hagen_1939-1948.jpg Gerd E. Sollbach (Hg.), Hagen - Kriegsjahre und Nachkriegszeit 1939 - 1948 (Hagener Stadtgeschichte{n}, hg. v. d. Museen für Stadt- und Heimatgeschichte u. d. Stadtarchiv Hagen, Bd. 4), Hagen 1994. (ISBN 3-930217-06-6) (enthält unter anderem Bilder zum Zweiten Weltkrieg und seinen Folgen)

Ina Hanemann u. Petra Holtmann, Hagener Architektur, 1. Aufl. Hagen 1996 (Oktober). (ISBN 3-932070-01-1) (Wehringhausen betreffende Gebäude erschließen sich aus dem beigelegten Faltplan.)

Dirk Bockermann (Hg.), HASPER GOLD. Ein Lesebuch zur Geschichte der Hasper Hütte, Hagen 1997. (ISBN 3-930217-05-8) (Die Hasper Hütte wirkte sich auch auf Wehringhausen aus...)

Paulusgemeinde (Hg.), Erzählte Geschichte vom "Blauen Montag". Spurensuche, Hagen 2001 (Juni) (Vorwort von Pfarrer Martin Schwerdtfeger).

Hans Schulz, 90 Jahre Pauluskirche. Geschichte und Chronik der Evang.-Luth. Paulus-Kirchengemeinde Hagen-Wehringhausen. Aufgestellt im Jahre 2000, Hagen 2001 (Pfingsten).

Hagen_Reihe_Archivbilder.jpg Hagener Heimatbund e.V. (Hg.), DIE REIHE Archivbilder. HAGEN, Erfurt 2002 (September). (ISBN 3-89702-477-2). (kann als Fortsetzung des Bandes von Willy Timm angesehen werden; inzwischen ist ein zweiter Band erschienen)

Julia Mattes und Franz Jose Mattes, Hagener Fassaden. Beispiele aus zwei Jahrhunderten (Veröffentlichungen der Universitätsbibliothek Hagen, hg. v. Dieter Schmauß, Band 9), Hagen 2003 - Bezug über die Fernuniversität, AVZ/Bibliothek - Tauschstelle, Universitätsstraße 23, 58097 Hagen, Tel. 02331/987-2892 (enthält Fotos und Aufrisse von Hausfassaden in Wehringhausen)

Hagen_Reihe_Archivbilder_2.jpg Hagener Heimatbund e.V. (Hg.), DIE REIHE Archivbilder. HAGEN. ALTE BILDER ERZÄHLEN, Erfurt 2005. (ISBN 3-89702-496-8). (Fortsetzung des ersten Archiv-Bilderbandes von 2002)

rundumdenwilhelmsplatz.gif Silke Pfeifer, rundum den wilhelmsplatz. Wissenswertes aus Wehringhausen. Ausgabe 2005, Hagen 2005 [erhältlich über die Firma grafische formgebung Silke Pfeifer, Grünstraße 27, D-58095 Hagen, Tel. 02331 334259 - Fax 184942 oder auch an der Rezeption des Zentralen Bürgeramtes der Stadt Hagen (Stand: 6. Januar 2006)]

EU/D/NRW/HA/Wehringhausen/JuergenZarnke_Wehringhausen_Bilder_und_Dokumente_201011xx Jürgen Zarnke, WEHRINGHAUSEN. BILDER und DOKUMENTE [so auf dem Deckblatt], Hagen 2010 (November), herausgegeben im Selbstverlag.


Hinweis: Für die Aktualität, Funktionalität und Korrektheit der angegebenen Links erfolgt keine Gewähr!



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